im MgenMck M unter der Michrge, daß. man den Wtderhall beg Schlages von» Tuileriengarten klatschend hörte, — und wettauf m das hocheinporqebvbene Haup't die lWgeir, daß gräßltches Entsetzen die Menge faßte, durch-einanderlvtrbelte und auseinanderscheuchte — ; ein Schrei des Grausens,—. Ein Faustschlag fuhr dem Henker an vre Schläfe, er tarrmelte vor dem Schafott 'Kirr Erde, von zttterndeu fänden ward Charlvttens blutend .Haupt emporgehoben, und heNte Lippen küßten ihre kalte Stirn— - *. „ r „ r .
Dann ward Ädam Lux überwältigt tntd fortgeführt, wenige Tage später stand er an derselben. /Stelle, >wo Charlotte Cordal) ge-- blutet hatte, auf dem Schasfott: — schon ging der -rag zur Rrnte, aus der Seine stiegerr grarre Nebelirmd.hüllten d»e blutige Sonne m ihre weichen Schatten.
Aus Goethes und Larl Augusts letzten Zähren.
Mit den» soeben erscheinenden dritten Bande ist die Monnmen-
Vropyerzogs ovn ioz l wi» j-o^o uwbw v,.7or.a
voll den Mziehmtgell der betdetr Aäaftmec m ihren letzten Lebens-, fahren Nach wie im war der briefliche Verkehr zwischen dem Schlosse'und dem Frauenplane, oder auch, wenn eene Reise dre 'beiden Frennde räumlich weiter voneinander entfernte, sehr, rege. Haupt sächlich bezog er sich auf Kunstangeleganheiten tnt wettesteil Sinrle uud sodmm ans naturwissenschaftliche Fragen,, für dre Carl August lebhaftes Interesse hatte. So teilte er denr Frenride seine Boobachtungell über das Wetter uud Aeh-nliches uilt, holte sich bei ihin Rat und Krttärtmg, zeigte ihch neue wertvoll Eingänge und Errverbungen au, urtb sehr bereitwilltg gmg Goethe auf die ihm selbst so bedeutenden Dinge ein.. Im ganzen kann mm: sagen, daß Goethe als eine Art weimarischen Kultusunuyters Wirkte, ivobei nirr fterlich die Fragen rmd Angelegenheiten des Theaters sorgfältig umgangen iourden. Höchst bezeichnend für beide Persönlichkeiten sind Don und Haltung ihrer Briefe: Goethe, fat dem ja in späteren L-ebertsjahren das Naturell des Vaters rnnner mehr diirchgeschlagen ist, schreibt formell, genau, umständlichgeschäftsmäßig: der Gros-Herzog saßt sich kürzer, resoluter und persönlicher. Wo die Saiten der menschlichen Bezrehrmgen er- Ningen, da bekundet Goethe hiugeben.de rmd ackst»tr»gsvvlle Ber- ehrrmg, während der Gvoßherzog seinem „alten Freunde uno Wassenbrlider" herzhafter, frischer, wärmer schreibt und sogar I^er und da noch einen NachlMl alter Burschikofität anflebew
^ Nicht inimer war der Vertehr zlvifchM beit l-eiderr alten Jbermt, die doch, jeder in seiner Art, rvie Macht zu Macht neben- emanderstanden, ganz leicht. Das wird in fesselnder und lehrreicher Weise erkennbar durch die Auszüge aus dem Tagebuche des Geheimrats Helbig. HÄbig hat in Carl Augusts letzter Lebenszeit in ganz besonderem Maße als Vermittler zwischen ihm und Goethe gedient, irrte seine Tagebuck,arrfzerchnnngert zeigen, daß man besonders mit Goethe reckte vorsichtig umgehen und sich irr alle Wege davor hüteil mußte, feine Empfindlichkeit zu verletzen, «w handelte es sickf im März 1828 um den vour Großherzog gehegten und geförderten Plärr der Restauration des gvoßerr Lukas Cvanach in der Weimarer StadMrche. Ter Großherzog hatte dafür den» Maler Liebert in Aussicht genonmren, der brckriedigen.de Proben seiner Geschicklichkeit bewährt hatte. Wer das war nun eine Angelegenheit, die unmittelbar in dm kultnsrnrnistenellen Kreis Goethes siel, imd so befahl Carl August Helbig, zunächst einmal mit diesem darüber zu sprecheil. Alsbald zog die Exzellenz die. Brauen hoch tittb sarte es sehr bedenklich, „dein Lieber solch etttenl Schatz, Urte der Cranach ist, anzubertranen, bevor er nicht Proben abgelegt, daß er auch- größere, wichtigere Bildung zu Zestauq rieren verrnöge". Diese Bedenklichteil wollte wieder im^ Schlösse nicht eben gefalle;». Serenissimus äußerte: das Bild müsse restauriert werden, und er wisst gar nicht, was Goethe gegen Lieber habe, der doch vom Restaurieren alter Mlder gewiß mehr.verstehe, als nmncher andere. Also der Geheimrat Helbig wieder zu Goethe; gemeinsame Besprechung, wie „der Gvoßherzog zttfriedengestöllt und wie doch noch einige Zeit gewonn-en. tvürde, nur Lieber vorher besser auf dm Zahlt fühlen zu könum". Tie Sache wird mit allen diplomatischen Finessen betrieben. Es gehe, so wird Carl Arrgnst vorgestelll, gegen Pfingsten und vor dem Feste solle man das Bild, um kern Aergenris m geben, nickte aus der Kirche entfernen; übrigens solle, iveml man dazu schreite, der bekaunte Dberban-, direkter Coudrah die Abnahme imd Wiederausstellmlg des BUdes leiten. Das ivird rmn wieder dorn Großherzog vorgetragen, bem es einleuchtet, daß das Bild bis Pfingsten in der Kirche zu belassen sei, und was die andere Forderung anbelangt, so erklärt er liberal: „Wenn Goethe gllanbt, daß Coudrah die Sache machen kann^ ;v ist's mir auch reckte. Ich dachte mir rmr, weil er Katholik wäre, könnte man Anstoß herbei führen." So sind denn endlich dank der GeschickticUM des Unterhändlers die beiden Großmächte in dieser großen Frage einander genähert. Ter Himmel, der sich sch-onj zu beivölten drohte, hellt sich ans: „Se. Exzellenz sind sehr vergnügt darüber, daß nun . Zeit gewonnen ist." Und nun stellt sich auch ^Äetlie nicht mehr wider haarig an, sondern läßt sich dazu herbei.
Liebers Arb eitert im Restauriere zu betrachtet»^ sthreitet KMi Mrerkennlutg vor, taut schließlich so weit arts, daß er Lieber ist feitler Werkstatt besucht. Darüber große Erbauung int Schloss«, und zu Ostern kamt der taktvolle Berntittter eiutvagm: „Latrge hak nichts dem gnädigen Herrn mehr Freude gemacht, als meine Mel-, düng, daß die Exzelletrz v. Goethe Liebers Tüchtigkeit und Ge- schicllichkeit anerkenne." !
' Man versteht den Charakter dieser kleinen Vorgänge, in denen sich das Menschliche so sckmlkhast bekundet. Tie alte Ex-, zellenz ivird aus alle Weise geschont und mit Luiuthaudschuheui augefaßt. Carl August zeigt sich aus jede Weise taktvoll uch> großsinnig, was ihm freilich auch dadurch, leicht gentacht wrrd daß er eben schließlich der Herr ist. Leistet Goethe Wider,täte ivird Carl August verdrießlich, sucht ihn aber vorsichttg zu de- gütigen und zu geimrmen; zeigt er sich aber eitwerstarrdet», st macht das den prächtigen Fürsten geradezu glücklich. Ter früher tu Weimar ansässige Maler Heiltrick; Müller ivollte gern von Karlsruhe wieder zurückkehren und man ivar in Verlegenheit, ivo uttw wie man ihn unterbringen sollte. Ter Großherzog tat dte bezeichnende und treffende Aeußernng: „es sei ein echt iveintarrscher Grundsatz, alles tu hiesiger Stadt znsantnten z ttpsropsen. Einer sei dein arideren im W!eg und keiner könne gedeihen." Mit Ctser ergriff er daher Helbigs Vorschlag, dent Mütter Stellung und Wohnung in Eiseltach an der Zeichena'kademie zu gebeit. Darüber mußte nun wieder nrit Goethe gesprocheu werden, ^ und diesmal ging die Sache vortrefflich. Ter alte Herr rief sogleich: „Ei, das ist eitt recht aulachender Gedanke. Sagen Sie es S. K. H., daß ich darauf fortbauert urtd eineu mtterth. Vortrags erlassen! iverde." Tiefe Antwort, so werft Helbig in seinem Tageouche an, rnachte dent Gnädigstert ivahre Freude. Es ijt eilt seiner Zug des Hcrzenstaktes Carl Augusts, wie er mit dem greisen, große»« Freilltde ans jode. Weise zart und behutsanr nmzngehen und seinen Wünscheit zu begegnen sich bemühte.
Büchertisch.
— D i e S ch a u b ü u e, Wochenschrift für Polittk, Kunst, Wirtschaft, heransgogeben Volt Siegfried Jacvbsohn, enthält in der Mnnmer 4 ihres vierzehütea Jahrgangs: Ketzereien, von Germantq aus. Die Hüter der Reaktion, von Curtius. Ein Buch.isbor dtg El-e, vor» Parte Gutrnaun. Probestiche ttt Stern heims „Po- fins'ky". Tie Koralle, von S. I. Eifersucht, von Alfred Polgar. Walpurgisnacht, vort Kart Tucholsky. Tag mtd Vöacht, von Eduard Saenger. Uebergartaskvsdit, von Lorarius. Atttworlen.
— Er schlosseue Pforten, Roman von Jda Bvh-Ed. (Verlag vorr Mlsteirt L Co.. Berlirt.) Ter Roman von Jda Boy-Ed spielt in einer rtorddeutschett Judttstriestadt, im llnckoeis einer! großen Ntttu.ittorrssabrik, und an der Lübecker Bucht bet Trave- münde. Alts der Hafeitnr-ole, vor dent nachtdurtkten Meer, in mit hellen Lichtern ent ttach Däneiitark fahrender Passagier^ danrpfer hirmusgleitet, begibt sich die wuchtig geführte Szene, die der Höhepunkt des Merkes ist ^ t .
— Kurt Martens. Die großen und die kleinen Leiden. Novellen. Verlag von Grethtenr & Co. G. m. b.H. Leipzig.
Zchach-Aufgade.
Von S. Loyd.
Weiß zieht an und sehr mit de»»t 4. Zuge »uatt.
Auflösung in nächster Nummer.
.Auslösung des Scherzrätsels in voriger Nun»»r»err Bestelt — Bestie»».
Schrlstieilnug: W. Meyer. — Zivil!nrgsrnuddruck der B r ü h l'schen ll,» v.-Brrch' und Steindruckerei. R. ?arrge, Gießen.


