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*®fe, btt ftoeöei^ vvn Atttrkh BbgttittL ihren Wagen öta* lassen hatte. Ein« Begegnung m vermeiden, war urunHgliM Käst unbefangen nähäue er sich ihr.
„Sie her, Mylady?"
,^Za, ich komme, um ein Versprechen einMlösen, da» vtt, Herr Hauptmann^ mir vor etwa zwei Wochen gegeben KLen."
Statt aller Antwort wandte sich Longslord an Atterttyr
„Darf ich Sie mn die Liebenswürdigkeit bitten, der V'arvneß Gesellschaft zu leisten? Sie versieht sich gerade mit den nötigen Wärmeeinheiten hier im Schuppen."
Edith »-erzog schmollend das Mündchen. Das Peinllche Kver Rolle kam ihr zum Bewußtsein. Was wollte sie eigent- 8ch hier? Einen Skandal Hervorrufen? Wozu? Liebte sie den Hauptmann? War es nicht eher verletzte Eitelkeit, daß er sich so rasch zu trösten gewußt? Oder fühlte sie insgeheim! den peinigenden Zweifel an der Ehrlichkeit von Lvngsords Heiratsantrag? Aber sie hatte den Antrag doch längst Kurückgewiesen. Was kümmerte sie überhaupt der junge Offizier? Am liebsten wäre sie auf der Stelle wieder umgekehrt ... 1
„Sie sind nicht übermäßig liebenswürdig gegen Damen, denen Sie noch vor ganz, kurzer Zeit Ihr Herz unter denj heiligsten Beteuerungen zu Füßen leg^n."
„Ich unliebenswürdig? Nicht daß ich wüßte, grindigste Lady."
„Ach, verstellen Sie sich nicht! Warum meiden Sie unser Haus, das Haus, das für Sie die „Gastfreundschaft Londons verkörpert", vorn Sie sich so gewählt ausdrückten?"
„Und das fragen Sie, Myladys
Gr spielte den Beleidigten.
Sie lachte M)nisch ans.
„Bitte, wir sind hier unter uns. Lassen Sie getrost die Maske fallen!"
„Aber, Mylady, ich trage keine Maske und muß nochmals ganz ergebenst bitten, den wiederholt geäußerten Verdacht, der geradezu in Widerspruch mit meiner Offiziers- ehre steht, nicht mehr auszusprechen."
„Well roared lion. —■ Also eine Gewissens frage: Haben Sie mir einmal versprochen, mit mir den ersten Flug über London anzutreteu?'
„Gewiß, Mylady."
„Und . . . werden Sie Ihr Verspreche halten?"
„Wem: ich hätte ahnen können, daß Mylady Wert auf die Einlösung legten . .
„Wer hat Sie jemals des Gegenteils versichert?"
„Aber ich muß doch sehr bittrn, Mylady . . . Nachdem Sie wir den Laufpaß gegeben oder besser gesagt, einen Korb gerobfollgten, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig-
„Ich kanke Ihnen. Ich bemerke mit Mißvergnügen Ijju im zweiten Male, daß Sre kein Gentleman sind, mein
,Ach muß es natürlich Mylady überlassen, von mir nach Belieben zu denken. Aber zu gedanken-, zweck- und zielloser Tändelei bin ich mir zu gut. Alle Halbheiten sind mir
g b. Ich sollte bedauern, wenn sich mrsere Ansichten hier -ff und mwersöhnlich, gegenüberstündchr . . . Uebrigens, im Schuppen ist noch immer die Baroneß Roggenhusen, wird gewiß erfreut sein, Sie begrüßen zu können."
Er öffnete, ohne die Antwort abzuwarten, die Tür und! rief hinein:
„Ich bitte die Herrschaften, mich Au entschuldigen. Ich
bin im Augenblick wieder zurück."-
Wenige Minuten später stieg das Farmanftugzeug mit Marianne und Longford in die Lüfte.
Der Hauptmann ließ es erst einen Kreis über dem Flugplatz mit seinen Zuschauern b-eschveiben. Dann schraubte es sich' höher und höher in den Ascher. Schließlich gab es Longford dem noch immer wehenden Ostwind hrn. Gr steuerte fast gradlinig nach Westen. Er wendete sich im Sitze halb nach seiner Begleiterin uni.
„Wie fühlen Sie sich?'
Mariannes Wangen glühten.
„Schön ist das!" sagte sie einfach. „Wundervoll!"
,Ast Ihnen kalt?' fragte er wieder.
Sie lachte.
„Aber nicht im geringsten. Und so sicher fühle ich mich, als läge ich zu Haufe im Sorgenstuhl und schaukelte mich... Mmdervoll! Ich bin Ihnen aufrichtig dankbar, daß Sie mir diese Freude bereits haben."
Lvngsords Augen leuchteten „Sehen Sie, Baroneß, ich könnte
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entführen. Ich muH also eigentlich Ihne« dankbar sein, daß Sie mir eins Ko große Mobs Ihres Zutrauens gegeben haben." j
Sie lächelte wieder und sagte mit einem Male ernst r
,Och glaube, daß man Auen vertrauen kann, Herr Hauptmann. Wenn ich schutzbedürftig wäre und einen guten! Freund, einen wirklichen Mann brauchte, — ich glaube baß ich mich am ersten an Sie wenden möchte."
. Flammend« Mt« übergoß das Antlitz, des junge» Offiziers.
„Seien Sie bedankt für dieses Wort! Ich wünschte! es aus! keinem Munde lieber zu hören als ans! Ihrem w
Marianne besann sich. ' ,
„Sie verstehen mich hoffentlich nicht falsch. Ich möchte um alles in oer Welt rächt, daß Sie an diese Wärt« irrigst, Schlüsse knüpften."
Lorlgford erwiderte etwas. Wer der Klang seiner Wort« ging im Lärm des Motors verloren. Sie hüräe erst wieder. Me er sagte:
„Wir werden jetzt gleich nach Osten abdrehen. Um noch einen kühner: Scherz zu leisten, -- was würden Sie tun, wenn ich später nicht Halt machte, sondern über den Flugplatz weg, weiter und weiter nach Osten ftöge, meinethalbäst übers Meer hinaus?' >
Sie sah ihn zweifelnd an. •
„Das werden Sie ja nicht tun, wie ich Sie Lennep' Aber glauben Sie nicht, daß ich im Ernstfall! sehr ungehalten wäre. Darm käme ich ja nach Deutschland, uno Sie »Verden mir glauben, wie sehr ich nach all den traurigen Vorfällen mich von London, ja Überhaupt von Englarrd fortsehrre. Ich habe Ihnen das ja oft genug auseinandergesetzt: Ich hasse weder England noch die Engländer: aber ich komm« mir hier wie eine Wanze vor, der. man Wärme und Licht entzogen hat. Wärme und Licht ist nur in Deutschland."
Longford »vürgte es in der Kehle.
,Mn Vertrauen, gnädiges Fräulein, ist des andern tvert.. — Wenn ich nun eines Tages vor Sie hinträto und Sie ausforderte, sich zur Fahrt inS gelobte Land bereit M halten, — würden Sie also nicht NÄn sagen?'
Mariannes Augen wanderten rurruhig hin und her.
„Die Frage ist sonderbar genug- Sie »vird übrigeuÄ Mchl rrie Weiguis tverderr?'
Und wieder übergoß seine Stirn sich rot.
„Versprechen Sie mir, von dem, was ich Ihnen nun sagen werde, keinem Menschen hier Krurde zu geben?"
Sie nickte nur.
„Nun also... der Tag ist vielleicht nicht so fern; an dem ich nach Deutschland die Fahrt antreten muß."
„An dem Sie — — —" Sie begriff nicht.
„Bitte, denken Sie über die Dragrveite, die furchtbare Tragweite dieses Geständnisses nicht nach! — Wer soll ich, eye ich fahre, — und der Entschluß, der nicht voyj mir allein abyängt, kann Plötzlich kommen — soll ich bei Ihnen vorher anfragen, oo es Sie noch nach Deutschland zieht?'
Sie sagte ein Wort, aber so leise, daß ihre Stimm« vom Wind verschlungen wurde. . .
Und ruhig, als ob nichts geschehen wäre, erklärte er;
„Wir fahren jetzt gegen den Wurd. Bitte, halten Si« den Mund fest geschlossen! . . . Ja, ziehen Sie den Schal! etwas herauf! Es ist besser so . . . Stecken Sie doch oi« Hände rn die Rocktasche! Hier, jetzt haben Sie das gaiHtz Hänsermeer unter sich. Ist es nicht ein erhabenes Gefühl, so über der größten Stadt der Erde dahinzuMveben?'
Er schrie sich fast heiser.
„Bitte, keine Antwort! — Ich werde Ihnen, so gut ich's vermag, alles zeigen . . . Wie sagterr Sie? . . . Me hoch »vir sinö? Eine Sekunde... Ja. . . 1250 Meter.- Seyen Sie die beiden ins Bräunliche schimmernden grünen Flecke da unter uns? Das links ist der Regentpark, rechts! der Hydepark. Den Palast Brauch kann ich Ihnen leider nicht zeigen. Gr muß da rechts hinter uns liegen; da hinter: ist Kensington. Me gelbgraue Linie, die jetzt da von rechts kommt und sich vor uns fortsetzt, das ist die Themse, und di« kleirren Sprotten, die sich drauf bewegen, sind Schiffe. Jetzt sind »vir über Westminster. Ich kenne leider London noch nicht gut genug, um Ihnen alles zu erklären. Da an der» grünen Fleck, das muß St. James sein. Sehen Sie da8 massige Ding »tteiter rechts am Fluß, das so viele Nagch,


