Ausgabe 
2.1.1918
 
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«NM ftwtte. Die Urach: .Heinrich, sei. smt. Gnck die GE, hinauf vnd hinunter, La ist fast ketzn, Hmts, wo sie nicht um einen Gefallenen trauern. Wir haben -mrsers Buben noch. Passiert etwas, was Gott perhüt', nuissM wst-'s tragen wck «adere mvch!" Er war in all den der Mt unL LurmMg. Sems Man war HM die Stärkere. Gut, Laß er eins hatte, an das er sich hielt.

' Ws Ä öffnelk sich, mtb «ist SOlaiat, k ern« Kiepe mit TSpfer- ftwxfiit (Ei| dem Rücken trug, trat herein.

.M, der TalAird, her Töpftrftanz!" WM UM der Meister wM-

WkWWM

Mr LöpftacheoM war ein hoher Fünszigsr mit ürmvMtzSm Ge­sicht und dmÄWr, Wugen Mgsm Er b-etmeü das Töpsechmrdlver^. ßn einem- Dörfchen der gjessgMtkn WattevE. SÄne Irdenware, war ttn ganzM- Meis und darüber hdmus bekannt. Mcht fetten gingen! wahre Prunkstücke aus seiner Werkstatt hervor, wie denn seine Ware in der Feinheit der Farmen, im. Glanz der Farben das meiste überragte-, was man. sonst von derlei KrxengniMn in den Lädeck und aus den MBM» M HMe iöÄr Wanz». mm rmch seimnr ©ijtjt HrvLigWDM Lot m den MädAnunV Dörfern feit. Ans seinen Tellern mb SchüMn Las mM Rckmp und- Spruchs, die er! in stillen Stunden erfaßte. So durfte 'er mit Fug und Recht als KüuWer und als Dichter gelten.

Me gcht'L, Franz?" fragte der SchiHndachrrrnckstW.

M>> so la!" antwortete der Töpfer Md. setzt« seine Kiepe auf den Boden. ! _ . _

Du kommst weit herum. Was spricht man denn vom Krwg?"

Der Töpferftanz hob den Mpf.

Wir haben ihn nicht gewollt. Wann er anfhörm soll, must von Ms abhängen!" ^

Seine Astgen blitzten und seine Züge kündeten eme bittere Ent­schlossenheit.

Er schilderte die Ltzten. Äi# mr Westen, als wäre er mrtterr da-wischen gew-eftm. Da sah inan .Afrikaner, gelbe Kaöchlen und^

C fi»« ..«mA. im*m @-nha\r C\tnrfpv Kurt Kinn ffvnl

lend flogen die Granaten. ScharHackige Sprengstücke sausten umher. Und jetzt die Unfern im wall Sacken Tanipf, aus ihren Maschinen ­gewehren einen Hagel von Geschossen eirtsendend, Feuerström« aus ehernen Mündern. UnauAlltsam, ein« gewaltige Welle, drängen die Deutschen voran. TrsmnreÜvirbel, lautes Hurra ! Der FeinÄ- ist geworfen.

Dem Schuster, obgleich er nicht so teischt m Hitze geriet, pocht«

das Herz an die Rippert.

Zäh irmrde der Vortrag des Töpfers unterbrochen. Nachbarn vnd Nachbarinnen stellten sich ein. Sie hatten gesehen, daß der Franz ms Schnsterhaus gegangen lvar, und wollten, eh daß er chnen enAvifchte, allerlei Irdenes von ihm erhandelst. Sie wnstten, er hätte seine festzen Kunden, liest.niemand nach, im Hmid-u-midrehew war alles verSmft. Ms die letzte, MgMch mit der Meisterin, kam die Witfrau Zutt herein übergab dem Schnhumcher eine lederne GeMaK, Me ein Vorfahr vor vierzig oder fünfzig JtthMN «tragen hatte. Dsr Meister sollte sie -Mrschmeiden-, sollte ihre alten Lappenschnhe damit besetzen.

Auf die Geldkatze deutend, sagte der Töpferswnz:

Me jetzt voll Gvldstücker. Das wär Mrs gesthafft filrs Deutsch« Reich!"

Mit dmn Goldtverk, das man abliefern soll", sagte die Göbels- IMarie,machen sie jetzt einen großen Spektakel, 's fragt sich, ttitts dann wirtlich so nötig?"

Die lange Müllern näselte:

FIch Hab' eine goldene Brosch, 's ist ein Erbstück von meiner Mot'. Ich geb's nicht Herl" >

Die dicke Frau Rothenhausen, die trotz der allgemeinen nnttigel- Ernährung noch wenig oder nichts,an Gewicht verloren hatte,

elte heraus :

Ich Hab' ein «olden Kreuz. Mts behM ich, Vas ist mir heilig!"

Der Schreiner Mulmann verriet:

Ich Hab' für alle Fäll' fünf Zwmrzigmarkstücker weggesteckt. Sollten doch die EnglÄcker und Franzosen oder gar noch die Russen lammen, stellt mein Papiergeld nft vor. Weis' ich ihnerr aber die Wvldstücker, kann ich mich manwrnerm!"

Seit vielen Monaten waren viele hnnderttMrsend Stimmen laut:Ihn Männer und Frauen, gebt euer Gold heraus für des Reiches Kraft und Sicherheit!" Und siehe da! Ist der Werkstatt des Schusters ward's offenbar: alle, die hier heisamnren waren, oerx wahrten noch Güldenes im Schrein.

Während die Mäuler wie die Flachsbrechen gingen, machte sich der Töpferfranz bei seiner Kiepe zu schaffen. Mm langte er ernte! schön glasierte Schüssel hervor und sprach: .

Die ist letzt ans meinem Brennofen kommen. Und steht ein Spruch darauf. Ich les' ihn euch vor:

Was ist das Größt« ? Auf Dornenwegen Ein dankbar Herz im Busen hegen!

Habt ihr's einchj einmal recht überlegt, lvitts unter dm Menschen mit dem Danken ist? Vielmal hört ihr sagm: ,Jch danke!' Ich schätz, Lei den Ddchrstm geht's nicht tief. Ihr habt einem eine Gut­tat erwiesen, nnd er begehet euch. Ihr dmÄ, der lacht jetzt mir dem

C euch nicht an, fehlt mir t euch über dm Rauh-

pntscher rmd sprecht : Mr tätm'L anders machm !' 's liegt tvie Mus Dunkelheit über dqn Mtzensschm, daß sie nicht recht danken Gmmm! Hand aufs Herz weil wir grad vom Danken schwätzm, habch ihr euch denn mtzL auseirrandergewgt, wieviel Dank ihr auermj Wrterland- schuldig seid ? Die WOrheit darf nmn nicht oevttuMn Wann man euch allweil reden hört, kann nmn irr werden an euch. Das Vaterland, das euch schützt und nMrt, spricht: ,Zch brauch'! ensr Gold!' Gewiß, die Wmwr ist nicht brüchig. Sie muß a&aj frischen Mörtel haben, wo jM so dagegen gemiiLt wird, llnd ÜM Mörtel ist eben das Gold. Wann die Mauer zusammenGiW, ihr könnt mi-r's glauben, dann salbt ihr tust. Att euch liegttL, dich sie! nicht brüchig wird. Da hör' ich mr. jedes von. euch- hat noch OiM oder Goldsachen, lwgrin. Di« Frau BWMr hat eine golden« Bwsche und gibt sie nicht her, tveil's ein- ErbsWF isst T«: Wrau Rothen--! hcrusm hat ein goLmes Kreuz und behÄtts, weit's ihr HMg isst. Stünden Äch Toten- auf, was würdesr- dch sagm ? ,Wr ivarnr mrst unser Vaterland 's tviar unser Mrt und unser Halt, 's war unser Glück mrb uns«« Drost. Mr wiMn5s, das das GM nicht selig macht. Sollen wir euch uiM Mxuftmlos. sb-Ättn, gebt euer Gold dem Vaüwlaud!'' So täten die Mtm sprechen. Und nu der Herr Nnkmarmt Hat sünst ZwÄnzigmarlAick« wWWstsckst Herr Astlmann, was'sÄch sch schief gawiMt. Schfhtz' den Fall, der FoiNL konrmt ins Land, lachst Jhmm- Ihre OAldMcker heraus. Wss danmÄ ,W«r fvvcht hat, der hat amh noch mchr!', um&m die SmBuöm klngieren. Und schnuppern im grmWn .Haus hermn. Tßrd wftM kprnen Stein aus destt' aridern. Mch tzrücftm Itzum pn SGuG mv Gurgel zu!"

Den Herrur Apllnami Wertief ein balwr Scharr, und er macht« ein Gesicht wie jdije Katze, wckm's donnert.

Der Töpferftanz aber schloß:

's hat nttr doch- geschwant, wir ich dm Spruch, Mist die Schüssel malt':

Was ist das Größte? Anst Tornomvegen Ein dankbar Herz-, im Busen hegen !

Di« da mamizen und mnrrm in der Wverm- Zeit, bk muH m«Nt bedauern, ja verachten. Die wanriWU MenMen merbm's nichts 's ist ein Wachsen rn all der Rot, ein stilles Mühen in all' dem W°> drang zn künftiger Größe und Herrlichkeit!"

Ms ob -ein Mner in ihm bremrtL',, hatte der Töpferfranz- geredsst Alle lauschtm mit gespannter Anftnerksamstett., Mordsappermvn^ der Franz hatte was As. Tirs hätten sie ihm- wicht, Migetvmtt. CM Eiszapfen, der nicht warm dabei wurde.

Mck> die Nächbarn und dtachbarinnen tratm an- die Mepe untz erstanden, was sie Mr ihrc'N Hanshait brauchten-. Ein MertM-, Mldchm, nintz die -Mepe war leer. .WkWenikstmr entfernten sie sich: Die Worte des Töpfers aber gttrgm ihnen nach.

AM anderen Morgm war's, an der GrLankanft'tellv, daß Viv MchAn Zntt und die lange Müllern sich ttafm. Mn« sagte es der anderen, was sie für BpoDhp nnd Krenz «rhÄwn hatten.

Tie dicke Frau Rochenhausen, ein golZmeS Arnkbsnö m Ser Hand, gesellte sich hinzu und ktzuchtc : f

unter, als daß so was möglich wär'!"

Ein Verlegenheitslächetn schwebte mf : chrsn-- Lippm.

Ja, jch der T öpferftanz der hatts rms HM doch SeigeSrachtz!"

wem Ser vrie:trSger ksmnit.

Von Louise SchulzrücL

Mntcritiorgen auf dem Dorf. Räch Ms nicht hell, der Schme leuchtet aber, und in dstrsem weißen SchlÄr. sind die. tftirmn Fkmst-er, hinter denen- schm Licht, ist, tpM-MWtzt. Di« Straße ist M, aber die Ställe sind schon »fern Dampf, aiMt aus dor WÄrnw in ÜM Winterlnft, Lüternenlicht bewegt sich drinnen. Am Himmel steht noch die Mondscheibe. ^ , ....

Und jetzt öffnet sich hier eine der Türen rn dm mÄriMw Häusern und dort eine. FrausuWpfe schäum heraus, FvaAenangsn spähen die Strafe hinab, zßchen sich wieder Mrrück.

Dann taucht eine GchM' ans, mt hagerer, alter Mann stapft durch den ScAree. Er trägt schwer an der Tasche^ die er mngzchängt hat.

Man hört ihn nicht gehen nn tiefen Schnee. Wer weiß Gott, sie sftid jetzt alle an den Türm, die Frauen, jung« und Me. Wnscheligk Mädche-nLöM, greise Mütterchen, derbe Frauen. Kinder laufen dem Manna entgegen.

hindurch kaum eine Sendung hm kommt, da hat er jetzt alle paar Tage zu bestellen, und sein Po-Mereu, dm er den Tag zrvermat nach, dem Bahnhof schiebt, ist schwer von Fsldpostpäckchen.

Und er, der nie Soldat war, mrd jetzt nicht einmal.Mit. gennp hat, rn der ZeittMg vom Krieg M lefen> er weiß doch genug von rhin. .Mehr Violleicht als mancher, der ewig über dm Mittmgew

Ja, ja, er Vmut den Krieg. Mcht die Schützengräben und die Schlachtfelder. Nicht tm Tod, Bermchttmg, Hölle ans Erden I Nicht