Ausgabe 
4.8.1917
 
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hebt das eine Paket lwck. bringt. e» aber nicht dis Mr Höhe der Türe und es sLlt wieder zurück. Da srch »onst niemand rührt, spring üch aiuf, nehnre der Frau das erste und nachher das zrwüe Paket ad, so da st sie, befreit vom lästigen Gepäck, nun bequem mr- fteiqen kann Eines Abends begegrre ich auf dem Wege zur -Sahn einen, alten Manne, der sich, mit zwei, sch.veren Paketen belast,, ebenfalls auf dem Wege zur Bahn betrübet. Da rch d'he >on »chner er an seiner Last trag!, n-chme ich ihn: das eure Paket ab^trase «s die <ur Bahn und bin vollauf befriedet von den mnrgm Dmrke-^- tzvorten deS ak^en Mannes. Was verschlägt es nrir auch, JM w) henselv?.. Weg gehe, meinem Nebenmeufchm den sie uven Liebe»- dienst zu erweisen? Derartige .Gelegenhinten bvet-en Nch uns täglich bimdertsach, und wie manches Aergernis, manche nrchnÄrtrge Stimmung ersparen wir unserem Nächsten durch solch euren Keinen Dienst der für uns gar keine oder nur geringe Muhe bedeutet, von dem andern aber oft hach bewertet wirch Wre oft ha^n Z^tüÄ'eit denen ich einmal als ganz selchtverstandlrch eure »olche Gefalllgkett erwiesen habe, noch lange Zeit nachher zu verstehen gegeben, dast die- nicht vergessen und sich immer dankbar daran erinnerten, wenn sie mich sahen. Daß sich ern Mensch, der gegen seinen Nebest- menschen aufmerksam und dienstbereit ist, b eso,w er er Belicbth.it ersr-eut. braucht ivvlst kaum betont zu werden. Dr^s o.on sich M wissen, must für jeden M^isckcn ein erhebendes W jW, weshalb man jede OKlegenhrut wahrnehmen sollte, iu& linvm Nebenmenschen gegenüber dienstbereit zu zeigen Ber etwas gutem Willen bringt es jeder fertig, auch werin er sich gar nicht s« vrranlangt glaubt. Urrd wenn er steht, wie wohltuend solche klemest Aufmerksamkeiten aus unsere Mitmenschen wirken, dann wird er sich dafür begeistern u,rd es wird ihm ern Ansporn sein, sich bc, jeder bietenden'Gelegenheit helfend zu betätigen. Und ,o »me mrs Nrinen. soll es natürlich imd) Möglichkeit auch uw gro&tit Ln. tvenn es gilt, estoas für seine,: Nächsten jutan. Eure nrnerc Befriedigung ist der schönste Lohn dafür ^o,nwhr Auf­merksamkeit seinem Nebonmcnschm gegenrrber, mehr NachstenUE^. und das Dasein gewinnt für jeden emKÄnen an Lebensfreudig kctt tzrnd Lebenszweck!

Fremrd! Hab' ein liebreich-fühlend Herz.

Teil gern des Nächsten Not und Schmerz:

Tu Gutes ihm in edlem Sinn,

Es bringt dir sicheren Gelvinn.

Wie wohl tut's einem Menschen doch,

Werrn er, bedrückt Von schtoerem Joch,

Weist, dast ein Herz noch mrt ihm trägt Die Last, die ihn sonlt niederschlagt.

Sei auch die WoUtat noch so klein.

Dein Mitmensch wird dir dankbar fern.

Ach, dast doch mehr beherzigt blrebe,

Die eckte, wahre Nächstenliebe!

Der Krebs als Kokosnuhräuber.

Don den Kokosnüssen, die sich in «ich« Menge undoft unalanblicher Größe auf den Korallemnschr rm Gewässer Holl äiwisck «Indiens sinderr, meldeten schon Berr^e aus dem 17. Jahrhundert, dast sie mit der Wmrderkraft des Wanderns begabt wären Tatsächlich kann man, »oenn ma»r euren rndrschen Palmen- Wald des Nachts durchstreift, Kokosnüssen begegnen, dre ernem rm loahrsten Sinne des Wortes über den Weg laufen Tas Wunder ist aber nur scheinbar, in Wirklichkeit steckt em an den dorlrgm Inseln heimischer Krebs dahinter, über dessen^Kokosnuprauberer Wilhelm Bölsche inr nächsten Heft der bei der deutschen Pertags- Anstalt in Stuttgart erscheine,rden Zeitschriftlieber ^nd Und Meer" nähere Mitteilungen macht. Werrn man eine solche scher,r- bar sich selbsttätig bewegende Kööosnust näher betrachtet, erblickt man hinter ihr ein Lebewesen, das sie mtt RreseirzMigen gefastt hälr, schiebt, rollt und dahinkugelt. Es smd Krebse und Krabben, m,.-. dem Geschlecht des Bernhardt,rer-Krebses zu höherer Ltufe entwickelt, dre wahrscheinlich die erste Belanntschaft mrt der Kokos- Trust in ihrem ursprünglichen Element, dem Wasser de» Ozeans, gemacht haben. Tenn wenn die Kokosnüsse, von ernem über das Wasser hängenden Baume fallend, ins Meer, gelangen gehen sre keineswegs unter. Sie besitzen eine Art Schwrmmgurtel rn Gestalt der den Kern umgebenden dickerr gvoben FaserichM, dre luft­gefüllt bleibt und öer schweren Jnnennust den nötigen Lchtmmm- äu ft rieb verleiht. Tic glatte, ölige Außenhaut umgibt das Ganze loie eine An >oasserdichder Oeljacke, so daß dre Kokosnuß, an euren anderen Strand gespült, im Verlaufe ihrer SeErse kernerler Schaden genommen hat. Nun erscheurerr dre rauben,chm Krebse auf der Bildfläckie, um die Kolosnust zu verspeftm Lre smd daher vor kerne leickte Ausgabe gestellt, da die Nuß durch ihre harte Jnnen- schale gegen sreck Fresser geschützt ist. Wenn alw ein solcher Krebs die mit seiner gewaltigen Scheren vor srch herwllt, schalt er dabei sorgfältig Faser für Faser von der eigmtlrchm Frucht ab. Hierauf gebraucht er seine Scheren als .Kneifzange und Hammer und bearbeitet die sog.Augen", d. h die Keimtöchn der rmreronj harten Nuß so lange, bis er erneu Weg in den eßbaren Ke^r ge­brochen Hot. Tann dreht der Krebs sich um und holt mrt den innen kleinen Scheuchen seines Hinteren Beinpaares das n e" e <>> ti 1 e 11 =

fleisch der s Jüifc aus der schmalen Oessnrmg herarrs. Wer damü ist die Nuß für den Krebs noch lange nicht erledigt. Er verwertet auch ihre Fasern, indem er dieselben zur Auspolsternug der am Wurzelwerk von Palmen geschaffllien Een Erdhöhlen ^mrtzt, woselbst er den Hellen Tag zu verschlafen pfleat. 'Nach nicht völlig verbürgten A'achrMm sollen die Krebse sogar in den laerm Kvöos- schalen Seewasser zu unbekannten Zwecken in den Wald MAeppeir, wionrrt also die tierische Erfindung der Flasche zum Wassertransporck gegeben wäre. Vollkommen verbürgst ist aber, dast der Krebs nötigenfalls die Kokosnüsse selbst aufsucht. Es stibt n,,anfechtbare wissensckMftliche Naturaufnahmen, hie mit photographischer Treue zeigen, wie die Krebse bis zu den Kronen der, Palm stamme empor-- klettern und dort die Nüsse ganz einfach mit ihren Zangen ,av- kneifen. Tie Kokosnusternähr'ung soll übrigens den Krebien aulwr- vrdentlick gut bekomme,,, 'ivesivegen gerade diese Krebsart rn Hvlländisch-Jndien besonders begehrt ist. Tie Eingeborenen ver^ kaufen diese Palmenräuber um teures Geld »Veiter, m,d besonders die Chinesen pflegen diese Krebse in kleinen Ställen unterzrrbrrngen» und sie regelröcht mit Kokosnüssen zu mästen, nm sich sv einen viel begehrten Fei er tags schm aus tzU verschaffen.

Gietzcner Hausfrauen-Berein.

Kochamveisungen.

Wecks Gläser zu schließen ohne Gummiring. Äüan legr auf das fertig eingefüllte Glas ztvei Blätter angefeuchtete Gelatine, die den Rand vollständig bedecLen nMsen, schließt mit Deckel urrd Felder und schreidet die überstellende Gelatrne ab. Man löse die Feder erst am folgenden Tag nach völliger Erkalttmg.

Apfelsast in Flaschen. Falläpfel ungeschält aber ge« viertelt und ausgeschnitten ,oerde,r durch die vorher gebrühte Flei>ch- u,aschine gedreht und mit der Obstpvesse ausgeprestt (den Rück­stand veriveirdet ntan zr, Kompott oder Mtarmelade). Der Saft wird ohne Zucker gleich in saubere, trockene Flaschen gefrilll, die zehn Zentimeter hoch leer bleiben. Die offenen Flaschen werden in den Wecks Kessel gestellt (in Ermangelung sonst ein hoher Kessel mit HolzwoNunterlage) und kaltes Wasser eingeff'cklt. D^e Flaschen sollen zehn Zentimeter aus dem Wasser l»ervorragen. Drnn imrd der Kessel Mit dem Deckel fest geschlossen, ist dieser zu ruedrig. mrlpt man statt des Deckels eine passende tiefe Schllssel darauf. Deckel oder Schüssel sollen die offenen Flaschen nicht berühren. Der Kessel ,mrd irun aus nicht zu starkes Feuer gestellt und bis zu 80 Grad Celsius erhitzt. Auf diesem Grad erhält man ihn noch zehn Muiuteu, dann nimmt imkm die Flaschen vorsichtig herausi, wpbei che nichv auf zu kalten llnterarnnd stellen darf, sonst platzen sre, und schließt sie durch einen dicken Gipsbrei luftdicht ab. Sind die Faschen vollständig erkaltet, legt man sie in den Keller.

Den Rückstaickr der Aepfel verwe,idet man mit Zucker zu Marmelade, wozu man noch Kürbis, Quitten oder Möbren nehmen kann. Zur besseren Erhaltung nnd Znckerersparnis gibt man nach dem Fertigkochen etwas Benzoenatron daran.

T o m a t e n m a r m e l a d e. Zwei Pfand große Tomaten iver- den geschnitten und angekocht, zivei Pffmd große Aepfel und ein halbes Pfrind Zwsiebeln geputzt und durch die Nbaschrne gedreht, ein achtel Liter Weinessig, ein viertel Pfund Zucker, Salz, Senf, Zimmt Pfeffer, Nelkeu. Dies alles läßt man lanmanr einige Sttm- den kochen, bis es steif »vird, dann abgeschMeckt nnd in heiße Gläser gefüllt. Ebensogltt als Brotaufstrich ivie verdünnt als Tunke zu Pellkartoffeln.

K ü r b i s g e m ü s e m i t T o rn a t e n. In ettvas Fett schmort man ztvei klein geschnittene Zwiebeln, schneidet zwei Pfrrnd Tomatm hinein schmort sie mit etwas Wasser, gibt dies durch ein Sieb, dann schneidet marr zwei Pfrmd geschälten Mrbis tn schmcckm Strei­fen dazr, nnd kocht ihn gar, dann verdickt ntan mit in Wasser glatt gerührtem Mehl nnd würzt mit Salz, Pfeffer nnd Zitrone.

Pfifferlinge mit Graupen. Zwet Pfund Pfifferlinge werdm mit kochendem Wasser Merbrüht, das Wasser abgegosse,t, dann dünstet llNan sie mit Butter uUd Petersilie.»veich (der allen Pilzen gibt man das Salz zuletzt daran).

Homogramm.

«

«

1. vielbenützte Kraft.

2. Der Stolz der deutsche»: Marine.

3. Waffe.

G G G

Die Buchstaben A DDD EEEEE FF MM NN PP RR SS sind nach dem Muster obiger Figur derart zu ordnen, daß die drei »vagerechten Reihen gleichlauteird mit den drei senkrechten sind und Wörter von der beigefilgten Bedeutung ergeben.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Rätsel«Unser Stolz" in voriger Nummer: Landsturnnnann.

Hchrijllettung: Fr. R. Ze»rz. Zwillingsrunddruck und Berla« der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Stetndruckerei. R. Lange, Gieße«.