Ausgabe 
11.8.1917
 
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nnb wichtigeren MarTt- und L«ebtzrbeiPik-e an der Hand prächtiger No tu r urkunden darstellt, die der Maler Joses Hanel ausgeno'.ume.u dir Unter vielem anderen behandelt Pws Scl-rregg darür auch die Kunst des Ptlzsammelns, für die er eine Reihe lvartvollar Ztatschläge erteilt, llnter den Regeln ist obenan die zu stellen, daß man Pilze nicht io.thrend des Regens sammeln soll: einige Tage nach kräftigen ^Regengüssen ist vielmehr die geeignete Zeit zum Pilz sammeln. Erst wenn der Regen richtig nt den Boden eilige» drangen ist und dort Gelegenheit hatte, die für die Pilzernahrmtg notwendigen Zersetzungen einzuleiten, dann das Pilzlager davon ziehen und zur Bildung der FruchWrper schreiten. Was man an Pilzen währeuD des Regens ffnoet, nanientlich, wemt dieser ans längere Trockenheit folgt, sind fchi immer ältere Pilze, die zu sannneln nteistens nicht lohnt, die vielmehr, weil sie sich sehr leicht Wasser vollsaugen, sogar sehr rasch Knm Ver­derben neigen und gesmrdh.ütsschädlich iverden können. Zweck- mäßig sanunelt man auch nach hem Regen nur junge Pilze und läßt die alten als Sporen träger zur Vermehrung und Verbreituug der Art steh.'n; andererseits Lmd das ist ebenso wichtig muß auch vor dem Sammeln zu junger Pilze getvarnt werden, loerl

S an ihnen die Artinerkmale noch nickst richtig zeigen. Die Pilze en zudem nickst nur iung, sondern oiutf) gesund fern; will mau nicht mit krauten tmnötig schleppen, muß mau den GesnNdheits- Mtatrd also gleich an Ort und Stelle untersuchen, und dazu empsiehst es sich, sie abzusch-leiden, nickst ausziureißen. Die Jn- ftften, meistens Pilzftiegen, legen nänllich ihre Eier meistens am Stielgrunde ab, und von hier wandern daun die Larven Zuerst im Stiel in die Höhe, bis sie in den Hut gelangen ; häufig ist daher der Hut noch brauch rar, wenn der Mel bereits von Maden zernagt ist. Reißt uralt dagegen den Pilz aus, so wird, selbst wenn pr schon vvn Maden durchs?^ ist, der Stiel häufig gesnnd auSfthen und eine t<ü>ellose Beschaffenheit vvrtäuschm. Bei manchen Pilzen ist es nun von Wert, zur genauen Feststellung der Art das im Boden sitzende Stielende M betrachten, so bei dem gefährlichsten Giftpilze, dem Knall enblätte rschwam m, der oft mit dem Champignon verwechsckst ixnrb; reißt man einen Pilz aus diesem Grunde aus dein Boden, so durchschneide nran den Stiel sogleich? Ebenso wichtig wie das eigentliche Einsantmeln ist die Beförderung der Pilze, und hierbei Werden ebenfalls oft Fehler begangen. Ter beliebte Rucksack, das Retz oder die MaEdrsche sind zum Tragen von Pilzen ganz ungeeignet; hartsteisckige Pilze leiden in ihnen zivar mir wenig, »veuchfleischige Pilze, die man in solchen Behältern nach Hause trägt, leiden darunter jedoch sehr, und das birgt eine Gefahr in stich, insofern die Zersetzlichkeit der Pilze dadurch begünstigt wird. Ter richtige Sammelbehälter für Pilze muß fest und widerstands­fähig sein und den gegenseitigen Truck der Pilze möglichst verhüten. Pappschachteln oder Botnnisierdosen entsprechen diesen Forderungen einigermaßen, noch besser aber ist ein Korb, der wegen seines Durchlässigkeit auch längeres .Aufbelvahreu im Sammelbehälter gestattet. LeMverstündlich ftrnu man den Sammelkorb im Netze oder Rucksack tragen. Tie letzte Ziegel des Pilzsammlens bezieht sich auf dre Aufbewahrung der Ausbeute. Können die Pilze nicht sogleich beim NachHausMnnmen Wbereitet werden, so müssen sie auf alle Fälle einzeln auf einem Brette oder Tischst! , auf Traht- hürden usw. ausgebr eitet werden, und besonders zUoeckmäßig ist c£, trenn man sie wenigstens oberflächlich durchputzt und dabei noch einmal ans ihre Gesundheit und die Ungiftigkeit duvchprnft, was sich besonders empfiehlt, wenn es sich uni die Sammelbeute mehrerer .Personen «handelt amd unter den Sanimlern Kinder waren.

vüchertisch.

Karl Lainprecht, Rektoratserinnerungen. Mit s-wei Bildnissen des Verfassers. Preis 2 Mark. Verlag Friedrich Andreas Perthes A.-G. Gotha. Ein Stück aus Karl Lamprechjts autobiographischem Werk, das uns einen Blick in die Werkstatt dieses umfassenden Geistes tun laßt. Lamprccht benutzte im Gegensatz zu einer bloß repräsentativen Führung des höchsten akademischen Ehrenantts sein Rektoralsjahr zu dem Versuch einer ziel bewußten und umfassenden Hochschnlpolitik. Welche Kämpfe und Schmerigkeiten ihm diese eingetragen hat, davon ist seinerzeit schon einiges in der Oeffentlichlkeit bekannt geworden, und es ist um so fesselnder, hier die wirklichen Tat- sackten in Lamprechts dluffasfung und in seinen eigenen Worten zu vernehmen. An der Hand seiner äußeren Erlebnisse saßt er noch einmal alte seine Gedanken und Taten zur Hochschulpolitik zusarnmw und wieder wird man mit Bewunderung inne, nücr bei diesem wahrhaft universalen Denker imd Kämpfer auch das schein­bar weit Auseinanderliegende einem einzigen großen und immer mehr entwachsenden Ziele dienstbar wird. Tie von Laurprüchts Schüler, Dr. Artur Köhler, heran ^gegebenen Aufzeichnungen enthalten außerdem die Schilderung einer Reise nach England und Schottland, die wie das ganze Buch voll scharfer Beobachtung! intb überlegenen Humors ist.

Ein neu entdecktes Lutherbildnis. Vor einigen Zähren gelang es dem Oberburghauptmanu der Wartburg, Herrn Ma;or von Cranach ein von seinem Ahnherr Lucas Cranach b. I

gemaltes, bisher so gUt lvie unbekannt geblichenes Porträt Martin Luthers ans Licht zu ziehen, das von F. Bruckniann A^°G. in München in originalgetreuem farbigen Druck vervielfältigt und der Allgemeinheit zugänglich gemacht worden ist. Das Bild ist um das Jahr 1540 netstanden und trägt, auch auf der Wiedergabe deutlich' erkemrbar, das Maler^eichen des Wittenberger Meisters, die geflügelte Schilange mit dem Krönlein. Es ist ein Brustbild intb stellt den Reformator im Alter von etwa 5? Jahren dar, mit leicht ergrmttem Haar, abgeklärt und aus dar Höhe seiner Wirksam­keit, in voller reifer Kraft. Die braunen Mgen schauen hell und Qchig gerade aus. Tie linke Hand MU die BLbek. die rechte erheLL sich leicht ^n redender Bewegung.. Das einfache schwarze Priester- gevmnd wrd durch den weißen Hemdkragen Uno einen breiten Streifen des roten llnterkleibes gehoben, der .am Halft sichtbar wird. Keinideales Porträt"' des gewaltigen Mannes, aber ein achtes. lebenswahres, von Freundes- und Meisterhand geschaffene» Bildnis des großen deutschen Reformators. Die WicdevaaDe hat die Größe des^ Originals: 33 :35^/z om und ist vortrefflich, gelungen. Da das Bild Zur Massenverbveitung im Jubeljahr der Reformation Vesvnders geeignet ist, tritt beim Bezüge größerer Mengen eine namhafte Ermäßigung des Einzelpreises von 2 Mar? ein.

Zivilgefaugener Nr. 7 59. Von Martin Leistikow. Verlag AugM Ächcrl G. m. b. H., Berlin. Preis 1 Mark. Tie fesselnde Erzählung eines deutschst .Seemanns, der nett seinem Schiff am Tage der Kriegserklärung ahnungslos in Riga ankam Und sogleich vvn der russischen ,H>lizei aufsliebevollste" in Empchang genommen Mirde. Nach mancherlei bösen Gefäuauis- erlebniss'en Und Mappenirrfahrben landet er jm berüchtigten Gouvernement LtzimtNa, um in den Srinipstoäldern als Holzfäller und Wegebauer zu arbeiben. Seine Schilderungen gcweu ein er­schütterndes Bild von dem elenden Los der deutsck^n Gefangenen dort, die mtter der Armseligkeit der ländlichen Zustände, die hier ganz ungeschminkt dargestellt fverden, fast nicht weniger zu leiden haben, als lucker dar Knute gvalisamer Polizisten. Hunger und Noit römreu Mar den Mut unseres Deutschen nicht brechen, wohl aber vermtlanen sie ihn Kirr Flucht. Wenn auch der erste Versuch mißlingt, So findet sein trotziger Wagemut doch einen neuen Weg. In Begleitung etnaK in RuUmch geborenen, sprachkundigen Deut­schen reift er frech-fröhlich als russischer Rekrut nach Mchangelsk. Beide gelangen. Ms einem neutralen Dampfer versteckt, nach einer aufregenden Begeginmg mit einem engilischen Kreuzer glück­lich in die HennaL.

Gießener Hausfrauen-Berein. Kochamveisungen.

Verwendung von Speiseresten. Dicke tzlerste wird über Rächt in der Kochkiste oder TagS vorher gar, aber saftig gekocht, lagentveise mit fertigem Erbsen- oder besser Wirsingaemiffe und Fleischresten, die durch die Maschine aetrtefcen und mit Zwiebeln und Petersilie angerSstet wurden, in eine auSgefchmierte Form ge­füllt, obenauf Gerste, mit Butterstückchxn belegt, und im Bratofen aufgebacken. Saure Gurken schmecken gut dazu.

Blind-Huhu. Gelbe Rüben werden nicht zu sein ge­schnitten, mit gerösteter Zwiehel, Pchersille Und Salz angekocht, grüne, in Stücke' geschnittene Bohnen dazu getan und beides fa st gar gÄochlt mit einem Stt'dckchen srtten Schweinefleisch oder Speck- würselu. Daun gibt nran würftllg geschnittene rohe Kartoffeln dazu, salzt sorgfältig nach und fügt, weim diese fast gar siird, schwach ge­süßten Äpftlbvei oder würfelig geschnittene frische Aepfel und etwas Zucker hinzu und läßt ferttg kochen.

Gefüllte Gurken. Mittelgroße Gurken werden geschält, halbiert ausgehöhtt und mit Salz und Zitronensaft ausgerteben. Dann füllt man sie mit Fleischfülle, btndet sie zu, brät sie auf beiden Seiteit an und dämpft sie im Rohr fertta. Die Tunke wird mit Mehl verdickt und mit Zitrouenfast abgeschmeckt.

Gurkengemüse. Große Gurken werden gefchält, halbiert, ausgehöhlt und in Stücke geschnitten. In Wasser mit Salz, Essig und etwas Zucker sowie Gewürz weich gekocht. Speckwürfel iverden ausgebraten, die Würfel entfernt, MM darin gebräunt, mit der Brühe aufgesüllt und die Gurkenstücke noch *4 Stunde offen darin geschmvrt. _

Silbenverstcckrätskl.

Mittelraoer, Grobian, Meissen, Scherben, Barren, Meister, Nichte, Guts­besitzer, Kirchturm, Aschengrube, Wiegenfest, Eisenerz!

Es ist ein Sprichwort zu suchen, dessen einzelne Silben der Reihe nach versteckt sind ln vorstehenden Wörtern ohne Rücksicht auf deren Silbenteilung.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Ergänzungsrätsels in voriger' Nummer i Sonne, Leder. Fritz, Edelmann, Nn, Main, Trnhe, Fah, Eiland. S o n d e r f r i e d e n m i t R u ß l a n d.

^christlettung: Fr. R. Zenz. Zioilllngsrundbrnck und Verlag der Bri'chstschen Universttäts-Buch- und Stetndruckerei. R. Lange, Gießen.