Ausgabe 
27.4.1918
 
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Svldaten, sie teilte mit ihnen Boot mrd Lagerstvoh, und wo es

ein gefährliches Unternehmer: gab, war sie stets dabei. Sie führte die verwegensten Patvo-nitten, die sich des Nachts an unsere Hindernisse heranschlichen, um die .Mähte m serschueiden, und in den Kämpfen am 1.4. und 19. Januar führte sie ihren Zng siebenmal gegen das Trignrmneter 273, wv seinerzeit ihr Vater ge- fakleu war. Unzählige Male stand sie im heftigsten .Feuer, sie kannte keine Furcht und blieb stets unversehrt. Ta begannen sich die goldenen Fäden der . Legende uni ihren schlanken Leib m spinnen.

Gefangene, ja sogar sehr aufgeweckte Unteroffiziere, schwuren daraus, daß sie unverletzlich sei. Tie heilige Jüngfrau hätte sie geschickt) und die Kugeln .des Feines prallten von ihrem Leib zurück. Wer .mit ihr kämpfend fiel, den erwartete ewiges Heil. Selbst .gefangene Offiziere sprachen von ihr wie von einer Heiligen. Ein j'.mger Leutnant nannte sie »die russische Joanne d'Arc. Go- nerale küßten ihr die Hand. Sie besaß, das Georgs kreuz und den! Anuenordeu. Sie hieß nur die Jungfrau, und auch bei.unseren Leuten war sie nur unter diesem Namen, bekannt.«Gesehen hat sie aber nie einer vvrr uns. Wenn sie kam, hüllte sie sich, stets in die Schleier der Nacht. Sie wcrrde zu einem Begriff, sie spukte zwischen den zerschossenen Eichen des Tolzok-Waloes, und wenn die Nacht herabscml und die blauen Sterne der Leuch'.raßeten gespenstisch' schimmerten, kam manchem HVNved, der an der Schießscharte Wache stand, die rätselhafte Jungfrau b\ den Sinn.

Dam: erreichte auch sie einmal das Schicksal. In einer dunklen, nebligen Februarnacht, am 16. oder 18. Februar ich weiß es nicht mehr genau bemerkte einer unserer HorckMsiLN in der Pruth-Riederung eiire sich» hermrschleichende feindliche Patrouille. Gewehre blitzten auf, ein MaschLneng«vehr setzte mit seinem Rattern ein. Leuchtraketen stiegen hoch, Patrouillen ginge»: vor,

ein Gefecht entstand. Der Feind war bereits vor unseren Hiuder- nissen. Eine Patrouille war es: zehn Manu und der Führer. Sie ivarfeu Handgranaten. Fünf Mann der Unfern fielen, aber der Feitld verlor acht Tote, und zwei' lvnrden verwundet gefangene genvmmm. Ter Anführer entkam. Ein Zugführer sah, daß er getroffen war, dann aber sofort versHwaud. Aus die Frage, wer ihr Anführer war, antworteten beide Gefangene:Die Jungfrau!"

Drei Tage später war in dem amtliche:: rusfi-cken Heeres­bericht folgendes zu lesm:Oestlich Mälalie (11 Kilometer vost Czernvwitz) gelang es einer un'erer AitskLarungAabtcibrngen, den Feind zu überraschen und ihr« namhafte Verluste zuzusiigen. Ter Führer unserer Abteilung, Korporal G'ussichpuko Czercriaurka, ein Mädchen, das bereits mehrmals für feSe Tapferl-it ausgezeichnet wurde, kehrte kchwerverwunÄer zu unseren Linier: zurück. .

Tie Legende hat die amtliche Bestätigung erhalten. Sie, lebt und wird gewiß noch lange Jahre leben, die LsFen.de der grusischm Iungfmu.

Büch er tisch.

Der V ö l k e r kr l eg. Eine reich illustrierte Chronik der Ereignisse seit dem. 1. Jül: 1914. Herausgegeben von Dr. E. H. Baer, Verlag von Julius Hoffmanu, Stultgar:. Heft 161 und 162 Preis je 40 Pfennig. Welchen, man kann ruhig tagen einzigartigen Wert die Hefte desBölkerkcieg" als GeschiDs 7 'uelle haben und noch in höherem Maße später haben werden, geht ans dem vor­liegenden Heft 161 hervor, daß die inneren Vorgänge der öster­reichisch-ungarischen, Monarchie im vierten Llriegshalbjahr behandelt. Wir finden da eine Fülle von sehr belangvollen Einzelhieiten über politische Vechälttnsse, Zustände und Vorgänge, über Maßnahnuen mch Persönlichkeiten/ lauter Tinge, die für Jas innere (Gesamtbild kemizeichnend sind, gleichwohl aber kaum sonst irgendwo für di? Zwecke der Geschichtschreibung ausgezeichnet und gesammelt werden. Daneben suchen sich natürlich die großen, grundlegenden Fragen und Geschehnisse ihrer Bedeutung entsprechend, behandelt, so die Nattonalitätenfräge, das Wirtschaftslebm, (dcrrgestellt von E. Dom- ürowski), die Tagungen des ungarischen Reichstags, der Wiederauf­bai: der zerstörten Gebiete u. a. Bon besonderem Wert ist, daß diese Zeiturkund-en, soweit dies der Fall sein kann, in ihrer Ursprung lichen dokumeittarischeu Form gegeben werden. Daß die,Leser des Völkerkrieg" aber auch über die kriegerischen Ereignisse ebenso! tzMverlässig und gründlich unterrichtet werden, als dies durch die großen, ausschließlich diesem Zweck dienenden Werke geschieht, be­freist das neueste Heft 162. Darin Umi: der türkische Krieg von Februar bis August 1916 in: Kaukasus, in Mesopotamien und auf der» übrigen Schauplätzen in einer zusamm en fassenden. D-arstellmrg behandelt.

Die Welt bühne, der Schaubühne XIV. Jahr, Wo Lew ührift für Politik, Kunst, Wirtschaft, herausgogebeu von Siegfried .Facoüsvhn, entlML in der Numnror 16: Die größere Gefahr, von! Gernmnims; Otto Hammann. von Johannes Fsichart; Ein kurwses Parlament, von Kirrt Hiller: Tie drei Theater-WiengesellschafteN, vmr Max Epstein: Won Reinhardt, von S. I.; Illustrierte, von Alfred Polgar: Frühlingstriebe, von Wfons Goldschmidt: Ant­worten.

Manfred von Kichttzsstn.

Graue Wolken, Regenschauer Hüllen nüe mit weicher Hand Leis in klagenlose Trauer Rirrgs das Land-....

Wie vom ungelöschtem Brand Züngelnd lechzt der Flan:men Chor,

. Steigt aus trüben Alltags Hasten Durch der eigenen Nöte Lasten Ziäh ein eiuz'ger Schrei empor:

Tot! Und auch im Tod noch Sieger.

König König aller Flieger!

Nicht kann ich Lorbeer zu der Stätte tragen,

.Wo matt den Heldenleib jetzt hi'agelegt.

Wo still nach opserfrohem Jagen

Dein kühires Herz nun nimmer schtägt.

Kein Sarkophag aus Marmorstciu,

Kein Mal von Nienfchenhaud aus edlen Erzen Hält Dich uns wach nein, nein

Du.lebst! Du lebst in Deines Volkes Herzen!

Ern Grab, im Donner der Geschütze,

Auf Feindeserde blutgetränkt.

Wird nur dem Mutigsten der Mutigen geschenkt.....!

Curt Reinhard Dietz.

Greßsrrer HKUsfrarrerEerein.

AockMMvmunaen.

Sv u e r k r a u t a u f l au f. 1 Eßlöffel Fett. 1 Pftmd Sauer­kraut, Salz, Küurmel, 1 Pfund Kartoffeln, 100 Gramm Wurst, Vs Liter Bttl-ch. Das Sauerkraut rmrd mit Salz und Kümmel in dem Fett weich gedünstet. Die Kartoffeln werden gekocht und in Scheiben geschnitten.. Dem';: bestreicht man eine.Auflauffo-rm mit etwas Fett, füllt sie lagenweise mit Kraut. Kartoffelscheiben und Wurstbröckchen. Die oberste Lage muß aus Kraut bestehen, lieber das Gcnrze gießt man dam» die Milch und läßt es im Rohr backen.

Sau e r k r a u t s u p p e. Sauerkraut, Fleischbrühe lob. Fleisch-- brühersatz). Kartoffeln, Reste von Sauerkraut werden in Fleischbrühe gekocht. Dann schneidet mau Kartoffeln hinein und läßt das Ganze eine halbe Stunde kochen.

Kriegs s ch l a g r a h m. 7t Liter Milch, 1 Eßlöffel Wiehl, 2 Blatt Gelatine, Zucker uud Banittin. Das Mehl wird in der Milch geLvcht, die Mlfgelöfte Gelatine hmzugrfügt. Die Masse wird la»:g und kräftig geschlagen, schließlich Zucker und Vanillin hiuzu- gesüat.

Rhabarberauslauf. Aha barber vom Po t t ^ ward abge- rmt Q.nffiw 'MUkmär lenk t» mte Aukksnkivrm ae'-ilO. Darüber

das Kvnrpott und bäckt den Auflauf lichkgetb etwa HZ 3 /4 Sturrde im mittelheißen Ofen.

Zchach-AufgÄde. Von Wsiäener.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Gleichung in voriger Nummer: Vogelbauer (a Volk, b gelb, e au! ä er).

Schristlütung: W. Meyer. ZmiSmgsrunddruck der BrÄhlsichen Univ.-Buch- und Steindrucksrei. R. Lange, Gießen.