Ausgabe 
4.5.1918
 
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Flieger über London.

Mrs Londoner Erzählung aus den Spätherbstta^n 1T1L Don Justus Schoentha4 (Fortsetzung.)

«Hast du besondere Anhaltspunkte für diesen Verdacht." Vre kniff das rechte Auge Mamme-n und erwiderter Mtcht Kgerrtlich .. . mein Gefühl Legt Zeugnis

Vater ßchüttelde das weißhaarige Haupt Wächter Zertge, Edith, ein s Mhe meinen

Verstand

Pr einem airdsven Ergebnis als

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dein Gefühl

e. Ach gelange Denk doch

etrrmal harMer nach: Was müßte ein Mensch, der in Lona- sich befindet und deutscher Spion, jorst rnz unAaubliche Nerven haben! Wenn eines Spions denke, meineLhaLen den

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der Nacht in der

ahr, entdeckt zu werden, schweben, Leim Gedanken könnten mir die HLrngefäßk platzen, wir haben deutsche Spione im Lande, genau wie wir welche drüben haben, aber sie verrichten einfache Arbeit und haben nicht die Sorge aufgebürdet, die etn Spion in Longfords Stellung zu ertragen hätte. Und dann, die Sache ist doch nicht so verblüffend einfach, wie- du!

Maubst du, daß man im Kriegsamt nicht sehr vor> tg gi WeE^ck,«§e man eins»Offizier zu denGeneral-

Edich warf die Zigarette fort, stand auf und bemerkte Leichthin:

W scheint Ln der Tat so zu fern, wie du sagst. Du aber jetzt entschuldigen, Papa; ich muß mich

ren."

Der Lord nickte beifällig, küßte seine Tochter auf die Stirn und begab sich ins anstoßende Büchereizimmer. Unter der Schwelle tvenüete er sich ZerstreutGood afterrvoon."

Edith gab den Wunsch zurück und verließ das Zimmer. Sie überquerte den Gang und eilt« die Trepp« zu ihrem Wnkleideraum hinan.

Oben kam ihr bereits die allzeit besorgte Mistreß Daniels entgegen.

Die Mistreß war «ine alte, etwas vergrämte Frau; war die Amme Ediths gewesen und' noch heute dis mute Dienerin im Hause. Ihr eigenes Kind, einen llei- weit Aun gen, hatte fite damaN in Pflege geben müssen, damit Edith heranwachse. Der Junge war dann von seiner rtter so schlecht beharchelt worden, daß er nach Monaten an Krämpfen verstarb. Wer Wich war geblieben, und mit m der Liebe, die st« für ihren

nochmals um wrd sagte halb

Jungen im Herzen aufgespeichert halt«, bestmnte die alte Dienerin nun die kleine Lady. Wenn Wrch von ihre» Vater verwöhnt wurde, so ward sie von Mistreß Daniels verhätschelt. Ediths Mutter war cm den Folgen der Geburt verstorben; so fühlte sich die brave Dienerin gleichem» als Stellvertreterin der Mutter und weniger als Dienßb bote im Hause, und da sie eine treue Perfon war, sah m«8 ihr manche Eigenwilligkeiten nach . . .

Sie wax sehr eifrig jetzt um Grith bemüht.

»Um Gott, um Gott! Was sollen sie sagen? Met» Wich wird zu spät kommen," murw-^te sie fortwähreM beim MVeiderr.

Wie schön Klein^Gdith aussieht! Beinahe wie ein rich- ti^r WellM-achtsengel!"

Edith lächelte zu alledem freundlich und ließ dis Dierrv- rin gewähren.

Ich will aber diesmal einen noch größeren Erfolg erringen!"

Noch größer? Noch größer?" brmmnelte die Alle. Wird Klein-Mith auch auf dieser Ehristmasverlosnng KW« verkaufen?"

Aber natürlich, beste Mistreß Dämels. Denken Sie doch bei der letzten Verlosung habe ich 82 verkauft, jedeL Stück für fünf Pfund. Ich habe ^nen doch schon erzähL, Das Rot habe ich mir beinahe von den Lippen geküßt."

Um Gott, um Gott! Wieviel wars doch gleich? 8S Küsse M fünf Pfund . . . Das sind ja ... 82 mal ö, x. 82 ... mal ... 5 410 Pfund."

wett über 10 000 Franken vereinnahmt. Nur an Wohltätig. Veitsküssen. Morgen will ich über hundert Küsse verkaufen."

Sie hielt inne und besah sich prüfend im Spiegel.

Sie trug jetzt ein weißes, fließendes Gewand aus schwer- rer Seide; an ihrem Rücken waren zwei große Flügel bs- festigt. Um die Stirn trug sie eine Perlienkette, in deren Mitte ein sternförmiger Kranz von Diamanten blitzte.

Sie lvar mit sich zufrieden und nickte. Dann eilt« sie zur Klingel.

Der Diener Bob erschien. Er prallte einen MgenMck Er glaubt« zu träumen, als er feine Herrin in dieser ldung sah.

Haben Sie Herrn Wterley das Briefchen überbracht?"

,Sowohl, Mylady!"

Und-'

Er wartet int Wintergarten auf Mylady."

Er wartet? Warum melden Sie nicht?"

Ödj hatte im MWenblick die Absicht, als Mylady fft» geLten."