Ausgabe 
20.2.1918
 
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'Itate, 6*8 Sie sagen, ich Wmite noch h-fl«» - - Fa, das tue ich. jetzt. Ich hvfse Iwch Ich kchM nwh hoffen!

Worauf?" fragte Bohrens von oben herab.

Auf den Tag, an denk ich wieder frei werde. EL -mrd der Tag meines ersten (Nückes fei«. Denn dann mit ich' niemandern mehr ellvas schuldig. ,

Behrens zuckte imr Ungeduldig mit den SchWtew.Sie sind ein verrannter Mensch, Ihnen ist nicht KL helfen.!

Mirr," beharrle Reisner fest und schickte srch an.. Kt gehen,mir ist nicht W Helsen."

Warten Sie," rief ihn Aehrens, der chn scharf bevd- achtet hatte, an,geben Me dies da her!" Und er zog ans der inneren Rocktasche Reisners einen Revolver heraus.

Ja, behalten Sie ihn," sagte Reisner,ich brauche ihn nicht."

Und er ging. . ^ . , ., _ _

Behrens wartete eine Weile und verließ dann glerchso.ls dis Wohnung. Er sah Reisner untzetr eben um die Ecke der Gasse biegen und folgte ihm iti einem gewissen Abstand.

Er urußte viel Geduld haben, denn ReMer ging sehr Langsam und dochj wie biirw. Ans dein. Potsdamer Platz wäre er beinahe in die Räder eines .Automobils gelaufen. Melisch, können Sie nicht altspassen?" schrie ihn der Lhanfftnr an. Allein Reisner hörte es nicht. Wie im Traum ging er weiter, kreuz uild guer, durch Straßen, (Aasseit. und Gäßchen, um schließlich vor einem großen Gebäude Halt KN machen, vor dessen Tor sein Schritt stockte.

Wird er es Hui? dachte Behrens, der unwett von chm stand und ihn beobachtete.

Reisner tat es. Langsa-lir, den Rücken leicht gebeugt, stieg er die Freitreppe hinauf. Die Tür fiel hinter ihm zu.

Behrens ging vor dem Portal auf und ab-, eine kurze, genau abgemessene Strecke, wie eine Wache. Wird er zu­rückkommen? dachte er. Und er nahm sich vor, eine Stunde zu warten.

Allein aus der einen Stunde, die er hatte warten wollen, wurden zlvei Stunden, denen er weitere dreißig Minuten anhängte. Aber Reisner kaur nicht zurück. Da blieb Belprens ein letztes Mal vor dem dunklen Portal stehen, das den anderen verschlungen hatte. Es ist geschehen, sagte er zu sich, es ist geschehen. . .

Er Vehrte wieder um uuü schlug langsam und erschöpft den Weg nach seiner Wohnung eilt, znfrieden und hetter und doch- zerschlagen, ein APens ch, der sein letztes Ziel erreicht hatte und der sich nun ausruhen durste. ,

Er rief seine Mrtiil zu sich herein.Iran Piesecke, sagte er zu ihr,morgen ziehe ich fort."

Wirklich?" sagte f# erschreckt.Nrtd ich hatte ge­dacht ..." . , . .

Er uahnt sie bei der Hand und führte sie durch das Zimmer, von einem Möbelstück zum anderen.Sehen Sie

virgelimg.

-ir Max Treu.

Noch WKN.ÜM in. der Men MnsenstM am Mckar wich sich seiner erinnern. T«ur \mt Kumt«, ihn nicktz den H^Hg«vachsen«,

wie Miner sonst, und der so gern mit so herzlichM! Auf- leuchten der stmnige», blauen Itp jedem hübfchjen. Mädchen MNer den Hut sah! Aber nienvaN lag etroas Zudringliches vdev gar Freches in diesem Mich und eben deshalb teilte chm auch keine böse sein, die vor diesem freMgen.LerrMen seiner Augen etwa einmal dchr Mick -gestuft öder schneller, als noch soeben, iyvs Schritte weiter gelenkt hatte.

Aber einmal war es dem guten Hans Sillmann doch, itbel gegangen. Und das Kim fvt

Eine weiche, linde Jiminacht tag über Stadt und Tat., Bom dmMblänen Himmel funke, ten die Sterm n® spiegelten sich in den leicht rauschenden Wellen des Neckars. Scharf hoben sich die Linien der Berge gegen den dunklen Nachthimmel ab und durch die Bäume am Flusse sang der Svnrmerwiird seine leise» Melodien.

Hans Sillmann kam vom Kdryshaus, wollte' sich noch eine Viertelstunde die etwas heiße Stirn an der Ubendluft; kühlen lassen und dann sein Bett aufsuchen, da morgen in aller Frnye eine Mensur mit einem gefürchteten Gegner steigen sollte, vor dem er sichsselbst!und- sein Korps nicht blamieren wollte. Hart an' der Brücke, die über den Fluß führte, sah er plötzlich ein junges Mädchen stehen..

Sich mal", dache der gute i.Hans,die kenne ich ja noch gar nicht! Das ist ja seltsam!" , .

Und um diese Seltsamkeit sofort «m Kr Memat aus der Welt M schaffen, musterte er die Wartende Knit scharfen Blicken.

Fremd! Ganz siemd!" dachte er.

Aber ein frohes Lächeln huschte über sein Gesicht. ,

Dvmrerwetrer! Ist die hübsch? Hans Sillermann,, dir wirft wahrhaftig alle Tage dümmer, daß dir solche Schönheit bisher ent* gehen konnte!" ; ^

Voll fiel jetzt das Licht der Laterne auf das Gürte Mädchens. Ferngeschnittene, auZdrucksvolle Züge zeigten sich, die von üppigem dunklen Haar umrahmt waren. Ein paar leolMM Magen, deren Farbe er zu seinem Bedauern nicht erltznnkn konnte, blitzten ihm entgegen, Unwillkürlich Mt er den Schnitt an. Da hörte er eine klangvolle Stimme: ,

Gehen Sie ruhig weiter, Herr Silkmann, man mE Nicht von jeder Blume Namen und- Art wissen wollen!"

Und ein leises, silberhelles Lachen schloß sich an die Worte. ^

Der gute Hans war völlig verblüfft. War er denn so stabt- bekannt, daß ihn jedes junge Mädchen, sogar eine ganz fremde, «V seinen Namen kannte?

Er zog fast erschrocken die Mütze und rrwllte voruoer. Ta hörte er eine lachende Stimme hinter sich.: . .. . ... ^

Gelt. .Hänsele, die hat's dir ante qeix fldfir?" Und hÄttev Hin flvnd der Boots- Zockele, ein Vermieter vmt Ruderboote,;, der iedern Heidelberger Studenten vor: damals 'wöhll^annt mar. 19itbl wie einst in Tübingen von .den Smdsnttn auf der Brücke dev.

her: das alles kauft ich. Ihnen, ab, für soviel Geld, daß. Sie sich dafür Besseres anschaffen und in eine freundlichere Gegend ziehen können, wo Sie leicht Ihren Unterhalt finden lverden. stttrr eines müssen Sie mir versprechen: dies alles wird morgen vor meinen Angen zerhackt!"

Zerhackt Y*

"Zerhackt und verbrannt, das ist meine Bedingung."

Sie griff nach, eirtein Zipfel Ihrer Schürze und zupfte verlegen 'daran herum. Ihre passive Feindseligkeit Behrens gegenüber hatte sich schon lange verloren. Nur w-ar sie rwck -unsicher, als wisse sie nicht, was sie mit dem Sonderling anfangen solle.Warmrt kaufen Sie mir dies wertlose Heu.« ad'?" stagte fitz-.Was haben Sie davon?"

Eine Freude, kümnrern Sie sich nicht darum."

Und er ging, als sie sich entfernt hatte, von einem ÄWbelstück zum anderen, betrachtete ein jedes und streichelte es wie eirt Wesen, das zwar noch lebte, das aber alt rmdj krank war nnd sich, nach« dem Tod sehnte.

Dann setzte er sich, an eines der blinden Fenster und starrte in dir Tümmeruug hinaus. Es war ihm reckst schwer ums Herz. Er legte die Arme auf den Fensterrahmen, bettete den Kopf darauf und schloß die- Angen.

So kostete er: inmitten eines tranernden Schweigens die schmerzliche Wehmut eines Menschen ans, der weiß, daß er nun endgültig allein steht.

(Fortsetzung folgt.) ^ .

söhne gelegentlich diesen, treuherzigen Jvckele gegenüber ebensalls den alten Sewachtruf an und erreichen, bannt stets genau dasselbe, wie ihre Tübinger Kommilitonen bei den Flößern, nämlich hm«r Zorn und grimmige Entrüstung.

Mochte nun der gute Hans sich über die unerwartete Storung' seines kleinen Abenteuers geärgert haben.oder darüber, daß ^-ockelc« ihn in (R-gen-vart einer ihm. ganz unbeAnnten SckMhett so trumpfte lürtz und gut, dein Gehege seiner Zähne entfloh das gesinaette Wort: > ..

..Zockele sverr k" , . . .^

Ter Zockele aber hatte Heute auch gerade lemen schsinttnen Tag und wuul. patte er dqn alten hLrausfordernden Kriegsruf, ver-l 'nmnmen. der ihm jedes Mal das Blut in Wvlhmg brachte, da ballte er auch schon die -Faust, und genau wie einst dw TWruger Flößer, setzte er der .geflügelten Rede die geflügelte Anttvvrt entgegen) welche der Me Kitter tzlötz von Berlichingen dermalemst dem kaisestichen Trompeter gegeben hatte, die er denn seinersetts noch

krästr^e^ittrte. ^ gedenk i dir! Dös gedenk i dir!

C Und der Jwkele gedachte es dem Hans Sillmann er hielt Fahre waren ins Land gegangen. Mus den JüngliW«r von

das deutsche Land dahinbrauste. - { ,

Im selben badischen Landwehrremntent stand, Hanv Äülmann als Mmpagniesührer nnd Zockele als- fein, llnterofsimer. Längst hatte tzas.Schicksal beide voneinander getrennt,^-- UM. so grötzer war bu

B?tTl i V t Ullo **»' l ** j-***'Vtx. ,, fv\ r..

wach! We leuchteten aus dem Mmmmr der Vergangenheit