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feit eines Brandes, dessen Flammen ans leicht entzündliche Stoffe übergreise::, um so angstvoller drängte ], ie zu einem klaren Kopf und einer ruhigen Hand, die sie aalet::

War es schon zu spät? Sie bereute, Friedrich Saach burg nicht eingeweiht zu haben, denn mit einem Mal sah, sie auch den Mann in ihm, der allein imstande war, ihr wirk­sam beiznstehen. *

Plötzlich erinnerte sie sich auch eines Briefes, den sie heute morgen erhalten hatte und in deni ein Fremaer sw bat, daß sie ihn empfange: er sei in der Lage, ihr nicht mr- wichtige Aufklärungen geschäftlicher Art zu geben. ^

Sie hatte den Brief fortgeworfen, vermutend, daß, er eine jener Belästtgurigen darstelle, denen Leute ihres Widy ttnns oft ausgesetzt sind.

Jetzt suchte sie ihn hastig, ohne :hn finden M können. .Das steigerte noch ihre Nervosität. Sie rres ihr Mädchen. Wenn ein Besuch kommt/' sagte sie, ,ein Mann, ein Mann beliebigen Namens,> dann lassen Sie ihn vor.

Daraufhin wurde sie ruhiger. Es schien ihr auch un­klug, Friedrich Saalburg schon jetzt einznwetben. Es kam ihr zuni Bewußtsein, welche Macht ihren Milttmten :nne- wohnte, gerade einem Mann gegenüber, der den Werl, des Geldes kannte. Ihr Geld war es, das sie jung, begehrens­wert und unwiderstehlich machte. Was blieb ihr, wen-: sie

es verlor? , t t .., ..

Sie trat noch einmal vor den Spiegel und sah sich mit einemmal ganz anders. Nicht nur die Fültchen an den Augen mißfielen ihr, ihr ganzes Gesicht, schien ihr, war eckiger geworden, hatte jene sanfte Rundung, jenen fcyouen Schmelz verloren, die man erst wahrnimmt, wenn sie nicht mehr da stttt. _

Sie dachte an den mit so übertriebener 'sorgmlt ge­pflegten Backenbart Friedrich Saalburgs, der aus das Ge­sicht eines Alternden wie ein Versuch tzepappt war, die Zeit auszuhalten. Und sie dachte an die grauen Haare Reisners. Uiid sie erinnerte sich zugleich ches letzten Jahr­zehnts als einer Zeit, die man ihrzögohlen hatte, . 4

Oh, noch einmal wollte sie fliegen! Doch wer hob sie

in die Höhe? . .

Es fröstelte sie, wenn sie den Weg sah, den so viele Men­schen zu Fuß, über die holprige Erde hin, machen mußten: es war der bittere Weg des Daseins!

*

Frau von Marisch sah erstaunt auf die fast unmögliche braune Farbe des Anzuges, in dem der fremde Besucher sich ihr vorstellte. Der Schnitt war unmodern.Wer sind Sie?" fragte sie enttäuscht. . , w , . r

Ich war so frei, mir für meine Zwecke eine Empfeh­lung zu verschaffen," antwortete Behrens,die Empfehlung einer Bank, die Ihnen bekannt ist. Haben Sie die Güte, sie

Frau von Marisch nahnr nur widerwillig das Papier, das der Fremde ihr überreichte, und warf einen feindseligen Blick darauf. Doch schnell wurde sie interessierter und las mit einer gewissen Hast. Ihre Wangen röteten sich dabei.

Millionär, gnädige Frau, ja!"

Wieder klammerte sich ihr Staunen an fernem Aeußeren fest. Gewiß, auf einem Dorf konnte er zur Not sv sogar Sonntags gehen. Wer in Berlttr? Und gar tvenn er Damen der Gesellschaft aufsuchte?

Er sah spöttisch an sich herab-.Sie finden, daß ich nicht elegant genug bin'?"

Verzeihen Sie," sagte sie, sich schämend, und wies ihm einen Platz an,was führt Sie zu mir?"

Geschäfte," antwortete er ihr,gemeinsame Inter­essen."

Sie wurde schnell wieder mißtrauisch. War diese Schä­bigkeit des Aeußeren ein neuer Trick, sich einzuführen? Ich verstehe nichts von Geschäften," sagte sie kälter, als es eigentlich ihre Absicht war.

Und ich nicht viel," versetzte er freimütig und in einer Art, die ihr gefiel nnd Vertrauen einflößte,immerhin aber soviel, nm Ihnen sagen zu können, daß Sie innerhalb acht Tagen ruiniert sein werden, wenn "

Ihre Züge verzerrten sich.Reden Sie," forderte sie ihn hastig ans.

-- wenn Sie nicht unverzüglich Ihre Beziehuir-

gen" er sprach dieses Wort langsam und mit Betonung aus und sah sie dabei in einer Weise an, die ihr alles Blut

in den Kopf trieb,- wenn Sie nicht unverzüglich Ihre Beziehungen zu Hermann Reisner läsen."

Es entstand eine Pause zwischen ihren, von deren Errt- schlüsseu es äbhing, ob Frau von Mairisch dem Besucher die Tür weiser: oder ob sie die Angst um ihr Vermögen höher als ihre Frauenehre stellen würde. Sie hatte rasch gewühlt. Sie fispelte:Was wissen Sie?'

Er zog gleichmütig die Schultern hoch:So ziemlich alles."

Was?!" beharrte sie hastig und stampfte zornrg mit dem Fuß gegen den Teppich.

Gr strich das Gespräch mit einer sanften Handbewegung aus.Reden wir nicht davon. Reden wir von Geschäf­ten . . . lttt Llbnen bekannt, daß Reisner vor dem Bankerott

steht'?'

Nein," sagte sie entsetzt,wieso?"

Wieso?" Er, der diese Empfindung kaum noch kannte, wurde bitter.Haben Sie auch nur einen Augenblick an die Kraft Reisners geglaubt? Ich nicht."

Er stellt etwas vor," sagte sre kleinlartt,er ist erner der reichsten Männer. . P

Woher wissen Sie das? Bon ihm selbst?'

Ja."

Und Sie haben seine Worte nie uachgeprüst?'

Nein."

Warum?' ^

Weil . . ." Wer sie stockte, denn sie war plötzlich hilft los und hatte die Empfindung, nackt dazustehen, vor einem« der dies nicht sah, der rücksichtsvoll zur Seite blickte.

-Die weinte leise ...

Da sprach er beruhigend Es sie ein.Drosten Sie sich Sie waren nicht sein einziges Opfer und ganz sicher jenes, das noch am besten bei ihm weggekommeu ist. Was tut es Ihnen, wem: Sie eine Million verlieren, wenn Sie doch -.roch anderthalb Millionen, die Ihnen geblieben sind, be­halten dürfen. . . Jeder Mensch muß seine Jrrtümer be­zahle''.'.. Sie sind billig toeggekommen."

Sein Geld ist weg," fragte sie,verloren?"

Er nickte.Alles."

Wie ist das nur möglich," flüsterte sie wie im Traum, wie ist das nur möglich?'

Ich will es Ihnen erklären," sagte er bedächtig,bitte, hören Sie mich an."

Und er schilderte ihr in kurzen, scharfen Umrissen, was er in wocheulangem, mühseligem Suchen gesunden hatte, nachdem er mit einer Zähigkeit geforscht hatte, die an Liebe grenzte: die Geschichte von Reisners scheinbarem Aufstteg und allmählichem, sicheren: Untergang.

Mit ruhigen, sicheren Worten zeichnete Behrens das Leben Reisners nach, von dessen Jugend bis zu jenem törichten Tatversuch, der ihn ins Gefängnis brachte. Einen Charakter hätte oie Strafe geklärt, ihn wühlte sie im Inner­sten ans. Als einer, der sich gegen die Welt empörte, ging er aus dem Gefängnis. Daß er sich nur gegen seine eigene Schuld empörte, sah er nicht. Da er mit seiner Schutt nicht fertig wurde, wurde sie es unr so leichter mit ihm. Sie wuchs in ihm und machte ihn blind. Ir: dieser Mutts heit ging er daran, sich zu räche::.

Behrens ging auf Einzelheiten über

Mit einem simplen Holzgeschüft hatte Reisner begvw nen. Damit hatte er eine Automobilfabrik rvieder lebens­fähig gemacht, die, wenn er sie behalten hätte, seiner Zukunft eine dauernde und feste Grundlage gegeben hätte. Allein er hatte den Ehrgeiz, schöpferisch zu wirken, und um ihn zu betätigen und zu beweisen, ließ er sich in Dinge ein, denen er nicht gewachsen lvar.

So gründete er mit Ihren jene Gesellschaft zur Ver­wertung eines Patents, das auf eine neue Art Glühkörper Herstellen wollte," sagte Behrens,und wenn Sie nicht schon damals viel Geld verloren haben, so verdanken Sie das nur dem Umstand, daß Reisner Dumme fand, die ihm die Sache abnähmen, ehe es ruchbar wurde, daß sie ein Humbug war."

Und so war es fortgegangen, alle die Jahre, bis heute. Es blieb erstaunlich, wie dumm nnd leichtgläubig die Welt wiar nnd wie gern sie jedem, der ihr Sand in die Augen streute, auf den Leim ging. Je mehr Reisner davon abkanh zu arbeiten, um so besser lernte er es, zu täuschen. Er fand bald die Geste, die der Menge imponiert und die sogar Er­fahrene täuschen kann. Er bot denen, die ihm nicht glaubten, frech die Sttrn. Und er war beweglich,. Tausenderlei Be­ziehungen knüpfte er an, die ihm alle einmal in irgertt