„Bernd?"
,Za, bitte?"
„Lie fragten mich tamofö, ob ich . . . möchten Tie nicht . . . vre Frage wiederholen ?"
„Nein!" Hart stieß er Vas Weinglas ans den Tisch, daß es klirrend zersprang.
Ta war es aber aus mit Evas mühsam erzwungener Haltung. Scham, Reue, namenlose Trauer übenvälttgten sie, sic schlug die Hände vor das Gesicht und schluchzte bitterlich.
Bernd ukii: aufgesprungen, selber fassungslos. „Eva, Kind — so lveine doch nicht!" vergebens wollte er ihr die Hände vom Gesichr ziehen, ihr Schluchzen wurde um so stärker.
Ratlos mib beinegt stand er eine Weile da: dann legte er sairft den Arm um die schlanke. Gestalt und sagte mit bebender Stimme: „Kind, bedenke doch, ich bin ja ein Krüppel zeitlebens."
.Tas Weinen ließ nach. Ein paar feuchte Bräunungen hoben sich zak seinem -ernsten Gesicht empor, über dem ein weicher Schleier lag.
„Wieso? - Äch, der steife Fuß? Hub das hat dich .so bitter gemacht, daß bu mich nicht mehr lieb hast? Oder ist Fräulein Thomas ..."
„Sie ist eine sehr hübscl>e, schätzenswerte Ta me - — — im übrigen seit einenl Jahr heimlich verlobt."
Ein befreites Ausatmen. „Gott sei Dank! dlch, Bernd, wie hast, du mich gequält! Willst du seht endlich . . . die Frage von damals irnederhoten?"
„Tarf ich das .
„Ja!" jubelte Eva. „Ach, Bernd, ,vie l>ast du es mir schver gemacht."
Schieber.
Adan schreibt uns ans . . . , aber nein, mit braucl-err den Ort gar nicht näher zu bezeichnen. Ter Name Sann überall in Deutschland beliebig ergänzt werden. Man schreibt uns:
Tie Firma „Klavierspiel ohne Noteirkenntnis" l>atte keinen Absatz mehr. Tie beiden Inhaber saßen vor ihrem Schreibtisch ttnd dachten. Rechts nebenan ivar die Firma „Sohlleder-Ersatz Hrndenburg" und liüks nebenan war die Firma „Wasche mit Don", -und beide Firmen blühten. Blühten und dufteten nach Wohlleben heit sieben Meilen in den Wind. Ein anständiges, ehrliches, nicht aus Kriegswucher, sondern aus Kunst gestelltes Geschäft, aber verkümmerte. Wer wollte jetzt Klavier spielen? Geld wollten alle verdienen, und zwar schnell, mühelos and grüirdlich. Warum sollte nran nicht auch, wo doch 'alle
Man dachte also, und allmählich dämmerte es. Man wußte auch irgendeinen Ersatz etfinbeni Leder-, Seife-, Ocl-, Fettoder Fleisch-Ersatz. Seife? Ach was! Erst der satte Mensch verfällt aus Reinlichkeit. Also Fleisch-Ersatz? Nun ja. am besten wäre tvohl ein Ersatz, der sich nach Belieben als Seife wer als Braten verivenden und zur Not auch auf die Schuhe iragelu lreüe. Mer der Mensch muß sich bescheiden, alles läßt sich schließlich mcht erreichen. Also Fleisch-Ersatz. Aus .Wasser, Salz, Suppeu- kräuteru und Sägespänen ivurde nach einigen Versuchen ein Er- zeugriis gewonnen, das sich sehen lassen konnte. Tie Hauptsache tvar die Empfehlung. Ein Königreich für einen Atomen, der ein- schbrg! Die beiden Inhaber setzten sich wieder und dachten „Rrndslei,ch-Er,atz" >oar viel zu derrtlich, war vulgär, war geradezu genrern. (M gibt solche schöne 'Randen, die »nie Rätsel sind' Hapag, Telwg, Mulag, Wumba, Jta. Et>oas Modernes, Nicht- dagewesenes mutzte es sein. Tentscher Rindfleisch - Ersetz — T--R-C —, das fing ganz gut an. Wenn man da mm AG an hau gm “tonte- Famos, aber man war doch keine Aktien-Ge-
sellschatt? Ach >vas, rnernt schließlich der .Haupterfinder, meine Frau .heißt Mna und deine . . . hmhmhm - na, deiire Braut herßt .Kavolrne. Ta haben wir's ja: Deutscher Rindfleisch-Ersatz Anna Kavoime. Klingt sehr gut nach deutscher Hausfrau, dlbge- rürzt uracht das Dreak. Fertig ivar die Gründung. Zwei Tage daraus prangten an allen Anschlagsäulen, Mauern und Können der L'tadt große rote Plakate. Darauf stand zu tefen: „Was ist Dreak
^.re Inhaber der Treat rieben sich die Hände. Es ivürde ein Bombengeschäft loer'den. 575 °o unter Anrechnung der Reklame, nach gelungener Einführung mindestens 600°.'«. Tie angehenden Mrllronäre räkelten sich in den seinen Klubsesseln, die soeben zur Hebung des Geschäftes airgeschasst worden waren. Sie brauchten mcht mehr zu denken Die Stadt, die nwchte jetzt raten an dein Rätsel „Was ist Dreak?" In drei Tagen erst sollte sie die erlösende Antwort erhalten. Und dann kaufen kaufen - kaufen' '
Am zn^iten Tage aber die unerfreuliche Firma „Klavier- W/el ohne Notenkenntnis" war soeben in die verheiszmrqspgle Firma „Deutscher Rindfleisch-Ersatz Anna Karoline" nmgeändert worden — stürzt Annas Gatte entsetzt in das Geschäftszimmer - „August, wrr sind pleite?" — „Bist du verrückt? Was fst denn £°v". ^„Da drüben am Zaun, lies doch selbst! Solche Gemein- heit, rolche Gemernherr!" Ter Genosse des Elends stürzte zum Dienster. Ta prangt drüben am Zaune der knallrote Anschlag:
ip Treat? Tanrnter jtand ans einem knallgrünen Zettet' „Em Druckfehler! Es soll Dreck heißen."
Tas Geschäft ivar wirklich pleite
vermischtes.
... * Technische Ne!nheiten aus Amerika. Unter den lungsten technischen NMHeiten aus Anrerika, die im letzten Heft bei der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart erscheinenden! Zeitschrift Ueher Land und Meer gescl-ildect tverden, Ml als eine ehr praktische Einrichtung die Aepselsortiermaschine zu nennein. Ber ihrer Konstruktion ging man von der richtigen ErwägnNg ans, Pas. für die VerwerAmg des Apfels eine nlöglichst ansprechend^ Verpackung in Bersandkisten fast ebenso wichtig ist, wie die Güte der Ware selbst. Voranssetznirg für diese hübsche und geregelte Verpackung im Obstgroßhandel, die Appetit lind Kanfreiz außerordent-« lrch an stachelt, ist aber eine gleichmäßige, einheitliche SortietlMg. Diese wird in den nordamerikanischen Obstbaustaaten Kalifornien, Oregon jutw. mit Hilfe per Aepselsortiermaschine dlirchgesührt. Die Maschine hat die Form -einer tit Fächer geteilten kreisrunden Tischplatte, über deren Zentrum Trichter mit verschieden großen Oefsnnngen -ebenfalls im Kreise angevrdnet sind, so daß je eine Trichteröffnung sich über einer Abteilnng des Tisches befindet. Die Aepfel kommen zuerst in einen Aufnahinetrichter, gehen von da durch einen runden geöffneten Apparat, wo sich durch sich drehende. Bür,ten gereinigt werden und fallen dann in die sich glerchsallsl drehenden Verteilungstrichter, nnl — nach der Größe geordnet — ibiurf) die Trichteröffnungen in die einzelnen Sannnelfächer zu gelangen. Eine einzige derartige Maschine, zu deren Bedienung ein Mann genügt, vermag an einem Tage hnnderttausende von' Aepseltt zu reinigen und zu sortieren. — Eine andere praktische s Jcen()ieit uuirbe durch eine Antomobilsirma auf den Markt gebracht: das Fahrrad mit abnehmbarem Motor. Es handelt sich nur ein gewöhnliches Fahrrad, das man innerhalb weniger Minuten in ein Motorrad zu verwandeln vermag, welches aber infolge seines weit geringeren Gewichtes leichter Kn transportieren ist als ein gewöhnlichies Miotorrad. Ueberdies beträgt sein Verbrauch nirr ein Viertel der für ein dreipferdiges Motorrad erforderlichen Benziik- menge, Motor, Benzinbehälter, Antriebsscheibe nsw. sind auf einem besonderen kleinen Rade montiert, das durch eine Verbind dungsstange an das Hinterrad des gewöhnlichen Fahrrades befestigt wird. Kontakt unb Benzinzufuhr werden von der Lenkstange aus reguliert. Dieses dritte Rad hat, bei vollständiger Montage, ldas überaus geringe Gewicht von nur l5Pfd. und ermöglicht dem Radfahrer bei ebener Straße eine Stundengeschwindigkeit von 40 Kilometer.
* E i n t r a g iches M ißverstän d n is. „In der Straßenbahn," erzählt Eclair, „sitzt ein einfacher Soldat Ein Offizier steigt ein und bleibt, da alle Wähle b.isetzt sind, im! M-ittelganH stehen. Der Soldat erhebt silchi ldvcjMfertig, um dem Offizier seinen Platz anjzubieten, der letztere aber winkt mit der Hand ab. Au der nächsten Haltestelle steht der Soldat wieder ans, der Offizier aber inacht ihm wieder ein Zeichen, Atzen Gr bleiben. Dies 1 nieder holt ffef;. mehrere Male, bis endlich der Soldat verzweifelt auffpringt und stottert: „Gestatten Sie, Herr Hauptnrann, d.rß, ich eardlich aufftehe, ick, bin säwn fünf HaltchMlen über mein Ziel httlan-s gefahren."
Zchach-Uufgade.
Von G. EhocholouS in Prag.
Wein zieht an und setzl mit dein 3. Zage matt. Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Neihenrätsels in voriger Nunliner: ')lst, Reh, Fee, «Ibt, Gas, Udo. Seebad.
SchristleUung: Fr. R. Z->iz. - Zwilli»gsrmrddrucl und V-rlaz der Brühl'sch-» UniversitSts-Buch- und Stciiidrucker-i. R. Lange. <3H<W


