Ausgabe 
15.5.1918
 
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Mtwsch, dLN *5. Mai

Nrre Londoner Erzählung aus den Spätherb sttagen 1015.

Von Justus Schoenthal.

(Fortsetzung.) .

Der Viscount trat als erster aus sie zu und hals .eurer

Schwägerin vom Begleiter sitz. c^nndlia

Marianne taumelte eur wenig. J «Jl

als sie wieder festen Boden unter den Archen spurte. Aber glückstrahlend reichte sie Longford dre Hand. -

Vielen, vielen Dank von ganzem herzen! Es wur

Der junge Offizier verbeugte such höflich.

Auch Atterley und Lady Edith warerr zugegen.

Der Bisco mrt schlug vor, in der nahen Kantine eure kleine. Erfrischung zu nehmen. Man habe das Flugzeug übrigens tvvtz des Dunstes, recht gut mrt dem Glas ver-

J Fch darf mich wohl verabschieden?" fragte Longford. Ich"habe stets nach dem Mug noch ein paar Kleinigkeiten Lu bnoraen Ich beschaue mir meistens den Motor und den l'ffil«c »och ein btßchcm. Man lernt dabei manches chr den Flug selbst, wenn man zu beobachten ver,reyt.

Marianne äußerte die Absicht, ihm doch erst Joppe und Kappe zurückgebeir zu wolleii, und so ging man geinerm smn nach dem Schuppenvorraum. ,

Dabei nahm der Viscount den Hauchmann beiseite. Inzwischen ist hier eine Hiobsbotschaft mrt den Nachs- mittagSblättern eingelaufen. Denken Sie, ein ganzer Mamr- schafts- und Miuntionstransport rst ber Kap Idatapan rn Griechenland von deutschen Unterseebooten versenkt worden. Unmöglich! Unerhört!" entrüstete sich Long,oro.Ist die Nachricht amtlich bekanntgegeben?" '

Das nicht. Wer deutsche und neutrale Blätter brachten sie schon vor zwei Tagen, und jetzt hat der Zensor sre auch bei uns passieren lassen. Wir haben, wenn mich nicht aAes täuscht, eine Schlacht verloren, ehe sie geschlagen würde. Dw Meldung ist sehr vorsichtig gefaßt. Mtern mit ziemlicher Sicherheit konnte ich darails entnehmen, daß wir mindestens ein kriegsstarkes Infanterieregiment, mindestens dre Arrrl- lerie zweier Regimenter und minoestens die gesamte tion für eine Division verloreii haben. Auch wird angeblich« der Divisionär, Generalleutnant. . . ha, !o«w hieß er doch aleich? Der Name ist mir entfallen . . . tut auch nichts zur Sache . . . mit seinem ganzen Stabe vermißt. Die Liirppen

waren firr Saloniki bestimmt."

Üonaford fühlte plötzlich, wie zwei brennelide Augen ans chm ruhten. Er tvandte sich tote unter einer mmnge. nehmen Empfindung und kreuzte den Vrick mit Lady Edith.

Auer ganz ^ dA^ulgeAnerlich! Mir übrigens unverständ­lich, 'wie derlei geschehen kann! Lassen wir denn trotz all

der schlimmen Erfahrungen unsere

gleitschiffe fahren? Können wir denn nicht Torvedob.wie zur Bedeckung in ausreichender Anzahl oerge^ i.i.

Er schüttelte den Kops. ,

Der Viscount wurde von der Gruppe, dre vorausschritt, angerufen, und Longford lvandte sich zu Edith und Atter ley, die ihm nachsvlgten.

'Ans ein Wort mit Ihnen, Captain!

Edith nickte dem knrzernannten tzrlfszensor zu, und dieser entfernte sich«, den Wink verstehend.

Ich stehe zu Diensten, Mylady." -

Sie haben sich merkwürdig Mrell nbm den Mwb getröstet, den ich Ihnen verabfolgte. Haben bei v«m deutschen Freifränlein, die ja, nachdem nun Kurland oewörden ist, so hach und halb Ihre Landsmännin ist, mehr Glück?"

Longford lächelte.

Mylady stellen verfängliche Fragen.

Ich beginne, allmählich zu gtauben, daß ^hre gau-e angebliche Zuneigung zu mir eine nichtswürdige Heuchelei

^ 'Selbst wenn dem so wäre," erwiderte a verbindlich so wüßte ich nicht, inwiefern dies Mylady tranken könnte, nachdem doch Mylady meinen Antrag zuruckgewwsen.

Jnl gleichen Augenblick fühlte er, wie ungeschickt orese äiitWOTt war fe hätte klüger getan, den Beleidigten werter

m "!Ächbemerke leider abermals, daß Sie kein Gentle man sind' Ich habe Ihnen die Wahrheit gesagt, achi ich Myrren die Absage erteilte. Sie haben mir eine Falle stellen wollen,

ZSh Ksftn"wML"daß man Geftihle wie ich sie in jener unvergeßlichen Stunde znm AnsdrM brachte, schwerlich heucheln kann. Im übrigen haben Mylady \a Denkfreiheit, tote ich schon einmal an dieser. Stelle zu re-

tonen Gelegenl^it^^h^ ihn heran und zischte ihm

freut Sie Ihr Werk?! Kap Matapan!"

Für einen Augenblick geriet er außer Fa-surrg, Ahnte sie? Wußte sie gar? Aber das war \a unmöglich. Und mit dem gewöhn teil Tone weltmännischer Höflichkeit ver-

^"^RirM^Ne'lind AlhShiär sie.^,,Darf ich bielleicht n»ch

L Qsche^LsZS°den' Mg '

Mylady !" in seiner Stimme klaiig verhaltei.er Zo'm. Ich"muß Sie doch sehr bitten, diesen Verdacht nnii nicht mehr in meiner Gegenwart zu äußern.

^l'lnd wenn ich weiter gehe und jetzt vor allen Au-