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Hdtti'n. Das toareu die fetibeit Be$wuite$at sächsischen Prediger bet damaligen Seit. Ms emm«l der Dresdener Stadtprediget Martin LstznDin an Stelle des Hsfyredigers M. MöolanS Selenecker in 8er Hoftapelle prMzle und dabei Mi die JagdteidesWasr ..Baker Augusts" toSzog. nahm ihm dieser feine Frei-
Nettigkeit sehr übel. H"ofmann mußte noch am selben Tage „vor Sormernmtergcmg" die Stadt verlassen, und- auch Selenecker Hatto anscheinend dadurch die idrrfürstlichc Gunst verscherzt, er ging das Jahr darauf nach Jena. Mehr Glück hatte fein Nachfolger hei der- Gemahlin des Kurfürsten. Als die ..Mutter ?lrma" einnnal lebensgefährlich erkrankte, wurde der H-o-kprediger M. Balthasar Kademann an ihr Krarrrendert gerufen, n>it> der erfüllte sein Sekch.nrgvra.mi in solchem.' M ähe yti ihrer Zufried ünbeit, daß sie ihm nach ihrer Genesung eilt riesiges WiLdfchsvem zuschickte. darüber hüchftlich verwundert, ernannte er noch «r^rr, als man beim Oeffnen des Tieres ftßtfc der Eingeweide einen Beutel mit 1000 Tatern darin entdeckte; so gute Wirrste, soll er gesagt haben, hättr er noch nie gehabt. . . Andererseits wurden such verschiedentlich gute Tienste direkt mit Jagdireiheüten belohnt. Daran erinnert: das sog. Wittig-krenz bei Glashütte. Tort soll ein berüchtigter Raubritter namens Bittch. auf dessen Kopf der Landgraf von Meißen em^ Belohnung gesetzt hatte, gefangen und getötet worden
K n. Ter Knappe WeiAoW, der ihn überwäktMte, erhielt als Lohn.
s Recht zugesrua^m, jedes Wild-, das er aus seiineui Grunde auf* sagte, üderalihin >;i oerfolgen, und tv-enn es bis auf die Mitte der Tresdcncr Gkbbrüs, wäre. Daß Wild bis in die- größten Städte bamaliger Zeit hinein! ies, — -es gchch^eht mittsnter j-etzr noch — ivar. gewiß irickchs Ungewöhnliches. Tummelten sich docl> im Herbst 1622 ein Paar Wildschflreine auf dem Leipziger Markte, r*wt denen dann das eine nach vor-, das ärgere nach rückwärts wieder daovn<- lief. Dkm Dresdener Rat war von alters her oerstattet, zur Zeit der Weinlese einen pirsch in den landesherrlichen Forsten zu tagen, ,,sofern die Herren das vermöch^n." Wer iu Homburg v. d. H. die 100. Schnepfe ans dein Frühstrhrsstrich l-erab-schoß, ward ,/Selznepfemörri-g" und dadurch für das ganze Jahr von afom Abgaben frei.
Was will freilich diese 100. Schnepfe besagen gegen die große Zahl der abgestlosseneu Leidiger Lerchen, die fetzt das Iagdrecht schützt, die aber vor 200 Jahren ein begehrter, -wichtiger Handels-, artifel waren. Im Oktober 1720 wurden allein 404340 Lerchen in die Pleißestabt eingeführt. Sic waren so fett, daß sie bis zu fünf Lot wogen und ohne jede weitere Zutat gebraten werden konnten.
Zu einem regelrechten Jagdgebiet gehört übrigens auch eine stattliche Meute. Im Jahre 1430, bei der großen Mscinander- sptzung Mischern der ernestinischen und albrrtinischen Linie zu Leipzig, wurde der Besttrrü) der landesherrlichen Meute wie folgt sest- ' gestellt: „37 große englische Tockcn und Gären-Beißer, jeoer al>- sondertii! an einer eisernen Kette, 30 LcktheEive, 20 JLger-Lcitn huude^ 20 Besuche, 40 Pirschhundc, 40 Kvppel-'Jrrgbhunde, 5 Leib-- und Kammerhu'nde, 50 englische Hunde, (Knechts-Leithunde), 40 Saufinder, 50 TaHs-Schleifer, 20 ^Streichweidhunde.
Die Sorge um die Jagdtrophäen veranlaßte Manchmal seltsame Händel. So hatte Kurfürst Johann Georg 1. im Jahre l 029 in Erfahrung gebracht, daß am Kitternecoerge bei Hochlitz. ein Hirsch „todt ohne die rechte Slangs" aufgefunden worden nur, und ! er gab daraufhin dem dortigen Wikdmeister Ärrtoni Zschimui-er sein „nugnsdigstes Mißfallen" in einem längeren Handschreiben z» verstehen, lovrin er ihm u. a. schrieb: „weil Wir die rechte Stange kurz und wieder haben mrd urwerlohren wissen ivoklen. Ml es begehren Wir, Tn jwüefti solche bey Vermeidung anderer Anordnung, so Wir sonsten uneder Tich rmd die Knechte dieser Refwr Borznnehmcn bedacht, Zur stelle schasstm." lln-d als ihm dies beim .Tnrchleseu noch nickt deutlich g^nmg erschien, versah er es nv-ch. mit folgendem Postskriptum: „Wildruersör schaffe die Stange »der die Sonn und Mond soll Dich nicht leschinen, zwischen hier und Johannis, Haferlorn sage, er fall einen Staupen Schilling (eine Tracht Prügel) haben, warumb irr so unfleißig. Der Donnen imd der Teufel soll euch rühren und führen, wornach Du Dich eigentlich zu achten."
Wir wissen nicht, ob der unglückselige Wilvmeistrr die verlorene Stange hat herbei schös se u rönnen. Aber das wissen wir, daß August der Starke 200 Jahre später ein anderes Hirschgeweih wert teuerer bewhlt hat. Es kostete ihn eine ganze Kompagnie seiner Lanocslinder. Theodor Fontane berichtet darüber in feinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg unter Königswusterhausen: „Es war dies^das 532 Pfund schwere Ostiveih nw$ Riefen- Hermes, der 1636 im Köpeuicker Forst erlegt ivorden war. Es nmß^etwas ganz Enormes gewesen sein, da Friedrich August II. von wachsen dem .'idönig Friedrich Wilhelm I. eine ganze Kompagnie langer Grenadiere z,um Dausch Hchür anbot, ein'Auer braten, dach natürlich augc.umkimen wurde. Das Geweih Wispert noch und soll sich rn dem Jagdschloß Moritzburg bei Dresden befinden."
Ans, diesen rmd ähnlichm Beispielen ersieh man. wie der Jagdbetrreb — ern tc'dem Dden schien tief ffmewohu^ndes Erbe aus ver Urzett — die Jäger selbst noch auf dein Sterbebett, auf das mackäigste beherrschte. Der Tod Johann Georgs I. und II. soll Vvlksstbrrlreferung Zufolge, durch) nnzeitgeniäßps Htrstt'bculleu Ver-ur,a6st worden, sein, älnd Oswald von Caclowütz., em großer sächi'ischer Mmrod ferner Zeit, schrieb am 7. September J573 von eirtÄttt anderen Zeitgenossen und Jägersmann:
„n ift m Nacht um 12 Uhr mü böt Hirschen frölich airigetnitw
tonb m die alt« Marck gewandelt." Das heißt in der Jögersprarlv — ein fÄig E-ud'!
Die verseukmkg tzes „Danton".
Bon KaprtmrL«rt«a»t Robert M o r a h t
Nirfer Boot stand am 49. März 1917 mittags an der Süd» westspitzo Sm-dirricns. Wir steuerten nach Ibordwcsten. Ich war wieder einmal beim Lesen. Diesmal UDgr es ein dknidel in eirr-er vokkswirtschaftlichen Zeitung über „Mexikos Schicksal", der meiserr Wissensdurst befriedigen sollte. Ich war noch beim crsteir Llbsaß. als! ich kmrch den Sprachfchlouch die ?)7eldung .erhielt: „Backbord! voraus ein Taurpfer."
Ich eilte hinauf. Mühsam kam ich in Zentrale und Turnt durch das Gedränge. Fast die ganz-e Freiwache tam mir enN gegen; die Leute hatten oben frische Luft geschöpft mrd waren! bereits^ vom wackthabendcn Offizier unter Deck geschickt worden.
„Er ist eirren Strich an Backbord," sagte mir Forberg. Durch das DopMglas musterte ich ibu. Er imv nicht — wie bei klarem Wetter - - progra.nrmästig mit Mastfpitzen mrd Schvrnstemen langfonr über den Ho-rizont h^rvovacErochen — Kehl, iu vollem,' ckmrifseu, nuit Bnmps, Sch^rnsteiueu und Masten mit hohen Fnufep stau gen tauchte er soeben heraus aus dem D:mst. Troh-, den: wir ihn soft von vorne s<rhe?r und die Schornsteine srch stiriq verdeckten (die vielen Schjv-nifteine, an denen wir rwchhev dnr Franzosen sofort errMmtcul, hielt ich ihn für ein Kriegsschiff.
Wir machten Linksum und tauchten sofort, denn das Schiff war nur noch 10 Kilometer entfernt. Aber fo leicht sollten wir ihm den^ Wsg nicht verlegen. Der «erste Mick durchs Sehrohr zeigte uns, daß er selbst Rechtsum mackste imd also parallel zu uns lies.
llnb mm er sich uns in voller Breite darbet, erkannten wir ih" vollends als großes französisches KrisgssMf- Mit ftöhlichont Llusruf verkündete es Quesfe, der gerade am Sehrohr stand. Tie Spanrnmg im Boot nonichK Hatte er uns gesehen ? Ich glaube es nicht. Er lief wohl nur geinöhnliche Zickzackknrse.
Lies der Gegner weiter tote j-etzt nach der Tre^rn.;, dann ent ging er uns z'var o hnehin. Aber es war zu hoffen, daß eck nach einiger Zeit wieder auf den früheren Mrrs drehen würde, llast» er tat nivs den Gestcklen.
„1 llhr 55 Minuten," meldete Steuermann Krüger, als er wieder auf uns Mdrehto. Kurz vorher lvar noch em weiteres Fahr-, zeug in Sicht geftmOueii. „Es sieht ans. wie ein Schiff nnlerer „Wörth-Kkasstv', »neinte Qnesse.
, „Kann sein," sagte ich; „es ist der ftchrrnde Zerstörer. Er föyrc Znkzackkurse vor ihm her."
Rasch kam das Schiff jetzt näher: seine Richtung zu nnfermr Blwt änderte sich nicht mehr: ein Zeichen, daß es zcmi Zirsammen-« sboß rommen mußte, wenn wir beide so werter liefen. Das war natürlich nicht meine 'Abscht: abc'r wenn ick nun imfere Fahrt um cm wenig verminderte, bekamen wir ihn dicht vor unsere Tsr- perorohre. Ohnehin war eine solche Fahrwermmderung höchst er- wünscht; re gerNiger unsere Geschw'nüigceit. desto geringer auch der >Lchcmmstreifen, be*i unser Sehrohr tra Wasser erzeugte.
Unter sparsamstem Schwhrgebw.uch lief ich an. Es war sehr unwahrAemlich, daß man uns sab. rvriln auch, „Danttm" bei seiner Besatzung von 1100 Mann zahlreiche Ausguckposten auf-, gestellt haben rnochte. Eine betröchtticke Dünung rollte aus Nord-, westmi bei auffnichLndem Wind; starke weiße Sckaumkanrme standen Mlf der nefblanen See; das war die Belei'ckttkng. die wir branckttDk.
jedenfalls sah inrs niemand. Der Zerstörer fuhr ahnWngs-, los in etwa 600 Metern Abstand vor uns vorüb.w, dann fam das Rieseuschiff selbst uns vor den Bng! MleS klagte heute, wie bm der Schießübung. „Bnde Rohre, Achtung! Erstes —. los! Zweites — los!"
?tun schnell das Sehrohr einziehen, damit er auch jetzt nichts mecrt! indessen: die MasenLahrn der T^peoos wurde g-esehen,
\o haben fte nachher berichtet. Und als später dos Schiff tirlodeu. lag, sah ich das Ruder hart zu Bord liegen. .Hat „Tcknwn" im letzten Angeubllck noch eine Wendung versucht? Möglich, aber eS gab rein Entrinnen mehr; zum Addrehen wie zum Ueb er rennen des Unterseebootes war es zu spät.
Beide Detonationen erfolgten in mfferer rrächsten Nähe, mit etwa i> »efunben Zwischniramn. Nun hatte das Schiff an ferm'-r unten Seite irnter Wasser zwei Locher nne Sck.^im«mtore, ottva. 20 Meter voneinander entferut. Ich rannte diese Wirkung genre:
^vtigkeit .beim Dorp'do^Versuch>komuk,rnda i,*r.
. Es lvur die DodeÄvunde. Unser Boot bockte r ati-, Dt'm Schuß nnen Augenblick, mrd mit dem oberen Teil mrs-erer ?lufdaulen kam auch: imnn Sehvohr für kurze Zeit aus dem Wasser: Ta stch ich,
? ^I^f -- unmittelbar nach dem Schuß — schon etwa, •30 Grad nach B-ackbord überlag. Es konnte zweifett^s nickst mcke lange schwimmen.
*) Mit Genehmigicug des Beilegers.rns dem m den nä -sten Tagen ersch^iisenden Buche? „Die Bu-seEug bes Dautmi", Meme U-Boots-Erlednisfe von der Ostsee bis zum Mittllmrer, r m .siV^i ■ tänkntmmt Rodert Morakh. Mit Jllnstraffomm und während der ^ün mrafm«. iSmtnMm


