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flöt ®te btt TrtnaZrvete KWttt Wionckßev«^ „hünLn lassen."
Log« in Men Ehren. Was Sie vermuten, dürste <« der Lat Mveffen. Wer ich fahre jetzt wirtlich mM mt. lörf traft meiner Haltung, fonvern ohne Scherz im Auftrag Vvn Lord Svuthrfffö persönlich."
„Und wer ist Lord Sonthriffe, wenn dr« Frage ver- stattst ist'?^
' Der andere glaubte einen Augenblick, er iverde Mn Mden gehalten. Er war vor Staunen starr. „Was? Sie Hennen Lord Southriffe nicht? Das heißt ja Petroleum bvennerr und Rockefetter nicht kennen. Lord Southriffe ist der mächtigste Mann in England. Er ist unser heimlicher König. Fast alle Londoner Zeitungen gehören chm. Keinen Minister gibt's bei uns, der sich halten könnte, lverm er Lord Southriffe nicht genehnr wäre. Wenn Lord Southriffe Muschi, daß wir Krieg führen, so führen tvir Krieg; wunM er die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, so lmrd hie Wehrpflicht eingeführt; wünscht er, daß wir uns mit Deutschland vertragen, so ist übermorgen Friede."
„Perzeihe, r Sie, bei alledem ist mir nicht reast klar, welchen Anteil gerade ein Mann von der Bedeutung be@ Lords an meiner Person nehmen kann." _
(Fortsetzung folgt.)
wie alt find die Bauernregeln?
Mnltnrgeschichtliche Studie. K« Dr. J-Hmmes Klein««»!.
(Nachdruck verboten.)
In jetziger schwerer, ernster Zeit, wo jeder glücklich ist, wenn a ehtm ©arten »iet ein Feldstückchen h-t. immun Z.°cgart°n nnd öffentliche Anlagen in Nutzgärten umwaudelt, wo wir alle auch das Gedeihen der Saaten rmd Pflanzungen auf den werten Feldern, draußen vor der Stadt, mit aufmerksamsten Erntesorgen und Hoffnungen begleiten, gewinnm für eme größere Allgenrernheit Mich die alten Bauernregeln wieder ein lebhasteres Interesse. Mancher, der sie jahraus jahrein in Kalendern mrd TageszeiMngen gesehen üverscklaaen — hat, fragt sich wohl jetzt, was es bannt eigentlich für in Bewandtnis hat. Woher stammen si^ nms Aden !re für Wert, wie alt sind sie? Gerade in den durch eme ganz be- wnders ungewöhnliche Witterung ausgezeichneten KrreMahren, m bat kommenden Frühjahrs- und Sommermonaten, wo auch da Lbm Ms mrfem friedlichen Flüren alles zur ^lts^MilM drängt, wird man besonders scharf auf ine verschiedenerr Und die von ihnen abgeleiteten Regeln, die sich mit Easerscheinungen und mit den Ernteaussichten beschaftrgen- achten; dadurch gewinneri alle diese Fragen eben letzt ein gesteiger-
^ Sie^ sind nicht so ohne weiteres zu beantworten. Die Bauern- reaeln sind zum mindesten schon so lange bekannt, als es gedruclle Kalender gibt. Alljährlich, so oft em neuer Kalender .heraus- kommt werden sie neu gedruckt, und auch die Zeitmrgm veronent- licl>en regelmäßig eine Auslese ans ihrer großen Zahl, je nachdem dieb^onderen Witterungsverhältnisse das angezercst erscheinen bassen; besonders die „Heimatblatts" beschäftige,i sich gern Mit llmen Oberflächliche Leser freilich -— .M nichts Zeck
haben" — behaupten, daß sie ihnen nichts Lbgewinnen rönneu. S,e bezeichnen sie als Ueberbleibsel einer langst üderhÄten Zeit, tur deren attoäterischen, hausbackenen Witz und Geschmack „man" heutzutage nichts mehr übrig hat. Andere aber erkennen und ghatzen ^iese anspruchslose volkstümliche Weis Heck als lebendigen ^dugm ^dringlicher Naturbeobachtung und der Humorvollen Wschammg^- weise unserer Vorfahren. Freilich muß man, um das zu würdigen, Muße Und Gelegenheit haben, allen ieneil,Tmgen. Witterrmg und Wetter, Tier- und Wanzenwell und handliches Leiben, vdn denM in den Bauernregeln die Rede ist, MM! mit aleick inniger Liebe und Ausmerksanlkeit nachzugehen, und daran Wes W, selbst ans dem Lan^e, häufig an Zeit. Daran laßt sich aber auch schon bis ,zu einem gewissen Grade ermessen, wie weit die Elitstehung der Bauernregeln Mrückzusuhren sem^mag. Denn zweifellos stammen sie aus einer Zeit, m der „man , das Heißt r^e namenlose Masse unseres Volkes, in fr» foefer Mjerksprüche zu erkennen vermeinen, —' die notige brüste und Gelogenheck dazu hacke. ..
Ein anderes Merkmal sind die Reime. Sie erumern lwch an eine weit zurückliegende Vergangenheit, m der unser Volk a l l e s, wsts ihm wichtig und merkenswert erschien, w gebundene Form Krachte. Tann Gereimtes läßt sich leichter, merken als — Ungereimtes! Auch das Würde heutzutage kemem Menschm mehr einfallen. Wer solche einfältige, .schlichte Boobachtungm srch trefe^ Gedanken und nun gar Verse zu machen. Wer so denkt, Wemeht indessen den dauernden Tretschritt der Zeck, und daß früher wichtig «nd bedeutungsvoll war, was heute überholt und nmmchckg ge* Worden ist. — wenigstens für wecke Kreise unseres Volkes, dw sich weniger an eigene, persönliche Erfahrungen, aW an dre Ergwnisfe und Ermcktelnngen eracker wissenschaitttcher ^ Beobachckmg halten, «n. denen sie aber feM in kodier Meffe skhöpferW teil hahen^
An dttt ülten BäuMipeigM affet* hat Wohl imfet ÄtitjfS ..
\m Dichter intb Denker seinerzeit mckgearbeitet. Sre sind nicht Erzeugnis geistreicher Einzelner, das bezeugt schon ihr Name, ganzer Refiz, den sie jetzt noch für viele unter Ms mwen, b gerade aus ihrer natürlichen.Frische und Ursprünglichkeck. Es gllicklicherweise nie versucht lvvrdeir, über ihre ländlich-bäuerlic Herkunft hintvegzickäuscheu nud- ihueu einen vorne Hneren GtmnmiB bauin züznlegen. Arcch die schlichte Aufmachung in gereincker Formt ist ein sicherer Zeuge beträchtlichen Wters. Daß die Vers e, ytt einzelnen betrachtet, sehr ungleich in ihrern Werte surd« kann hmrpM nicht allzuviel besagen. Manchmal haben es sich diese unbekanntest alten „Dichter" in der Tat gar zu leicht genracht. Es ist keine besondere Kunst, Regen-Segen, regnet-segnot, Sonne-Wonne, son- prg-tvonnig Miteinander zu reimen, mnd nunr hat hatwn etwas reichlich viel Gebrauch gemacht. Indessen auch im Weizen gibt M Spreu, tmd wenn wir die Spreu zwischen diesen Bauernregeln weg fegen, bleibt manches goldene Korn, das um so hell« glänzt UM uns manchmal nach seitenlanger langweiliger, LtmMerluyer Zei-> tuugslektüre plötzlich herzerquickend entgegerckacht und in trttbm Tagen mit einem Male lvieder froh und yoffmmgsvoU macht.
Weitere Betveise für ein zum Teck sogar sehr erhebliches W« werden genauere Kenner der Kulturgeschichte unseres Volles i» allerlei tteseren und versteckteren Beziehungen erblicken. Ta ist z. B. in lehr vielen Bauernregeln nicht vom Tage, sondern von Nächten die Rede. Tie Nacht, die den lichten Tag gebar, hatte nach der Ansch.aunng unserer Vorsahverr in weit zurückliegendes Zeit etwas besonders Weihevolles, was heute noch manche alte Do- ~ zeichnuttgen in den Kalendern — Und damit auch noch m u nserm alljährlichen Erleben — bezeugen. Wir sprechen von.I^r Christnacht und von „Fastnacht" von der Walpnrgrsnacht, FotzmniA; nacht, Andreasnacht und Sckvesternacht, von den „Zwölf Nächten und noch nranchen andern durch« alte Ueber'lieferung ehrwurdl ge» , und geheiligten Nächten! Hmcke rwch gelten diese Nächte tn untzrm Sprachgebrauche vielfach nrehr, als der ihnen folgende, pnt Teck völlig belanglose Tag! . ^ _
ZN Verbindung damit wäre als tveckerer Zeuge hohen All«« auch wie isn den Bauernregeln vielfach zrckage tretende Zahlen«» s y m b o l i f zu erwähnen.
Was Mattheis und Sankt Peter nfiacht.
So bleibt es noch durch vierzig Nacht.
Wösorckers die 40, eine uralte Fristbestimmtmg, rmd die „siü«tz Wocherr" spielen dabei die Hauptrolle. „ „
Ein «anderes Pröbchen halb oder ganz vergessener,Mer, KuÜMv riickt uns eine der vielen Bairernregeln vom Tage Mariä RemMlNL (2. Febrrwr) vor Augen. Sie lautet:
Lichtnreß!
Bei Tage eß!
Nu Spindel und Kunkel bergest!
Das erinnert daran, daß rnrsere Vorfahren im Mittelaller ihr« Hauptmahlzeit erst nach vollbrachtem Tagewerk, in der Vorabend- stunde, ejnzunehmen gewöhnt waren. Vom Tage Mariä Lichtmeß ab hatten sie sich aber nun so einznrichten, daß sie mck ihrer Arbeit bei natürlichem Lichte fertig wurden und auch noch vor Einbruch der Tunkelheck essen konnten. Mariä Reinigung bezeichnete also den Beginn der m i t 1 e l a l t e r l i ch e n „Sommerzeck". TeshaD usurdert auch «an diesem Tage die Gerätschaften, mck denen sich Wärters über die Franerr an den langen Abenden am Herde fey schästigt hatten, Spindel und Kunkel, m die Ecke gestellt und bald „vergessen", weil es nun wieder draußen in Garten und Feld genug zu tun gab. . m
Bon besonders ergenarttger kullurgeschrchtllcher Bedeutung ist aber mich die Bauernregel vom Matttziastage, dem © A alt ta ff,- Kaiser Lothar II. bwchte die Gebeine dieses Heckigerr, der an dre Stelle des Judas JscharioG in die Reihe der Jünger JejU trat, nach Goslar a. H., und so wurde Matthias der älteste Schutzpatron des dortigen ältesten Bergwerks des Deutschen Reiches und auch der schönen Stadt. Namentlich sein in Silber gefaßtes Haupt war eins der kostbarsten Kleinode im Goslarer Tom. Damck zog d-w Domgeistlichkeit alljährlich an seinem Ehrentage (24. Februar) durch die Stadt uttd manchmal auch sonst noch« weit umher. Sechzehn Träger trugen die heiligen Reste in schweren silbernen Schreinern Im Jahre 1100 fand aber der Unrzug ein schlimmes Ende. Wa der Höhe des Nonnenberges Werfiel Widukind von Wolfenbüttel mck einer Baude Strauchräuber unversehens die fromme Pckgeffchar, um ihnen ihren Schatz zu rauben. Ta wußten die Träger kem anderes Mittel, als daß sie die beiden Särge flugs in dm Stadt-» graben warfen, uNd siehe da! Es geschah wie in der Bauernregel^ Mattheis — bricht's Gis,
Find't er keins,
Tann macht er eins.
Term die silbernen Schreine ruhten verborgen, unter ein« durchs schmolzenen oder ebmso rasch neu gebildeten.Eisdecke. Auf Grund dieser Bsgebmheit soll das eigenartige Merkwort entstmtden sem. Und daß der Matthiastag ein krckischer Tay m dreser Hmsrcht rst> wird «auch noch durch manches Andere, Aehrckrche bestattgt.,
Diese Bauernregel ist, s«oweck wir wissen, die ernzrge, dweni Herkunft und Atter sich eimgermaßm genau besttmmen laßt. Vor dem Jahre 1100 kann sie nicht gut entftankn sem, möglicherweise «feer auch nicht viel später. Manche andere mögen aber aus bm


