Ausgabe 
20.10.1917
 
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Jvirb LiaröormZ im Protokoll auigeführt. Mich ivar Sartorius, er«er der vierBnrgmänner", die dein Än-ngivvgt Scheid!er vv-tt dem Anführer und Ordner des Ganzen, als Beihilfe zagc- «L- f n - iiraic S / UTtb Fcstmijg anr Margen des 18. unmittelbar hinter dein Bnrgvvgt an der Spitze des Inges gingen. Nach, Beendi­gung des .eigentlichen Festaltes im Rittersaal der Wartburg ging m den Burghof und it a. sang m,'an btrcb aus dem ln gen,s, ur die Feier gedruckten Keftcl-enLieder auf der Wartburg zu tngen ß -unter lreschen auch Karl Follens, der Gießener Burschen­schaft gewidmettisBranse du Freiheitssaug" sich befand, llnter- delsen redete der Jenaer Professor Ofen ans die Studenten ein und ries ihnen zu: ,,Jetzt werdet ihr einig oder nie!" Tie gegenivrirtige ^tuniiumg vergehe, inan müsse aber etwas Festes in der Tasche haben, Ge>etz und Regel, an die inan sich halten könne, um den landsmanNlchaftli chen Geist der Zwietracht zu Hannen, wie er namentlich noch in Giesen, Erlangen und Güttingen herrsche.

^ Mahnung wollte man Folge leisten, als der Ausschuß Nach Dolans des einzigen offiziellen Festtages auf b-eit 19. morgens ; l £ m Eisenach Anwesenden abernials aus die Wartvurgi nw. Ter Führer der Heidelberger, Carovs, hatte schon vor dem Festie eine BnrscheuschaWordnung ausgearbeitet, die er zur An­nahme vor legen wollte. Die Schwarzen hatten durch der: in Heidel­berg siudierendnc Ernst Welcher davon Nachricht und wüßten die ganze Beratung zu vxwhiiidcru. Ihr 1 itbividnalistisches Persönlich»- feihsn und Freiheitsideal sträubte sich gegen jede Bindung des freaen Geistes an Gesetze. Ter tote Konunent war es sa gerade, den sie bei den reaktionären Laikdsinau.ii schafteru bekämpften. Auf der zwerterr Wartburg Versammlung suchte man mm für die Ein- ichränfuug des Zwerkampfes und die Beförderung der akademischen Einigkeit grnndlegende Richtlinien zu' gewinnen. Nach einer länge­ren Rede Carovss wandte sich Buri erst! gegen ihn. und dann gegen die Landsmanuschafter, als den Störern der Einigkeit. Heftig er- änderte der Landsniaimschafter App und es fttm zu einer leiden- schaftlicheu Wechsel rede zloischen beiden, in der jeder deni andern die Schnldan den Be muss Verb ältnissen und Temmziationon in Gießen zuzuschieben suchte, bis endlich Scheidlcr, der Leiter der Barsamm- lnng tief:Bersöhiien müßt ihr euch, das Vergangene vergessen.!" Und alle riefen:Vergeßt's, vergeßt's!" Ta trat unter dem Beifall aller App auf, bot Buri^ die Hand zur Versöhnung, der andere' schttkg ein, unddie SpaLtung ans -erirejr der ehren'wertesten deutschen Akademien tvar durch friedliche Bereinigung aufge­hoben".*) Ihrem Beispiel folgten dann alle, uub es fand eine allgrnlrine Verbrüderung statt.So hat.ein heiliger aber freier Tüigenblick, Uto nur die Stimme der Jünglinge galt und riet! getan, was nicht der Tarmstädter Hof mit all' seinen Soldaten, was nicht der gesamte Sermt in Perückengesetze gesteckt, hervorzu­bringen imstande gewesen, ja vielmehr heftiger angefacht."**) App bekennt später von jeneni Angenblick:In diesen heiligen Hallen,

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s von Gießen 1819 traten auch sic der Germania bei, die nwl-. kw euijiae ®tefcencr Lttidentenverbinduug rvar. Freilich

fcftr )l0n schell Jahre unter dem Trinke der Karls­bader Beschlüßewieder auf.

Der Begründer der historischen Nationalökonomie.

Zum 109. Geburtstage Wilhelm Roschers, 21. Oktober

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Ktitem Tode hmterließ, war Kne'vmAUnud^us andere Wisset dre der inngc Privttdozcnt in Güttingen vorsand. Zulammen aut Kries und Bruno .vildebrand hat er die irithei' SÄ,* 0 ? ?Uwrcke1te historische Schule der Nationalökonomie grlchaslen woher ;cdo,ch z!u bemerken ist, daß, die Verdienste icirer Ä« EhrcuIdochRosch-rs lirffoS

SA 1 t £ l l lßu f< ble xlymc erheblich übertrossew

!\ ttei S? ^ch'keu zu vergegenwärtigen, durch die

-No wer dre ^catiouotns'innnri,' .... ...

^ u .yiu ; uuu: rurcomrrrnva)-aromilti,che Aussassung des |!Ä ff«* bürch eine empirisch-organische überwun- ^ ^ '"at das Beobaaitnngsfeld der Volkswirtschaftslehre,

b ?^»S tT bte nrKerne Gesellschaft beschrmikte, auf ?.!,£ Zetten mi b^ Volker ausgedehnt und dannt den Gesichtskreis und den <rtofs oer Nattonalökonmnie unernreßlich bereichert Er l ! T lehr bedeutsamer Art vertieft, indem elf nicht vom ivirtschastenden Individuum^ sondern vonr Volke nbzt ^ or dabm als organisch^ Gesamrheit«r wtzte Und Wrchlrch hat er die absolute Giftigkeit von Mrmeir

d^nr hfSft'SF bei Volkswirtschaft wie iuch aus

Ä^bhnt. Das hing wohl auch dannt zusarmuen. tÄl" llebcrzcuguttg den geschichtlichen Vorgängen die

iriu inme vergroeu rönnen.

Tos Bnrschenleben sollte - - so war es die Aiksicht der Schwar- mi nicht durch Regeln und Bestimmimgeik eingeengt werden,! sondern von innen ans dem herrscherrden Geiste sollte sich Sitte und Gesetz der Burschengemeinde bilden. Darum hatten sie Earoves Walk zn Fall gebracht. Um nun aber zur VerstäuLigung über

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dalkke '^urde von der- Versammlung gutgeheißen, und' neben vier- anderen Buri als Herausgeber bestimmt. Eiike Anfündigung des Blattes ersckrlen denn auch bald nachher von Ieim, die auch Buri mit den Ausangsbnchstaben seiues Namens überzeichn et hatte. Jedoch wurde schon am 11. November von der Weimarer Regierung das Erscheinen des Blattes verboten.

So waren in der zlveiteir Wartbiirgversammlimg die Schwarzen überall piit ihren Ansichten vurchgedriiugen und es erössneteik sich die erfreulichsten Aussichen .für die Gestaltung der Gießener Verhältinffe. Am Abend desselben Tages hätten die Schtvarzen nochmals eine interne Abschiedsseier mit einigen Gesiiinnngsfreirn- deik aus Erlangen, Jena und .Heidelberg, lvobei Stammbuch- blältter getauscht lvurdeu.

WiAung des Festes blieb iudcsseu itt Gießen aus. Alle Versuche der Vereinigung der La kkdmaimschäften mit der Bursch.mschuft scheiterten an Karl Follens Starrköpfigkeit Unter Berufung aiks die auf der Wartburg geschlossene Versöhnung bemühte >cch die Jenaer Burschenschaft erfrier um die Beieitignng des Gresener ZwiespMes erreichte aber n.rr, daß nach ihrem Vor­bilde sich im August 1818 die Landsmaimschäften auflöstm und einer allgemeinen Gießencr Burschenschaft unter dem Namen ^Germania" sich bereinigten. Aber selbst da verharrten die Schwarzen in ihrer Ablehnun.g jede»- Gemeinschaft mit beit ehe- »lali gen G egnern des Ehrenspiegels. Mt nach Karl Follens Weg^

*) Hosrat Prof. Tr. Kiefer aus Jena.

Airi"' bricht ilOcr das Wartburgft-ft in im Zeit-

iuvuu|,umh«:u Vii:..!' Ul 0US ^eetSN

ge wohnlich,eu Mannes eröffnet haben.

Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es Roschers Mintter gewesen reügiown Kenn in ihn gepflauzt hat. Zu Känuvws LA^Emer alten Beamtemanickre entsprossen, verlor Roscker bar %atei ttuhzerttg. Seine Studien machtt er zuerst in Göttinasn wo er sich ganz der Geschichte und Philologie widmete: als cf »wich . Doktor gemacht hatte, ging er noch na.ch Wulm og cy r m ^ , l , n r historischem Seminar gearbettet hat Erst stEitterte er M bereits in Göttt'ngen für Ä Facher ver Geiu.ichte und der Staatswissenschaften. Er hat abei- nnr eine «me historische Vorlesung gehalten, in der ev S U °s* Thncydides behandelt hat. Dem griechischen GMchtsichrerber, dem Roscher 1842 auch ein eigenes Werk^- A- b "^n ^ bDachte er zeftlebens die größte Verehrung dar, und sein häuftger Bezug auf ^hucydides hat ihm später von seinen EbSnerirden Sprtznanren Wilhelm DhuehdAes Roscher" cunge^ ?b-rr er!sien ^'ahreik stiller akadeniijchen WirksaEt ' *** ^aats- und Volkswirtschaftslehre zu, die

M gerade m Gott mgen auf eine große Ucberliesernng zurücttiicktk S:,T l nach wemgM Jahren wurde ihm eine außerordentliche, dam»

an der Universität übertragen, unti 1848 folgte er dann dem Rufe nach.Leipzia, das ihm önr zloette« ?elvo rd enist Zahlreiche glünzeuoe Berusungen hat er abgelec-nt und volle -Id oähre als eine der Berühmtheiten der ^Lrrger Kvchschule au die,er gewirkt.. Seit 1889 hielt er nur noch, ösientttche Vorlesung^; am 8. Juni 1894 ist er verstorben Ini Laufe seiner langen Lehrtätigkeit Hader das Gebiet seiner Vor- leiungcn nuausgeietzc erweitert und ausgebaut, sämtlicke Zweige» P* 1 ß taai t: dl.ud Volkslmrtschaftslehre, die Statistik, die Politik FJr 011 Bereich, gezogen. Neben überaus zahlreichen Einzelab- ha.idlniigen ottbet den ltterarif-cken Niederschlag seines Forschcns vor Mm ,eiu Hmchtwerk, dasSystem der Volkswirtschaft", dessen vr»len Vaud er I8v4 veröffentlichte, während der fünfte und letzte ttauo erlt >bö4, schon nach semem Tode, erschienen ist. Von seinen ^vr^1>ungcm ist cm reicher Strom voir Anregung ausgegangen, ob-

» »i-Huiüu*. iveoeryaupt lvar rlttu-Mr tute vorueUme. ilille ,iuto MrückMltende Natur. JHn bestelle ein echt inensch-lichc- Empffndeii; allem falschen Scheine und aller Selbstsucht feind, hatte CT aulrßsttgrs Mitgefühl für d<rs Elend und die Elenden, und rhn trug eine schöne Blegeislstruna für Ers Große und Echte, vor allein für die antike Literatur, dst ihm t»is zum Ende seiner. Lorens cm Iungbrnuucn geblieben ist.