Ausgabe 
1.10.1917
 
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verwendet wurden, sehen wir Biäinarck um die Blessiette»: vielfach selbst bemüht. Deiner Liebe zu den deutschen ^Soldaten gibt er in seine»: Briefen vielfach Ausdruck, so in dein Wort, das oerdieitt, ein geflügeltes zu werden:Ovcmckxw ist ein Lump gegen unsere Füsiliere." Nach Wörth schreibt fr, daß die Infanterie sich das berserkerartige Draufstürzen auf den Feind doch etwas abgonwhnen müsse, dennso gutes Blut »vie das unserer Soldaten ist selten auf der Welt". Im gleichen Sinne meint er an anderer Stelle von den Eisernen Kreuzen, es sei Mt, daß sie noch nicht ausgegcben seien, denniveim erst einige damit gehen, sind die anderen gar nicht mehr zu halten und .stecken die Kopfe in .die Mündungen der franzüsischein Kanonen". Ter schönste Aus sprich Bismarcks über unsere Soldaten dürfte aber wohl der folgende sein:Unsere Leine sind zum Küssen, jeder so todesmutig, rühm, folgsam, gesittet, mit leere in Magen, nassen Kleidern, nassem Lagen', wenig Sehlas, abfallenden Stiesel sohlen, f:^euudlich> gegn^rMe, kein Plündern -und Sengen, bezahlen was sie können und essen verschimmeltes Brot. Es muß doch ein tiefer Fonds von Gottesfurcht im gemeinen. Manne bei uns sitzen, sons^ könnte das alles picht sein."

* Tas Rätsel der bunten Farben bei P s l a n 3 e u

und Tieren. Tie nnssenschastlicheu. Anschauungen über die Bedeutung der bunten Farben bei Pflanzen und Tiers»: haben in letzter Zeit durch die aufsehenerregenden Ltrbeiten des Münchener Forschers Pros. Tr. C. v. 5xß. eine grmrdlegerrde Umgeshaltuirg erfahren. Bisher waren Zoologen und Botaniker fest davon über­zeugt, daß die Pflanzen »md Tiere ihre bunten Farben tragen, um die Fortpflanzung zu erleichtern oder um sich vor feindlichen An­griffen schützen zu können. Die Laien glaubten dies um so mehr, als sie ja allgemein der Ansicht sind, die Farben, in »velchen wir die Gegenstände sehen, seien Eigenscl>aften dieser Gegenstände, mrd daher »nützten die Gegenstände jedem tierischen Sehorgan genau in denselben Farben erscheinen wie uns. Ties stimuck aber keineswegs, denn die physikalischer Strahlungen lösen in verschiedenen Auge»: verschiedene Empffchungen aus, was ja schon durch die verhältnis­mäßig große Zahlfarbenblinder" Me»»scheu erklärt wird. Fick die verschiedenen Arten des Sehens sind, »via Heß. jetzt in dep Naturwillmschaften" darlegt, die Helligkeiten, in »velchen die ver^ »ckiedcnen Farben gesehen »verden, charakteristisch. Bon diesem Standpunkt ausgehend, arbeitete Hetz systematisch Methoden zur Ermittlung der Helligkeiten aus, in welchen verMedsre Tierartckn» die bunten Farben sehen. Tiefe Metl>oden siird so ge»rau, daß man hercke über die Sehgualitäten zahlreicher Tiere ebenso gut »mter- richtet ist, wie über die des Menschen. Nack) den Ergebnissen dieser Fiorschung verhalten sich die Fische und sämtliche Wirbellose»! in allen Beziehungen so mt vollkommen sarbenblriwe Menschen. Da­gegen ist die Dehsähigkeit der Amphibien auschei»:end der des nor­malen Menscheu ungefähr gleich. Auf die Tagvögel wirke»: Rot, Gelb und teilweise mich Grün ähnlich »vie auf uns, hingegen ver­mögen sie Violett und Blau nicht wahrzunehmen. Bei den Säuger»: gibt es große Verschiedenheiten. Tie Affen sehen die Farben ähnlich wie wir, den Hunden und Katzen aber bieten sich die Farben mehr mit Grau oder Weiß verhüllt dar. Bereits hierdurch scheint die bis­herige Lehre von der Bedeutung- der Farben in der Tier- und Pflanzenwelt umgestoße»:. Tie Bienen z. B. vermögen die Bluineu- sarben nicht zu crteimeu, woraus gfolgert werden muß, daß die Blumen iyren Farben reiclstum nicht bekommen haben, um die Insekten airzulocken. Die Farben der Fische, Krebse usw. können ebenfalls nicht mehr als sog. Dchmucksaeben gelten. Man behauptete früher, die gelbe»» nick) roten Farbe»: der Krebse hätten de»: Zweck, die Geschlechter gegenseitig anzulockcn, doch haben sich alle bis­her untersuchten Krebse als völlig farbenblind erwiesen. Außer­dem vermag selbst ein farbentüchtiges Auge bereits in einer Äefe von 4 Meter unter der Meeresoberfläche Rot nicht n:ehr wahrzu- uehineu. Auch dieHochzeitskleider" der Fische^nrüssen jetzt be­stritten »verden, denn wen»: z. B. dtzr Königsee-Saibling in einer Tiefe von 60 Meter laicht und z»»r Laichzeit eine rote Färbung zeigt, so ist dein nicht die bisherige Bedeutung -»gemessen, da ja, nüe g sagt, ck-on ln '4 Mrtcr Tiefe das 9iv't nicht »nehr zu erfennen tlr. Weiser ivird darauf chigewsgen, daß 'es unlogisch et'scheück, da»' '-uTagvögeln gcwTsie Farben sich entwickelt HMxn, ü»»r riir rr Ztvecke gesehen zu iuci'Dcn, an Vermerks cmvere Farben

sich ebenso gul entwickelt haben, trotzdem die Vögel sie gegenseitig »licht wahrzunehmen vermöge»». E»»dlich weisen viele Pflanzen auch ai» unterirdischen Teile»» eine große Farbenpracht a»ck, trotzden» diese Teile den Jnsetien gar nicht zugänAich sind. Die Blüten sind also nicht un» der Insekten willen brmt geworden, die Gefiede»-farben der Tagvögel haben sich nieht zur Aiilocknng des airderen Geschlechtes entwickelt uslv, Ten»nach ist die bisherige Bedeutung der bunten Farben bei Pflanzen und Tieren hinfätlia, und der biolvgischert Forschung obliegt die Aufgabe, die wahre Bedeutung dieser Farbe»» zu entdecken.

* T i e Gesundheitspflege in der guten alten Z eit. In welch drastischer Weise die Gesundheitspflege in früheren Tage»» versnhr. dafür mag folgender Befehl ccks BÄeg mitgelreilt werden, de»» König Friedrich Wilhelm I. an den Obersten von Kleist richtete.Mein lieber v. Meist! Ich »oill, daß vor» Montig bis Tormerstag das II. Bataillon zur Ader gelassen »verden soll und w>\\\ Donnerstag »mb folgenden das I. Bataillon: a osern aber

die Feldscherer solches »rieht aut fblden, so sollet Ihr erst davon berichten. Berlin, den 2 März 4723." Natürlich ßrnden di« Feldscl-erer solches für g»ck, denn erste», s hielt- die allgemeine Anschanunä Aderlässe im Frühjahr für nützlich Mid Ijeufom, und zäveitens pflegte man gegen Königliche Befehle nicht EinrH: düngen zu machen.

Vücherrisch.

Großer Bilderatlas des Weltkrieges. Liefer­ung. 22: Tie Ostfront 1916: Lieferung 23: Rumänien °, Lieferung 24: Hinter den.Fronten. (München, F. Bruckmann A.-G. Quer- foliv. Subskriptiorrspreis dm Lieferung 2 Mark, Einzelpreis 3 Mk.)

Tie drei luencftc»» Lieferungen dieses übersichtlich angelegten großen Werkes, das die Ereignisse imb Anstände des Weltkrieges » 7 » einer »vohlüberlegten und geordnete»: Folge der bester: arckhenti- scher: Bilder ststhalten »Ml, stehen ihren Borgmrgcrn an Reichtum und Schönheit des Jirhalts nicht nach. Lieferung 22 und der An­fang dep 23. Lieferung schilder»: m 200 photographischen Aus> »rahnien, Karten »md Urkunde»:, die, wie überall in diesem Werke, nur von kurzen, aber treffsicheren Textivvrten begleitet sind, die Be-, gebenhnten an der Ostfrorck vom Weißen Meer im hoher: Norden dis hinunter zur Bukaümra. Tavan anschließend ist der größte Teil von Lieferimg 2B mit 154 Darstellungen den: glorreiche»: Feldzug gegen Rumärcke»: aenckdrnet. Diese glmrzende Folge lu^gezeichneter, oft blattgroßer Bilder spricht viel eiudrmglicl-er zu dem Beschauer, als bloße SchiLderu»:g in Worten es vermöchte. Wenn grausig« Envzelheiten nicht fehlen, so sind sie doch so gewählt und angeordnet, daß ihre Darstellung nickst abstoßend »virt't. Die 24. Lieferrma führt in 190 Bildern das Leben, die Arbeit auch die Feste unserer Krieger hinter den Kampffronten vor. Quartiere »md Soldatenbeime, die Verpflegung der Truppen, die Masmahmen zur Erhaltung des Gefulchyertszststandes, die Tätigkeit der Feldpost, Gerichts- »rnd Schulwese»:, Zeit und Geld in de»: besetzten Gebieten und a»chere bemetkens» verte Tinge »verden geschildert. Ei»:en besondere»: histori­schen Wer! erhält diese Lieferung noch durch die Wiedergabe einer ovoßen Zahl seltener und unveröffentlichter Kriegsdrucksache»: aus beiden Lagen:.

- Deutsches Knaben buch. Ein Jahrbuch der Unter­haltung, Belehnmg und Beschäftigung für unsere Knaben von 1017 Jahren. Mit .Beiträgen der ersten Schriftsteller und Künstler. Ein Bmch von über 400 Decken mck vielen .hrrndertt Text- und feinen Farbenbilderir. 29. Ba»ch. Aufs feinste gebrmden 7,50 Mark. K. Thienemanns Verlag. Sticktgarl. Neben span­nend geschriebenen Erzählrnuzen »mserer ersten A:rtörei: finden, wir Aufsätze, »velche wie die reizend illustrierteMbwmcherung" von Julius R. Haarhaus, Kenntnis »md Liebe zur Heimat pflegen. Andere Artikel machen mit Volk u»ch ^Ditte ferner Länder bekannt. Was aber »msere Jugend besoirders begeistern wird, das.siich.di« zahlreich eingestrescken Berichte über die ne»:esten Erfindrengen »md E»:tdeckungen, über die Aortschrckte von .Technik »md Jtckustrie, über chemische und Misikalisiche Experimente und Erfahrungen. Das Bl»:ch i»t eckve Quelle für naturwissenschaftlick)e Erkem:tnis, eS vex»ncktelt Anleitung und Beschäftigung. Ga»:z besondere Dorg- satt hat der Verlag auf die bildliche Ausstattung des Buches^ gelegt. Eure große Zahl von mehrfa»:b:gen u»ck> schtvürzen Bildern ziert den Band und imterstützt das Verständnis. Kurzum, Thieue- numns Deutsches Knabenbuch ist »nieder ein prächtiges Werk gavvrden.

Verner von Heidenstain, Kampf u»:d Tod Karls des Zwölften. (LaMens Marckbücher Band 21.) lln:- schlagzeichnuna von Wilhelw. Schulz. Preis gebimden 1 Mark. Verlag von Wert Langen ck» München. Der vorliegende Band der Lang-enschen MarMicher vereinigt drei Erzählungen aus Hei- denstams grvtzem Prosaepos ,^Karl der Züviölfte mck> seine Krieger". Es sind die NovellenDas befestigte Hans",Der Köni-bsrckt" undFrederikshall", die, ga»rz beherrscht von: dunkel»: Bckd des Sch»vedeiiköi:igS, sich aus den mrderen Erzählungen des Wecckes besonders he r vo»cheben.

Castell, Die mysteriöse Tänzerin. Nv-velletten.

(Langens Martbücher Band 22.) Urnschlagzeichnuna von O. Bau»n- berger. Preis gebundei: 1 dRmck. Verlag von Albert Langen in München. Tie schon bekannte Novelleftensammlung, deren Ver­fasser den Dchtveizer Schillerpreis für 1916 eihiekt, liegt jetzt in 1 teuer, billiger und schön anZgestatteter Ausgabe vor: in dieser Form wird sie den großen Kons ihrer Freunde noch erwecken:.

Abftruhrätsel.

Lrüsel, Stib, Centa, Steuer.

Von jedem Wort sind zwei Buchstaben an beliebiger Stelle ab- .ustreichen. Die siehenbleibendeir Buchstabengrnppe»» n»üssen im Zu- ?anm»enhang etrvaS bezeichnen, rvaS so n,a»»che auf ihren Reise»: ersehnen.

(Tluflösung in nächster Nuunner.)

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer.

Reiben Relie»». Reiaen, 7kte»iien. Reimen. Recke»,. Re»ten, Reizen.

Gchr»tle»tuna: Ir. R. Zeuz. Zw:llingSrunddr»:ck m»d Verlag der Brühpschen UniversitätS-Buch- und Steindruckecei. R. Lange, Gießen»