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Die Rächer.
CDarnan von Hermann Wagner.
(Schluß.)
Behrens stand auf. „Uttfirat," sagte er leichthin. „Unsinn, dummes Zeug... Ihre Frau denkt gar nicht daran. Und ich..." Er sprach drohend. „Wie denken Sie sich das überhaupt? Glauben Sie, daß man eine Frau und ein Kind so einfach — loswerden kann?" Er lachte. „Hirngespinste! Denken Sie nicht mehr daran. Oder denken Sie. vaß es ein tvüster Traum war... Fertig!"
Reisner lehnte sich in den Stuhl zurück und preßte die Hände gegen dre Stirn. Es war zuviä, was da mit einem Mal auf ihn eindrang, er konnte es nicht ordnen. „Aber meine — Sache..." sagte er.
Behrens wehrte kurz ab. „Lassen Sie das. Kümmern Sie sich nicht darum. Es sind Schritte eingeleitet, die die Affäre Niederschlagen werden. Aengstigen Sie sich nicht."
Er sprach kurz, heftig urrd schnell und fand den Don, in dem Reisner einfach ertrank. Er berührte alles mit völligen Wckrten rrnd hatte es damit auch schon erledigt: Reisners Fälschurig, dre keine eigentliche Fälschung war, Reisners Vermögenslage, die keineswegs so verzweifelt anssah und die $u ordnen er auf sich rrahnr, und Reisners Flucht, die allen Weiterurrgerr einen schnellen und starken Riegel Vorschub.
Mollen Me?" sraAv BGrens schließlich kategorrschi „Wolle, r Sie oder wollerr Sie nicht ?"
Reisner hatte das süße Gefühl eines Genesenden, von einer starken Hand geschoben zu werden. „Menu Sie glauben ..."
„Gut, Sie wollerr. Damit ist die Sachse erledigt. Legen Sie sich seht nieder, denn Sie sind rnüde. Schlafen Me. Morgen rersen Sie dann mit Frau und Kind rmch Holland . . . Abgemacht!" Er trat auf Reisner zu. „Und jetzt geben Sie rnir die Hand! Wir sind doch Freunde?"
,L>a," sagte Reisner und empfing den Druck der fremder Hand schon wie im Sckla.se.
„Leben Sie wohl," sagte Behrens, „und rverden Sie endlich gllicklich!"
Reisner sielen die Augen zu. Er horte noch das Wort »glücklich'. Es um summte ihn wie eine Biene. Mer dann schlief er traumlos ein, das erste Mal seit vielen Dagen. —;
Behrens fand Lucie in ihrem Zirmner. Sie war gefaßt Und brachte es fertig, zu lächeln. Llber irgendein Zug in ihrem Gesicht machte sie doch alt, ein Zug der Bitterkeit, die es lernen wollte, sich zu verbergen.
Er gab ihr die Hand. „Ich bin fertig, Lneie," sagte Sk, ,ckch karm gehen."
Ihr Antlitz war von einer leichten Räte übergossen. »Herbert, was schulde ich dir alles," sagte sie tonlos. „Ich ypm nie mehr fvoh werden, wenn ich daran denke."
„Wirklich." fragte er verwundert, „hast btt das Gefühl,
mir ettvas zu schulden? Oh, das wäre schlimm. Wäre W so, darm hättest du nie geglaubt, daß ich dich liebe."
Sie saßen einander gegenüber.
„Es rst ein letztes Mal, für lange Zeit/' sagte Behrens. „Wirst du an mich denken?'
„Frage nickt."
„Sieh, es ist mein Glück, tvenn ich weiß, daß es dir aut geht. Urrd nicht nur: gut geht, —■1 daß du auch glücklich bist .... Wirst du es werdend'
Ihre Bitterkeit schmolz zusammen. „Ich werde mir Mühe geben."
„Rein, du sollst dir keine Mühe geben. Du sollst Geduld haben und warten. Still sollst du fein und in dich hineinhören, bis du das Glück wahrnrnrmst, das in dir ist . . . Denn in uns allen ist das Glück, in uns allen.
„Und du?" fragte sie. „3Lo ist dein Glück?"
„Bei dir. Und da du in mir bist, so ist auch mein Glück in mir."
Er stand auf, nahm ihre Hand und käste sie langsame „Lebe wohl."
,Lebe wohl," nickte sie ihm traurig zu.
Er ging, und als er an der Tür war, rief sie ihn noch einmal an: „Herbert!" .
Er wandte sich um.
Da stürzte sie ihm entgegen und schloß ihn m ßhve Arme. „Du," rief sie leidenschaftlich, „nun verläßt dli mich!"
Er löste sich zaghaft aus ihren Armen. „In Wirklichkeit bleibe ich bei dir, so, wie ich immer bei dir war, r-t immer, für alle Zeiten."
Er ging, rrnd sie lauschte seinen Schritten.
Im Nebenzimmer schrie Lu nach ihr.
Sie fuhr sich mit dem Arm über die Augen Und rieft „Ja, Lu, — ich komme!"
29. Kapitel.
Behrens hatte in seinem eigenen Namen und im Namen. Reisners einem bekannten Anwalt die Bollnrachten gegeben, die zur Klärung und Sanierung der finanziellen Verhältnisse Reisners nötig waren. Auch eine große Summe Geldes hatte er zu diesem Zweck flüssig gemacht. , Reisner, sagte er, habe mit seiner Fämrlie siir längere Zeit eineErholungs- reise angetreten. Und nun verabschiedete er sich.
Tie' Hitze des Sommers machte 0 ihm zur Qual, noch länger auf dem Berliner Pflaster zu verweilen. . Auch Hamburg lockte ihn nichit Mitten aus der Strecke, in dev Gegend der Lüneburger Heide, gedachte er auszusteigen. Es verlangte ihn stark nach! einem verborgenen Fleck Erde.
Wieder benützte er einen Personenzug. Er mochte von Schnellzügen nichts wissen Die Zeit, die man mit ihnen sparte, lvar kein Gewinn, man bezahlte sie mit Unbequemlichkeit und mit der Gereiztheit der Leute, denen man den Platz wognahm. Die Schnellzüge verwandelten die Aden- schem in den Deil jener Maschme, die sie selber waren, Gin


