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behren Und jeder hei- drei Könige erhielt eine Konrpagnie van Sol-, baten M seinem Gesistge, mit Uniformen in der Farbe seines! Chormarttels. Weiterhin Mg nran vom Turme der Nvtre-Danre- Kirche, in deren Nähe sich die Pvozession zrr bilden pflegte, z,im Tuch? eines benachbarten HausD'eiiren Draht, an dem, genau nach der Erzählung des Evangelisten, ein beweglicher Stern sich vor­wärts schieben liefe, der den Weisen den. Weg angeben sollte.' Bald aber ließ man die drei Könige ihren Weg , zu Pferde znrücklegen., rmd soldatisch?. Nnterhalttmgen ihres Gefolges erfreuten die Zu-, schauer. Dazu, kam eine Darstellung der Flucht nach Aegypten, 'bei welcher die heilige Familie von einer Menge/mit Flügel versehener Engel begleitet war. Auch errichtete uran einen Thron für den Körrig Merodes und, gelangte so zu einer vollständigen Dramati­sierung der biblischen Geschichte, der auch das Groteske nicht fehlte, da beispielsweise das Gefolge des schvarzen Königs sich nicht nur in schwarze Uniformen kleidete, sondern auch Gesicht unb Hände schwärzte, und Hevodes die Schriftgelehrten aus ihre Erklärung der Schrift hin mit seinem Zepter 'drrrchprügelte. Fecht- rmd Schieß­übungen der Sokdatsn Laten das Ihrige, ntrn dqw Spie! noch den letzten Rest des Erbaulichen zur nehmen.

. Es ist eine deutliche Folgeerscheinung der Entartung des religiösen Empfindens jener'Zeit, daß das Freiburger Treikönigs- lbiel scharr gegen Ende des 16. Jahrhunderts seines ursprünglichen relrgrcherr Charakters so errtkleidet war, daß die Chorherren voü St. Nikolaus sich weigerten, fernerhin daran teilzrrrrehrnerr urrd zu beit gewiß nicht unerheblichen Kosten bsizu steuern. Trotzderrr er­hielt sich das Spiel noch während zweier Jjahrhnnderte, bis die französische Revolution wach diesen Ue&erreft des Mittelalters hrnwegsegte. Ta es zu einer reinen Bo ttsbelnstigung ausgeartet war!rmd Aergernisse und Mißbräuche aller Art sich daran knüpften, sv braucht man seinen Verlust nicht zu Hekla gen.

Man mag Wagner, denr diese Ausführungen teilweise entnom­men sind, vom kirchlichen Standpunkt aus recht geben, vom volks­kundlichen aus aber ist das Schwinden dieses Freiburger Spiels »n bedauern, 'and sicherlich wäre eine Wiedereinführung unter Be­seitigung der Mißstände verdienstlicher gewesen, als es völlig faliren $u lassen. Die Sprüche der handelnden Personen des Spiels, wahr­scheinlich ein Werk des Magisters Fridolin Luttenschlager, dessen Berse 1594 vom Rate zu Freiburg approbiert wurden, haben sich in emer Pergamenthandschrift des Archives von St. Nikolaus zu Frei- bnrg erhalten. Sie sind bemerkenswert durch ihre Abfassung in deutscher Sprache, die in Freiburg sicherlich seit dessen Ausnahme m dt? Eidgenossenschaft (1481) die Umgangssprache war.

Line Parabel.

«Bon Leb T o 1 sto r. (Deutsch von Marie Beßimertny.)

Als die MoskauerGesellschaft /zur Pflege ber russischen Sprache" einen Tolstoi-Abend nach dem japanisch-russischen Kriege veranstaltete und sich dafür eine neue Dichtung des Gefeierten er­bat, wollte er eine Erzählung sMdeprUjdie eme Siylmg des Kftiegs-i gerichtes znm J!N!halt hatte. Im letzten Anggnblick isinr jedoch das Ersuchen des Grasen, nachstehende Parabel auf das Programm zu setzen.

Es war einst ent Wohltäter, der an nichts weiter dachte, als an jedwede Möglichkeit, den Mttasichim Gurtes zu tun, ihnen z-u nützen trnd sie vor jeder Widerwärtigkeit >zm bewahren. Er kam schließlich

wo alles das z!u finden war/ was die M«enschen nötig haben und loas ihnen Vergnügen bereitet. '

Sie mögen xmr kominen, dachte er, und essen, trinken, nehmen, was sie brauchen rnrd selbst sich Wer niederlassen. Ist der Vorrat er­schöpft, so will ich für einen neuen sorgen.

Nachdem sein W«eri' vollendet war, D g er sich zurück und wartete ln der Ferne ab, was wohl geschch«en würde. Erst kamen gute Leute, die froh waren, etwas essen, trini?*t .und Übernachtesn zbr können. Sie stellten sich auch anl anderen' /Tage.ein, rrahmen unentbehrliche Dinge mit und waren voller Dankbarkeit für dm unbekannten, Wohltäter.

Bald erschienen aber auch kecke, freche und übelwollende Men­schen, die sich nicht mur sattessen, sondern alles vertilgen und an sich reißen wollten. Es entstand ein heftiger Streit,unter ihneir. Man schrie, tobte, man wurde handgreiflich einer görrnte dem anderen nichts, urrd schließlich hatte keiner was.«

Ans diese Weise wurden all die angesammelten Güter verdorben 'und vernichtck, und als die Leute wieder froren und hrmgerten nnds sich gegenseitig Wagten, erhoben sich zürnendie Stimmen gegen den Wirt.Warum hat er alles so schlecht eingerichtet, »varum hat er keine Wacher hingestellt, die auf Muhe «und .Ordnung sehen sollen? Gutes tun ist noch nicht genug, man muß, auch reichlich für die mensch­lichen Bedürfnisse sorgen amb vor allem feine bösen Menschen! Wneinlassen!" \

Jeder hielt sich natürlich für gut und seinen Nächsten für schlecht. Die Hungernden >nnd 'Frierenden verließen wütend den sogerkanntenBersorgungshof", schimpften aufeinander rmd fluchten denijemgen, der sie hier zusammcngefnhrt hatte."

Genau so geht es in der Welt M, ivemn die Menschen, keine Go ttes liebe im Herzen haben. Sie richterr ihr.eigens ÄebM zn-

gründe rmd das der Mrderen, ohne auf Ütt Gädanken zu kommvn^, daß, sie nur sich selbst anzuKaggn /haben für ihre Leiden. Wollten) sie nur die Feindseligkeit Md das Zanken unterdrücken und nur daran denken, sich selbst nicht zn chhäGgM., sie hätten so viel Gutes im Leben, daß« ihnen (kaum -qt-oas nach Lneser Richtung hin zu wünschen übrigbliebe.

Söchertlsch.

Die Schaubühne, Wochenschrift für Politik, Kunst Wirtschaft, herausgegeben von Siegfrieo Jacobsotzn, enthält in d'er Nunrmer 52 ihres dreizehnten Jahrgangs: Boxer und Treu­händer, von Germaumrs. Zum Problem der Demokratisierung IV., von Moritz Goldstein. Friedrich Naumann, von Erbe. Phantasie, von Egon Friedell. Walter Heymarms Nachlaß, von Hans Wh ne-« feit. Ergebnisse, von Wfred Grünewald. Hermann Essig, von 2. I. Von Morgens bis Mitternachts, von Alfred Polgar. Wucher, von Lovarms Bis ein Himmel fällt, von, Hermann Kesser. Antworten.

Das literarische Echo. Halbmonatsschirist für Litera-, tnrfreunde. (Begründet von Tr. Joses Ettling er. Herausgegeben von Tr. Ernst Heilborn.) Verlag: Egon Fleischsel L Co., Ber-, lin W9. Das 1. Januarheft ist soeben mit folgendem Inhalt er-> scheuen: Anselma Heine: Heinrich Manns Führerberus: Heinrich ZerkaNlen: Gorch Focks letzter Gruß; Ludwig Geiger: Ernst von Wrldenbriich; Dom> Kellen: Wämische Literatur: Alexander von Glevchen-Rußwnrm: Zwiespalt; Richard Müller-Fretenfels: Nene Werke über Aesthetik Echo der Bühnen Eclw der Zeitungen Echo der Zeitschriften Echo des Auslandes.

<- r er schule, Zeitschrift des Bundes Düverschule E. B. Heft 2 rft erschienen.

Gießener Hausfrauen-Berein.

Kochanweisungen.

ägerkartoffeln mit Blutwurst. 2 Pfd. Kartoffeln, V? Sellerie, Vr Tasse Milch, eine saure Gurke, Peteiffilie, Salz, Pfesier, 3 Gewürzkörner, 2 Löffel Kräuterkäse, eine kleine Zwiebel, etwas Maggi. Tie geschälten., klerngeschnittenen Kartoffeln werden mrt Sellerie, Zwiebeln usw. und Salz in reichlich Wasser weich­gekocht. , Das Wasser wird abgegossen, die Kartoffeln zerstampft (aber nicht ganz zu Brei) urrd mit Milch, Petersilie, Pfeffer urw Maggi tüchtig durchgesäpoenkt. Zuletzt fügt man eine scharfe Gurke, m tteine Stücke geschnitten, hinzu und den ger. Kräuterkäse. Das Gericht wird auf einer runden Platte angerichtet und mtt Scheiben von heißgemachter Blut- oder Leberwurst umgeben.

Mohrrüben mit Aepfeln. 1 .Kilo Mohrrüben, 1 Mo säuerlrche Aepfel, l .Mo Kartoffeln, 50100 Gr. Graupen, Reis oder Gerstengrütze. 1 Zwiebel, etwas Fett u. Gewürz. Tie Graupen werden zunächst mit reichlich Wasser, d. h. zum Ansqnellen ge- rrügend, und ettvas Salz angesetzt. Wenn sie halb gar sind, werden die in kleine Würfel geschmttenen Mohrrüben dazugegeben und beides völlig gar gekocht. Tann rvevden die geschälten, vom Kern­haus besretten und in Stücke geschnittenen Aepfel dazngefügt und verkocht. Jnzwisckien hat man auch die geschälten Kartoffeln abt- gekocht, gießt sie ab und tut sie ebenfalls daM. Das Ganze muß ein bürrdsizes, nicht zu steifes Gericht sein, dem nun nock) die in F-ctt gerösteten Zwiebeln '.rnd ettrms Nette«rpfesser zagesetzt wird. Je nach Geschmack kann man noch Zucker, Zitronensäure oder Essig znsetzen, doch darf kein Gewürz zu sehr vorschnrecken.

Kohlrüben an fl aus. 2 Pfd. .Karwffeln, 2 Pfd. Kohl­rüben, 1 Ei, 1 Brötchen. Tw geschälten, gÄocksten Kartoffeln werden durch die Presse getrieben, die abgewellten Kohlrüben ebenfalls. Nach dem Anskühleir beides mischen, mit Salz und, w>enN möglich, ettvas Kräuterkäse würzen, das Eigelb, das geriebene Brötchen und den, Eierschnee hinzusügen. In gefetteter Form eine Sttinde kochen, mit Salat- oder Bratentunke anrichten.

Rote-Rübensalat mit Sellerie und Kartof­feln. 1 Klg. Salatkartosfeln, 1 Klg. rote Rüben, 1 Gr Sellerie­knolle, Essig, Salz,,Pfeffer und wenig Zucker. Eine große, geschälte, in Scheiben geschnittene Sellerieknolle wird in 1 Ltr. Wässer mit den Gewürzen weichgekocht. Tie abgekochten, geschälten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln und roten Rüben werden hin- zugesügt, das Ganze gut verrührt und abgeschrneckt.

Zahlenpyramide.

4 Pokal.

4 7 Viel umstrittene Naturkraft.

7 4 5 Fluß in Rußland.

3 4 5 7 Hunmelskorper.

7 6 3 4 b Hirtenname.

5 4 3 6 7 8 Ethnographische Bezeichnung,

7 4 3 6 2 5 8 Herrschaftsgut.

13345676 Getränk.

(Auflösung in nächster Nunrmer.)

Auflösung des Vexierbildes in voriger Nummer:

Längs des Zamres im Hintergründe. Kopf rechts im Gebüsch.

Schnftleilung: W. Rieyer. Zwillingsrunddnrck der B r tt h l'scheu Nn':v.-Buch- und Steiirdruckerei. N. 2

n ii g e, Gießen,