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Zwei Wunden Däter klopfte das Tichterherz irr einer per-, dunkelten Loge des Mairnheinrer Theaters. Die Räuber schäumten! vorüber. Jfflands Franz Moor erschütterte die Seelen. BW pathetischer Karl riß sie wieder empor. Die Menge lärmte und tobte m hemmungsloser Begeist-ernrrg. Das kleine Vorspiel im Schwetzin- aer Ritter aber zerschmolz wie Schiree iml Föhn. Ein Rückwärts M die Idylle gab -es für Friedrich Schiller mm nicht mehr . . *
Büchertisch.
Der getvaltige Entscheidungskanrpf im Westen hat den Rainen jenes Mannes mit einer neuen Glorie umwoben, der mit genialem! Weitblick die Grundlage für die großzügigen, bisher von so glänzenden Erfolgen gekrönten Operationen geschaffen hat, den Namen Lndendorff. Der 'bewährte Helfer Hiudenburgs kann mn 9. April seinen 53. Geburtstag begeheer, und die Leipziger „Illustrierte Zeitung" (Verlag I. I. Weber) hat diesen Tag zum Anlaß genommen, unserem ersten Generalquartiermeister einen großen Teil der neuesten. Nummer, 3900, zu ividmen. Das Heft eröffnet ein charaktervolles, farbiges Porträt Ludeiidorffs von Professor Walter Petersen. Wohlgelungene Aufnahmen zeigen ihn in seinem Arbeitszimmer im Hauptquartier Ost und im Großen Hauptquartier, sowie zusammen mit Hrndenburg und mit seiner Gemahlin. Von ganz besonderem Interesse sind die zahlreichen Aufnahmen aus seiner Jugend- und seiner früheren Militärzeit, mit denen die liebevolle Plauderei der Tante Ludendorffs, des Fräuleins von Dempelhoff, „Aus Ludendorffs Jugendtagen" geschmückt ist. „Ludendorffs Rolle im Weltkrieg" legt Generalleutnant z. D. Wollmann im Eingangsartikel der Num'mer dar. Ein packendes Gedicht von Hans Ludwig Linkenbach feiert die beiden! Meister Hindenburg und Lndendorff, den Feldmarschall und den Schiachtendenker. Von dem übrigen Inhalt des Heftes ist das doppelseitige Bild Schwormstädts „Ein Abend im Hanptquartiev des Oberbefehlshabers Ost währerkd der Friedensverhandlungerr in BresV-Litowsk" der allgemeinen Beachtung sicher. Ein Aquarell voll Martin Frost führt uns die Tankschlacht von Eamürai, ein anderes von Clcurs Bergen die U-Boot-Tätigkeit im Sperrgebiet oor Angen. Die Landung unserer Truppen auf den Llialandsinseln und der Vormarsch in Livland sind bildlich berücksichtigt. Der Friede in Osteuropa und seine Folgemvirknngen nach Osten rnacht Dr. Paul Rohrbach zum Gegenstand einer sachkundigen Untersuchung. Der reich illustrierte Beitrag „Schöne Erker" von Dr-Ing. Willy P. Fuchs und das vierfarbige Bild „Malerische Winkel irr einem Harzstädtchen" von Professor Hermann Schnee iverderr dm Lesern der Nummer Freude Machen.
Das be kannte Weyers che Taschenbuch der Kriegsflotten für das Jahr 1913 gelangte soeben zur Ausgabe (I. F. Lehmanns Verlag, München; Preis m. Teuerimgszu- schlag 7,20 Mt.). Die Flottenlistm sind bis Ende Januar vervollständigt. Sie enthalten zahlreiche neue Angaben, insbesmrdere solche Über die bei dm feindlichen Staaten während des Krieges gebauten Schiffe. Mehr als 200 neue Schiffsnamen sind anfgeführt. Die schon im Vorjahr ans den Angaben des Taschenbuches zu entnehmende Tatsache, daß mit Ausnahme von England alle feindlichen Staaten während des Krieges den Bau und Weiterbau von Gvoßkampfschiffen eingestellt haben, wird durch die Angaben des Neuen TaschenbuäMs bestätigt. Nach dm letzten Nachrichten sollen auch in dm Vereinigten Staatm die Arbeiten an der: Gvoßkampf- schiff-Neubauten, mit Ausnahme der in Vollendung befindliches eingestellt wordm sein. In England sind bzw. rverden von Gwßkampffchisfen nur Schlachtkrenizer, und zwar Moei Typm gebaut, solche mit wenigen schwerer: Geschützen, aber voir sehr hoher Geschwindigkeit und besonderen Schutzeinrichtungen am Schiffskörper gegm Dorpedotreffer, und solche mit stärkerer Armierung, aber ebenfalls sehr hoher Geschivindigkeit. An kleinen Kreuzern sind besonders ber Englano zahlreiche Nenbmrten anfge führt. Ganz außerordentlich und mnfangreich war und ist bei allen feindlichen Staatm die Bautätigkeit klüglich der Schiffstypen, me für die Bekämpfung der U-Boot-Plage bestimmt sind, ein Beweis, welch entschvidendMi Faktor für dm Ausgang des Krieges diese Waffe bildet. So sind allein in England nach Kriegsausbruch für diesen Ztveck, soweit die Namen bisher bekannt geworden, 80 größere Fahrzeuge (U-Boots- Abwehrkreuzer) und etwa 200 Torpedobootszerstörer gebaut worden nebm einer in die Hunderte gehenden Zahl von Motorfahrzeugen.. Mit dem Bau zahlreicher größerer und kleinerer Moniwre hat sich England einen neuen, besonders stir den Mgriff auf feindliche Küsten bestimmten Schiffstyp geschaffen. Sehr übersichtlich gestaltet ist das Verzeichnis der feindlichen Kriegsschiffs-, Verluste bis Ende Januar 1918. Die Uebersicht über die Verluste der feindlichm und neutralen Handelsschiffe durch kriegerische! Wdaßnahmen der Mittelmächte ist ebmsalls bis Ende Januar 1918 vervollständigt. Die Chronik des Seekrieges ist bis Ende Januar 1916 fortgesetzt.
— Miniaturen aus dem alten Rußland. Von der Tätigkeit der zaristischen Beamten zum Wohl des Volkes enthielten die ruffischen Zeitungen die erstannlichstm Beispiele. So der „Rjetsch": „Am 3. Februar 1916. abends, traf der Pvlizeikommissar
Innigen im Dschesiw-owkaer Kirchspiel zur Prüfung der LebeirG, mittelpreise ein. Sein erster Besuch galt natürlich dem Popen und einem reichen Kanftnann des Kirchspiels. Nachdem' er sich dorttz trotz des strengen Mkoholverbots, betrunken hatte, ging er von Hans Au Hans, weckte die Leute auf und belästigte die Frauen und Mädchen, bis er endlich in einem Hause ein Opfer fand. In seiner: Trunkenheit zerstörte er die Zurichtung des Hauses, und als sich tn* folge des Lärms viele Menschm um das Hans versammelten, zog er den Revolver und erschoß einen Bauern, Vater von acht Kindern^ Der Wirt des Hauses, der ihm der: Revolver mtwinden wollte^ wurde dabei verwundet, Als sich die Nachricht vom Morde in der Umgebung verbreitete, verprügeltm die Bauern dm Kommissar,- Me Folge davon war aber, daß eine große Anzahl von Bauers vors Kriegsgericht gestellt wurden, während der Beamte bis heul« srei herumgeht." Und der „Djm": „Auf dem Marktplätze zu Belgovo stehen lange Reihen großer tönerner Töpfe mit Milch. Der Pristaw, dort die höchste Instanz als Vertreter des Minister» Chwostow, fragte nach dem Preise. Dieser erscheint ihm zu hoch, und deshalb zerschlägt er mit seinem Stock, sobald er eine unbefriedigende! Antwort erhält, einen Milchtops. Erst nachdem er vierzehn große, mit Milch gefüllte Eimer zerschlagen hat, verkaufen die Bauern ihre Milch billiger.... aber am nächsten Tage war auf dem Markt-! platz keine Milch aiffzutreiben." Diese reizenden Kulturdokummtej aus dem Lande der großen Hoffnung der Entente bewahrt uns der „Völkerkrieg" (Herausgeber Dr. C. H. Baer, Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart) auf, der in seinen letzten Heftm, 159 und 160, in die allrussischen Zustände arnndlich hineinleuchtet^
Gießener Hausfrauen-Verein. Kochanweisungen.
Sellerieauflauf. Zwei .große Sellerieknollen werden geschält, in Scheiben geschnitten, in kochendem Salzwasser (V» Liter) gar gelocht. 2—3 Pfund in der Schale gekochte Kartoffeln werden! ebenfalls in Scheiben geschnitten. Hat man getrocknete oder ein* gemachte Pilze, so kann man auch diese gehackt dazuZebm. Taust bereitet Man eine Mehlschiwitze, dre man nrit dein L-elleriewasseü löscht, gibt einen Brühwürfel oder Pftanzenextmkt, Salz und Pfeffer dazu rmd mischt alles gut durcheinander. In eine vor-, gerichtete Form gegeben und 3 A Stunde im Ofen gebacken. Man gibt grünen Salat dazu.
Marmeladenudeln. Bandnudeln werden in Salzwasser nicht zu weich gekocht; Marmelade mit Aepfelwein, Zitrone und Zucker gemischt und heiß werden lassen, beides heiß zusammen?! mengen imd mit etwas brauner Butter beträufelt zu Tisch geben.
Karottenkompvtt. Große zarte Karotten schält man dünn ab, schneidet sie in ferne Scherben, gibt sie mit kaltem Waffer bedeckt auf starkes Feuew läßt sie bis vors Kochen kommen und schüttet sie dann auf ein Sieb. Halb Aepfelwein, halb Wasser, Zucker und Zitronensaft läßt man kochen und gibt dre Karotten hinein! und läßt sie gar kochen. Danach nimmt Man sie aus dem i und legt sie in eine Kristallschale, die vorher erwärmt sein muß, noch ztvei Blätter Gelatine in den Saft, läßt ihn poch «ufwchen und gießt ihn über die Karotten.
Rätsel.
Auflösung des Festrätses in voriger Nummer: Ostern — Osten.
Schristleitung: W. Meyer. — Zwillingsrunddruck der Brühl'schen Nniv.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen»


