Der rälleltiakte Feind.
Roinan von Sven Elvestad.
(Fortsetzung.)
„Dann hat er also das Fenster mit der Hand eingeschla- gen." rief der Rittmeister.
Asbjörn Krag lächelte.
„Meinst du wirklich. dabei ivare nicht mehr Blut geflossen? Versuch es doch einmal, und schlage das andere Fenster ein. so daß die Rähmchen geknickt werden, nnd sieh dir dann einmal deine .Hand mi."
Der Rittmeister schüttelte den Kops.
„Das begreife ich nicht." sagte er.
Wieder lächelte der Detektiv
„Wir wollen aber dennoch einmal den Gedanken fest- halten, daß das Fenster mit einer geballten Hand eingeschla- gen sein könnte." sagte er.
„Aber wer ist der Täters'
„Darüber bin ich vollständig im reinen."
„Wer. ins Hinrmcls Namen?"
Asbjörn Krag machte eine Handbewegung übers Feld hin. Der Rittmeister schauderte, und die Dicnstleute, die sich allmählich ins Zimmer gedrängt hatten, drückten sich unwillkürlich eng aneinander.
„Das geheimnisvolle Wese» von da draußen," anttvor- tete Krag.
„Der Mörder?" fragte der Rittmeister
„Ja."
„Aber ivas wollte er? Wollte er ins Zimmer ein- dringen?"
„Nein."
„Nicht? Was in aller Welt lvoltte er kamt?"
. „Wer weiß?" sagte Asbjörn Krag lächelnd. „Wer will wissen, was sich im Gehirn solch eines Wesens regt?" Er wandte sich an den Verwalter. „Sie haben nichts Auffallendes in der Nähe des Hauses im Lause des Abends bemerkt?"
„Nein, nichts außer dem da."
„Und auch memand von Ihren Leuten hat draußen irgend etwas wahrgenommen?"
„Nein, sie haben ja nicht einmal Sie bemerkt, Herr Detektiv."
„Es ist gut. Lassen Sie mich setzt mit dem Herrn Rittmeister allem."
.^tonnen wir zu Bett gehen?"
Asbjörn Krag schüttelte energisch den Kops.
keineswegs. Nicht nur Sie, auch die Leute müssen aus- btechen."
„Müssen wir vielleicht eine neue Nachforschung vornehmen?"'
„Ja, haltet nur die Laternen bereit."
„Müssen wir wieder hinaus aufs Feld?"
' „Neru."
.,Dann gehtts vielleicht noch weiter
„Rein, wir wollen unsere Nachforschungen innerhalb der .Hofreite anstellen."
„Meinen Sie denn, das geheimnisvolle We-en sei hier auf dem Hofe zu finden?" fragte der Verwalter, und Entsetzen malle sich aus seinem Gesicht.
„Ja." antwortete Krag. „Aber gehen Sie jetzt."
Langsam entfernten sich die Leute. Mit großer Bvi-sicht machten sie die Tür auf. Es war, als ob sie fick) vor etwas jürchteten, das draußen sein könnte.
Als Krag und der Rittmeister endlich allein waren, sagte der Detektiv:
„Sv, lieber Freund, wir wollen jetzt schnell zur Sache kommen. Ich habe mit Dagnv gesprochen!"
23. Kapitel EineWendung.
Der Rittmeister fuhr zusammen.
„Du hast sie heute ochend gesprochen?" fragte er.
.^a, vor zwei Stunden."
Der Rittmeister blickte seinen Freund forstbeird an
„Hat sie dir etwas mitgeterlt?"
„3«, sie hat mir mitgeteilt, was sie wußte, zufällig AMe ich aber mehr als sie. Ich ging zu ihr mit der festen Absicht, sie nun endlich zum Sprechen zu bervegen. Ich hatbe sie schon früher darum gebeten, aber sie war mir immer aus- gewichen. Armes Mädchen? Sie hat eine entsetzliche Zeit zu durchleben."
Der Rittmeister ging aufgeregt im Zimmer hin und her. „und mir hat sie nichts gesagt!" murmelte er.
„Nein, und das einzig und allein aus Rücksicht für dich^ den sic geliebt hat und noch liebt. Die Ereignisse haben s« zur Verzweiflung gebracht, und sie hat sehr schweren Herzen- mit dir gebrochen. Wenn sie sich von dem alten Oberst hätte raten lassen, so wäre die Verlobung nicht aufgehoben wov* den, aber das Mädchen selbst wollte es so."
„Sie selbst?" rief der Rittmeister und sperrte die Augen weit auf.
,Za, sie selbst, und zwar aus Rücksicht für deine Elwe." Der Rittmeister setzte sich seinem Freunde gegenüber. Eß war deutlich zu sehen, wie scküver er mit seiner Bewegung z»
kämpfen hatte.
„Die Sache wird immer rätselhafter," sagte er. „Aber nun weißt du also alles, und nun werde auch ich alles tp* fahren. Die Tür ist verschlossen. Du kommst nicht eher hinaus, bis du mir alles erzählt l-ast."
Asbjörn Krag lächelte und deutete aus das zerbrochene Fenster.
„So lauge der Kerl um den Weg ist, brauche üh um eit» Möglichkeit, ms Freie zu kommen, nicht bange zu sein," sagte er.
„Du bist grausam und spannst mich auf die Folter." „Durchaus nicht. Gib nnr eine Zigarre."
Der Rittmeister holte eine Schachtel Zigarren, Kr«H


