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die Bestie sch^u mal da istz. lassen Sie ihn da ! "Uber £)ri>re parieren rnitfj er?"
Sv j,<xr Wall» mit uß Feld. dev g »fern Lothrnrg-er bei önnrUur«? vochen mir £um ersten Male Pulver. S-.> u'>ht g.',i- dem vierbeinigen Kamcraidnr anfänglich i>be Ge,chichte nickt Cr. klemmte den edjmitj zwischen die Benie mw -nute jämnrerlich als der Höllenlärm ringsum lio-söraih Tie tot ooei vettvnüü zusammenbrechnioen Leute befchnupperte er ängsölich »md kam ixrai zu mir gerannt, mich tedesinat traurig au^echmd, als roolle fragen: „Warum? Warum i[u das alles?"
2a mein guter Walk, das mutte ich selbst nicht und auf solche Dosuorsrage kannte ich dir keine A-ntwori gedsn.
Am seltsamsten war sein Benehmen, ivean er die Kugeln m seiner immittelbaren dtähe pfeife.l härte. Dann schnappte e, danach, so lebhaft und hastig, daß er daoei ftrßlwch in die Lust .'mporjpraug. 9lber keine tras ihn, p, wenig näe mch — Herr xub Hnnd schienen gefeit.
Bald aber wich^ gerade wie bei den Msnschen, die vnfänglche AengsUvchikrit des Tieres. Schon nach wenig«,: Tagen ließ ihn das tollste Gewehrgeknattm kalt, er lief nmher,, als chnae ife das alles nichts an, und auch das Schimppsn nach den Kugeln gewöhnte er sich bald ab. So wurde er nicht nur mir, fendern der ganzen Kompagnie ein g-nZer, treuer, v-.nr allen gern gesehener Kamerad.
Tann begann die Zeit der Schußangräben, und hier bekam Walk Häirdel mit den FranAvfen. Eines Abends höre ich weit draußen vor unserem Graben ein wütendes Gekläffe. J^l) erkenne Waltos Stimme; er nxrr ausgernctt und mußte etwa bei dem vorgeschobenen Horchposten sein. Was hatte sie Bejtte zu bellen, wo wir dcch, alle froh ivaren, wenn ringsum alles still blieb? Das Schlimmste aber Lrm rvoch. Offenbar dnrch das ihnen nicht erklärliche Gebell veranlaßt, fingen di-e Franzmänner, deren Gräben knapp ein paar himdert Meter von den un seren lagen und die damals noch eine ungeheuerlich« Mniritionsverichoendung trieben, ein tolles Geschiefer an, das stundenlang dauerte und uns natürlich zu angestrengte-rer Bereitschaft anhfelt. lind daran war Walk schuld. Bon dem Horchposten erfuhr ich daß der Hund mit großen Sprüngen hinüber zum französischen Graben geiagt war und dort die Franzosen verbellt hatte, mte^ Rufen und Locken tvar vcrgeblch — Walto griff die Fran-osen auf eigerve Faust an, diese wieder schossen stundenlang in die dunAe Nacht hinaus, und wir kainen um unseren Schaf.
Das ging nicht, durfte nicht sein. Walto befeun eine Tracht Prügel und umrbe am nächsten Mend pxt die Leine gelegt Ich glaubte, rrun fei alles gut. Plötzlch fahre ich ans tiefem Schlafe auf. Bon drüben her schallte ein nmteiube* Gebelle — ich sehe nach richtig? meine Hundebestie hat die Leine durchgebisstm, ist abgerückl nnd greift die Franzosen an. Da soll doch gleich ....
Schon geht das Geschieße drüben wi-sder los, dazwischen Wallos Gekläff, immer lauter, immer wütender — ein Höllenlärm ringsum, von Schlaf keine Rede. Ter Hovchposten meldet, der Hund mache alles rebellisch, höre aus kein Rufen, habe sich in den Angriff verbissen. ....
Am anderen Mrsrgen gabs eine Kchone Bescherung. Wallo erhielt eine fürchterliche Tracht Prügel, dar Horchposten war ärgerlich und — der Oberst lam.
„Was ist denn das für eine verdammte Bestie, die mis hier die Nluhtschietzerci auf den hals zieht?" '
Ich meldete mich als armer Sürrder.
„Schaffen Sie den Hnnd weg! Tas geht nicht!"
,Ln Befehl, Herr Oberst!"
Es tat mir in der toeefc leid, den Hund ferizuchaffan. Und auch die Kompagnie wollte ihn nicht misfen. Aber Befehl ist Befehl. Gin Kompagniaoffizfer, der sich bei einem Sprung One chwere Hüftoerletzung zngr^ogen. feilte in ein heimatliches Lazarett ge,chasft werden — ihm gab ich meinen Walto mit Gr wollte nicht, biß und zerrte an der Leine, verfechte ste durckubeißen — aber er mußte. Leb wohl, Walto!
Das rvar morgens um 10 Uhr. Am Abend desselben Tages um xefe onl mt & ein wütend G-bÄl. Ich fahre zusammen: Las ist Waltos Ottmare. Er muß sich lo^Mrffsen. sich davongemacht haben — er hat sich zuruckgesund^i. greift die Franzosen auf eigene ^ust an. Und gleich davmrf geht das verdammte, wahnsinnige Geschieße toiebe? los. Gs rstz zum Verzweifeln! Na, und der Oberst ....
T<r blieb denn auch nicht aus. Mit hochrotem Kopf kam er — Bavometer: Sturm.
5rLas,en?"^ ^ ^ nm befohlen, das Hundebfest wsgzu-
„Zu Befehl, Herr Oberst! Gr war weggefthafft!"
Ich erzählte furz.
^Dann schießen Sie ihn tot!"
taib der Berurteilte neben uns und prang mit foohem Gebell an mir empir.
bah-.br nieder bei Ihnen ist," sagte der §tr ^eue Tieres offenbar milder gestimmt liatte.
^ Vrm Berurteilten streichelnd mit der .feand über
oen Kops.
„Wir müssen dich botschießen, armer Kerlk^
Plöhlich besann er sich.
„Können Sie ihn denn bricht an die Lfette legen, daß tt achts nicht durchbrennen kann?"
„Ich l>abe feine Kette auftreiben können, Herr Oberst!
Le men aber beißt er durch!"
"dia, ich will mal sehen! Beim Regimentsstab srrird ja »vohl .^^ehriichc Kette sein! Ten Hnnd wegen seiner Treue vi schießen — ram, lueiat »oir es i>crmen>en können, wollen u>it ? vermeiden! Wer weiß, ivozn uns das Tier nvch mal nutze ist! .r.'v!len s also erst mal mit dem Anlegen versuchen — Kette wird ch ia wolst finden!"
„Zu Befelil, Herr_ Oberst!"
Gme Stunde daraus hatte ich vom Sbail' eine Kette. Gin Hurra r em Obersten!
Aun wird Wallo nachts angelegt. Er riß und zerrte, biß an er Kette, «ber sie war feiijcc als /eine Zähne — er ßam nicht und ba.d feh er das Vergebliche seiner Anstrengungen ein .-nd legte sich zur Ruhe meker.
Franzosen hinfort nicht mehr Angriff, es toa^ Wafsenstilljtand zwischen beidew
f * c>n l-vmN tnt Erde des lridev^heckt, wie danke ich dir, daß dn mir meinen Wallo ge» ' L ' eTlT1 bist du, du strenger, bärbeißiger und
doch w guter unb edler RegimentssÜhrer die berg wieterstch^^ daß ich mein Vaterland, mein geliebtes Heidef-
Tas danfe ich dir — dir imd dem treuen Wallo .
hiert n>ar SP Kriegsscl-anplaß vommrn-,
drert^worden. Und hier ereüte mul, mein Schicksal.
-vVn icnen verdammten Sumpfgegenden der polnischen Ebene ^ muh eme Kugel ttaf. Zwischen Surnps und Sästlf brach Memand merkte es: das hohe Schilf verbarg nftch iwllstandkg. Eine lange Ohnmacht umfing mich Als ich die Augen mS?* war es Nacht. Mles still ringsum. Ich konnte
ch denkm ntd>t bewegen. „Das ist das Ende!" mußte
Rührte ch einen warmen Hanch Wallo! Er beschnuppert mch Das treu* Tier. Nicht von .meiner Seide ist m chmächm! Und nun wird er Zeirge meines Sterbens fein! Denn ch fühle wenn man mch näht bald findet, dann kommt der Tod. lind wie P* ftchar. in diefem vermalodeiten Sumpf- frer i tntiten an hohen Schilfrohr. Ich will rufen - lch kann nrcht — Mödlch versagt die Stimme ...
Ech.es kurz und gnädig, Vater im Himrnelk
x cSl tm S! 7" weine Augen dunkeln — Fahr wohl
di schöne Welt! 9äoch ernot letzten Grich dir, Wt-Hechelbergs Kein feindlicher Fuß hat deine Gagen betreten — grüne, blühe wache und gedeihe in fernste Zeiten! —
Ta fahre ch zusammen. Ein lautes Gebelle. Das ist Wallo! Und immer lauter, immer lauter bellt er. als ob er seine Freunde die b-ran^oien vor sch yätte — was hat er? Ich höre ihn hch rnch her tagen, nnd im wilden Laufe bellt er, und bellt and bellt
Er grüßt das Leben — ch grüße den Tod. . ' ' ' '
versagt. Matter und matter' klingt das B.llen des^Himdcs — es geht mit mir yu. Ende
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D°m- 5i^ m°ch der
, letzte. >oas ich Wre D<rnn isi nlles All nur ein
leichtes LEion mxf) tn den Ohren. Nnn hdrt mich das ^
nrir Ikn^me. liege ich UN LnMrett. Nnd neben
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Verden kaan? Sogar ein Lebensretter — ist doch )chon was! Meinst du nicht?"
daß ""dich habe ihn verstanden. Ich weiß gennn.
Und gut soll er es haben bei mir — das hat er sch verbfent. na
Loaygriph.
Tin halber Stand, ein halber Vers Dazu ein halber Vbilosooh,- '
Das gibt zusammen holden Sinn.
Es mahnt: nun macht die Herren weit,
ES naht in Glanz und Lerrltchkett Des Jahres schönste Zeit.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auslösung de« Fefträtsels in voriger Nu,nmer.
Christkind.
«chr.U«i„.,m.- W. Vler,tc. - Zn,-lli„-,,rn„!>!>r»ck d-r Brüh l'sch-.- N,„v..B..ch. n„d Ste!»dr„ck-rri. R. Sange, <öjrß-1


