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Offizier hat sein Urteil später freiwillig berichtigt; der Zufall fügte es, dast ihm als Geneval sein früherer Zögling Hindenbnrg als Generalstabsosfizier zugeteilL wurde.
Jü den Feldzügen von 1866 und 1870/71 bewährte sich Hinden- burgs niilitärische Tüchtigkeit. Bei Königgrätz wurde er verwundet und 1870/71 erwarb ec sich das Eiserne Kreuz. Ergreifend und anschaulich sind die Schilderungen des jungen Offiziers aus dem Felde. Ueber seine Feuertaufe 1866 schrieb er: „Zunächst eine gewisse Freudigkeit, dast man nun auch einmal Pulver riechen lernt, dmrn aber mich ein banges Zagen, ab man auch seine Schuldigkeit als so junger Soldat genügend tun nnrd. Hört man dann die ersten Klügeln, so Nnrd man in eine gewisse Begeisterung vetsetzt, ein
Stufenleiter stieg. Bei attebem blieb er stets der gleiche, klare und reste Charakter, Soldat vom Scheitel bis zur'Sohle, von eisernem Willen, frisch bis zur Derbheit, klihl und ger-echt. Ittrd dieses Bild, das r:r der tvuchtigen Ruhe seiner Erscheinung und in denr ehernen, tmllenSstarken Ernst seiner.Züge gipfelt, ist jedem Terrtschen lieb urrd vertraut. Ganz vortrefflich patzt dort hinein jener kleine Zug, der aus der Zeit seiner jungen Ehe berichtet wird. Löste der Feldmarschall hin und wieder seine Frau in der Kinderstube ab, was er mit besonderer Vorliebe tat, so pflegte er die /leinen Schreihälse dadurch zu beruhigen, daß er ihnen unentwegt den Loben- frredberger bRarsch vorpftsf.
Klingt das nicht fast wie ein Gleichnis für unsere Zeit?
Ntu/esfe Aufnahme des Generalfeidmarsc/iaUs von /imdendurg.
' vnrzes Gebet, ein Gedtrnve an die Lieben in der Heimat und den! alten Namen, und dann vorwärts! Mit der Zahl der Verwundeten umher macht die Begeisterung einer gewissen Kaltblütigkeit oder mehr Gleichgültigkeit gegen die Gefahr Platz."
1870 machte Hindenbnrg mit seinem Regiment den schweren Sturin «,f Lt. Privat mit. Roch vour Schlackstfeld schrieb er darüber Eserne Ettern: „Wir wareir gestern scharf im Gefecht Gottes Girade T>at sichtlich über mir getvaltet: ich bin die ganze Zeit mit meinem Kommandeur nicht vom Pferde gestiegen, nud hat nur das Pferd nieines Kommairderirs' eine Mitrailleusenttigel rns Bern rnrd ich eine Fliirtenkugel au btnt Stiefelschaft de- ^u.'uen ^ m begreife selbst nicht, wie ich bei der ganzen- Miion so kaltblütig bleiben konnte. Ich habe öfter nach der Uhr gesehen und alle Gefechtsmomente an Ort und Stelle gleich auf dein Pferd notiert . , ." Hier zeigte sich schon bei dein jungen Offizier
al^ Grundzug fernes Etzarafters die sttenge Selbstzucht,' die un^ erlchutterlrche Ruhe und die Gewissenhaftigkeit in der Beobachtung und Arbeit. Lern spaterer Kriegsakadeinietehrer in der Befcsti- gnngskunst der unlängst verstorbene Oberstleutnant P-ockchainmer sckwn derzeit klar erkannt. Pochhammer berrchdet darüber: „.Hindenbnrg hatte stxts irgerOeme Sektion der GeneWlstabSkarle vor stch liegen, chlf der er still zu arbeiten begann,
"M nicht interessierte. Er arbeitete neti- an sid) .Zwei ZiviMlegen fragte ich einst harnrlos rmch Wem stattlichen Hörer am ersten.Tisch. Ter Geograph hatte dankbar die stets berertliegende Karte, der Mathematiker mit aleickfer Befrledigwig den riil/rrgen Gebrauch von Zirkel und Blei- bemerk - Datz dieser kleine „Moltke-ZiE" nur Marschtiescar mch Geschntzwirkungeii ans der Wrte feststellte, nnd dieser Blei- stift rrur Befehle inrd Meldnngeir schrieb, das; hier überhaupt ein Loldat Erregsgesckstchtc trieb, oder mittels taftiidycx Ausgab eil sich selbst erzog, hatten sie nM etkannt . " . " " nct>
ununterbrochener Arbeit, gewissenhaft rmd pslicbt- Hrndenbairg den festen Grmrd, ans dem seirre grosten Fähigkeiten sich entfalten konnteir, ie höher er auf der militärischen
Schreiend und kläffend nnckellt uns irr blutiger Feindschaft meh oenn Die halbe.Welt; Hindenbnrg aber pfeift ruhig nnd nnent wegr^den Hohenfriedberger, iind er wird sie zur Ruhe bringen ^zn dieser zuversichtlichen Erwartung feiert das ganze deutsch Voll aus tiefttein Herzen seinen Feldinarscl-all an scineiii Ehren tage und fleht den L<>zeii des Himmels herab auf jenes ergraittc gefurchte, trotzige Haupt, hbtter dessen mächtiger Stirnwöttum. das Lchicksal der Welt verborgen ruht. Ferii vom Jubelruf de Dental, ttefvergraben in ernstester, härtester Arbeit, rrngebeng trotz der Last lerner imgel-euereii Vercriwrortniig, über- schreit eit Hin denburg, der ewig Gleiche, Junge, die Schwelle des Greiscnalters Möge ihm der Tank und das unbeirrbare Verttaueri seinem Herrschers, des ganzen dentsckieii Volkes niid seiircr Verbündetei ferne -Aufgabe, die schwerste aller Ausgaben, erleichtern — zi unser aller Heil! ^
vevmsschtes.
n; ■ r* ® * $J n a r ^ ^.b e r unsere Soldaten und das E r s e r n e 5k r e u z. Bismarck hat Kriege immer nur aus Staats nvtwelldigftiteil heraus geführt, inr Gegensatz zu Napoleon der unbekümmert um bte Wunden, welche seine Kriege Frankreich mit Den anderen Lmrderir schlugen imb ohne .jrf: i • t auf Vetlush <m .Menschenblut und Menscherckeben sein Z-. verfolgte. Sein hn Grunde werck>eö Gemüt hätte Bismarck auch vor umrötigem Blutverglestni znrückschreckeir lassen. So kenneir ,vir erneu Satz von chm ans dem August 1870: „Gestern viel Garde geblieN viel ru tapfer, die hncrlrck^n Leutt. um leben zu bleiben:
l?ri^r r l, n >i C> M mv ® r a Jf der Sieg mich freut;" und wenn w b^lng vorkamen, lprach er voll Teilnahme wu
bejten Loldaten EnroNis". Am bekannteisten von 1875, das; er, solange ein höheres ^taatsrntcresie nickst vorliege, airch nickst hie gesunden Krwchcn eiires k!N^irPommer,ck)en Grenadiers einfetzerl wvNe. Auf den Sck !a<!>t- feldern v>ml c0/.1, n^v ick-oir l>ci MarS-sa Tour seine beiden Lvhrle


