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schritt, ho# liitbe der gekatschten Schürze über den linken Arm yeschtLgen d.tttc und mit der rechten Hand lucit a»»sboleud die Frucht in die ErdeÄ^rrs Manchmal blieb sie'stachen: vor einem vcr- nmbtt:'»» ^ock. de-- die Gr.»n.»tm in d-en Ackl'rb.'den gccisscn bdkti- 7 ». Dann sckürlclte sie den Kops, blickte fragend zuin Himmel hincnrf Lind gin>7 miT den Tr inner hn?»m. ^>dcr sie bückte sich, zog einen Hackrgen Esse»»»^!ittei irres dem Erdboden, betrachtete ihn lange. Nird aufmrrtfoln und .r»aef dem höllischen Fetzen mit kräftigen 'Lchkvmnn nbe, den ^and des Ackers.
Tie S-stdatcn gingen zn ihr bin und sprachen sie an. Die Fron blieb fteben, blickte ohne Angst, mit großen und ftillen Anger» rn *re fremden Gesichter, lächttte, sprach einige Warte, die sie nicht vcrstandcn. schritt dann wstrer nnd warf mit ge ü ln er Hand das Kvrrr ans, Nne jemand, der mitten im heileren Frieden eines Wertlagniergens gelohnte und liebe' Arbeit verrichtet.
Tie Soldaten berieten, nms sie ,t»in sollten Schließlich faßten sie die Frau an und brachten sie in die Ferme zum Kommandanten. Sic nahmen auch einen Sack Korn, mit, den sie halb geleert am Rande des Ackers gefunden hatten.
Es stellte sich nach langen nnd schivierrgem Verhör heraus, daß es die Frau des Bauern war, der sich mit seiner Familie, den abziehenden Franzosen folgend, nach Frankreich bineingcft ächtet hatte, als die Deutschen das ^.and überschwemmten. Die Fran hatte sich nach vielen Wochen eines elenden und zerbrochenen Lebens an der Frenrde, von der vrrzehrerrde»» Sehnsucht nach den unbchttl!- ten heimatlichen Aeckerrr ersaßt. von einen» geheimniswlken^nud dampfen Zwang ihrer vom Ettmd des Krieges verstörten Seele getrieben, heimlich anfgentachl Niemand hat je erfahren, wie es ihr gelungen Itvar, über die Aifne zn -nnmen und durch die französischen und deutschen Linien zu dringen. Sie war mit ihrer schweren Bürde eines Tages in der Morgenfrirhe da nnd batte sich heiter nnd ohne erst in die Ferme zu gehen, daran gemacht, das Korn, das sie Mühselig rrnter dem Schutze der ?^»cht durch die Grabe», reibu, des Krieges »cnd ches 'Todes geschleppt patte, in die vom Morgennebes dampchndrn Furchen des geliebten hu'ntal- Ncht'n Ackers zu werfen.
„Ihre verschleierten dunklen Angen waren wi'e tt unten van emem liefen iuncren Glnck," erzählte der Kommandant spater, der ünt ihr gr'ch.Kl^en hatte. „Tn: 'Tttige ihres Gesichts wärest seltsam verklärt. Es war, als hätte die Erde des Heimatackers, Wer die sie als Säerin geschritten war, sie ganz nrrt ihrem Atem; durchdnnrgen nnd eine schmerzlich- Sehnsucht znr Erlöftrng und ihre verstörte Seele zum Frieden gebracht."
Ehe ich ging, sah ich sie noch) einmal mit ihren Eimern zum Brunnen gehen. Sie hob flücküig den Kops, als ich sie grüßte. Ich blickte in ein sehr schönes, sehr ebenmäßiges, von der Sonne gebranntes und von zwei Wellen tieffchwarzen .Haars beschattetes Gesicht, das um den Mund die Spuren erlebten Leides trug, aber dennoch vom Fneben überglänzt war. Zwischen der» grasten dunklen Augen, die aus der Tiefe heraus stark tinf^ Vtilt strahlten, war cme’^aite, die sich senkrecht in die Stirn gr»io. <rie sah über mich hmweg und gkng rbren Veg znin Brunneu.
Draußen sah ich die Aecker. ^ie waren bedeckt mit tvildem Eiet reibe, von ho!>en Disteln »md voeist wuchernde»« H-edrich. Dazwischen flammte in breiten ^rtnvad^m der Mohn gleich Juseln aus Blut.
verinrschte».
* Ein v e rg e s seu es Gemüse aus der g u i en alten Zeit. Ein heute so gut im- vollkommen bei uns vergessenes Gemüse, das aber von unseren Borfahren sehr hoch geschätzt »vurde, bringt M. A. won LüiMndorsf im nächste»» Heft der bei her D-eutsch-cn Berlagsarchatt in Stuttgart erfcheiuendeu Zeitschrift „lieber Land tmd Meer" ivieder in Errnucrimg. Es harrdelt sich nur eine kleine Pftapze v-on höchst bescheidenem Aussehen, dein üttuarant oder Fuchsschwanz. der bis zum 1l». Jahrhundert den für eine Münze sehr mercwürdigen iind nichts weniger als poetische»» l'karue»» „Älkayer" führte. Die .Kittrur des Amarants ist sehr alt, sie gebt bis ins frühe Mittelalter zurück, bereits im 14. Fahrhundert, als der Spinat bei uns b-.uauni ivurde und seine Beliebtheit sckmell zunahm, vegMtn man den bescheidenen Aniarant -zu vernachlässige»,. Trotzdem Ivar er »mm^uhin unseren Vorvätern noch gut bekannt, deren Gemüseküche ia bedeutend reickchaltiger war als die nnsrige, w»eil man nicht nnr die gezüchteten Gemüse, sondern auch sehr viele Wildkräuter zur .Herstellung schmackhafter Gerichte verwendete. Heute, da die Wildkräuter nvttreudi gerweise wieder in Mode gekommen sind. sotlte man auch den, Amarant neue Aufmerksamkeit zuiveuioen. der als Nutzpflanze geradezu lwrvorrageude Dienste zu leisten vermag. In deit Tropen tritt er iu vielen Arten auf, die deutsche Flora jedoch kennt nur zwei wildmachse.we Arten, die man meist o!,f bereits bevautenc Boden, also aus Feldern, Feldwegen nsiv. antrefseu kann. Das hellgrüne, kaum -’O Zentimeter hoch wachsendes Amarant-Kront ist ein Hock.'?.'min er und auch eiu Herbftgemu.se, da irr unserem Klnna seine Btüvezeit tu den Juli und August fällt, bei einigermaßen sorgöckttiger Pftege aber bis in den Oktober hinein verlängert wer gen kann. Die Blätter eignen fick- ganz vorzüglich als Spinak-Erfatz und rönnen durch die ständige Z'nlit so fleischig
nnd saftig lverden, daß der echte Spinat ihnen nichts »nehr voran- Iwi. Heute »noch lvird, im Gegensatz zu Europa, der Aruaraut m den Tropen geschätzt, i», Ostindien noird er irr einer mehre»-«, Meter hc'ch »vachfenden Art besonders »veger» seiner Sarnen geziogs»»^ die stark mehl- und eiweischaltig sind und sich zu gutem Bvotmelst verarbeiten lassen. Darum rönure inan anck> bei »,us r»ebcr» der» Blättern den nährstoffbaltigeu Ankaraut-Sameu. z»ir Zubcreiturrg verschiedener Breispeisen veru erweu, auch als G-eflügelfutter stunicch er in Betracht Iu unseren Garte»»a»ttage>» »vurdeu seit lcuugarn. vlrr noch einige tropische Arten des Amarants als Zierpflairzer» ge- .^ogen, an, häufigsten der rote FnchSsch.vanz und der aus Brasilien stammende dreifarbige Amarant, Papageiensedor geirannt, der in seiner Heimat aber nicht als ZAu ge »'.werde gilt, sondern in dm Gnulttelopi wandert.
* Die llebers ch ä t; u n g der S ei f e. Tie Kutturvötkcr hielten es bislang mit der Weisheit des alten Lstbig, nach der der Verbrauch von Seife ein gitter Maßstab für die Kultur eines LMrdes fei. Ainerikauer und Engländer scheinen nun gleich;eirig dararrf gekonrmen zu sein, daß die Seife überschätzt wird. Wenigsteus he- schästigt sich ein Aufsatz in den amerikauisch-.ud „Medical Record" mit dem „Mißbrauche >>'r Seife" und führt .nis, das Waschen mit Seife geschehe hauptsächlich aus ästherischeu Gründen, uicktt ans gesundheitlichen, und iverde leicht übertrieben. Ein Aussatz, den eiu Arzt, Dr. Franc Barend-t, in f m in Lirerpovl. erscbeiuendc-n „Medical and Elorrurgical Journal" veröfteittlichc, behandelt de», gleiche»» Gegenstands im selben Sinne, verurteilt de»» „übermästiger» Ge- brauch der Seite" aber^nvch scharfer und führt eine Reihc' von. Fälle» an. in d-erwa zu viel Seife Schädigungen herbeigeführt habe. ^Wie alle Mkakicu, so schreibt dieser englische Arzt, kann auch die Seiie die Haut reizen und eine Art Ausschlag Hervorrufen. Ae»»»', icuccurd einen anderen lväscht, wie es hauptsächlich bei kleinen Kirwecn »ucd bei Kranken der Fakt ist, wird ,'ehr oft zu viel Seist, vecuuoiidt, die Neigung durch Seife führt zu kleinen a nsfchlagähu i icheu Erschci »cnngcn, und so erbalten die K lein leb.'wesen aic nie len. Stellen leichterten Zutritt zun» Körper. Die fettige Äussch.idung der Haut wird durch zuviel Seife e»ttstrnt, icud die »»„geschützte 5>a>tt ist dann mcßervrdei7tiich cküpfindlich.
Gietzener Hattsfvauen-Bereirr.
Kochamvecksungeu.
K r a u t k n ö d e l. Ein rnittelgroßer Kopf Kohl wird mit dem Wiegmesser fein gewiegt, gesalzen und etwa 20 Minuten strhen gelassen. Man schncorl ihn dann in etwas Fett mit kleingeschnitte- ner Zwiebel und Pfeffer, 10 Mvruten rühren, gibt, wenn er abge- kühlt ist, 1—2 Eier. 60 Gramm Grieß, 50 Gramm KriegSmehl dazu, so daß ein guter Kloßteig entsteht. Man sorntt sofort, nach- dc»n der Teig gen,acht ist, Klöße davor», kocht sie Langsam in siedendem Salzwasfer 20 Minute»»', sehr gut ist bei»»» Anrichten geriehene Semmel u»cd kleine lichtbaun gebratene Speckivürfel darüber ge- gosse»l.
Kartoffelpudding oder - a »»f t a u f. 1 Pfund tags vorher gekochte geriebene Kartoffeln, 50—60 Gramm Butter, 1 Ei, 6 Eßlöffel Zucker, 6 Eßlöffel MM, etrvas gestoßeneu Zimt oder Zitro»»euschale, Backpulver. Butter, Zucker, Ei scha»»u»ig geofthrk, Kartoffel und Mehl nach und »rach darunter gemengt und i 1 /* Stl»»de im Masserbad in der Puddiugforn» gekocht oder iit dev Auflau »form gebacken. Läßt ncan die Butter »veg. nimmt man 1 ganzes Päckckiu» Backpulver, ntit der Butter nur ein halbes.
K ü r b i s m c» r m e l c» d e. Aach sa»rb?rer Auskerrrung wird das in kleinere Stücke gefchnirlene Kürbisfleisch in Salzwasscr weictWekocht, dann zu völligem Ablaufen gebracht und durch eftir Sieb gerührt. Aus 2 Psuud Mark gibt weut die ab geriebene Schale Meier Zitronen, 650 Gram»»» Z»»cker und 7* Liter g»»teu Weinessig, läßt die Masse ga»»z kurz emkocho»», bis ein kleiner Löffel voll, auf ein Stück Papier gegeben, nicht inehr anseittauderlätlft, füllt sie dann in kleine Gläser u»»d schließt sie »»ach dem Erkalte»». Da die Zuckerzugabe zu gering boruefsen ist, »»n» konsermerend zu ivcrkeu. so tut inan gnt, enrf die Menge 17» Gramm benzoüsa,»res d^atror» anzuwe»rdcn
Anagramm.
Mehl, Launen, Ornat, Made. Insel, Jota. Talar, Rang'. Streich. Von jeden» Wort »st durch Uinstellling der Buchstaben ein ne»,eS Wort zu bilden, jedoch so, daß die Anfangsbuchstaben der net»e,» Wörter eine heiße Zeic benennen.
(Auflösung iu nächster Nummer.)
A«flöfni»g des Fnllrckrsels in voriger Nuucucer:
ARM
STOLA
G A S T E I N i
ROTWEIN 8 CHE N K E
M F. I S E
I N N
Schertte,t»mg: Ir. N. Ze>»z. — Zirickingsrtlnddro.ck urü» Berlag der Arühl'sche»? Unioerstkät^Buch- und Steindruckecer. R. Lauge, Gießen.


