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»irrig, ein Wunsch zum Licht ist, da sendet er all seine Stärke hin rwd nimmt alles an sein liebevolles Herz.

Ter Geist des Lebens fand die Flamme trauernd und , sie tat ihm leid; denn sie war so schönt so göttlich!, utmbl sie war km Ebenbild. Er trat zu ihr:Kannst du dich nicht in dein altes Leben zurücksinden?" Sie seufzte:J-ch habe es so gut gemeint!" Tabei iah sie ihn mit ihren Wnnderaugen so groß und kindlich an, daß er sich gütig p. ihr neigte.Was 'hasst du denn, ,eig;en!tlich ti'n wollen?"Ach," entgegnete die Flamme, und es knisterte Leise in ihrem Haar;ich sah der Erde bleiches Licht Mid wollte die Menscher: belehren, daß sie selbst brennen sollten und die sonne nicht mehr branchten. Es ist viel schöner, selbst zu leuchten, als von der Sonne Gnaden." Bei diesen Worten warf sie jtots. den Kopf zurück, daß die Haare wie Strahlen über ihren Rücken sielen.Törichtes Kind," murmelte der Geist des Lebens; aber schMi kam ihm der erlösende Gedanke.Höre, du wilde flamme! Tie Menschen auf der Erde sind oft von hohen Gnaden. Du magst warten, bis du euren findest, der eine leere seele hat; die magst du mit deiner Flammengewalt fühlen, bis sie brennt und leuchtet."

Da jubelte die Flarnme, und an ihrem Körper glommen Funken ans und ab wie blitzende Sterne. Und sie wartete geduldig in ihrer glühenden Herrlichkeit jahrhundertelang.

Eines Tages ivurde ein wunderschöner Knabe geboren, dessen Seele war leer und weit und heilig groß wie ein Tempel. Tie Flamure hätte ihr: am liebsten an sich gerissen und geküßt ach, geküßt! Wer sie war klug geworden und Wichte, daß da der Knabe sterben müßte. Teshalb fegte sie ihm nur die Hände aus sertz kleines Herz und erwärmte und verstärkte seinen Schlag uno in die Seele senkte sie ihm einen winzigen Funken von ihrer lodernden Pracht. Sie schützte Herz und Seele des Knaben, daß er sich selbst nicht kannte und niemand wußte, was in ihm ver­borgen'war. So rouchZ er heran und sein Herz wurde''heiß und der Funke in seiner Seele entzündete sich zum hellen Feuer. Tas leuchtete und sprühte aus den Augen des Jünglings und ans seiner raschen Rede. Da fing die Flamme an, ihm ihr Feuer gebet in das Ohr zu flüstern, daß es wie glühende Hämmer auf seine Seele fiel und ihn zum Manne machte. Er ahnte, daß eine eigenartige Kraft in ihm sein mußte, und die anderen Menschen merkten es mit Staunen. Tenn es brach, wie ein gewaltiger Strom aus dem jungen Menschen heraus. Sein Geist belebte tote Steine und formte seltsame Märchen daraus, er schaute Wunder und ließ sie mit der Kraft des Schöpfers zw Wahrheit werden. Er stürmte über Höhen und durch Tiefen, er jubelte und jauchzte ; denn er liebte das Leben mit seiner goldenem Sonne, mit seiner wilden, leiden­schaftlichen Kraft, und er litt Schmerzen, daß ihm fast das Herz zerbrach, denn er tvar einsam und die Einsamkeit ist die Summe alles Leides. Wiobl glühterr alle Herzen durch, ihn und zu Zeiten fühlte er sich dem König gleich, der -Schätze austeilt, aber manchmal wußte er, daß er bettelarm tvar, ärmer als alle, weil keiner init ihm gehen konnte. Und das Feuer der Gottheit in seiner Seele wurde zum Feuer der Sehnsucht und begann sich, selbst aufzu­zehren. Es war ein Minderbares Farbenspiel in dieser Sehnsucht, weil sie heimatlos war. Sie sandte ihre bunten Funken aus und nahm sie wieder auf. Sie begehrte nach, Reichtum und Ehre, nach Glück urrd Liebe, ruhelos nnd wechselvoll. Aber bald hatten die Funken keine Kraft mehr nnd verlöschten in , der Cimamkeit; da wurde die Sehnsucht färben arm und verlor ihre Tiefe.

Tie Flamme hatte längst mit banger Sorge die Veränderung in der Seele ihres Lieblings wahrgenommen. Und da sie keinen Rat wusste, ging sie zum Geist des Lebens und rang die Hände: Hilf mir, das heilige Feuer, das ich entzündet habe, ivill ver^ löschen! Was soll ich tun?" Und der Geist des Lebens sah ans den jungen Mann mit dem bleichen Gesicht und den durstigen Lippen, Und er lächelte.Er braucht nicht viel," antwortete er,ich will ihm geben, was ihm not tut. Du mußt ihr: schonen, Flamme, die Menschen sind ein gar zerbrechliches Geschlecht." Tee Flamme nickte traurig. Ter Geist des Lebens aber führte dem einsamen! Manne ein schönes Weib zu. Das war so still, und kühl, als er unruhig und heiß war, das hatte Locken wie Gold nnd ein liebliches Gesicht wie eine Apfelblüte. Ms er sie fahl, versank fein ganzes Leben hinter ihm, er dachte, wünschte und wußte nur mehr sie. Sie war sein Anfang und fein Ende, sie schien ihm der köstlichste Preis, den er erringen konnte, und seine brennende Seele versenkte sich, in ihre kühle Zartheit wie in den Tust nächtlich be­tauter Tannen, der so herb und wohltuend ist. Und sie war, trotz ihres gemessenen Wesens ein warmblütiges, liebendes Weib, sie sah sein Heimo erlangen nach ihr, sie sah seine Schnfncht Und Einsam­keit und wußte, daß sie die Erfüllung in den Händen trug, die ihn selig machen 'Sonnte. Ta gab sie ihm alles, ihr Herz, ihrcj Seele und ihren schönen Körper.

Und das Feuer, das müde Feuer der Sehnsucht in der Seele des jungen Mannes lohte empor und wurde zum Opserbrand der Liebe, den jede Seele einmal trägt.

Tie Flamme stand und lauschte mit augehaltenem Atem in ihn hinein; doch sie fand nichts mehr von ihrer Art in ihm. Sie wurde zornig Und flüsterte ihm die Herrlichkeiten seiner , Jugend ins Ohr. Er verstand sie nicht, ihm schien das alles wie ein toller Traum, aus dem er nun zur holdesten Wirklichkeit erwachs war. Me Flamme klagte nun den Geist des Lebens an, daß er schuld

sei, daß sie ihren Liebling verloren hatte, daß alles Große ver4 gangen sei und ihr Funke in seiner Seele ausgelöscht. Ter Geist des Lebens schüttelte ernst das Haupt.Habe Geduld, du wild« Flamme, es wird nicht mehr lange währen, dann, wird er dich selber rufen und dann wird er dein sein, wie er es niemals war."

Ter Geist des Lebens sah mit seinen wissenden Augen, was die Flamme nicht verstehen Sonnte. Er sah das stille, stolze Weib Mutter werden, und er wußte, daß ihr zarter Körper den kleinen herrischen Willen, der in ihr wuchs und wurde, nicht erhalten Sonnte, er wußte, daß sie zerbrechen musste, und was so früh- liugjung und Snvspenhaft in ihr sich regte mit ihr.

Wenige Monate später lag das junge Weib mit dem imgebore- neu Kindchen glanz still und farblos im engen Sarg und der Wann, der sie geliebt, erschauerte an der Kälte des Todes bis ins Mark. In seiner Seele war alle Ruhe, alles Glück zerbvvchjen, es war alles leer und stumm irr ihm. Erwollte sich und fein.Leid verbergen, so tiefer konnte. Aber ohne daß -er es ahnte, ging sein« Seele suchen, denn sie war die Freiheit gewohnt und wollte sich nicht binden lassen. Es begann langsam in ihm zu glühen und zu wogen und mit einemmal zerriß der Schleier, der ihm die Ver­gangenheit verborgen hatte, und er erkannt«, daß er die Gottheit seiner Jugend, die Flamme, verloren hatte. Ta schrie er aus, so mächtig, so. schmerzgewaltig, daß ihn die Flamme, die traurig wartend in der Unendlichkeit stand, hörte. Sie wollte zu ihm eilen, aber der Geist des Lebens hielt sie zurück.Bleibe, er kömmt zu dir!" Ta breitete sie stumm die Arme aus und sah ihm entgegen. Sie hörte seine Stimme:Göttin Flamme, einmal noch lag mich brennen, laß mich leuchten wie die Sonne. Hilf mir ich^muß es können: sieh, wie mein -Herz blutetlund doch jauchzt meine Seele dir zu. Schgu den Abgrund in meinem Leben da unten liegt mein Glück, aber es ist tot. Und du bist der Gipfel, der höchste, der herrlichste, den ich kenne ich muß Izu dir!" Da sah ihn die Flamme stehen und sie hätte beinahe geschrieu vor Freude, denn feilte Seele brannte lichterloh und tt>ar au zu sehen wie sie selbst. Er war kein Mensch mehr, sondern ein brennendes, wogendes Meer, das strahlende Garben über die ganze Erde warf.

Da sah er sie und ihre offenen Arme und war mit einem Jubeln, mit einem Ausschnellen seiner heißen Kraft bei ihr und hing an ihren Lippen so wiD und jäh, daß sie erschrak. t Seina Seele staub im himmelhohen, verzweifelten Brand, und sie fand das größte und gewaltigste Licht der Unsterblichkeit^ Der Geist des Lebens trat herzu und sein Gesicht war wie aus Stein gemeißelt in kalter Härte. Er sah, daß sich hier nichts mehr versöhnen ließ, 'und er legte seine kühlen Hände aus daS pochende Menschenherz, da stand es still.'

Tie Flamme trug ihren Liebling in ihre Einsamkeit und be­grub ilpr. Sie stellte sich aus sein Grab hoch und schlank und hielt Wacht. Ueber ihr steht ein leuchtender Stern, das ist die unsterbliche Seele ihres Lieblings, und wenn die Unendlichkeit klar und rein ist, hält sie Zwiesprache mit ihr:Verzeih mir, Seele, daß ich dich so leiden ließ. Die Menschen haben ihr Licht von der Sonne Gnaden und dürfen nickst selber brennen." Dann strahlt der Stern und seine Antwort kommt wie ein Segen.Flamme Göttin ich danke dir; denn ohne dich wäre ich vergangen, wie alles vergeht. Sieh, wie ich leuchte leuchte mit dem FunkeU deiner Herrlichkeit. Gönne es doch den anderen auch, daß sie'dir danken müssen wie ich." -

Ueber die Flamme kam ein großes Verstehen und sie be­griff aus einmal, was es heißt, unsterblich sein, und sie wußte, daß 'es ihr gegeben war, Menschen unsterblich zu machen. Und sie schaute wieder auf die Erde und wartete wieder, daß einer ge­boren würde mit leerer Seele, 'den sie beschenken konnte. Der Meist des Lebens ließ sie gewähren, vorausahnend, daß sie dereinst ein großes Feld von Gräbern bewachen würde und trotzdem Zwie­sprache halten mit einem Himmel voller Sterne. So täm's, daß es auf Erden Seelen gibt, die selber brennen nicht von der Sonne Gnaden und die noch nach Jahrhunderten leuchten, daß Men- schenaugen sie sehen können.

vreikömgssyiele.

Zu Freiburg in der Schweiz war es bis zu der französischen Revolution Brauch, das Fest der heiligen drei Könige öffentlich zu begehen. Ursprünglich pflegte man am 6. Januar in feier-, lichter Prozession zur Hauptkirche der Stadt, der Stifts- und Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus zu wandern. Jin der Prozession stellten drei Chorherren von St. Nikolaus die Weisen aus dem - Morgenlaude dar. Sie trugen feit dem 16. Jahrhundert ChorNiäutel, von verschiedener Farbe: Melchior einen roten, Balthasar einen weißen, später einen blauen, Kaspar einen schwarzen. In der St. Nikolauskirche angelangt, sangen sie stücke, die auf den Bezug 'hatte, und brachtgu an der Krippe ihre Gaben dar. Diese um 1430 aufgekommene Prozession bildete der: Kern, um den trn Laufe der Zeit allerlei Zeremonien sich rankten, bis eure ausge, dehnte geistliche und weltliche Behörden beschäftigende Schaustel­lung «daraus wurde. Tas Spiel b-egaun zu entarten, als mau einige Jahre 'später sich entschloß, militärischen Pomp hinzuzufügeu. Drei gerade aus Frankreich heimkehrende Regimenter von Freiburger Söldnern erhielten die Erlaubnis, der Prozession beizuivohuen und dabei Proben ihrer militärischen Tüchtigkeit abzulegen. Bon da ab wollte das Kolk den militärischen Aufwand nicht mehr snfc,