Ausgabe 
29.8.1917
 
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Schwange ist, müssen Sie einräumen, daß er ein. Mann von Ehre ist oder weni-gsterrZ freu Eindrnlck eines solchen macht"

Der Vorsitzende nickte.

Der Rittmeister hat ohne Zögern Dinge zugestaudcn, die geeignet sind, ihn in ein recht schlechtes Licht zu setzen, und hat anderes verschwiegen, was er ebenfalls zugesteht, und dieses Verschweigen macht seine Sache noch schlimmer. Mit anderen Worten, er hat auf sich selbst nicht die mindeste Rücksicht genommen, er hat offen geredet, wo er das wollte, und er hat geschwiegen, wo er schweigen ivollte ans Grün­den, die er nicht auseinanderzusetzen wünscht. Es gehört kein besonders entwickelter psychologischer Sinn dazu, um ein­zusehen, daß gerade dieses Austreten seine Aussagen glaub­haft macht. Ich denke, Herr Vorsitzender, Sie sind hierüber mit mir einig."

Ich habe allerdings auch den Eindruck, daß die Zeugen aussagen des Herrn Rittmeisters das Gepräge der Zuver lässigkeit tragen," erwiderte der stellvertretende Amtsrich­ter.Ich sehe bloß nicht ein, warum er über wickitige Punkte schweigt. Weiter, Herr Detektiv."

Nun wollen wir uns einmal den andern Verdäch­tigen näher betrachten," fuhr Krag fort.Mir und Ihnen ist der Mann sofort ausgefallen. Er hat ein ausgeprägtes Interesse ftir den Fall bewiesen. Sie erinnern sich, wie er auf dem Platze herumlief und förmlich auf dem Boden wit­terte, wie ein Hund. Augenscheinliche wollte er den Verdacht je stark als irgend möglich auf den Rittmeister lenken. Warum? Ist es wahrscheinlich, daß sch irgend ein völlig unbeteiligter so auf Leben und Tod auf eine Sache stürzt, nur um einen ihm ganz unbekannten Menschen miglücklich zu machen und um seine Ehre zu bringen?

Nun will ich Ihnen sagen, daß ich gestern abend noch ernmal mit diesem Manne zusammengetroffen bin. Vermut­lich war es einige Minuten, möglicherweise eine halbe SUrnde, nachdem er diesen Brief an Sie abaeschickt hatte. vfy Aatte tmr vorher schon vorgenommen, ihm ein wenig auf die Fmger zu sehen, und es ist möglich, daß ich einige Äußerungen getan habe, die seinen Verdacht erregten. Je­denfalls liegt heute ein verdächtiger Umstand vor. Obwohl er mitgeteilt hatte, daß er bei der heutigen Verhandlung er- ichbmen und wichtige Aufschlüsse geben werde, ist er nicht gewtnrnen. Er ist im Gegenteil spurlos verschwunden und Absage geschickt. Ich will es Ihnen überlassen, welchen Schluß Sie daraus ziehen wollen. Wer ist mehr ver­dächtig, der Rittmeister, der von Anfang an, ohne jede Rück­sicht auf sich selbst, die Karten offen auf den Tisch gelegt t,^oder dieser Mann, der vom Schauplatz verschwunden

.Der Schluß ist in meinen Augen nicht schwierig," Mte der Vorsitzende .Der Mann, der am schlechtesten dasteht, ist der Advokat."

Darum müssen wir auch versuchen, ihii in die Hände zu bekommen, und das mit allen Mitteln, die Ihnen zu Ge­bote stehen."

Fragend blickte der Vorsitzende den Detektiv an. Dieser nickte, und der Vorsitzende ließ den Amtsvorsteher rufen.

Mterten miteinander, und danii verließ der Amtsvoisteher eiligst das Zimmer.

..... 2^ bei- Verhandlung, die einen so sonderbaren und

KilrMK?®'? 1 Erlauf genommen hatte, wurde eine Viertelstunde Pause gemacht. Dem Amtsvorsteher >var auf- se .raaen worden, um ,eben Preis den Advokaten anszufin- bringe!? mit Gewalt, vor die Schranken zu

Asbjörn Krag trat zu dem Rittmeister, der am Ofen leimte und nicht merken ließ, mie nahe ihn die Sache an- fej r f nti ! er eine der Hauptpersonen, wenn nicht die Hanplpersoii »i dem Drama war, das sich hier abspielte.

Run ist der Angriff abgeschlagen," sagte der Detektiv zu ihm.Du wirst nicht verhaftet!"

Das ist mir einerlei."

Das sehe ich. Aber mir nicht."

Warum denn?"

p'. it du frei herumläufst.

Ich verstehe immer noch nicht"

Mil. Ärfü'e 9W " bid > Bewegung ge-

In diesem Augenblick wurde die Türe aufgerissen, und der Amtsvorsteher stürzte bleich und verstört herein.

Das sieht ja das sieht ja schön aus!" stammelte er.

14. Kapitel.

I m Zimmer des Advokaten.

Amtsvorsteher wurde von allen Anwesenden um­ringt; Asbiörn Krag eilte auf ihü zu.

Hören Sie, wir haben mit Ihnen zu reden," sagte er.

Er winkte dem Vorsitzenden, und die drei Herren gingen zusammen hinaus. Die Journalisteil wollten rnitkommen, aber aus ein Wort Krags blieben sie zurück.

Als der Detektiv mit dem stellvertretenden Amtsrichter und dem Amtsvorsteher vor der Türe war, fragte er den letzteren:

Wo sind Sie gewesen?"

Ich war beim Kaufmann."

Haben Sie den Advokaten getroffen?"

Nein."

Sie müssen aber doch etwas erlebt haben. Sie sehen ia ganz verstört aus."

So etwas habe ich noch nie gesehen!"

Sie hatten Befehl, in des Advokaten Zimmer cin- zudringen, nicht?"

Ja."

War die Türe geschlossen?"

Nein, sie war eingedrückt." *

So wollen wir machen, daß wir hinkommen. Meinen Sie nicht auch, Herr Amtsrichter?"

Dieser nickte und ging ins Zimmer, ,um die Sitzung SU vertagen-^Dann machten sich die drei auf den Weg.

. k- v Krag ging eilends voran. Er ging so schnell,

daß der Amtsvorsteher, der ein älterer und etwas beleibter Mann war, ihm kaum folgen konnte. Der stellvertretende Amtsrichter war sehr gespannt.

Als sie am Hause des Kaufmanns angelangt waren, wurden sie von der Kaufmannsfrau in den zweiten Stock gewiesen, ln dem der Lldvokat sein Zimmer hatte. Die Frau kam selbst ui it hinauf. Sie sah bekümmert aus und war wortkarg. Augenscheinlch hatte das, was geschehen war, einen starken Eindruck auf sie gewacht.

Asbjörn Krag ging ihr voran und entdeckte gleich die ausgesprengte Türe, durch die er sofort ins Zimmer des Ad- vokaten etntrat. Und nun verstand er auch mit eineinuiale, hatte m armc Amtsvorsteher so erschrocken ausgesehen

ru ^ %l£ l X mer ^igte deutliche Spuren, daß hier allerlei Gewalttätigkeiten verübt worden waren. Die Schubladen der Kommode und des großen Schreibtischs, der in der Mitte des Zimmers stand, waren herausgezogen, und eine Menge Pa­piere lagen über den Teppich verstreut. Einige Stühle waren umgeworfen.

//-Oter fieT)t es aus, als ob ein Kampf stattgesundenj hatte, sagte der Stellvertretende, indem er auf das Durch­einander deutele.

(Fortsetzung folgt.)

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Herr vienemann.

Eine heitere Geschichte von K. v. d. Eide r.

Herr Sienetuaim war Kommis im Hause H ft KöbntavK

ÄictÄS 1' Niederlage Weine

Dieuemaml loar sozusagen die Seele des Geschäfts ^as ni er kt e mau so recht, wenn drei oder vier, oder gar fünf Druden zu gleicher Zeck rm Laden waren. H. ft. Köhntopp selbst ^bl-st ekioas ratlos drein, während seine Finger mck der goldenen Uhrkette spielten, die so recht gewichtig und voll über seinem rundlichen Bäuchlein hing. Ter Lehrling hingegen rannte wild herum wie ern inngcr Hund. Er stolperte über seine eigenen Fuße und streß überall mit dein Kopfe an. Herr Dienen mm allem bUeb stets Herr der Lage. Er warf den Kovi mit ,Vr ^irnlocke nach hinten über, legte die Stirn zwischen, den Augenbrauen m zwei trese Falten, blickte eine,: Augenblick scharf nach der decken leiste, schoß danii wie ein Stoßvogel ans den gewünschten Gegenstand los und beförderte ihn mit einer schwnng"

Sdirfehic^imd? 91 " 151 nW bni Snbrntifff; ' Sies machte ihm so

Aber noch inche: während er noch dabei war, den einen, Kw^en zu bedienen, wandte er sich schon, als ob es gar nichts.

zw-elteniind fragte nach seinen Wünschen^ ^ndNtten schon an, als ob er saget, nvollte:^ -'<ni Geduld, gleich kimnnst du auch dran. Während all dess«r