angeführten Münden «uf noch Mit Were — andere hingegen auf viel spätere — Zeit zurückgchen. Tenn auch manch kostbares, erg<m- artiges Sprachgut ruht darin verborgen, und es lohnt sich rvoW, auch dem eimnä mit Eifer und Sorgfalt weiter nachzugehen.
vsm ZaWchm LübeS.
Reval — bei diesem Namen steigt vor dem geistigen Auge alles auf, was eine deutsche Stadt Prägt. Wenn die andere große Stadt des Baltenlandes, Riga, unter dem. Eindrin gm des modernen Lebens vielfach ihre geschichtlichen Züge hat preisgeben müssen, so hat Reval, obgleich auch an ihm die moderne Zeit mit ihren Erfordernissen und mit ihrem Leichtsinne gegen wertvolles Kunstgut der Vergangenheit nicht spurlos vorübergegangen ist, doch mit mehr Glück und mit größerer Zähigkeit sein altes Gesicht behauptet; und da eine glückliche Lage die Stadt begünstigt, da das wirtschaftliche Leben hier eine stattliche Wohlhabenheit versammelte und schließlich Reval an die sieben Jahrhunderte lang im ganzen sich mit leidlicher Beauemlichkeit und Ruhe ausleben und ausbauen konnte, so ist frier ein Stadtbild entstanden, das mit den schönsten Mid echtesten des deutsclnn Kulturbereiches wetteifert und dem mit Recht der Name des baltischen Lübecks beigelegt worden ist. Ein Name übrigens, den Reval auch insofern zu Recht trögt, als von hier zur Trave mele Kulturbeziehungen sich geknüpft haben: Reval übernahm das lubstckM Recht, mar Mitglied des Hansa b-undes und hat von lubeckrlwen Künstlern einige der wertvollsten seiner alten Kunstwerke bezogen, wie besonders den reichen Schnitzaltack der Nikolarkrrche, den der Lübecker Maler und Bildschnitzer Hermann Rode angefertigt hat, und den zurzeit gleichfalls in der Nikolaikirche aufge^llten sruheven Mtar der HeiligengeiiMrche, der em Werk des Luoecker Bernd Notken ist. Ueberhaupt wird die innige Beziehung zwischen Reval und Altdeutschland denr, der m der Stadt nmherwandert, auf Schritt und Tritt aufs stärkste fühlbar. Zwar leuchten vom Domberg her die vergoldeten Nippeln uiid die fremdarttg-ostlichen Bauformen der Alexander-Netvski-Kathedrale — aber sie wirken ganz lind gar als unorganischer Fremdkörper im Stadtbilde, dessen Umriß oieE mehr durchaus die typischen Züge deutscher Stadtanlage und Stadtkunst zeigt Und ob rnan nun, mit der Eisenbahn anlangend, rn weitem Bogen von dem die Stadt umringenden Hügel laiigsam zum Bahnhofe hinabgleitet, oder, ob man -- die schönere Form der Annäherung — von der Seefeste her rn Reval ankommt, immer entzückt das Bild dieser einem Schiffe gleich am Meere verankerten Stadt im hohen Grade. Die Masten — das sind dann die Türme, die Revals Stadtbild beherrschen: da der originelle schlanke Rat- bauKturm, dort die breitere Masse von Sankt Nikolai, und über allem die hohe, schlanke Nadel des Olaiturmes.
Wer Reval etwa aus dem Luftschiffe betrachtete, der sähe auf den ersten Blick, daß sich aus der rveitgestreckten Hausermasse eine etwa eiförmig gebildete Insel heraushebt, die rmt ihrer spitze MM Meere stößt und die vo-n weiten Boulevards und Anlagen umgeben ist Diese Insel ist Alt-Reval, ist das eigentliche, das geschichtlirye Reval, an das sich besonders in neuerer Zeit die weiten, nicht immer gerade ansprechenden Vorstädte mit ihren JudustnM angegliedert haben. Diese Insel aber zerfällt wieder trt _ einen Dohenzug und in eine Niederung. Denn die Stadt durchzieht der -Mlint', ^ die Steilküste des Finnischen Meerbusens, und dadurch hat ihre Anlage den 'hohen Reiz des Auf und Ab, der steigenden und fallenden ©trciScn., i>er SJlcuuiiflkittiflfcit crtyaltett*}
Droben auf der Höhe hat sich, wie übllch, die gütliche und n^ltüche Macht angesiodelt. Da steht das wuchtige alte Ordens» chloß, derb und kraftvoll sich auf den Felsen stützend und von seinem trotzigen .Langen Hermann" überragt, und da steht neben allerlei äderen Öffentlichen Gebäuden und einigen rttterschafürchen Palästen Revals altehrwürdige Dvmkirche, ein schlichter Bau, dessen Krnghaus noch bis auf die Zeit oer ersten Anlage zurückgeht. Der wom beknnoet, wie alle Bauwerke der Stadt, eine eigentümliche Baugesinnung Die Revaker sind immer ftir das Ernste, Schlichte gelosten, ;a selbst einen herben und strengen Zug zeigen die alten Baud-MmMer der Stadt, deren Formen in erster Linie durch das Notwendige besstmntt wurden. Aber an Schmuckfreude hat es darum der Bürgerschaft Revals doch keineswegs gefehlt; reich entfaltet sie sich an den Grab-- mälern, die die Kirchen füllen, an den Pforten der Kirchen wie der Bürgerhäuser, in üppigem Silbergerät und in hundert Einzelheiten, die die spielende Hand oer Künstler schuf. Im ganzen aber waltet der strenge Zug in Revals Baukunst vor. An dem mächtigen Zuge der Mauern und Tore findet man nicht die reicheren Schmuckformen, damit ettva im heiteren Frankenlande die Baumeister Nürnbergs Umwallnng geziert haben; schwer und plump wie ein Elefantenzng "folgten sich die Türme, die in dem Stolze der Revaler, dem« mächtigen „Kiek in de Kök", ihren Höhepunkt erreichen. Bon strengem Charakter ist auch das Rathaus, der Mittelpunkt der Niederstadt, dessen rechteckige Maße Laubengänge wohltuend auflösten, bis diese leider in Geschästsläden verlvandelt wurden. So muß der luftige, minarettartige Turm jetzt allein für die Erleichterung der Baumasse
Und auf Schritt und Tritt alte Hau,er, ftsselnde Denkmäler: 'halbversteckte Kapellen, alte Mdeuhäuser, die Bürgerhäuser, die
ihre Giebel in schmaler Front der Straßenseite Mvenden und MS
weit in jdie Tiefe erstrecken. Schließlich sind es aber bei allem dennoch nicht die einzelnen Baudenkmäler, die Revals Schönheit ausmachen-, so reich und bedeutsam sie auch sind, sondern es ist die ganze und unendlich reizvolle, immer lebendig-orgauisch wirkende Mannigfaltigkeit des städtischen Lebens, ivie es hier auf verhältnismäßig Keinem Raume seinen baulichen Niederschlag gefunden hat. Auf und ab steigen die Straßen, die Häuserzeilen verschieben, überschneiden sich; es eröffnet sich der Blick in die dunkleren Seitengasien mit unendlich malerischem Häusergewirr; ein dunkler Torbogen tut sich geheimnisvoll auf; dicke Türme, schlanke Spitzen blicken unerwartet über zerfurchte und verrunzelte Dächer — und dann wieder eins reizvolles Portal, oder ein schneller Blick in ein weiträumiges Kircheninnere, aus dem Gestühl u-id Grabmäler in aller Pracht hervorblicken; so folgen, so drängen sich die Bilder. Und hinter dem allen dehnt sich das Meer, Revals Lebensader, an dessen Ufer sich sein Hafen schmiegt. Er ist nach westlichen Begriffen mit seinen Einrichtungen heute nicht ganz ans der Höhe, dieser Hafen; abe^ Revals Geschichte hat bewiesen, daß der Rigaer Bischof Albert und der Dänenköttig Waldemar II. die richtige Stelle erwählt habenp als sie hier die Stadt an: Platze der zerstörten EstensestL Linchinlssa errichteten. Hinter Revals großer Vergangenheit tut sich noch eins glänzende Zukunft auf.
Gießener Harrsfrauerr-Berein.
Kochltttweisungen.
Artischocke n g emüse: Tie Artischocken werden in heißes. Wasser gelegt, hiernach läßt sich die Schale leicht äbschaben. Sie werden in Scheiben geschnitten, in etwas Fett gedämpft; sind siv gar, wird etwas Mehl in Buttermilch glatt gerührt und mit auf», gekocht.
Artischockenaufl auf: Die Artischocken werden nach dem Schaben in Deine Würfel geschritten, in Fett weich gedampft oder in Salz Wasser gar gekocht. Gekochte Kalte Kartoffeln rverden durch die Maschine .gerieben, einige emgeweichste Br Achen, ettvaige Fleisch reste, Bratentunke, gebratene Zwiebel, Salz, Muskatnuß, Tomaten»! mus >oder geriebenen Kaie, dies alles mengt man gut durcheinander und legt es mit den Artischocken lagenweise in eine vorgerichtets Form, quirlt ein Ei in Buttermilch ab und begießt es damit. Dann, bestreut man die Form mit Reibebvot und, wenn man hat, mit Fettflöckchen und backt sie im Ofen.
Schikoree-Suppe: Das bittere Wurz-elende des Schißove« wird ausgeschnitten, Sbcr Schikoree fein wie Enoivien geschnitten^ in Butter gedämpft, mit Wasser aufgeftcklt imd eine halbe Stund« gekocht, daun mit Brühwürfel und Domatenmns gewürzt.
Einfache Grießspeise: In einem Liter verdümrtsni Fruchltfaft werden 100 Gramm Grieß unter ständigem Rühren etwa: 10 Minuten gekocht und mit dem Schn-sebesen eine BierteLstMid«i stark geschlagen. ^
Röffelspnmg.
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(Auslösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Schachaufgabe in voriger Nummerr W. KhH, Df7, Sd5, g2, Tb5, Be2, f2, 5.
Schw. Ke4, Ld8, Sfö, h7, Ta7, g4. Ba4, b7, d4, 6. «8. L6, g8, 6.
1. Df7—c7 ed. 2. Dc4. - 1. . . Lc7; 2. Sföf: —
1. . . d3 2. ScBf. -1 . . . o5 2. Dc2f. — 1. . . K0.
2. Se7f. beliebig 2. Sc3f.
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Gchrlfttüilurlg: W. üsteyer. -- Zivillingsrunddnlck der Brüht'schen Nn v.-Buch- »>«h Steindruckerei. R. Lange, Gießen-


