Ausgabe 
20.3.1918
 
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Haupt waren Kvotze SäMeriMtest m überwachen, ehe diese

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Wassers Metz noch vrs m ore neuest lOeu. yuieui uk u». .Hindernisse, mb ein unbesieglicher Femd Odessas Ä der «Krub, der Steppenstaub, den die Stürme durch die breiter: Straßen der S tadt jagen. Traußerr, in den trau einen Vorstädten, wo der Straßerrprunk fehlt rmd die Oede der Steppe sich schon fühlbar macht, da sicht man ein zweite-?, ein anderes Odessa -- Odessa nmr der Nachtseite, Odessa irn Negligee der LrederlMert, deÄ Schmutzes, des Elends. Aber allen Hindernissen zum^Trotze ha^ Odessa sich zur herrschenden Metnopole des russischen Lüdens em- porgeschtoungen, und es wird diesen Rang behaupten. A.emt Ruß­lands reichster Teil sendet ihm seine Bodenschätze zu, und rn den», tobenden Odessa setzen sie sich in die Millionen um, dre hrer ihren gefährlichen Tanz vollführen.

ßrühliirsrabrrglaubr.

Von Edmund Scheibener.

Mit denr Eintritt der Donue in das Zeichen des Widders läßt die Astro-rrornie am 21. Adärz den Frühling beginnen.

Längst ersehnte der Mensch das Nahen der wärmeren Jahres­zeit das Erwachen der Natur, und so darf es nicht wundernehmen, tueuu eine so ereignisreiche Zelt auch in: Volksglauben eure große Bedeutung besitzt. In der Tnt i)i denn nnch tut Adergtauben der

die Zukunft zu erwr,a-en uro wroi«su umnuHi««/-» 7 - Eber an das Erscheinen des ersten Storches, oer ersten Ba^stelze, an das erste Rusen des Kuckucks und das erste Erblühen von Veilchen und Schneeglöckchen, Gebräuche, dre, so alt sre such, srch LiZ heute mehr oder lverriger erhalten, haben, denn noch rmmer sucht das Volk aus der: gnannrgsachen Erscheinungen, mit oenen der Frühling lein Kommen varkündet. Zukünftiges zu ersorswen, das Glück an sich zu fesseln und das Unglück abzuwenden.

Wenn man in Böhmen sich mit den ersten Lxhueeglockixn^das m«m findet, die Arvgen ausreibt, .so werden sw das ganze ^ahr nickt krank und kranke Augen gesunden, und vor Freber bewayrt man sich, wenn man Has erste Veilchen kaut, ^vu Ostpreu »en schneidet Ulan im Frühling einen ergrünenden vaselstock, und macht damit, wenn es zum ersten Male donnert, über ledem Getreide haufeil seiner Vorräte ein Kreuz, wodurch das Getrewe jahrelang sich erhält, ohne je unbrauchbar zu wecken^

Zn Ostpreußen, WÄdeck, der Wetterau und tu ^ranken be­streicht rnau sich, um von Sommerspvosstn verschont zu werden, mit dem. ersten -jungen Gänseblümchen, das chan stehst, da,, Gen-Ht, und wenn man in der Lausitz im Frühjahr dre erste -vchwalbe sucht, v» wird man nach dem Volksglauben unter s-ern-em rechnen r-nße eure Kohle finden, welche einen das ganze Jahr durch vor Kops-.

'^Te?^Kuchlck ''staud ursprnnglich zu Donar in Beziehung und War ein Göttervvgel, und daraus erklärt sich auch, daß er irr zpaterer Zeit schließlich ein Vogel des Teufels wurde, da dre mersten, ursprünglich Donar zngeschriebenen ErgerrMsien^ rrr der späteren ^Wichen Zeit aus die finstere Wacht des Bösen, den Teufel, sich übertrugen. Redensarten, dre daraus demen, haoev 1 ftch brs hMte erhalten, wie:.Hol' drch der Kuckuck" und dre Rede:Das K der Kuckuck" rührt davon her,, daß einst wie wach heute , der Kuckuck als ungemein klrrg und werssagend galt. Desyalb brrngt sein Ruf die Erfüllung der verschreoensten Wünsche, sem erster Ruf ist Zauberzeit. Er ist der von den Göttern, und besonders Tonar gesandte Frühlingsbote. Niemals verlretz diese Errmrerung das Volk, und daraus ist es.wM MrüHrrsichren, dcrß d-r ivag, an dem rnan auf eigeuenr Gebiet den Kuckuck Hörle, in ^Äestfastn ein Uiertag war, mrd wer ihn anmÄdete, bekam tzr Fi das er jochte. Des Kuckucks Weissagekunst bezeugen dre Volkssrtten sehr osp Wenn mmr ihn im Frühling zum ersten Male Hort, ,o grbt nach allgemeinem Glauben jne Zahl semer Tone dre Jahve cm, dre uran noch zu leben hat, häufig wird der vrelwrssende Vogel in Reimsprüchen ausdrücklich darüber befragt. Allgemern stylt einem das Geld in der Tasche, weim rnan beirn ersten Kuckucksruf keines bei sich trägt, hat nrarr aber welches, so geht eS das ganz« Jiahr durch niemals ans, und hat man rmch tirrÄischrnr Glaubest Hunger dabei, so läßt er euttär das ganze Jahr nickst, 11 eberalb soll der Kuckuck durch seinen Ruf den Brrben und Mädchen andeuter!, wie lange sic noch ledig bleiben. In Böhmen bedeutet es Glück, wenn man beim Mrsgchen den Kuckuck hört, dem Diebe aber ürmgt's Unglück, auch bedeutet es Glück, wenn sein Ruf von Osten Unglück, wenn er von Westen kommt. Wer im.Vogtlanve bein? ersten Kuckncksrus barfuß ist. der bekornmt böse Füße.

Auch der Storch zieht im Frühling, oft schon sehr stütze, wieder ein, freudig begrüßt von der Torfflrgend. Le?t uraltep Zeit ein heiliges Tier, war xr denr Donar gewerN, wohl rnfolge, Mnes roten Schnabels und der wten Bckrve, die an die Farbe des Blitzes gemahnten. Deshalb auch der Glaube, daß er das Hans, daraus er nistet, vor Metz und Feuer beschützt. Niemand darf rhn daher töten, noch fern Nest zerstören, vielmehr legt man sem Herrgottsvogel" ein Wagenrad auf das Dach, um ihm das Nisten

Zu srlÄchtern und ihn M das Daus zu feifdfo» Wre der KuckrrÄ, weiß und sieht er alles. Und sein Klappern bHentet ettoas, nutz so gibt er richtige Wahrsagu-rgszeichen. In SNeÄenburg, Branden^ bürg, in Hannover, OldÖMrrg und Westfalen herrscht allgemern der Glaube, .daß, wenn ein Mädchen im Frühlung znnr ersterrnE einen Storch sieht, der.fliegt, es fleißig werde. Klappert der Swrch aber, so tvird das Mädchen tölpisch, zerbrrcht Vi-Ä G^at swht der Storch aber aufrecht da, so wird das Mädchen faul. Naä^ dem Volksglauben der MtnUrk wrnnrt ein Mädel, das den ersten Storch fliegen sieht, aus den Brautlvagen, sieht sie den Vogel stehen, wcrd sie zu Gevatter gebeten. Im Oldenburgrschen bederrtet es Gluck, den ersten Storch fliegen zu sehen, steht er aber arZ dem Felde, so bedeutet es Unglück. Sreht uran den er,ten Storcy sich ^Putzen, so wird man irn gleichen Jahre krank ober muß gar sterben!. Eine Krankheit kommt ins Haus, wenn er traurrg ans eurem Bern vor dem Hause steht, tut er dasselbe hinter dem Haus, so ur rot j-eurand. Nistet 'der Storch erst vorn auf dein Hause, so gibt s eine HiochMt, .nistet er hinten, so gibt's eine Leiche. Hat man. m Norddeutschland Geld in der Tasche, ioenrr man den ersten L-torch sieht, so fehlt einern das Geld das ganze Jahr, nicht.

In Oldenburg mrd Böhmen geht die Meinung, miß rnan, wenn uran im Frühling derr ersten Frosch im Wasser steht, vr-tz. weinen werde, jedoch viele Freude habe, wenn rnan den Frvlctz im Grase sieht. ^ .. .. _

Auch sonst toird im Frühling allerhand merkwürdrges Zeug gelrieben. Ter Oldenburger 'glaubt Stärke zu erlangen, wenn er eine gut verkorkte Flasche Wein in einern Amersenl-anfen ver­scharrt. diese ein Jahr -lang darin liegen läßt und ihn dann trrnrt. Bor Kreuzschmerzen bewahrt-man sich, wenn man sich un rsruhnng. beim ersten Donner dreimal rückwärts ans die Erde wrrfl um», den Körper dararrf herumwälzt. In Böhnren scksirtzt man sich vor Hers er- keit, wenn man im Frühling beim ersten Quaken der Frosche tüchtz tig mitschreit.

Vüchsrtisch.

Hochland, Monatsschrift für alle Gebiete des Wissens, der Literatur und Kunst. HerausgegebLN von Prof. Karl, MUth. Io>. Köstliche Buchhandlung, Kempten und München. Vlerteliahrlrch 4.50 Mark. JnlM des Märzyeftes: Ko-cstanttn Frantz. Nach­trägliches Gedenkblatt zu sernern 100. Geburtstag. Von Umv.« Prof Dr. K. .Heldmann. Mari.Madlen. Ein Iivman aus der Rhön. Von Leo Wersmantel. Peter Hilles PersönliHkert, Von Firmin Evar. Born kulturellen Wiederaufbau Eurvpas. Von Tr Mar Schaler. Eindrücke aus Ki>ew. Bon Johann Gwrg Herzog zu Sachsen. Kritik: Deutscher und französischer Katholi­zismus Bon H. D. Recht, Verroa'ltrmg und Politik im neuen Deutschland. Von Jnstizrat Dr. I. Schwerins Stegemniurs Ostschichte des Kriegs. Bon Generalmajor Fr. Otto. Else Has,e. Von H. P.

Tic Schaubühne, Wochenschrift für Poliäk, Kunst, Wirtschaft, heransgegeben von Siegfried Jaeobsohn, enthält rtt der Numnrer 11 ihres vierzehnten Jahrgangs: Ost und West, von Germanicus: Ludtvig Stein, von Johannes Frschrrt; Brref an den Herausgeber, von H. v. Gerlach; Strindberg-Tramaturglie^ v-i>n Engen Kilian: Der .Raimund als Millionär, von Alfred Polgar:'Seeschlacht, von S. I.; Tie letzte Rede, von Hans Georg Richter; Zeitgefühle, vorr Hermann Kesser: Lerpzrg und Allerlei, von Lorarius: Antworten.

Die Weltliteratur.Weidnranirs Heil", mit diesem uralten Zuruf der Jägerslente begrüßt die soeben erschienest^ Numnrer derWeltliteratur" (Verlag C. F. Hrrth, Münchens) ihre vielen Freunde, und im Zeichen dieses frischen Grußes erswemt ein sehr gewandter Erzähler mrd fröhlicher Jäger auf dem Plan: Friedrich Ger stacker. SeinWeidmanns Herl", ans dem Tie Weltlrtcratur" in der köstlichmSanjagd", in der Er­zählungTie Freikugel" und in deinMoralischen Jäger A-B-E mit einigen echten Gerstäcker-Proben in Reim und Pro,a auf- wartet, läßt harmlos fröhliche Tage vor dem Leser erstehen. Diese Nummer ist außerdem noch nrit vielen prächtigen Zeichnungen geq schmückt. __

Gleichklang.

Ach, ich hab's, drrcm fehlt mir was,

Und eS drückt mit großer Wucht l Auch in andrem Sinne drückt's,

Und just dasselbe wird gesucht.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Atlflösung des Schieberätsels in voriger Nurnmer:

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Schriftleitung: W. Meyer. ZwillingSrunddruck der Brühl'jchen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.