Ausgabe 
6.8.1917
 
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nach <üchen gerichtet sind. Diese Vl.>rrichttmg bringt man an einer mit 2 Meter Schmir versehenen Fischgerte an, imd schreitet nnn bei Beginn der Tannnerimg -oder vor und während eines lauert Regens die Ränder der Tümpel entlaiig. Das grelle Rot des Lappens übt <ruf die Frösche eine geradezu hypnotische Anziehungs­kraft aus, sie springen hach und schrappen danach und bleiben mit den Mäulern an deir kleinen Angelhaken hängen. Es ist nick t intmiK)lieft, das; die Reihe der Kriegsmoden dirrch diesen prak­tischen Sport desFröschaus init dem roten Lappen" vermehrt »oerden tonnte.

* Bassermann und der Neckarwein. Es war iin .Jahre 1906, so sckrreibt uns ein Mitarbeiter, als Bassermann in Eßlingen am Neckar, unweit der Schwa den re si den z Stuttgart, eine Rede lialten sollte. Sie galt damals den schväbischeu Land- tagswahlcn. Am Tag zuvor traf ich ihn in Stuttgart, und wir kamen bald bei einem Glase guten Sch naben ü>ein s ins Plaudern. Es N>ar der sog. Schillenvein, der um Harbach roächst, der Heimat Schillers, uud den man gm ganzen Reich nickst kennt, oft nicht einmal dem Namen nach. Meine Bemühungen, Bassermann in ein politisches Gespräch zu ziehen, scheiterten, und das Einzige, was ich von chm hörte, war ein großes Lob des schwäbischen Weines, twn dem nur eine ganze Flasche leerten. Ich erAarte ihm darmif, mrt einem solchen Lob, öffentlich. ausgesprochn, müsse er sich alle schwäbischen Herzen genmrnen. Tags daraus hörte ich ihn spreck.n und fanwte nicht rvenig, als er seine Rede mit ;'inem Hymnus des Ncckarn>eines einleitete. Dabei wußte er geschickt die Tatsacke, daß es im Schwaben!ande manches Gute gibt, das aber nickt über die eigene Heimat IMvegkommt, »veil man es selbst genießt, mit den tnnerpolitffchen Kämpfen in Württeniberg zu verbinden. Jedenfalls mar der Beifall, den diese Weinrebe, als die er sie nachher bezeichnet^, bei den Hörern fand, außerordentlich stark, und auch dieNichä-Bassermanner" stimmten in den Bei­fall ein.

* Ei n e stä n d i g e P il z au s st el l ung im Zoologi­schen Garten zu Frankfurt. Als neueste Kriegsmaß- uahme ist zur Erweiterung 'her dem Insektenhause ungegliederten Ausstellung nutzbarer Wildpflmizen" seit einigen Wock^u eine kleine ständige Schau der iioichtigsten Pilze in einer Sonderabtcrlung untergebracht. Tie Art der Veranschaulichung ist insofern neuartig, als die Mze, nicket tvie man es bisher aus Pilzausstellten gen sah, einfach in ?Noos gesteckt sind, oder auf Tischen liegen, sondern in Masbehältern, sog. Terrarien eingepflanzt 'sind, die nachi der Art ihrer Einrichtung dem Beschauer ein Bild von dem natürlichen Standort einer jeden Pilzart geben. Wir sehen also die Bewohner des '.'tadelivaldes in einem kleinen Nadelwaldausschnitt, die der Raine und Wege in entsprechend eingerichtetein Behälter, die der Wiesen'aus Grasaussttchen und so fort. Es wird besonderer Wert darauf gelegt, daß der Beschauer die wichtigsten guteii Speise­pilze und die wenigeir giftigen Artcu kenneil leritt, die häufig mit ersteren verwechselt werden. Die flehte Ausstellung ist, da sie mix frischs, nicht konserviertes Material zeigt und auf ständige Er- aänzunKen angcklviesen ist, natürlich, in ihrem Bestände sehr wech- selnd. Lxnt der Eröffmmg lvurden etwa 30 Pilzarten zur Schau gestellt.

* Eie russisches Torfbild. Aus dem Bezirk Sim- dirak erfährtMrs.zewija Wjedomosti" daß die Lage dort fort­gesetzt drohender wird. Iii deii Dörfern kümnrert inan sich durchaus nicht um die politischen Verhältnisse, und von den Vorbereitungen zu den Wahlen für die Konstituveretide Versammlung' ist nieinaiid uitterrichtet. Nur das SchlagnwrtEs kommt heraus!" geht von Munde zu Munde, dabei kann keiner sagen, tvas herauskommen soll. ?lus den Feldern wird kaum etwas getan, denn teils fehlen die Laiidwirtschaftsgeräte, teils herrscht auch eine zroeifel Haffe Aengillickkeit, ob der Arbeitslohn gezahlt und ob die Fn'tche der Arbeit dein Besitzer des Grundstückes zufallen iverden Iii jidcm Torfe smd gegenwärtig 23 Halsabschreider anzutteffeii. die dm Leiiten das Fell über die Ohren ziehen. Außerdem ist Raub, Diebstahl, selbst Totschlag, ferner mutwittche Einstellung der Feldarbeit ohne jeden Grund, Verletzung der Ärbeitsverkrägjc und dergleichen mehr an der Tagesordnung. Tie Vernachlässigung der Feldarbeit scheint Nöte heraufzubeschvöreu, toie sie 1905 durch dm Hunger eingetreten Ivaren. Die Felder bieten fein erfreulicheves BildTie Wirttersaat steht niedrig, von der Deßjattn i,t nicht viel mehr als unr die Hälfte geinäht, und der Rest dimt hernmirvendem Vieh als ^Futter. Für Weizm, Hafer, Erbsen und Buchwerzm, sowie für Kartoffeln sind keine günstigen Aus- srchten vorhanden, niid infolge der nrangelhaften Bestellung ist mit einer Unterernte sicher $u rechnen. Und das zu einer Zeit, lpo alle Nährmütel für Mensch und Vieh völlig erschöpft sind!

Du Klage:Das Vaterland ist in Gefahr.'", so schießt der Berichterstatter des russischen Blattes,keimzeichnet noch lange nickt die tatsmtzliche Lage der Dinge, die viel schliminer ist,, als man m der Großstadt ahnt. Der erbarmungslose utid noch nie dagewe,ene Hunger des Jahres 1918 ist nunmehr unabwendbar!"

liebt keine krummen Zahlen. . . Uns wird geschrieben: Bon dem früherm russis<chn Ministerpräsidenten ^a))otwiv erzählt ein dentsck>er HandroerkSmeister folgendes Er-

lebiiis: Iahrlaug hatte er für Pen Adirrister die Bilder seiner Fainrlie v-ergr>ldm müssen, ohne je einen Kopeken Zahluiig dafftr l»moiiimen zu liabeu. Lv oft er sich im Palais mit seiner Rechirurig !ehen ließ, Nstesen ihn die Diener ab. Doch, einmal erwischte ec den Miniltec. Dieser zerrte ihm wütend die Rochimna aus den Fingern und brüllte, daß er keine krummen Zahlen. und unaleickje Rechnungm liebe . . . Viit Sselerrruhe versetzte der biedere Hand­werksmeister, daß er die Fahlen nach, oben abrunden werde und den Fehlbetrag hinzu zalsten nwg?e. Verdutzt sah der Minister (fftt den -Sprecher, dann schleuderte er ihm .die Rubel scheine vor dre rtilße und jagte ihn zur Tür hinaus . . .

. * Die Amazonen von Elbing. Während einer Fehde

des deutichen Ritterordens mit dem Herzog Swantepolk von Pom­mern waren auch die Bürger der Stadt Elbing mit dem Orden zu rz-elde gezogen, und nur die Greise. Frauen und Kinder wären in der L>tadt zurückbüölieben. Dieses letztere wurde dem Herzog durch erneu Verräter Unterbracht, und der Pommer beschloß, die Stadt, unter solchen Umstchrden für leichte Beute hielt, mit einigen Fähnlein ferner Leute zu überrumpeln. Als man in Elbing das Herannahen der Feiirde erfuhr, erhob sich ein großes Wlehllagenj und eitel Verzweiflung. Mer die Frau des Bürgermeisters undj viel beherzte Geschlechtsgerwssmnen hielten sogleich Rat, wie sie dre Stadt so lange verteidigen könnten, bis man die-Männer zur Hilfe /zurückgeholt hätte. Alle in der Stadt noch vorhandenes Harnrsche und Waffen wurden hervorgesucht, und die Fmuen und Jungfrauen Elbings zogen djc Rüstungen an, gürteten die Schwerter um und nahmen Schild und Spieß in die Haird. Dann besetzten sie regelrecht die Rdauern und ep,barteten das Hieran- naheir des Herzogs. Dieser war sehr crfluujit, die Stadt so stark ver- ttrdigt zu sindeu, glaubte, sein beabsichtigter Haiidstreich loäre den Elbrngern im Lager des Ordensheeres verraten worden und diese wären rn die Stadt 'zurückgekehrt, und da er die Bürger als tapfere Ltretter ivvhl kairnte, zog er es vor, mit fcüttm tvenigen Leuten oou dein Angriff abzustehen und lieber heimzukehren. So waren dre mittigen Frauen rmd Mädchen Elbings dre Retterinnen ihrer gefährdeten Vaterstadt geivorden.

vücherttsch.

Flemmings Zweiblattkarte der W estfront. Als Nr. 40 der Flemminchschen Kriegskartensamm-luug (Carl Flemmuig, Verlag Berlin uud GlogaU) erschmtt svebeii eine aus zwei großen Blättern im Fornrat von je 88 :'71 cm bestehende Lpozialkarte der gesamten Westfront" von der Nordsee bis zur ?^8^^reis 2 Mark). In dem eingehenden Maßstabe v.ni 1: 320 000 g^eichnet, weilt die Karte naturgemäß einen großen Reuhbum des InhaÄs auf, so daß sie ermöglicht, den Kriegsvovi gärigen bis rn die Einzelhetten zu folgen. Beide Blätter der Karte Und auch vvin völkischen Standpunkte aus inteoessaiit, iirdein mrf chnen überall, wo sichere Ouelleii Vorlagen, an Stelle oerwelschter Orts- und Flußnanren die alten oberderttschen bzw. nieder-oeut^ scheu .'tameii wieder Migewandt wurden.

-y % ^ (Kriegsousgabe) HerMisgeber: I. E.

DiertÄMrlich (6 Hefte) 5 Mark, Ein- zelheft 90 Pfg. Pvobehest portofrei (^tttttgart, Greiner L Pfeiffer) Ans dein Inhatt des ersten Mgustheftes: Mldeittsch? Von I. E. Freiherrn von Grotchuß. Die Schicksalssvurde Roms. AinF-mil RaSmlussen.Ern stades Volk." Von Prvf Tr N>. Heyck. T^ Philaitthvop. Bon Jüliuö Kreis. - Lozial- demokratte und Evobernugspvlttik. Vorr Otto Corbach,. Gustav von Lchuroller. Von Dr. Richard Bahr. Carglaiids Herr- schaff: über dre Meerengen als Grundlage seiner Bllckadepolttik Zpu E B. Weltfrrede und Ehrisdenttun. - Tschechisch oder Bohimsch? Theater imdFreil-eit der Kimst". Von Karl ^orck. Das Harmonium mit besonderer Berücksichtigung ferner Bedeutung fftr das heutige Musikleben. Von H. Oehlerking Türmers Tagebuch,: Ter Krieg. Auf der Warte. Kunst, beilag err. Notenbeck age.

rc -^b ^ Bölkerkri e g Eine reich lllnstt-ierte Chronik der Ereigniffe seit dem 1. Juli 1914. Herausgegeben von Dr. C H Ker, Verlag von Julrus Hoff'mann. Stuttgart. Heft 133/134 Preis \t 40 Pfennig.

iiyjuiju iu|u.

NCEZHOAIHESTNCSL

Die Buchstaben sind mit einer bestimniten Zahl auszuzählen. Beini ansgezahlten Buchstaben wird stehts ivteder begonnen und keiner übersormigen. Die Lösung beuennt einen Teil der'mvse gegen Italien.

(Auflösung in nächster Stummer.)

Sluflösung des HoinograinniS in voriger Nununer: DES DAMPF EMDEN SPEER FNß

JdjrijlltUima: 3t. Ji. Z«nz. - Zwillingsr.uiddruck Mid Becla, dec Btühl'lchen Universttäts-Bu». und Steindtucketü R. Lange.