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strahlen und fttnVeln, über nicht lertchden »und erwärmen.. Ihm fehlte der lcbeiüüge Glaube an Gattes Allmacht, Weisheit und Mite, da er Gott nur mit -dem BerLüaild-e suchte und nicht mit gläubigem und demütigem Herzen.
Tiefer reiche Mann kam in großem Prunk und mit^ vieler Dienerschaft gezogen, trat in kostbarer GetoanÄrmg, reickiem SckMuck itnrd im stvltzen Bewußtsein seiner überlegene,: Klug heut und Geistesschärfe an die Hütte des bescheidenen, seiner Andacht in stiller Weisheit pflegenden .Heiligen, schlug an den Vorhang, der das Innere seiner Hütte verhüllte, und rief in hochsahrendem Tone: „Wen,: du ein Weiser und ein Heiliger bW ivie das Volk dich nennt, so lade ich dich ein, mir drei Kragen zu beantworten, die ich an dich stellen will und in deren Beantwortung du — 'wenn du sie beantivvrten kannst die Größe und Weisheit deines Gottes befinden sollst. Kannst du sie nicht beantworten, so werde ich hingehen und allem Volk sagen, daß du ein U,müssender, ein Narr und Betrüger seiest und niemand dir trauen und dir. Nachfolgen soll ans deinen irrigen Pfaden/' Ter Heilige trat auf diese Forderung aus seiner Hütte, neigte das von iilhyDkißem Haar umrahmte ehrwürdige Haupt und sprach: „Frage, und ich will antworten, 'was mein Gott nrir eingibt."
Ter reiche Mam: wrrf sich in die Brust und begann: „Du lehrst dem Volk, daß dein Gott allgegemvärtig sei, aber niemals lxu ihn jemand gesehen. Wem, deine Lehre Wahrheit ist, so belveise sie, zeige mir deinen allgegenwärtigen Gott!
Uni, zweitens sagst du, daß alles, was wir Menschen tun, durch Gottes Macht und Willen geschieht., warum aber kann man dann die Sünden und Missetaten der Menschen strafe.: und sie anklagen, da sie doch nur tun, was Gott in ihnen wirkt?
Und zum dritten will ich dich fragen, warum Gott den Teufel in der Hölle mit Feuer straft, da der Teufel selber Feuer ist u:tb vom Element, ans dein er geschaffen tvurde, weder schmerz noch Strafe empfinden kann?
So habe ich dir dreierlei Fragen-pvrgelegt, und ivenn du sie beantworten kannst, so daß deine Antwort mich überzeugt, dann will icb dein Schüler werden und deinein Gotte wlgen, denn! dann bist du in Wahrl)eit ein Weiser und Gesegneter und dein Gott ist, den ich gesucht habe durch Jahr und Welten."
Ter Heilige schwieg einige Minuten, dann ging ein stilles Lächeln über sein Antlitz, er neigte sich zur Erde, hob einen dort liegenden Erdklumpen auf und warf ihn, ohne ein Wort p sagen, dem Frager an den Kopf. Ta nach wandte er sich, schlug den Vorhang seiner Hütte zurück und trat, ohne des laut und empör: Aufschrerenden weiter zu achten, in deren Inneres zurück. Tie Dienerschaft des reiche:: Mannes wollte sich ihm nachstürzen, um di? Schmach ihres Herrn zu rächen, aber dieser winkte mit her .Hand und hielt sie zurück,
„Ich will nicht, daß meime Leute die Tat dieses rohen Mannes strafen, das soll de:- Richter tun, bei dem ich klagen werde und vor dem alles Polk erfahren soll, wie machtlos, unwissend und gewalttätig jener ist, den es als Heiligen verehrt."
Darauf zog er zum Richter und erzählte dem, was er getan halte und wie ihm gefächen war, und der Richter schickte hin zu dem Heiligem und ließ ihn vor sich rufen in: vramen des ^Gesetzes Und Rechtes. Und es versammelte sich vieles Volk, das in Staunen »md llnwillen fragte und hörte, was sich zugetragen hatte.
Als nun der Heilige vor dem Richter stand, fragte ihn dieser streng, weshalb er dem fremden Manne einen Erdklumpen an den Kopf geworfen habe, anstatt ihm, wie er doch versprochen hätte, die drei vorgelegten Fragen zu beantworten.
Ter Heilige lächelte tvieder still, neigte sein Haupt und sagte: „Ich tat, tvas ich versprach, ich gab ihm Antwort auf seine Fragen..Ter Erdklumpen, den ich gegen ihn warf, ivar die Antwort, Und ich will sie hier vor dir und ihm und vor .allem Volke iin Worte kleiden. Ihr alle hörtet die Fragen, die der Fremde tat, hört mm auch meine Antivort, die er nicht verstand, wie ich sie ihn gab. Ter Ma:m klagt, daß ich .seinem Kops schmerz bereitet habe mit meinem Wurf; aber ich kann seinen Schmerz nicht sehen. Er soll ihn mir zeigen, dann will ich ihm, wie ep verlangt, Gott sichtbar machen in seiner Allgegenwärtig'keit.
Und weiter, — lvarum klagt der Vtann gegen mich? Alles, ivas ich tue, ist Gottes Tat: ich traf ihn mit meinem Wurf nicht ohne Gottes .Willen; ich habe keine Macht außer Gott.
Und zum dritten und letzten, um seine Fragen mit seinen, eigenen Worten zu beanllvvrten: wie kann er von einem Erdklumpen Schmerzen erleiden und dessen Wurf als Strafe airsehen, da er doch selbst von Erde gemacht ward und das gleiche Element ihm nicht schaden kann?"
Ta hob sich im umstehenden Volk ein Murmeln und freudiges Zustimmen, und der Richter hob seine Hand und sprach: „Du hast weise und richtig geantwortet. Mit dir ivar dein Gott, der dich erleuchtete und durch dich Zeugnis ablegte von seiner Weisheit. Macht und Mlgogenwärtigkeit. Tiefer Mann hier kann keine Klage gegen dich erheben, denn du hast ihm geantwortet, wie er es verlangte."
Ter reiche Mann aber neigte sein Haupt tief vor dem Weisen, bekannt? sich zu ihm und bat ihn demütig, sein Schüler sein und ihn: folgen zu dürfen.
vermischte».
* E i n Miniatur -Pla n e t. Eine außerordentliche Entdeckung ist wieder einmal amerikanischen Gelehrten gelungen, nämlich Astronomen des Mont-Wilson-Observatoriums, Nicholson und Shapley. Diese beiden Herren haben nämlich nach einein — allerdings höchst ironisch gehaltenen — Bericht einen Miniaturplanelen feßgestellt, der bisher poch, keinen besonderen Namen erhielt. Der uaie Planet hat angeblich einen Durchmesser von nuü 4—p.Kilometern, so daß seine Oberfläche nur ungefähr halb so groß wäre, wie die von Paris. Gerade dile Geringfügigkeit des! Umfangs inag aber den Bewohnern dieses Plcnreteu, falls solche überhaupt vorhanden sind, szjur.Freude gereichen, da sie ja sicherlich nicht genügend Platz haben, um einander zu bekriegen. Dcki 'Genauigkeit halber sei erwähnt, daß der Miniatur-Planet mehr alZ 138 Millionen Kilometer von unserer Erde entferitt ist. Bedenkt utan seine höchst bescheiden .Gestalt, so :nuß anerkannt werden/ daß die Herren Nicholson und Shapley Augen von ganz ungs- wohnlicher Schärfe haben.
^ Ein Mann mit gebrochenem Halse. In der k. k. Gesellsckiast der Aerzte ür Wien hat unlängst Tr. Max Sgaliper einen Mann vorgestjellt, der einen Halsbruch überlebt hatte. ES handelte sich, so bn'ichtet die „Klinisch-therapeutische ?6oche:o> schrift" (Verlag von Dr. Walter Rothschild, Berlin-Wilmersdorf), um einen Soldaten, der von einer Lawine verschüttet lvlvrden war und drei Stunden, bis an die Schultern im Scksnee vergraben, bo- wußtlos gelegen hatte. Als er wieder zu sich, kam, fühlte er einen/ heftigen stechenden Schmerz imt Racken und konnte den Kopf nicht mehr betoegen. Bei per Vorstellung, 1 Va Monate später, hält ec den Kopf leicht nach vorne gebeugt; im Nacken sieht man! eine leichte Auschiwellpug knbchevirer Art, die der Halswirbeln säule eichspricht; Arme und Beine sind lwie hem: Gesunden beioeglich. Das Rörttgeubild zeigt eine vollständige Verrenkung des zweiten! Halswirbels unb erklärt auch die Tatsache, daß dabei keine Zer-« gn et schm:g des Halsmarks eingettebeukist. Es findet sich nämlich auch ein Bruch des.ziveitei: Halswirbels gleichzeitig mit dessen sliarker Verlagerung nach hinten. Durch de:: Bruch und die Verschiebung des Wirb els wurde dem! Hals mark soviel Spielraum.' gelassen, daß eine Schädigung durck-die imch Hütten vorspringenden Teile deK dritten Halswirbels unterblieb.
Viichertlsch.
— Ter englische Ansturm in Flandern, der als Unternehmen gegen die „flandrischen Wespennester", die Stützpunkte unserer U-Boote, angelegt ist, len'kt die Aufmerksamkeit wieder aus die Rolle, die unsere Marine im Weltkrieg spielt. Tie „Ereignisse zur See im dritte:: Kriegs)aür" finden durch Kapitän zur See a. D. v. Pustau ü: der neuesten stummer 3869 (Krieosnummer 160) der Leipziger „Illustrierten Zeitung" (Verlag I I- Weber) eine sachttliwige Darstelllrng, in der der Ueberwassar- krieg, der U-Boot-Krieg und der Lustkrieg über See behandelt' :st. Marinemaler R. Schmidt-Hamburg zeigt, gleichsam als Illustration dazu, eine alarmiert von einem StüKptmkt auslaufende Doipedoboots s lo tille. Wie sich die Kämpfe an der Weststont aü-^ spielen, verau schaulickst das farbig sviedergegebene Bild aus den ersten großen Kämpfen südlich der Somme „Abgeschlagener französischer Angriff" von Wilh?lm Buddenberg. Als friedliches Gegenstück wirkt die doppelstetige Zeichnung Schüwrmstädts „Badeleben in Ostende im Kriegssommer 1917". Die Schilderung ihrer Er- lebnisse „als Kochschwester in vevrdfrankreich" führt Frau Erika- Grupe-LSrcher in der gleichen Numnwr zar^Ende. Motive aus dem Taunlsgebirge und von der Sinaihalbinsel hat Fritz Grotemeper in farbig ivitedergegebenen Bilden: festqeh.ttten. Zeichnungen von Stefan Zador und aktuelle photographische Ausnahmen zeigen militärische Momente von unserer Offensive in Ostgalizien und in der Bukowina. Was uns „Goethe in: Krieg" bedeutet und wie sich! der große Dichter zMn Problem des Krieges stellt, niacht Theobald Ziegler zum Gegenstand einer interessanten Untersuchung Zum 100jährigen Jubiläum des Alten Stadttheaters in Leipzig steuert Oberspielleiter Winds einen reich illustrierten Beitrag bet. Tie Heimatdank-Ausstellung in Leipzig \mb von Professor Alfred Freund bttdlich und textlich gewürdigt. Tie Kultnrrundschau bringt Auslassungen zum Thema „Vom güten Geschmack".
Glcichklang.
Ter Wandrer liebt'», der Stutzer auch.
Der Lehrer »nacht davon Gebrauch.
Das, was dran wächst, erfreut den Sinn,
Und schließlich wohn' ich selbst darin. -It.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer: Dreizüger von G. ChocholouS.
W. Läl, U2, Sa4, g7, Tc6, Bb2, gö, h3.
Schw. Ke6, Bc4, f5.
1. Tc6— fß, Kd5. 2. Te6. — 1. . . Ke4 (f4). 2. Tf5- - 1
c3. 2. Sc3:.
•djitUIeUung: Fr. R. Zen-. — ZivillingSrmwdruck und Verlag der Brühl'schen UnioersitätS-Buch- und Stetudruckerei. R. Lange, Gießen.


