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Mn-ermaitag.
Zum 1. Mai.
Dn all der La-rzeslnst, die der 1. Mai bringt, hat die Kinder- rrelt ihren Unteil: ob es m gilt, Zauber zu bannen und Unholde fit beschrooren, den Mai einzuholerr und aus dein Frühlingswalde En die Stadt zu brrnge-r, immer sind die Kinder dabei, ja spielen die Hauptrolle. So war es seit Alters, und' so ist es noch bei denj Maibräucheij, die sich 'bis in unsere Tage erhalten haben. In der Nacht zum 1. Mai, der Walpurgisnacht, ist es nicht geheuer, es ist die Njacht der Hexen. Ihren unheilvolle.'- Einfluß ans Mensch und Vieh bricht man am besten durch ungeheueren Lärm, und da ist die Hilfe der Kinder gewiß am Matze. In vielen! deutschen Gauen wehrt nmn die Hexen ab, indem mmt juit Peitschen krmllt und Feuer anzn-rdet; bei den Teutsch-Böhrnm tuten die Knaben aus Bocks- und Ziegenhörnern, um die Hexen zu verreiben, und in Reichenöerg ist es Aufgabe der Knaben, sich auf Hügel, Tuchsirste und Bäume zu sehen, aus Leibeskräften zu schreien sind dabei die sogenannten Blitzen, auf besondere Art zufammengefaltete Papierbogen, zu verwenden.
Es gilt, den jungen Mai einznholen und in Gestalt von! jungen Birken oder wenigstens Birkenzweigen in die Städte und Dörfer zu bringen. Wer verstünde bas -vohl besser als die Kinder? Tie Mairnngen — so will er der alte Brauch in Niederhessen, freuen sich schon tvochenlang vorher aus die Llmsübnng der Aemter, die ihnen dabei zuöommen Sie sind „militärisch organisiert", durch Trommelwirbel und Pfeifen iverden sie am Maitage Kusa-mmMge- vufen, und im feierlichen Zuge gehen die Knaben, einige in der Tracht von Zimmerleuten, in den Wald hinaus. Ter Stadtförster Und ein Magistratsherr begleiten sie und weisen ihnen im Wälde die Bäume ans die zu fällen sind, ivas dann ein Holzhauer be-- sorgt; dann iverden die Bä-rme zur Kirche getragen und hierauf verteilt..
Wem der Mai ins Haus gebracht worden ist, der muß sich dafür wohl bedanken. Die Kinder haben mmter offene Hände, und damit die Gegengabe nicht vergessen werde, nrahnen sie daran, wenn sie Wären oder Sträuße gebracht haben, in allerhand alten, einfachen Versen. Ein solcher Vers aus der niederrheinischen Gegend beispielsweise fangt an: ,,Guten Tag, guten Tag ins Haus! / Hier bringen wir den Mar ins Haus, / wir haben heute Maie, / der gibt uns unsere Wieihe . . Außerordentlich weit verbreitet ist dieser Zug des Knrdernmitages, daß die Jugend Ar gesungenen Versen ihre Tankosgaben heischt, nmn kennt ihn im El'isaß und in der Schweiz, in Oesterreich und in Flandern und in vielen anderen Gegenden. Vlon Ort zu Ort, von Land zu Land sind die Worte verschieden, aber ihr Sinn ist stets der gleiche: die Kinder bitten um kleine MsihenLo, um Geld Kuchen, Eier, wie! wttn aus folg enden-, aus Guschdvrf (Oesterreich) stammenden- Mai- verse ersehen kann: „Tie goldene Schnur giht ern dos Haus, / Tie jonge Frau Wertin giht ei ond aus: / sie giht wie äne Tocke / ei ihre bloa Rocke. / Sie wat ssich wull bedenka, / sie rvat -uer wull wos scheuka, / a Gwfchla oder au Dreier, / oder a halb Schock Ajer."
Nicht -nur bei den alten Maibränchen ist die Ki-rder-velt beteiligt, -rein, au-ch bei der kirchlichen Maifeier spielt sie eines wichtige Rolle. Eine solche kirchliche Maifeier gibt es seit noch nicht eineru Jahrhundert in Flandern: von Brügge ist sie ansgegangen, 1833 wurde sie durch die Geiftlichkeit gutgeheiße-w und seitdeiu hat sie ganz Belgien evobert. Dort ist nämlich der Mai der Marienmonat. Am 1. Mai schmückt inan in -jedem Torfe und in .jeder Stadt die M-arvenaltäre, und Aufgabe der Kinder ist es in erster Linie, dies zu tun. Bon ihverr Ersparnissen kaufen sie Blunren-, bunte Bänder oder schön gezierte Wachskerzen -u-d fch-Nücken daurit die Altäre hi der Kirche 'oder die kleinen Nachbilder von Mären, die sie manchen Ortes' in ihren eigener- Zimmern errichten. Tiefe hübsche Sitte beschrärrkt sich übrigens nicht auf den 1. Mai, sondern wird im ganzen Monat Lusgeübt.
Da? Mrcher» vom Glück.
Von H . G.
Ms ich die ersten Jahre znr Schule ging, war ich oft einsam rmd verlassen, aber so wollte ich es und war zufrieden. Mit den Kameradinnen mochtte ich -richt gehen. Sie waren mir zu wild und zu laut. Gar oft sah ich in derer- Mitte ein Mädchen mit goldblonden Haaren und großen, leuchtenden Augen. Ich freute nftch wenn ich es sah. Einmal fragte ich die Mtschi'ilerinnen, wer das Mädchen sei, sie wußten nicht, wen ich ineinte, und lachten mich aus. Tarüber ärgerte ich ,reich n-rd fragte nie mehr nach den- hlibschen Kind, das immer strahlte und so schön wtb still lächelte Ms ich irr. die oberen Klassen ging, sah ich das Mädchen nur -roch selten. Früher hatte es' mich nranchmal angeschaut, nun übersah es nrich ganz. Nachdem ich die Schuljahre hinter rnir hatte, verlob sich das Mädchen samt meinen Kameradinnen im Leben der Welt. Da ivar auf einmal alles anders. Viel ernster. Tie Menschen, die nun --m mich waren, konnten nicht Mehr so lachen, wie es di« Kinder taten. Sie hatten Knrnmer nrrd Sorgen. Die waren
Mir frevK. DZch lerrcke ich sie baD als dUnWe MÄhtr kermestz Da verlor ich auch das frohe Ki--L>erlachM und ward et« ernstere luub rftfender Menfth. Das war nötig, wenn man in der Wett zurechitko-nmen wollte. Vtanchrnal ernnnerte ich mich an meine Kindheit mid öm-nte .nicht verstehen, fpie schnell ich darüber hmausgewachsen 'war, und sehnte mich nach ihr zurück. Einmal war ich bei zwei kleinen yJboMm, wrr mit ihr-en zu spielen. Erft gla--bte üch dies nicht -wehr zu können, doch als die Kinder mtt ihre-n Laichen lustig und vergnügt mn mich waren, da ward nh Munter mit ihnen. Da dachte ich wieder an rneüve Schul- kamevadinnen und an das Mädch-n- mit den goldblonden Haaren into strahlenden Augen. Das größere Ksicd, n-it dem ich spielte, war so Mld und ausgelassen wie meine Freundinnen, das kleinere lacyelte stillvergnügt, sprach wenig, und wir verstanden uns doch. Mn Abend dieses Tages hatte ich das Bewußtsein, glücklich ge- wesen zn fein.^Und ich wünschte nrir, ich küm-te es immer sein uM> Mnnte Msich freuen. Aber der andere Tag war wieder wie alle vvrperMherchen. Ich hatte viel Arbeit und konrrte mich wenig oder Mr.nutzt freuen, so daß ich oft ganz traurig war. Bald danach nachte ich eine Reift mr den Rhein. Eine Freundin begleitete Etz. Ich -sollte muh nreirrer Reift sreuerr und glücklich sein, aber rch ld-rnte es urcht. Denar es regnete, der H-mn-el -vor trüb ^ime. Meine Freundin kannte einen alten Herrn, den befuchten^ nur eu-es Tages. Als toir in sein Zimmer treten wotttsir, NAm-e me -cüre gerade geöffnet und ein junges Mädchen trat heraus^ Ichhatw es erkmmt. Es war jenes Mädchen, 'das ich
gern gesehen hatte. Seine leuchtnrq ->ich w-ll auf mrch gerichtet und kalten mir ttecnwl-ch pugelächelt. Ju den- Zumner war Licht uu<> Sonne.
^ lnoh.^Der alte Herr, der uns nun begrüßte, r/mte eure rerue. klare sttmwe wrb'brauste, seelenvolle Augur. fl Ms ich nun nach dem Mädchen fragte, 'das
Nh an der -für geschen hrtto, lachte er rmd sagte: wnß rricht
^ vnrd wobl das Glück gewefen sein, das uoohut l ’sar mcht bös wegen dieser Antwort, deun ich wup^e Nun, daß e» wirklich das Glück war, das mir schon so oft e5 Ttut uie erkannt. Ünd ich sagte deur Ticb- Äl ^ '.nochte gern, daß^drs' Glück auck) bei mir Einkehr halt« c§ boch kenne, irttr von dem Glück zu erzählen, bat feine bestimmte H-inut, es wohnt überall, .lber es wohnt am lrebsten da. wo Zufriedenheit sin Lnrzau der Menschen ist. Wenn die Jufriedeuheit abw sckMindtt, dIÄüÄ Ä? denn die Zufriede-rheit ist die Mutter dcochstucke^ MruckMa! fallt es sapoer, zufrieden z-r sein, aber man
Set?*™ 38 l W bayd bann ist das Leben leichter mrd glück-
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-- Das l i t e r a r i sche Echo. Halbrnonatsschrift für Litera-
^ ti r r • ! TtV eriO-trenen: Werner
Mahrholz: Enmn Gurdo Kolbenheyer: Erwin Guido Kolbeu-
Skizze: Franz Strunz: Pwbleme d^r Äolksbrldm-b: rpr-tz, Zrelesch: Das Ävlksiticd in Ästen' nrnt Zobeltttz: Brbliv-pWe Chronik; Wjilheün Mühst: Ar bRdestMi.ckM Hymneickuchtuna — Echo der Bühnen — Ech? der Zettmraerr — Eclp der AerMnsten — Echo des Auslmrdes — Ku^Mrzeiaen , ^ x L . J * fr ü T; n e, der SchaubWne XIV. Jahr Worpm- Kvist,fur Pvnttk, Kunst, Wirtschaft, hermlsgegeben von Siegfried ^awösohu, enthält m der NNrnnier 17: Wir u-ld die Mdeutsst-e'r von Germanlcus: Octckvio von Zedlitz, von Johannes Fiscl^rt' Won und über Karl Kraus, Wn Paul Hatvani; Folkunaersaae
T 1 Mrch 'ßolgar; Lchrmiwl. Ä
Egon Friedest; Ufa, von MsorrS Gvldschmidt; Mttworten.
Telcgraphen-Ratsel.
Die Striche und Vm-kte er-tsprechen den einzelnen Buchstaben der nachstehend tn anderer Reihenfolge aufgeführten Wörter. Diese Wörter sind so zu ordnen, daß die auf die Punkte treffende-- Buchstaben rm Zusainmenharrg eine-- Vorgang in der Nat-rr bezeichnen.
Auge, Lorbeer, Rehe, Sachsen, Stör.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Schachaufgabe in voriger Nu-nmer:
W. X e 7, L g 1, T f 8 * 7, B a 5, b 5, d 6.
Schw. K a 7, L f 5, S g 4, T f 2, B e 4, 5, 6, h L.
1. K e 7 — f 7; beliebig. 2. Vierfach Matt.
Schristleitung: W. Meyer. — ZwillingSruuddruck der Brüh l'fchsn Unw.-Buch- ünd Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


