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Wort ab. „Ich btrr gu allem Mi Wenn bu mich willst dann kannst du mich haben. Mir ist alles gleich."
„Dann will ich dich, also nicht haben."
Me wurde durch den sondewar feierlichen Don seiner Worte betvossen, „$!$£?"
„Ich will nicht die, die du bisst. Ich wallte eine anLsw. Kb«r vs scheint, daß sie nie gelebt hat."
„Du sprichst so dunkel ..
Er trat vor sie hin und nahm ihre Hajnd. „Sieh ttnda mi/ 1 fordert« er sie auf, „sieh mich genau an. WW siehst
„Du bist alt," antwortet« sie erschreckt, „sehr E. . "
„Ja, sehr aü, vorzeitig alt. Und ich bin es durch dich Wvorden, dadurch, daß ich auf dich warten mußte, so viele Jahre . . . Das Warten ftaß an mir, Kehrte mich ans. Und doch bin ich nicht aestorüe-rr. Denn ich jagte mir: Es kommt eine Stunde, da ich ihr gegenitberstehen werde, da sie alles wieder antmacht, jo daß uh ihr verzeihen kann. . . «Die Stunde ist gekommen, aber ich habe umsonst aeroartet. Du machst nicht wieder gut, was btt verdorben hast. Und ich ftrmi dir nicht verKeihen."
„Wie soll ich es gntmachen.?" fragte sie beklommen.
„Indem du mir das wiedergibst, was du mir genomureu hast, — damals, als du mich betrogst."
„Was habe ich dir da geirommen?"
„Den Glauben cur dich," sagte er ernst. „Ihn fordere ich zurück. Und kannst du ihn mir nicht mehr geben, dann. — dam: habe ich mein Leben um ein nichts vertan, dann ist jener andere mn einer Laune willen gestorben, dann bist nicht du es gewesen, die mich betrogen hat, dann war ich einer, der sich selbst betrogen hat, -< und dann kann ich z^hen..."
Sie versank in ein langes Brüten. Dichte Nebel hingen vor den Tagen, von denen er sprach. ?lber wenn sie sich anstrengte und ihre Augen scharf machte, unterschied sie doch MaLvLheiten, znsammenhanHs.ofe Bruchstücke aus einer Zeit, vor: der sie nicht geglaubt hatte, daß sie noch einmal in ihr lebendig werden konnte.
Sie sah «inen Mamr, der sie quälte. Und einen Ährten, dorr diese Qual ärger traf als sie selbst, der UM sie litt und für sie fühlte.
(Fortsetzung folgt.)
Die SchloWrrw.
Bur KriegserlebnW von Karl Gerhard Briese (im Felde).
Wir kamen von der Somme und sollten Quartier in einem vemen Orte beziehen, der zwar gar nicht so wert von der Front, aber ganz abfetts der Straße lag. Hch mx als Qrmrtternmche« vovaufgeschickt. Gegen Mittag kam dck!,mit dre: Aftern m G.. . an. Es'.var ein Nest, das nur aus we-mgen, ziemlich veaoalnlosten Gehöfte;: bestand: ein etwas größeres gehörte etwas abseits in einem großen Park Lrogerr Mte. umxxtm* machen war ziemlich rasch erledigt: dre Gehöfte waren ^ zwar voch bewohw. aber in dm Stallungen fand sich nur sÄtmr E mag ere Kuh öder ein riend aussehender alter Klepper. Dre L^adrmr war also nntergebracht, nun wollte rch noch für ims Ofschrwe eüpk Veeignete Unterkunft findcn N7Ä> begao mich daher zum LWoß. Mm: Mußte die Torfftraße entlang gehen dann arr der Parkmauer recktsum machm. Nach etwa ninf Minuten stand ich vor emem
m fünf Minuten stand ich vor E verivitterten, gänzlich mit Efsu KberwMertKr. Portal. Ich verq
verwitterten, ganzruy mn v***
Suchte das Wappen m erkennen, das w entern Grebelfeü» emgelasskN war, doch tvar es so verwaschen unb abgebröMt, daß ich esmcht «ntMern konnte. Ich drückte aus^e Nmke oer Leuten Tür, ms dt das große Portal als Zugang für Fußgänger etngeKgt wcrr: sie gab ÜtirschKrü) nach, ich stand im Dark. .
Der mit Gras bSvachsene Wsg führte mich m tornrgenCchrck- tett aus einen großer: verödeten Rasenplatz, in dessen Aktie cm MM mit abgebrochenen Arm und mchrere;: kleinen Löchern rm Kops, die vor: Gewehrkug^n MrznrüHven schielten, stand. Gegern Über lag das wnnderWbsche Schlößcherr, ems von denen, me rS hier in Nvrdsrankrrich st viel gibt: in BmffvnnM erbaut, »trat weißem Verputz der Fertst-r Mtd Gesrmse: em hoKS, sptsiA Schieferdach mit vielen Schornsteinen ragte über dm Wipfel. Die Seitenflügel traben etwas vor und der Hoftaum, darr sre mit dein rückwärtigen Hauptgebäude bildeten, war mit großen, mttm Steinen gepflastert, zwischen denen jetzt ab« murtter bas Gras sproß. Das Schloß machte einen nnbrivohnlar, verwahrlostst Andruck, aber ich hatte gehört, baß Madame mach hier ivohnte. Ich kstpfte an das Portal; nietnarrd öfstiete, da trat ich selbst in die kleine, dnnKe Balle. Tie Wände lvaven mit braunem Botz aus- gM-eidet; vier große Fenster gingen auf der anderen., Seite auf Lime GartrnLerrasse; an der einen Wand stand ein großer Mmrrt^ vier Türen führten anschemmd in bk benachbarten Aimmer; Oom von ihnen nkvm verschvsfett, «free war nur angckeM, ich Wh fm
arvßes Zinuner, aus dem aber bis auf einest Tisch und riniyk StüUe alle Möbel entfernt zu sein Werten. Tie vierte Tür konnte ich öffnen, hinter ihr lag ein Korridor, von dem itn*bcrum ritte breite, mit dicken Teppichen bdlsgte Treppe nach oben führte. Ich tvollte gerade hinan.fgeWn, als mir eine merkwürdige Gestalt entgegenkam: ein kleiner alter Diener mtf tadellos rasiertentz GesicU, der aber in einer kostbaren, jriwch an allen Ecken abgeschabten und schlecht geflickten Livree steckte. Seine weißseideneNi Strürnpfe imesen drcke Stopfstüllen. auf, die Schrrallertschuhe loareni heruutergetreten und der braune brock hatte artdersfarbige Flicken aufgesetzt bekommen. Aber der Atanrr düvegte sch mit einer unrmch- ahmlchen Würde nud sein in ernste Fasterr gelegtes Gesicht be» tvaMete mch mit vornehmer GeriirtgsckKAmg.
„Was wünschen Sie, nrein Herr?" fragte er aus fvomzösisch. „Logis ponr tM'atre messieurs" anüvortete ch. Darauf wirs er mit königlicher Gebärde nach oben. Er ging vorauf und fordert« mich aus, ihm zu folgen. Oben öffnete er nur zwei geräumig! Zimmer, ausgestattet mit schönen, breitM Betten, Waschgelegenhett' und ollem was nötig.war, jedoch schienen svrgfälttg alle Bilder, Teppiche und Luxusgegerrstände entfernt zu sein, so daß die Zimnter einer: etzvas unbehaglichen, tzotelntäßigen Eutdruck machten, weniql- stens als Zimmer eures' Privathanses betrachtet, mir erschienen fte im Vergleich unseren letzten Quartieren fürWich. Ich gab den: Diener noch etnige Anweistmgen und fragte dann, ob Madame zu Hause sei. Madame empfängt nicht," lwatete die mit stolzer Ruhe gegebene Ärttwort, dann war er verschwntrden. Ich rvar ganz be-i troffen. So eüvas lvar mir in den zwei Jahren hier in Frankreich noch nicht passiert. Selbst auf dem Bormarsch 1914 hatte ich nur einige wenige Franzosen getwfseit, die mit stolzem Hochrmtt auf den Fecrch hevaösahen, und jetzt hatte tnan sich schon so aneinander ge- tvöhnt, daß dre Soldaten mitten Landesrinwohirern auf einem rockt vertrauten Fuß standen. Doch ich machte mir kein« weiteren? Gedanken, lachte nur und legte rnich dann schlafen.
Ms ich gegen 4 Uhr erwachte, besMoß ich, einen Rekognvs-
S agsgang durch den Park zu unternehmen. Ich Qittg wieder die Halle, ohne einen Matschen M treffen, trat aber diesmM die Glastür an der anderen Seite ins Freie. Ter Blick von. der Gartantervasse in den Park hinein war prächtig. Unmittelbar am Fiche der Terrasse lag ein Grab. ES war ganz, wunderschön mit Blumen geschmückt und der Platz, der es umgab, schön gepft-sgt im Gegensatz zu dem anderen Teil des Parkes, der völlig verwildert war. Aus den: Grabkreuz stand kein Name, ich blieb lange sinnend davor stehen. Wer mochte hier.ruhen? Und wer vstegte das Grab so liebevoll? Das konnte doch nur die Be-,
E rm des Schlosses fern, ob die aber für das Grab eines Feindes, würde? —, Ich träumte, mrdere Gräber kamen mir in Srmr, ich dachte an viele, viÄe Dole, die hier draußen einsam in fremder Erde rnhterr, und fast gedankenlos brach ich eine Rose von einem blühenden Strauch und ließ sie auf das Grab fallen als Gruß an die Toten, die mir ernst nahe gestanden.
bu erneut_ ...
war, die mich nicht empfangen wollte? Ich war vrdenttich nrita gierig geworden, diese Dam« kennen zu lernen.
Ich schleuderte noch eilt Weilchen durch den sehr schönes aber gänzlich verwahrbo-stM Park und kehrt« gegst 5 Uhr zum Schloß zurück. Nun mußte die Schwadron auch bald eintreflen.
Ms ich wieder tn die Halle ttat, kam mir der Diener in feinet komischen ElUarrz mit derselben abweisenden, feierliches Miene entgegen. „Mvdanre läßt den Herrn zuin Der bitten,^ sagte er mit gelassener Würde. Ich war noch sprachloser wie vorher. Was bedeutete dieser plötzliche Stimmungswechsel? Meine Neugierde wurde .immer Mehr gereizt.
Ter Diener öffnete mir die Tür, die vorhin verschlossen gewesen war. Eine wohltuerche Wärme umfing mich. Im Kamin branE ein offenes Feuer, es herrschte eine leise Dämmerung in dem große;:, behaglicher Zimmer. Aus erneut bequenten Sessel erhob sich eine ganz in Schwarz gekleidete alte Dame mit weißen: Haar, aber einem rrvch recht frischen Gesicht; sie war gwß und schlank und hatte vornehme, ruhige B-Svegirngen; sie gab mir ihre auffallend weiße Hand, ans der die blauen Lidern stark hervortvaten. Tamtz nötigte sie mich zum Bitzerr, der alte Diener reiche Tee und ge« röstetes Brot, rrnd zwischen rms beiden entspann sich eine zunächst etwas formvölle UrtterhaltMtg. Llber diese trauliche Umgebung, dev vornehme LnMs, mit dem das Zimmer im Gsgens<ch zu, dm toteren Schlafzimmerit ansgestattet war, übten bald eme eigen- tümlichr Wirkung aus mich aus. Seit langen Monaten hatte ich«: feinem betvohnten Haus« gesesse::. Gerade imdj den letzten, furcht* baren Erlebnissen an der Somme nMtebe dies „Herrn" so seltsam an. Hier gar nicht weit von der Front lag ein Schloß, an dem Me Stürme des Krieges spurlos^ vorbeigebranst zu sein schienen. In diesem wundervlllerr Frieden fühlt« man sich geborgen.
Ein Schweigen war en! standet: zwischen uns beiden, Mr iehen m dis Glut des Kamins, und dann erzählt« die alte Französin ihr LrauriMs Gesckück: . ^
Drei Sölme hatte sie gehabt, der eme war bmm Kriegsausbruch als KürassieroffiMr ins Feld geMgerr, doch schon in den.ersten LlugustÄrMN im Jahve 1914 ivar er unten bn iNulhcmM Mallen, der zweite hatte schon vor dem Kriegs in Marokko im Mnrpse gegen di- MnsÄborsnen den Heldentod gefunden. Einer war chr noch se-


