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her Erde, eine fliegi«ck>ö MLrmte pulste durch das trage Leben wck machte eS erregt imb freudig. Indessen schritt Jalvade unermüdlich rveiter, und als sie «Mich das^ ganze Land durchwandert hatte, da war es erschöpft von all dem Ungewohnten und schlief beruhigt Und wohlig ern, ehe Jalvada es Verlässen hatte, um der FrnstermS Raunl zu geben.
Ms auch nickt das kleinste Licht sünkchen mehr zu fürchten war, verließ Mandarha feine Döhle und stieg herauf. Ta flog es ihm entgegen wie eine leichte Regungt und unter (entern Tritt.fliuß es durch die Finsternis toie ein Pochen — denn die Erde atmete Und all die offenen Herzen sangen den fröhlichen Taft ihres Lebens. Eine dumpfe Verzweiflung ergriff den König der Finsternis. sein Land ivar ihm entfremdet, seine Machlt gebrochen — er mußte heimatlos uurheriri en mck sich verbergen mit seiner Schmach. GS fror ihn zum ersten Rtale — dann kan: ihm plötzlich eine aufbrausende Witt, er ballte die Fäuste und hob sie empor, um sein Reich zu zerschmettern, daß es mit ihm in ein Nichts versank. — Tie Erde träumte indessen und sang im Traum noch einmal das Jubellied des Lichtes, das llang so fremd und bezwingend, daß Mandarha die Arme sinken ließ und tote gebannt lauschte.
Bald nahte die Zeit, da Jalvada wieder üb«- Mcuckarhas Reich wttndern sollte, und sie bat den (^danken um Arbeit für die neu- erwachten Kräfte, daß sie sich stählen und vermehren konnten. Er nickte zufrieden mrd gab ihr drei Samenkörner. „Tarin sind alle Wüten verschlossen," belehrte er sie und deutete auf ein Könrchen. „Tarin liegt aller Duft," so bezeichnte er ein zweites, „nnd dies hier, das enthält dre köstlichsten. Früchte."
Als Jalvada das Reich der Finsternis betrat, fern ihr schon eine scheue Erwartung «ttgegen, ein heimliches Berlculgen nach ihrem Licht. Sie empfand den Hauch der Kalte, der überall lag, und der von Mandarhas Herrschaft zurückgeblieben war. Ta dachte sie Mm ersten Male an den besiegten König, und sie ging über das erwachende Land bis M AdandarhaS dunllen: Thron. Hier blieb sie sinnend stehen. Wie mußte sie der seltsame König hassen, tveil er lieber sein ganzes Reich auf das Spiel setzte, als daß, er ihr das geringe Recht, das sie begehrte, zugestmck. Uni> ihrer lichten warmen Seele tat die Abneigung des Unbekannten weh, imd sie trachtete darnach, ihn zu versöhnen. Mit plötzlichem Entschluß fattfce sie das Körnchen mit den Mitten in eines der offenen Herzen, das am heitersten und stärksten in die Erde schlug mck sagte: „TaS ckllst ba: hegen und pflegen. Du sollst ihm Wärme von deiner Wärme und Kraft von .deiner Kraft geben. Es ist ein totes Korn, du aber sollst es zum Leben erivecken und sollst der Schmerzen Nicht achten, wenn es dich mft seinem Reichtum bedrängt nnd zerreißt. denn es muß empor — z:rm Licht!" Tie Erde schauerte rürgs, um das beschenkte Herz und bettete es bebend, so iveich sie nur konnte. Jalvada deutete auf den Hügel, der den schwarzen Thron trug, und sagte: ,,Da§ .Samenkorn hat Millionen Blüten, die sollst du austeilen, aber hier sollen die ersten und schönsten stehen."
Tas Reich der Finsternis vergaß zu jauckizen und singen, über dem Bewußtsein, daß es blühen durfte. Tie ganze Erde lauschte nach der einen Stelle, wo das gesegnete Herz scklugi, und sie umhegte es mit rastloser Sorge mck wertete, daß es seinen bmrton Reich- tmu überallhin ausstreu«: wurde.
Ms Jalvada den Grenzen des Reiches zuschrftt, kam ihr der Gedanke entgegen. ./Nun, hast dir die Samenkörner ausgeteilt?" sprach er sie an. „Rur eines," antwortete sie, „das die Blüten enthält." Tabei roandte sie sich imd sah traurig nach der Stelle, Uno sich Mandarhas Thron erhob. Der Gedanke beobachtete sie scharf. „Wo ioerden toohl die schönste.,: Blumen stehen?" forschte er scherzeiw. „Um den schivarz«: Thron dort," crwiederte Jalvada und dabei stieg ihr ei.ie lichte Röte in die Wangen. Der Gedanke lächelte und ergriff ihre Hand. „Steh," sagte er mü> deutete über die Erde, „lvenn das Licht errötet, dann strahlt die ganze Welt im Widerschein." Jalvada wandte sich ab nnd bedeckte die Augen mit der Hand. Ter Gedanke legte den Arm um sie und führte sie hin^oeg, denn die Zeit der Finsternis sollte kommen.
Mandarha stieg mit müden Schritten auf seinen Throu. Er achtete nicht darauf, was um ihr: vorging, er stützte das Haupt in die Hand und sah mit fein«: düsteren Augen in die Unendlrchkeft hin ans. Plötzlich riß ihn eine Stimme ans seinen Sinnen. „War:un trauerst du, Mcuckarha?" Er fuhr empor — im selbe,: Augenblick wußte er auch, >ver :hn ansprach. Er zögerte, dann kam es urnh imb bittet von seuter: Lippen: „Das fragst du mich, allmächtiger Gediucke?" „Ja," ertönte die 'Anttovrt ruhig! nnd gütig, ,,denn dir ist nichts geschehen, was nicht zu deines Reiches Heil war. Warum zürnst dir? Willst du. nicht Freundschaft mit dem Licht schließen?"
Mandathä rwlg nach Worten, er hatte alles hümusschreien mögen, feine Qmck nmd sinnen Zorn — aber er fand keinen Laut. Endlich rang es sich tonlos' tmd trotzig aus ihm heraus: „Nein—. niemals!" —
In dem Augenblick ttat Jalvadc ahmorgSloS über die Grenze des Reiches, und ihr Mick was den König. Er starck van Gold :m:» Msen hock mck herrlich in seiner finsteren Majestät und konnte die Augen nicht von dem Weib wenden. daS wie ein Engel der Schön, ft zu ihm getreten loar. Mit einer heftigen Bewsgung rißer endlich los und verschwand in der weichenden Dunkelheit. Jalvada drückte die Hände auf die Brust, ihr lvar, als hätte «M' Herz zu leb»'n aufgehört vor jähem Schrecken. Tos also war der
besiegte König: stolz sich er ans Und jb — schön ©fee fühltet
einen Schmerz in ihrer \£>eejc, daß ihr fast die Sinne sctzvanden. Ta griff es mtt mrsickMaren Händen nach ihr mck tausend Dttmnwni riefen bittend ihren Namen. >^re raffte sich auf und ging die gewohnten Pfade. Ganz zuletzt Lun sie zu Mandarhas Thron nnd hätte in ihren: Leid fast aufgeschrien vor Freude, denn hier jubelte das <rstp Leben feinen Sieg aus taicsenb farbigen Blütenköpfche,: die da anfge^ sproßt waren, so nrie sie es gewollt. Sie breitete die Arme ans :md lehnte die Wange an den inhlen Marmor des Throne-?: „Ich, danke dir. Erde!" Und sie rurhm die Körner des Duftes und der Fttlckfte und gab sie her. „Hier — hier, Erde, nimm alles imd werde so schön—' o so schön du rcumst. Wenn ich daiu: fort bin und er ist da, dann träume dein«: schönsten Traum und sage ihm — er soll mrr ver-i zeihen."
Sie ging zun: Gedanken und erzählte ihm, daß sie alle Körner verschenkt habe. „Das ist gut," lobte er sie, 'und als er ihr Zögern, bemerkte, sprach er weiter: ,,Hast du mir etwas zn sagen?" Sie hob die mächtigen Augen zu ; einen: .Anttitz. „Ach, Herr, rannst du Mandarha nicht ttösten? Er ist so ttaicrrg." Nnd sie faltete bittend die Hände. Ter Gedanke schüttelte das Haupt. „Er wÄl keinen Trost?" — „O, so gib ihm sein Reich zurück," rief sie schnell. Er sab sie entfti an. „Das würde dich dev: Leben kosten, mein Klick." lteber ihr erblaßtes Gesicht huschte ein Lächeln. „WaS ist das Großes, wenn er dann glücklich ist?^ — „Törichtes Mäd-> chen, er ist nicht wert, daß du das Opfer bringst." „Ich liebe ihn!"
Ter Gedanke ergriff Jalvada bei de:: Händen: „Eber: deshalb darfft du nicht sterben: im Gegenteil, du mußt für ihn leben k Nur geduldig mußt bat fein und warten, bis er selbst nach dir verlangt."
Inzwischen wia-r Maickartza zu feinem Thron gekommen. Da sah er das seltsame Gebilde rings herum- stehen. Tie einen sahen wie kleine Kugeln aus, die a:ckeren wie Glocken. Um sein Gesicht strich ein ferner Tust wie kosende Geisterhände. Er bsrgte sich um besssg: M sehen; sie schlief«: olle, nur dort — ein einziges der seltsamatz Geschöpfe nictte mit dem zlertichO: Köpfch«:. „Wo kömmst d« her?" srug M^charha. „Hier heraus," flüsterte die Müte und detttete nach mttsn. „Mer da war es seltsam," plauderte s«, „letzt ist es schöner mck zuerst — v. da war es am aller schönsten." Mandarha: richtete sich mit einem Mick auf, aber er kvnnte es doch nicht lassen, zu fntgen: „Was war zuerst?"^ —
„Ta war s i e da," erzählte die Blume, „und sie ist so licht nnd schön uttd ihre Locken sind lauter Gold!" Mandarha biß sich auf die Lippe::, er rvnßte sehr gut, luet: die Blume premt*, trotzdem stellte er die Frage und seine Stimme klang, als hätte er starkes Herzklpfen: „Bon wen: sprichst tm?"
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Maickarha blieb reglos stehen. „Meinst du?" fragte er bitter. ,^J-a," nickte die Blüte eifrig, „sie hieß uns stlr dich blühen und trug nns auf, du solltest, ihr verleihen." — Mandarha erschrak fast: „Tat sie daS?"
„Sie tat sogar noch mehr," antwortete der Gedanke ernst, der lmfremerft gewinn:«: war, „sie tvollte für dich sterben, daß du!
wieder glücklich nn'irdcst." Mandarha senkte das .Hairot :nck sein« Mger: streift«: mit welchen: Blick d:e BlnNum, die sie für ihn hatte erstehen lass«:. Er hätte sie gerne geküßt, aber er ichänne sich vor; dem Gcka:rl«:. Ter sprach roeittr, als er kev:e Antwort erhielt: ,Lch lasse Jalvada nicht sterben, aber ich will dir trotzdem helfen imb dir ein aickeres größeres Reich geben. Nur die Stund«:, in) den«: jalvada ruht, sollst di: hier Wache holten. Nw: geh, das Licht w:rd bald crscheir^i:." -- Mmckarha stand, als hätte er ge- träuntt. Ein aickeres Reich sollte er bcherrsch«:, frei sollte er sein von dem drückend«: Bewußtsein des Besiegten. er jickelte bell auf und eilte seiner n«:en Heimat zu.
So oau$ glücklich t'omltc Mandarha uckessen inchr sein — trotz der Freiheit — trotz der neuen Herrsck-erwürde uitfe. Dem: am Anfang all seiner Gedanken stand Jalvadas helles Bild, mck am Ende seines Bewußtseins lockte imcker ih:- holdes Gesicht. Ohne daß er selbst wußte, lme es zuging, wuchß die Sehnsucht nadji ihr riesengroß in ihm empor nnd machte ihn unruhig imd traurig. Und auf einmal wußte er, daß er sie lieber hatte, als alles andere, daß er arm und verachtet sein wollte, trenn er sie bann erring«:' konnte. Er ging zum Gedank«: i:nd sagte es ihm. Der Iff-rMM nur, als hätte er alles voraus aelvnßt: „Da sieh mrr selbst zu, daß du es ihr anverttauen kannst."
Und Mandarha wartete, bis Jalvada kam. Er überlegte genau, Ivas er ihr alles sagen tovllte, aber als sie erschi«:, so lichck :nch strahlend, da breitete er nur die Arme toeit aick irnd sie flog wie ein lebendiger Sonnenstrahl an feilte Brust. Licht und Finstentis waren vereint zr: einem sanft«: Schein.
Ter Gedanke feernete Ataudarha nnd Jalvada wck nannte ihr«: Brnck — Tänunerung.
ver ttriegskellner.
Bvn Karlernst Kna«»
(Nachdnrck verboten.)
Jeder, der diesen Raum betritt, bargt sich rntter dern ül>er< wältigend«: Eindruck wlgeheuerer GefMstigreft. llnd man kann


