-- 531
nvch Tjeut« CeBen: vielleicht! Ter ^lpfel der (SrHomtute ift -um N-eberbringer der Sünde geivorden. Tahin — da hui! *
Toch nicht :tur in der biblischen Schöpftulgsgeschichte spielt der Apfel eine bedenkliche Rolle, auch die griechische Mythmogra Weiß van seiner Zwietracht säend«: Eigenschaft zu erzählen. Er ift es, der den inännermordenden Trojanischen Krieg entzündet hat.
Als Thetis, die Tochter des Meergottes Nereus, des Achilleus schäum entstiegene Mutter, mit den: thessalischcn König PeleuS ihre Hochzeit beging, war der gesamte Olymp feierlich geladen, bis auf Eris, der Zwietracht unholde Göttin. Aber Eris erschien trotzdem auf dem Hochzeitsfcst unb brachte als arglistige Oöabe einen goldenen Apfel mit der Inschrift „Ter Schönsten". Der Apfel rollte in den Saal, und Jjou ihren Reizen überzeugt, wie es «nn einmal die Göttinnen uttb auch die sterblichen Frauen sirrd^ forderte jede den Apfel für sich
Ein gewaltiger Streit und Wortwechsel Hub an, und mir ihn zn enden, beauftragte ZeuS den Hirten Paris, zn entscheiden, wem, als der Schönsten, der Apfel gebühre. Paris erkannte ihn der Aphrodite zn, und damit begamr die Feindschuft unter der: Göttern tmd unter den beider: Böllern, den Griechen und Trojanern. Tenn bn Erisapfel gab ben Anlaß zum Raub der Helena, zir des Patroklus Tod und Hektars und .Trojas Fi:ll.
Ter goldene Bann: aber, der diese goldenen Aepfel trug, der KLtmrderbaum, den Gäa, die Göttin der Erde, der Hera, des' Zeus Gemahlin, als Hochzeits gescheut gebracht, er stand inr Gar- len der Hesperiden. Tiefe Töchter des Atlas, des Titanen, der den Himmel trug, behüteten die goldenen Aepfel. Ter Drache Ladon aber hielt die Wach bei de:: Aepfcln, unter 0er Ober-, aufs ich des ehrwürdigen Vaters Atlas. Ta erschien Herakles, der griechisch Nationalheros, mrd der Starke erbot sich, den: Atlas die Last des Himmelsgewölbes abzunehmen, so er ihm die Aepfel der Hesperiden holte, lind Atlas, der froh war, seine Schultern n:it dem Himmel nicht mehr beschoer«: zu brauch«:, ging auf das toerUxfcnbe Anerbieten ein, packte dem verschmitzten Athleten den Himmel auf, brach die Aepfel vom.goldenen Baum rmd übergab sie dein Manne in der Löwenhaut. Toch Herakles bat ihn, mrr für kurze Zeit noch die Last zu tragen, damit er sich unterdessen ein weiches Polster um das Haupt legen könue. Uno der onmme Atlas ließ sich vor: den: schlau«: Sohn des Zerrs überlisten, der sich mit der: goldenen Aepfeln frohlockend davormrack^e.
Auch Atalairta, die heroisch gricchsch Heldin mrd Jägerin, rvurde ein Opfer der golden«: Aepfel. Ter araivische Jüngling Hypomenes hatte sich vermessen, sie im Wcttlauf zu besieg«:, doch Atalanta war schneller als er, und nur dadurch, daß er ihr drei golderre Aepfel m den Weg warf, die sie in weiblicher Neugier »md Lust amSchmuck aufhob, gelang es ihm, den.Wcttlauf zu aervinrum und das Reirnen zu machrr. Einer der höchst seltenes Fälle, in denen der Wttrnn listiger war als die Frau.
Im übrig«: galt der körnerreich Granatapfel den: grauen Altertum als ein Sinrckckld der Fruchitbackkeit. Und als ein solches rvar er ein Attribiü der hohen Göttinnen, rvie der Hera, Parse-, phone, Aphrodite und sogar der Kriegsgöttin Pallas Athene.
Auch in der altnordischen Sage, in der Edda, ist von den goldenen Aepfelr: zu lesen. Ihr Genuß gewährt den Göttern die ewige Jny«ck>. Jdmra, die jür^ste Tochter des Zwergentönigs Jwaldi, die Göttin der rmverwelllichen Schönheit imd Zugeich, uich zugleich Bragis, des SaMesgiottcs Gattm, sie ist es, die die Aepfel hütet. Iduna in ihrer frauenhaften Güte führte durch ihre Aepfel einen unglücklich liebeichen Jüngling, Hjuki, dem Glück zu. Er liebte die herrliche Gerda, aber die herrliche Gerda rvollte nichts von fhm nriffcn, und seinen Boten Skirmir, der seine Werbung«^ Überbrache, nicht anhören. Ta schei:kte Iduna d«n verziveiselt«: Jüngling elf ihrer goldenen Aepfel, die die ewige Jugend brachen. Dieser verftthrerischen Gabe konnte die schöne Gerda als ein echtes Weib natürlich nicht widerstehe!:. Sie erhörte den Jüngling. Ob die beidei: nun auch .glücklich geworden sind, oder ob bic
e ?ncn Aepfel .nicht auch hier unheilbringeud gcwes«: sind, ber ist in der Edda nichts zir lese::.
Auch in unsere:: lieben, deutsche Märchen spielt der Apfel, als Uebcrbringer der Bosheit und des' Unglücks, eine gewichtige
Rolle.
Wer kennt nich das Märchen von dein lieben Schneewittchen, das tausendmal schöner ist als die böse Stiefmutter, von der cS tzu den fr endlichen siebe,: Zwergen über den Bergen geflüchtet ist. Aber der Stiefmutter sagt es dar Zaubevspicgel, wo sich das unglücklich Kind befindet, sie will es mit Schri'irband und Kamn: töten. Toch als diese Mittel versagen, versucht es die garstige Stiefmutter mit den: vergifteten Apfel. Uub der vergiftete Apfel tat seine Wirkung.
Und die Zwerge, die Schneewittchen in den gläsernen Sarg legten, weinten, rvie Klein-Marlenchen um das getötete Brüderlein tveinte. Mieder lvar der Apfel die Wurzel des Nebels gewesen. Mar- lenck-ei: hatte von der Mlttter ein«: Apfel geschenkt bekommen, das Brüderchen aber sollte sich selbst ein«: ans der Apfelkiste rwhmen. Unb als das Brüderchen sich seiner: Apfel heraushvlen wollte da klappte die mrholde Sttefmutter d«: Teckel zu, und der kleine Kopf flog mtter die roter: Aepfel.
Und der Wiunderbaum rnit d«: silbernen Blättern und goldervenr Repfeln, der dem braven Zweiäualein aus den Eirrgeweid«: feiner
getöteten Zrege gavach«: war, brachte ihm -War viel <Mb und ^bn, aber auch viel Leid mrd 9tachstellung, fo daß Zrveiäuglein! semes^ Lebens lange Zeit nmü recht froh geworden ist.
Toch rver denkt beim Lichrerglanz des Weihnack-tsbaumes' an die Wurmstichigkeit des Apfels, der ihn schmückt! Wer beuft an div grieckKsch Mytliologie und deutsch Märchen! Oder gar cur gefährlichen Apfelschuß Wilheln: Teils. Tie Hauptsache ich daß die Reinetten, Gravensteiner, Borsdorser, Kalvill«:, GiUderlinge und Tiroler, die in: dein Bann: einstweile.: noch ein beschauliches! Tapir: führen, sich später als M zartes, loohlschineckLudcs Obst erweisen.
Vas Gold vor der Zronl.
Bon Peter Rosegger.
(Nachdruck verhüten.)
In einen: Winkel der eisern«: Kasse lehnte der GoÜKarr«^ und schluchzte. Oede und dunkel in: Gelaß, urü) das Gold mußjtv weinen.
Ta rief plötzlich die Eisenwand der Kusse mit harter ©tinunfl „Was heulst du, Taugenichts?"
„Weil ich ein Tangenichts bin, gervvrden bir: im Gefänck-, n:s," sagte das Gold.
„Ach, du warst es immer!" rief das Eisen. „Tu tvarst nie für etwas Rechtes zu brauchen. 9cur für Tand mck> Hoffart."
__ Tas Gold erinnerte: „Ich war im ganz«: Reiche das einzig Bei Um di ge, ich trotzte den Elementen. Ich rvar der Herrscher."
Tas Eisen: „Und hast die M«:schen verführt und verdorben."
Gold: „Tie verführt und verdorben seü: rvollten. Sie haben m 1 ry tnueorigi, ma>r ich sie."
L^sen: „Heuchler! Und rvie gerirlgsch<itzig hast du stets herg-> blickt auf.nttch. Obschor: iu mir allein die Kraft, die Arbeit uÄi die Wehr liegt. — Ich ^lanb's, daß es dich .wurmt, rverrn ^jetzl in ermster Zeit .sich alles pm: dir wendet., lmrn: du von allen Seiten börcrr mußt: Gold aebe ich kür Eisen!"
Gold: „Tiefe Zett ist dein. Llber ick niöebte auch schon waZ leisten, weru: mar: mich nicht hier gefallen hielte."
Eisen: „Tu was leister:? Da wäre ich doch neugierig."
Gold: „Nrrd zeig«:, daß ich ebenso starr bir: rvie Ln."
Eis«:: „W«:n du so stark bist — versuch's, geh' jetzt bloß einmal ins Freie. — Nicht wahr, wie sick) die Zeit«: ändern! Sonst rvarst du mein Herrscher, jetzt bin ich dein .Kerkernreister."
Gold: „Sage mir, Eisen, bist du err: edles Metall?"
Eisen: „Tas sieht dock- alle Welt."
Gold: „So laß mich frei. Tu wirst seh«:, tvas ich faim,"
Eisen: „Ich kann mir's denken. Ten Krämerbrchen würdest du zulauf«:, den Spiechöhlen, den Lasterhäusern."
Tas Gold kvmtte eine Weile nicA sprechen vor Kränkung. End» lich sagte es leise: „Ich würde ins Feld ziehen, vor die Front."
Eis«:: „Tu? Du ins Feld? Wohl gar um den Feind zu stechen, daß er dir das Geschäft nicht verderbe!"
Gold: „Hartes Eis«r. Wie nwllte ich deinen Spott Mschanden mgchen!"-
Nun ivurde das Eisen^ nachdenklich mck> schaute errrst aus. das Gold, das in: Trmkeln ein ro«:ig leuchtete. „Gut," sagte daS Eis«r, „wenn es wahr ist, daß du rms err:stlich zn Hilfe kommeni willst in ^dieser Not, so rmll ich bei Seiner Majestät ein Gnaden-, gesuch emreichen um berne Befreiung.'^
Sck-on am nächsten Tage rvar's, da c^llang Ser Auf durch die 'bentscher: Gaue zur Goldsarnmlur:g. ^oglewh sprangen alle Schränke und Truh«: auf iu: garrzen Land, das Gold drang üq die Welt, vereinigte sich zu eincrn Riesen Heere, zog ins Feld und brachte der:, schlverbedrängf«: Soldaten mündliche Mengen von Kampf- und LebenSmittelr:, eür Meer vor: ftischer Kraft m:d von Herzensnlnt. In neuer, urUviderstehlichcr Kraft «rtbranrtt« der Kanrpf. und der Feirrd lvurde geschilag«:.
Tas tapfere Gold ist danr: ausgezeichnet !oord«: — ruft dem Eisernen 'Kreuz.
vüchertlfch.
— Tr e n e'Ka m er ade n. Erlebtes und Erlauschtes aus dem Kinder- und Tierleb^n von Helene Esselborm Mit Federzeichnungen von Heinrich Getrost. Falken-Verlag 1917. 8 °. 77 Seiten. Preis 2 Mt. 50 Pf. — Aus der Feder einer Gießcnerin erhalten wir in dem vorliegend«: schnurcken Schriftchen eine Reihe von anmutigen, rnit köstlichem Humor erfüllt«: und von dichterischer Begabung zeugenden Schildernugcn aus dem Kinderleberü und von den enger: Beziehungen unserer Kleinen zu ihr«: Harns- genossen tu nd Spielkamerad«: ans der Tienvelt. Ihnen allen ist das auf trefflicher Beobachtung sich aufbanende, durch »v-arme Mutterliebe geschärfte B«'stäudnrs für das Gcmütsleben unserer Kl «neu und Allerkleinsten gemeinsam, die in ihren stummen Spielgefährtei: daS eigene Fühlen ruck» Denk«: dichtend hinein tragen und sich damit eine eigene reick-gestaltete Welt zu schassen wissen. Klein und groß, besonders aber der Tierfreund, wird ar: den: geschmackvoll ausgestatteten,, mit allerliebsten Bilde«: geschrm'tckt«: Bück)elchen, das sich besonders gut zur Weihnachrsgabe eignet, seine Helle! Freude haben. ' ^ H. Haupt.


