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*u erfüllten, richtete.-Ich Mchrme mm «mn au» ummuimt ^ Aufforderung des Vaters gern Folge, wenn er munter sprach Nun, Lowka, m^ht Speckkliimpchen (so wurde ich genannt,, weil sch ein sehr dickes Kind war) erfüllte mal eine nm Charade Während ich spreche!, sehen mich alle mr und lächeln Ich weih und fühle es ab«r, das; diesiO LäckMa nicht etwa dadurch hervor-, gerufen wird, weil ich einen lächerlichen^ Eindruck mache, chudern weil ich geliebt wunde. Das fühle ich deutlich, und darum wird mir?
f ° ^Ittä'li'Staaefientf^Scnfcet. Ten,,Vater um* mte
wo der Zeichen unterra cy-r vegrnnr. v u 7 'rr 1 \
nns spricht mit Fedor Jwanytsch deutzch uckd setzt uns m Erstaunen
Mt seine? schönen, Nasen Aussprache. Er
IkvEteft wir aber sächsisch, gerade so tme Fado 1 _olixtrtl)tich- Dei Vater 'zeichnet uns auch nmnchmal etwas vor. Dann ge^n wir „Oute Nacht" sagen der Großmutter, bm Tanten und den anderen^ Der alte Nikolai Tmitrysch nimmt unsere Kleidungsstücke 5 iwm nien hängt sie über seinen Arm und wünscht uns woht S,u schlafen. Mir schlafen aber nach nicht sofort ein rmd schwatzen mikemand^ bis der Erzieher hereinkommt. Er zündet ein Streichholz an, dann ein Licht, das er wieder auslöscht, wann er fuj& entkleidet und,ni sein Bett mit den dicken Kissen gelegt hat. Dann schlafen wir auch e .
Adalbert Stifter.
Eine Halbjahrhundert-Erinnerung von Max Adler.
Das Publikum macht den Dichter. Ohne die Mt-Mener Aristokratie. die Zeit, Nerven und Kultur genug ha te das .dle Klw yran der Stifterschen Poesie in den Vorlesungen des Dichters zu
neuesten Werke zu lesen, wäre Adalbert SttfterMnMErg' wog- sich gewesen wie ohne die Berge, Forsten und Gewässer seiner schönen Böhmerwaldheimat. Zunächst freilich war er stlbst P b kum. Seme Großmutter Ursula - schon der Name ist einen T'ichterahne würdig — wandelte als verkörperte ^mawm e d ^ seine K'mderjahre. Oeffnete sie vor den Enkeln die AMÄtammes- iMN sorgsam behüteten Schrein ihrer ^amilb uM stammo ^ ermnernngen, dann entquollen ihm m rercker FMe Marchs, schichten und Sagen der Heunat, denen zu lauschen der -Miab- mch riniid? ftyur’be Frühzeitig fällt ein dunkler Schatten iib.r >einen twK... VTS....J1 '„2_ itHorftoft Kj>r ttmÄnäbriae den Vater.
Einundzwanz igj ahnger — 1826 — bezieht Stifter die Mi Universität. Er soll sich der juristischen Laufbahn widmem betreibt aber alles andere als Rechtswihenschaften: Schone Lttewattm Kmrst Naturwisseuschasten, Physik und Mathematik Hunt durcheinander. Vor allem aber Menschenkunde Er enkdc'ckt feinen Er- Mherverus und wird Hauslehrer m voruehmen Wretrer FainiUen. Lange Zeit bleibt sein Verhältnis zur Dichtkunst ein platonisches Er m txn feuriger Bewunderer Jean Pauls »ich Goethes, bosftll auch gelegentlich an seinen „Studien", Mißt aber diesen Nebenarbeiten wenig Gewicht bei. Eher noch glauot er an seinen 'Maler- bierns, 'bringt übrigens auch ein paar ganz respektable Landschaft^ bilder zustande. Nur schwer Überwindet er die Zertrummernug eines HerzensWndnisses — im „Nachsommer", ^.n bct^efiatt beit Natalie, hat er sich später von dem schmerKchen Erlebnis befreit — und vermählt sich 1837 mit Amalie Mohaupt.
Em Zufall bringt seine poetische Begabung, ans Lichtz Das Manuskript des „Coudor" entschlüpst während eines Besuches,m einem befreundeten Hause seiner Rocktasche. Man vMckstePPt den, annoch in weitesten Kreisen unbekannten HausWrer fast gewaltsam ür die Literatur. Die Arbeit wird 1840 in Watthaners „Wiener Zeitschrift" veröffentlicht. Hier und in Graf Majlaths Taschenbuch ^lris" erscheinen fortan, vom Publikum mit Begeisterung begrüßt, Stifters Prosadichtungen. Sein literarischer Ruhm ist gesichert. Grillparzer, Zedlitz, die Betty Paoli stchm mit ihm m frennd- schasilich m Gedankenaustausch und persörilichenr Verkehr. Jü den Salons des Wiener Adels liest er seine Werke vor.. Nur ostentliche Vorlesung darf er nicht halten: das geht der Regierung des vor- märzlichen-Oesterreich ebenso gegen den Strich, wie sie spater seinen schulresormerischen Plänen beharrlich widerstrebt. Gleichwohl vermag er sich für den Märzsturm von 1848 nur theorensch M begeistern: in der Praxis verabscheut,er den nnmrstokrattfchest Lärm 'der revolutionären Zeit. „Ich bm ein Mann des Acaßes und der Freiheit," schreibt er in eineni Brief an seinen Verleger .Hecken- — {idibeä ist jetzt leider gefährdet." Tie Berufung ins Unterrichtsministerium lehnt er-ab und lebt, seit, 1860 iri„der geln-bten Donaustadt Linz das beschaitliche Maiern eures ober österreichischen Schulrats, unablässig, mit Ernst und Hingebung an gia Sw tuuoen arbeitend. Daneben widnwt er sich, als Schaffender und- Kritiker, der Malerei und in Mußestunden deni «animeln vml Bildern, geschnitzten alten Möbeln und — Kakteen: den Moment des Aufblühens dieser spukhasten, säst beseelt scheinenden
Blumengeschöpfe m erleben, war chm immer em Ereignis. Seme letzten Lebensjahre verdüstern tragische Todesfälle tn der Verwandtschaft und schweres Siechtuni, denr wiederholte, Reisen nach dem Jungbrunnen der Heimat nur vorübergehend brn^ernng zu schassen vermögen. Am 28. Januar 1868 stirbt er nn Atrophie der Leber: neben den, Toten fand man das Mmufkript der „Mappe", an dein der Uebergewissenhaste noch m leinen letztes Stunden geseilt hatte. . . ; ... „ . >f!L , . ,, r . ...
Stifter ist neben Kürnberger der grogte Prosaist des altereu österreichischen Schristtunis. Seinen Diästungeii tnangelt es oft an dem belebenden Puls einer kräftig fortschreitenden Ha tw- lang: aber lunübertrossen bleibt er »lw^ der erhabenen Geibaltz seiner Natnrschitderungeii, üi die seine Eharaktere, wie Geschöpfe der Landschaft organisch eingebettet sind. Sem Bestes bot er uU der Sammlniig mit deni Malertitel „Studien , m seinem.schwer^ mütig-düstern „Hochwald", in seinem reaw-PgMch ichwarnwn^ den „Condor", im anmutigen „Heidedorf", tu der phantastuchest „Narrenburg", in der orientalischen Faroengmt des ,, juiid all den anderen Stückle» > dieses einzigartige Lepebiichesl des Menschenhevzens und der Natur. Als „Festgeschenk sur dw Jugend" sind feinte „Murten ©Witte" gedacht, das wertvotlM Werk der deutschm Jngendlfteratur. Weniger bedeutend ist er m seiner geschichtlichen Erzählung „Witiko" und m semem lo.)J etltstandenen Roman „Nachsommer", wenngleich er selbst dnsis Buch, das von der verklärten Ruhezeit emes großen Staatsmannes erzählt rmd tnanch erlebten Seelenschmerz beichtet, ftkr seine reifste Schöpfung hielt. Allen seinen Werken aber 0 ine geruhsame Kraft der Darstellung, die künstlerisch vollendete Durchdringung im einzelnen und kleinsten gememsam. E-, lehtt iym sticht an Leidenschaft: aber sie rinnt wie ein unkindischer Strom durch seine Dichtimg, oft kaum erkennbar unter dem gehaltenen Edetmaß der Form. Gottfried Keller schilt ihn tm Philister: Nietzsche hingegen liebt an ihm dw exklusive WenMng gegen den Zeitgeschmack, den hohen Ernst und die echt künstlerische Beflissenheit seiner aristokratischen Spnachkümir.
VScherttsch.
F r i tz S 1 0 f f e l, Arbeit. Verlag von Grethlein & Es. G. m. b. H. Leipzig. In seiner schlichten, kernhasren Art gibt uns hier der durch seine prächtigen, gesunden Hermatbuä-er aus dein Hunsrück bekannte Erzähler Fritz Stoffel, abseits vom Kriege, ein neues Zeugnis vom Segen, der ans Arbeit e»nporwachst und neues Beispiel davon, daß dem Menschen nur durch Erziehung Mr Arbeit geholfen werden kann. Ein schlichter, ..verträumter BauernburscM lund ein prächtiges Mturkmd der zigeunechaften „Horde; . dieMtn, Liebe zueinanderstehen, sind es, die den Weg v!on der Lrebi. hinweg! zur Arbeit finden.
Gießener Hausfrauen-Berein.
Kochamveisnngen.
Weißkohl suppe mit Blutwurst. Ter geputzte, > gut abgewellte Kohl ivird mit kaltem Wsasser gekühlt, ausgrHruckt. geschnitten und mit Wasser, Salz und eurem Brühwürfel oder mit etwas Knochenbrühe gekocht und in die Kochkiste Zum Fertigkochen gestellt. Man kann die Suppe nach Belieben dlckftnssiger oder dünner bereiten. Gern läßt inan mich einige geschalte, geschtiittene Kartoffeln nntkochen, damit die Suppe recht seimig wird, und gibt beim Anrichten in lscheiben oder in Würfel geschnittene Blntumrst
hmem.^^ Chicoree. Dieser überaus wohlschmeckende
Salat ist jetzt eine angenehme Moechslung Due Blätter der stände werden voneinander gelöst und in Mrzo srücke geschnitten, daim gewaschen und zum Abläufen gebracht. Man Mft eure Mischung von Essig, durch Wasser gemildert, nebst Salz, P,efstr, oder, gelbem Sensmehl urtd Zucker her, der Geschmack muß krustig sein, und übergießt damit die Blätter, die mr sich schon aromatisch schmecken.
Chicoree als Gemüse. Um die Farbe angenehm zu erhalten, setzt man dem Kochwasser etwas Milch oder em wenig Saure zu Letztere schmeckt im Endresultat nicht schlecht. Die Staude wird quer durchschnitten und das Wurzelende noch einigemale gespalten Knapp mit Wasser bedeckt, schinort man sie gar, gibt dann ein wenig Mehlschwitze, so daß sie bindet, und schmeckt mit salz, Pfeffer und etivas geriebener Muskatnuß ab. Ein Stuckchm frtfci)« Butter macht das Gericht außerordentlich schmackhaft.
Scherzrätsel.
Ich gebe davon dem liebe,: Freund»
Sobald er mich besucht.
Doch kommt von mir ein Teil hinein,
Jagt's ihm einen mächtigen Schrecken ein Und da ergreift er die Flllcht.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Kapselrätsels in voriger Nummer. Reue macht nichts ungeschehen.
SchrMKtm» 4 : W. Meyer. - ZwillingSrunddruck der Brüht'schen Univ.-Buch- und Steindrnckerei. R. Lange, Gießen.


