Ausgabe 
13.2.1918
 
Einzelbild herunterladen

Weil ich es rvill, deshalb . ^ ftnft«

Sein Gesicht verzerrte sich zu eurer W dir aetcm?! Ist es so viel, was ich dir getan habeti Denke dariwer nach, wenn dn inr Gefängnis schesh, fa, denke dann über alles rrach!" .« ^

Du 'Ädest mich, du treibst muH rn den Doch.

Nein, dazu bist dn zu feig... Und rtrcmt! lachte.

M ist schon so mancher gestorben, trchte dich, am

Er ^schauerte Und fühlte zugleich, daß sie recht batlL Wutzeit fiel ihm ein. Und nicht nur Gutzert: mrch alle o^e anderen..., iver MKte sie! ....

Nein, es gab kein Verzeihen. Aber gab e» E Linnen? Wo war die Masche, durch dre er hrndnrchschlupien Sonnte, durch das Netz, das nmn ihm üb>wgemoErr hatte?

Er suchte hastig, sah Egswvll nach chlen Rrchtirugen, drehte und wendete sich, aber er fand kerne, kerne ernzrge, verstrickte sich wrr noch mehr. , u w T .

Da fiel er vor ihr auf dr« Krrree.Rette mrch, flehte

Sie betrachtete ihn ruhig. Und doch fiog rhr Wem.Du bestehst daraus?" fragte sie gepreßt. .... .

Er wagte wieder zu hoffen. Serrre Worte überstürzten sich. Er umschlang ihre Kurse.Rette mrch, lallte er,ich Wo dich, Lucie, - rette mich!... Nur dieses erne Mal Lvch! Nur dieses eine Mal/' ,

Sie wandte sich von ihm weg, stieß mit den Fußen nach

Ihm.Geh, geh!"

Wirst du mir Helsen?" .. w «.

,^Ja," sagte sie rroch harter als zuvor,rch wrll drr

HÄfmr, nnfc-er BedinMrrgen helfen..."

Was Erlangst dn?" klammerte er sich an sie. Mant^erlei. Bor allem das eine: du gehst von hier rvrr und läßt dich nie mehr blicken... Nie mehr'... Hast du «ich begriffen?''

»Darm zweitens: Du willigst in die Scheidung mit mir, f 4 Unter einem Vorwand, den wir nicht M suchen brauchen iHitJb der toer ist..."

"Dann^ drittens : Du verpflichtest dich, nie mehr wach tztzm Kind zu fragen, weder schriftlich, noch mündlich, weder tzpLsÄulich, noch durch Dritte..

Aber..." ucknrrnerte er hilflos,

Willst du? Ja oder nein?"

-Ichwill."

Tu verzichtest auch darauf, es noch ernmal zu sehen, m ist Bedingung!"

,^a, ja..." sagte er matt. ,

Sut," schloß sie blaß. ,Md damit verlaßt dU Mich! Weh! Und behellige mich nie tweber!"

Er stand mühsam aüf und sah sie mrt einem! halberr Dlrck

tzvagend an.

Du bleibst rroch so lange auf deinem Zimmer, als es Wib-edingt nötig ist," befahl sie ihm.Dann verläßt du das Laus und kommst nie mehr wieder!"

Er griff nach ihrer Harrd, aber sie entzog sw rhm Körnig.Gch!" herrschte sie ihn an.

Er ging.

Er trat in fein Zimmer, und es Men ihm, als sei es Mns Dstenhalle. Er zog die Vorhänge an den Fenstern KurüS und sah, daß der Morgen graute.

Mit einem sonderbaren Lmtt des Schmerzes siel er mrf Vmr Fußboden hin.

I ' 26. Kapitel.

Drei Stmrden später sah Behrens, als er in das Zim­mer trat, Reisner am Boden liegen. Er war sehr blaß und beugts sich über ihn. Da erkannte er, daß er keinen Be­wußtlosen, sondern bloß ehren Schlafenden vor sich hatte. Und er weckte ihn durch Rütteln.

Reisner sah auf und schien Behrens erst nach einer ge­raumen Weile zu erkenncnr. Er stand auf, fuhr sich durch He wirren Laave und lächelte müde.Ich war übernächtig," sägvs er, sich gleichsam entschuldigend.Ich Hab« viel ge- «Leitet."

Wer jetzt sind Sie fertig?" fragte Behrens fachlich Reisner nickte. ,Ha/'

Und M haben Sie sich entschlossen?"

! Reisner kniff die Lippen zusammen.Es ist alles er- ketiigt," sagte er ruhig.Ich habe mich mit meiner Frau verMndigt. Wir lassen uns scheiden."

Vortrefflich," nickte Behrens,so dachte ich es mir

auch"

Reisners Hand beschrieb euren Kreis.Nun fttld Sie Herr über das alles. Ueber das und noch viel mehr. Auch über meine Frau. . . Möge Ihnen alles wohl bewmmen^ Hoffen wir es," sagte Behrens trocken.

Reisner kroch ein leiser Schauer dsrr Rückerr entlang Urrd bezüglich meiner, ivas haben Sie da beschlossen?'* Behrens nahm breit derr Platz am Schreibtisch ein, den sonst Reisner innegehaüt hatte.Sie bleiben mein Schuld« ner," sagte er ohne Ausdruck.Aber nachdem Sie sich so. gefügig gezeigt haben, will ich meine Forderung nicht gel­te: cd machen, in keiner Weise... Darf ich fragen, was Sie mit Ihrer Frau verabredet haben?"

Sie können zufrieden sein, ich bin in jeder Weise zur Ohnmacht verdammt. Weder meine Frau rroch mein Kind darf ich jemals Wiedersehen."

Auch! Ihr Kind nichts Nein, auch mein Kind nicht."

So," sagte Behrens und trommelte mit den Fingern auf der Tischplatte, während er Reisner scharf ins Glicht sah.Und wovon gedenken Sie zu lebend Ich weiß es nicht..

Verkennen Sie mich rächt," meinte Behrens' mit einem Anflug von Spott,ich> will nicht zu hart mit Ihnen ver­fahren ... Meine Börse steht Ihnen jederzeit offen." Ich danke," sagte Reisner kurz.

Nun, vielleicht überlegen Sie es sich noch... Gibt es noch etwas, das wir zu besprechen hätten, ich meine: etwas, das nicht ebensogut ein Anwalt regeln könntet ^ Nein," antwortete Reisner.

Behrens lächelte grausam.Dann halte ich unsere Unter­redung für beendet."

Für diesmal," sagte Reisner und zitterte plötzlich hefttg,für diesmal jo."

Ich verstehe Sie nicht. Was wollen Sie damit faßen?"* Daß, daß vielleicht auch Sie einmal so gehen

werden, so ohnmächtig, so-"

Reisner vollendete nicht, denn er kam ins Würgew Er sttilpte den Hut auf die wirren Haare, atmete kurz und hefttg und vernetz das Zimmer, blieb draußen eine Weile stehen, als erwarte er noch ettoas, und eilte dann mit hastigen Schritten aus dem Haus.

Behrens blickte ihm durch das Fenster nach und fein Mund verkrampft« sich Dann ging er nachdenklich durch das Zimmer, trat von einem Gegenstand zum anderen, nahm dies und jenes in die Hand und entdeckte schließlich aus dem Schreibtisch das Bild eines Kindes.

Er dachte: Das hat er vergessen, nicht einmal das Bild hat er mehr! Und er steckte es in die Tasche.

Er drückte auf derr Knopf einer elektrischen Glocke, um Prokop herbeizurufen. Aber niemand kam. Das Hans ist in Auslosung begriffen, dachte er, wie seine Bewohner es sind.

Er griff in seine Rocktasche und nahm ein Papier aus einem Umschlag. Er hielt es gegen das Licht und prüfte es sorgfältig.

Er hat das geschrieben, ohne zu zittern, dachte er, in einem Zug. Der arme Mensch!

Er zündete eine Kerze an und hiett das Parier an das Licht. Die Flamme fraß es leckerrd auf. Schließlich hielt er mir noch Asche auf seinem Handteller. Er zerrieb st« und streute sie dann über den Teppich hin, nur sie sodann mit einem schmerzlichen Ingrimm zu zertreten.

Er zog eine Schublade des Schreibtisches auf und fand dort einen Brief. Der Umschlag hatte die Aufschrift: An meine Frau. Er riß ihn auf.

Er las alles und prägte sich nur einen Satz ein: Lucie, vergiß nicht, daß ich nur ein Mensch war. Und er lächelte und steckte auch den Brief in die Tasche.

Noch einmal sah er sich imt, schloß dann leise die Tür hinter sich und pochte an jene zweite Tür, deren Schwelle er schon einmal überschritten hatte.

Lucie, ich versprach dir, noch einmal zu kommen: Ich bin da."

Sie nickte ihm flüchtig zu:Du bist hier der Herr, es steht ganz in dernem Belieben, zu kommen oder M gehen."

Ich bin nicht gekommen, um dich zu quälen," sagte er warm,ich suche eine Mglichkeit, mich mit dir M verstän­digen."

Sie schnitt ihn: mit einer ungednHigen Bewegung das