Der rätieihaffe Feind.
Roman Von Sven Elve st ad.
(Fortsetzung.)
Wenn nicht der 9)tenf4)i, der ihn zu Blöden geschlagen, das Papier gestohlen Hütte. Wenn der Täter irgendeine Absicht mit seiner Dat verfolgte, so konnte es einzig und allem die sein, sich in den Besitz dieses gefürchteten Papieres Hu setzen. In was für Hände war das Papier gefallen? Vielleicht Ln die Hände eines Feindes, der schlimmer war, als der erste.
So überlegte Asbjörn Krag, währerrd er an der Seite des Rittmeisters über das Feld hinschritt. Beide schwiegen, ^^^ittmeister rnerkte, daß Krag von seinen Gedanken er stillt war, und wollte ihn nicht stören.
Ettdlich ivaren sie am Hause des Kaufmanns an gelangt. >Dre r^erche war schon hineingeschafst worden. Bor dem Hause stand eine Menge Menschen, meist Bauern aus der Umgegend. Es wurden fast nur leise Worte gewechselt. Und die tneleu bleichen Gesichter, das Geflüster und die versteckten Andeutungen machten zusammen einen unheimlichen Eindruck. Der Detektiv sagte zu Rittmeister Rye.-
„Du kannst hier nichts nützen. Ich habe das Gefühl, daß du hrer wrr ein Stein des Anstoßes wärest. Geh lieber nach Hause Und warte dort auf mich. Ich konrme bald/"
. . ,/Wie du willst," sagte der Rittmeister. „Weirn dunreinst^ daß ick dir doch nichts nützen könne."
„Vorläufig nicht das geringste."
Der Rittmeister zog den Hut und schlug den andern Weg ein. Sern Fortgehen war von denr YNenschenfchwarm Lenrerkt worden. Alle UnterhalUrng stockte für den Augon- blrck. ^
Asbjörn Krag drängte sich ins Haus. Verschiedene der Neugierigen drängten ihm nach, aber Krag wies sie zurück und schloß die Tür hinter sich ab.
Drinnen wimmelten Treppe nnb Gange von Menschen, und darunter waren auch die Journalisten. Sofort flogen sre auf Krag zu. *
, y ^ach kann Ihnen nichts anderes sagen, meine Herren, üls daß hier ettvas völlig Unerwartetes geschehen ist" sagte er. „Durch diese neuen Ereignisse ist die Sacke noch rätselhafter geworden als vorher."
„Mer Sie halteil dies doch arrch für einen Mord?"
„Der Mann ist totgeschlagen ivorden, so viel ist klar"
„Und dieser Mord steht in Berbindimg mit dem Mordversuch an Oberst Holger?"
„Jweifellos. Beide Ereignisse gleichen einander aufs Haar." - 1 ;
^Meinen Sie, ein geheimnisvoller und gefährlicher Mensch streife hier in der Gegend umher und mache sie un- sicher?"
„Ehe ich den Erschlagenen bvoberr n?och einmal in Augen- Mkm genommen habe, meijive ich gar nichts. Ich hoffe, di«
Herren werden uns die nötige Zeit zur Untersuchung gönnen."
Und die Herren eilten zur Telegraphenstation ruÄ! schickten neue, Aufsehen ervegerwe Delegrarnm« in die Hanpt> stadt, während Asbjörn Krag in das Zimmer eilte, wo der Tote lag.
Dort fand er den alten Amtsvorsteher, dessen Gehilfen und den stellvertretenden Amtsrichter. Der letztere war bleich und beinahe fassungslos.
„Gut, daß Sie endlich kommen!" rief er. „Diese Sache wächst mir über den Kopf und bringt mich noch ins Grab.
Er deutete auf den Tot^n und fragte, indem er Krag bedeutungsvoll zublinzelte:
„War er es nicht, von dem wir —"
„Doch, er war es, von dem wir glaubten —" erwidert« Krag. „Allein jetzt ist er selbst von der gleichen Hand gefallen, me auch den schweren Schlag gegen Oberst Holger geführt hat."
Der Detektiv deckte das Gesicht des Toten auf. 9iun bemerkte er, was er draußen nicht wahrgenommen hatte, datz das Gefleht des Advokaten noch im Tode das Gepräge der ausgestandenen fürchterlichen Todesangst trug.
Wenn er daran dachte, wie der Mann gleich einem Die» übers Feld gejagt worden sein mußte bis an den Waldrand, chvenn er sich an den herzzerreißenden Todesschrei crimrerte, den er gehört hatte, und wenn er diese Züge betrachtete, die Schreck und Entsetzen verrieten, so schauderte er beim Gedanken, wer wohl dieser geheimnisvolle Feind sein könne.
Krag untersuchte die Verletzung eingehend, und es war chm sofort anzuschen, daß sie sein größtes Interesse weckte. Ern Zug des Erstaunens huschte dabei über des Detektiv- Gesicht. Dann deckte er das Gesicht des Toten wieder zu un» knöpfte ihm den Regenmantel und den Rock auf. Des Mannegoldene Uhr mit der goldenen Kette waren an ihrem Platz, ebenso die Brieftasche.
Krag machte die Brieftasche auf, und die audevnl schauten ihm neugierig über die Schulter. Es waren mehrere hundert Kronen in Papiergeld vorharrden. Krag legte die Scheine auf den Tisch und sagte, zum Gehilfen des Amt-- Vorstehers gewendete
„Schreiben Sie auf, wieviel es ist."
Weiter fand er eine Menge Geschäftspapiere. Auch drese legte er auf den Tisch, damit sie notiert incrden konnten, aber er las sie vorher sorgfältig durch.
Endlich fand er in einem geheimen kleinen Fach, er suchte. Es war ein blauer Umschlag mit einigen alten Br isen darin. Eine Ahnung sagte ihm gleich, daß hier der Schlüssel gu dem Geheimnis liege.
Der erste Brief, den er las, trug das Datum Ehristiania, den 20. März 1890. Er las die erste Seite, sah dann nach der Unterschrift, und mit einem Male stand es klar vor ihm, waS das für ein entsetzlicher Brief war.
mischte Krag die Briefe und vermiedenen anderen Schriftstücke so untereinander, daß er, ohne es merken zu


