«der mm ftmt der Zerstörer auf uns' zu, mid wir empfahlen unS auf größere Tiefe. Darauf hörten wir Viermal das Krachen rwn Wasserbomben. Es sind das Sprengkörper, die rmter Wasser in bestimmter Tiefe detonieren- — Nach einem französischen. Bericht soll der Zerstörer unser Sehrohr mit 6 Granaten b-c* schossen haben. Möglichmveise liegt hier eine Verwechslung twr mit den Wasserbombe::. Wir änderten den Mrs, liefen etwa 2 Seemeilen ab und gingen dann lviedec auf Sehrohrtieft. Das Schiff schvamm mxi)! mit stärkerer Krängung. Erst jetzt durfte:: wir es in aller Rahe mustern; nach genauer Besichtigung farrden, wir sein Ebenbild in: „Taschenbuch der Kriegsflotte::" vor uns, !»md darunter lasen wir:
„Danton" (09)
Wasserverdr.: 18 400 t Artill : 4—30. 5. L/45
Masch. 22 500 P. 8 Ta. 12-24 L/50
Schnell. 19 7-20 Sm. 16-7.5, 8—4.7
Dampistrecke:
Toro.: 2-45 S. 850' (lü) Sm.
Kohlen 2050 t 2125 (19 3 ) Sm.
Ges.Nobgewicht einer Breitseite 3080 kg.
„Danton", „Mirabeaii", ..vostairr", ..Vldrrot", „Londorcet" (09), „vergniaud" (;0).
Welches dieser fünf Schiffe hatten wir vor uns? Das erftthven. wir erst, als an der Unterganssbette eine Kiste mit Briefkschaften gefischt tm:rde. Aber das :oar ja Nebensache.
Ich steuerte das Schiff wieder an, um ihn: nötigenfalls noch einen Torpedo zu geben. Dabei ließ ich die Besaß,mg durchs Sehrohr sehen. Nicht alle zivar: die letzten mußten sich mit dem Bild im Taschenbuch begnügen, das mm im Boot iwn Hand zu Hand wunderte.
Tenn das Schiff selbst: verschwand bald. Bevor wir auf Schußweite herankamcn, folterte sß rmch Backbord: das Heck sah noch einige Minuten ans dem Wasser, dam: ging „Danton" um 2 Uhr 50 Minuten nachmittags mit dem Bug voran in die Tiefe!
Er war auf dem Wege von Toulon nach Korfu gewesen!
Uebcr die letzten Augenblicke an Bord stimmen die Berichte nicht überein. Nach „U-nion-e de Savde" in Eagliari, too mrmitteL-, bar nachher die ersten Ueberl ebenen gelandet wrcrden, war der Untergang so schwell erfolgt, daß seiner der gewöhnlichen Rettungsversuche der Mannschaft möglich ivar. — Nach einem sehr viel späteren Bericht des ^Journal de Geneve" (4. April) hingege:: hätte die Besatzung die Boote kaltblütig zu Wässer gelassen.
Dieser Widerspruch: ist leicht erklärlich und pflegt bei ähnlichen Ereignissen stets auszutreteu. Bon amtlichen Beschönigungen ganz abaeseheu, übersehen die Beteiligten meist das Ganze nicht und schildern daher die Szenen, die sich gerade vor ihren Äugest abspielten. Nur der Kommandant, Kapitän Gelage, könnte vielleicht genaue Auskunft geben. Aber er gehört zu den 296 Unter-» gegangenen.
Nach) meiner Uebcrzeugung hat schon die starke Schräglage des Schiffes von vornherein ein Zuwasserbringen nahezu aller Boote unmöglich gemacht. Darum mag der Kommandant wohl befohlen haben — wie das muh berichtet ist —, daß alle Mann ins Wasser springen sollten.
Dagegen scheinen aus „Danton" Flöße zur Rettung bereit gewesen zu sein.
Bon den 806 Geretteten sind mehr als 400 durch der: Zerstörer „Massuc" aufgenommen worden. Ter Rest hat sich teilweise auf dem Kiel des Linienschiffes bis zuletzt ftstgehalten und ist dmm zu den Flößen geschwommen. Im ganzen haben sich auf den Flößer: über 300 Mann gerettet: nach 5 Stunden hat ein Fifchdampfer sie dort abgeholt. —
Mit den Offizieren zusammen trank ich Kaffee.
Dann griff ich mechanisch zur Leitschrist. Bon „Mexikos Schicksal" ioollte ich weiterlesen. 9lber über den ersten Absatz kam ich nicht hinaus. Tie Worte und Sätze bewegten sich unverständlich vor meinen Augen. Meine Gedallöcn wäre,: in weiter Ferne. Un$> sie tvanderten zurück in längst vergangene Jahre. En: Traun: meiner Iahend hatte sich herrte erfüllt.
vüchertisch.
— Gediegene Jngenderz ählnngen zum Preise von A— 4,M Mark für de:: gut ausgestatteben und mit hübschen Bildern versehenen Band logt der Verlag von L e v y & Müller (Stuttgart) auf den Weihnachtstisch. „D i e W a l d m a r g r e t , von Tony Schumacher, bringt in mit Liebe und Herzensgüte erzählter Weise die toochselreichen Schicksale der Tochter eines Waldhüters.— Jvsephine Siebe erzählt von dem Leben und Treiben einer lustigen Kinderschar ans „Rose, Linde und Silberner Stern", drei befreundete:: Familienhäusern einer Kleinstadt, und weiß die dvolligen Vorgänge, die sich hier täglich abspielen, mit viel Spanmmg :md Humor $u schildern. — Ein gleichwertiges Buch ist „Irgendwo und Nirgendwo". Vergangenheit und Gegenwart, Stadt und Land habe:: ihr Bestes für den Inhalt dieser fesselnd geschriebenen Erzählungen hergegebew — Daneben hat der .Verlag auch das vor: der reiferen männlichen Jugend bevor
zugte abenteuerliche Gebiet nicht vergessen. Ta ist sehr empfehlen?-, wert vor allem der Band „Im Kampf um Bagdad", eine Erzählung aus dem Weltkrieg von Dietrich Darenberg. Mtt ge* nauer Kenntnis von Land icud Leuten legt der Verfasser die Ränke bloß, :nit den«: die Engländer die Araberstämme zwffchen Euphrat und Tigris ans ihre Seihe zu bringen :a:d sie zun: Abfall von. den Türken zu veranlassen suchten. — „Der Admiral der roten Flagge", von Fritz Reck-Malleczewen, führt dagegen den Leser in ein ebenfalls bedeutendes imd doch noch wenig bekanntes! geschichtliches Gebiet, nämlich in Pie erbitterten Kämpfe der seeq räuberischen Flibnstter geHen die Spanier in der letzten Hälfte des 17. Jahrhunderts. T:e Schlachten der Flibustier zu Wasser und zu Lande nnter de Grass, Morgan urrd Lusscm schildert dop seMmdige Verfasser mit bekannter Nteisterschaft und entwirft ein ftsftludes, farbenprächtiges Mild von der Freibeuterrepnblik, deren. Führer so furchtbar, oft aber auch sehr ritterlich.mit ihren Gegnern umgingen.
— Der goldene Zweig. Dichtung und Noyellenkraliz <vu3 der Zeit des Kaisers Ti ber Urs von K. Gjellernp. Geheftet 4,50 Mark, gebnnde:: 6 Mark. Verlag von Quelle & Meyer iit Leipzig.—Ter diesjährige Nobelpreisträger Karl Gjel- ler:ch, der feinsinnige Teilter ferner u:ll> vergarn^eaer Kulturen, ist ein eigenartiger Dichter, dessen Wette von .reichen philosophischen Gedanken durchdrungen sind. Ter „goldene Zweigs' fährt tu eine der gewaltigste,: Schicksalswenden des geschichtlich«: Geschehend. Er breitet in dichterischem Schauen urrd Gestalten allen Glanz und älle Macht der römischen 'Kulturwelt aus und läßt in das vödgeireihte Jmperruiädie erste:: Berheißtv'gen der kommenden Zeit bringen: von Golgatha her lewchtet das 5^äorgenwt ^es Christen- ttnns über dein großen. Sterbei: der olympischen Göttw, und ans den rvordischen Wäldern weht die frische, kühle Morgenluft germanischer Kraft und Hoheit in den verderbten schwrlleu T'unst Roms. Diese über lange Zeitläufe sich ftnnmmden Knltnnoandlun- gen werde:: vcrmrschaulicht in dem Sckftcksal der teils geschicht- licheir. teils frei hin gestellte:: Gefällte::, die eine sinnvolle Verkettung nach dem wundervollen Kleinod im Hain des Dianen» tenrpels am Nemisae ruft.
— Kinder der Freude. Felix Salten. Verlag S. Fischer, Berlin; geh. 2,50 Mark. — 3 Einakter sind es, die von der neuen Kunst Saltens erzählen. „Es lebe das Leben, das sich selbst als Ztveck erkennt", könnte man als Titel über diese Bühnenwerkchien schreiben. Felix Salten arbeitet mit scharfen Kontrasten, seine Menschen und LebenH'künstler. die gekämpft haben, oder Menschn:, die wissen wollen.', (wo des Pudels Kern steckt, was das Leben bedeutet, :oas es ihnen geben kann. Halb ernst, halb ironisch, aber nie trivial füll» die Gestalten, die Salten Theater spielen läßt- T-eun Theater spiele:: sie alle, der alte Rohrbach, die Mizzi Bachinger. sder Hofschauspieler Kran. Salten hat rms schon so manches schöne Werk geschenkt und die Verehrer seiner Knust werden die 3 neue:: Einakter freudig begrüßen.
— Den t sche Musik auf geschichtlicher und nationaler Grundlage, dargestellt von" Professor Tr. H. Freiherr von der Pftrdte. 346 Seiten mit Buch'chmuck und 15 Tafeln. Gebundan 9 Mark. Verlag van Quelle & Äl-etier in Leipzig. Der Verfasser verfolgt den Fortschritt der de,:tschm Nlnsik von Jahrhundert zu. Jalwhmchert und enttoickelt, wie imnrer bewußter das Deutschtum in ihr hervorttitt, immer siegreicher die beherrschende fremde:: Einflüsse abgewelwt, immer entschiedener Selbständigkeit gewonnen wird. Unsere großen und Keinen Meister werden als Musiker und Deutsche geschlldert, s>o:oie die Aufi:ahme ihrer Werke seitms ihrer Zeitgenosse:: wie durch die Nachwelt aus deutschem Empftrchen hera:^ erklärt.
— Unsere Bolksernährung auf der Grundlage unserer Landwirtschaft. FünfuNdsechszig graphische Tar> stellungen n:it erläuterndem Text in Berbnidung n:it Professor Tr. M. Popp, herausgeaeben von Professor Dr. W'. Schoeni- ch e n. 68 Seite:: mit 46 Tafeln. Geheftet 2.20 Mark. Verlag vo:r Quelle L Meyer in Leipzig.
— Rein, Wilhelm. Zur Neugestaltung un sereL Bildungswesens. Nüctt,licke und Ausblicke. Leipzig, K. F« Koehler. 1917. Preis 4 Mabk.
Wortspielrätsel.
Don den 8 Wörtern unter a s:»:d durch Voranseßung eines passenden Buchstabens 8 »'eue Hauvtwörter zu bilden von der Be^ deulung unter b. Die An'anaSbucksraben der Wörter unter d müssen in: Zusanmwnhang gelesen einen Zeitabschnitt be,,ennen. a b
1. Stand — Werkzeug.
2. Himmelskörper — Fest.
ü. Nordischer Gott — Geläß >
4. Rüsseltier — Biblischer Name.
5. Teil des BaumeS — Teil des Schiffes,
0. Biblischer Name — Uralte Stadt.
7. Gebäude — Biblische Landschaft.
8. Metall — Verkehrsmittel.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Schrtstleikung: W. Bkeyer. — Zwittingsrunddnlck der Brühl'schen Unw.^Buch' und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


