Ter schirmt mit seinen« Schalten Uns grünen Wiesennktfcn Ein deutsches Soldatengrab.
Trin ruhen zwei aus der Kicrinakk.
Bon der Heimat weit, so weit:
Keine Trommel kann sie mehr wecken.
Keine Trommel aus dem Schlaf ansschrecken —
Doch der Baum, der grünet mich heut'.
Und geschieht es einstmals wieder,
Tab der Franzose den Krieg anfing',
Tann soll der Banm im Westen Uns lveisen den Weg, den besten,
Ten's Anno Siebzig ging.
Eine Stimme schlägt an mein Ohr:
„Bahre her! Hier liegt der Leutnant!"
Vorsichtige Hände fassen mich an, heben mich auf . . .
„Er lebt!" sagt einer.
Und ein anderer tritt zurück. Ich Venne ihn nur zu gilt. Er neigt das Haupt.
'„Tu lebst! Aber vergiß nicht: Verträge mit dein Dode müssen gehalten werden — es gibt keine Instanz, die dich davon ent^ Linden kann. Tein Ing gehört mir! Ich bin der Herr der Welt und lasse mich, nicht täuschen!"
Er verschwindet im Dickicht, langsam, majestätischen Schrittes.
Ich fühle, wie die Tragbahre ansgehoben wird. Tas rveiche, wohlige Schaukeln des tz^etragenwerdens spüre ich. Ein beseligendes Gefühl schleicht mir ins Herz.
„Ich lebe! Ich werde leben! Ich grüße dich, Heimat und Weib und Kind!"
*
Spuk der Nacht war alles, Gaukelbilder eines Fiebernden. Meine guten Pioniere hatten mich gesucht, mich endlich gefunden und zuni Verbandplatz gebracht. Meine Wunde war schwer, aber der Arzt gab gute Hoffnung:
„Sie haben eine«! besonderen Schutzgeist, Herr Leutnant! Manckien andern hätte der Riß in der Brust unter die Erde gebracht!"
Nun bin ich mit Heimaturlaub bei Weib und Kind. Welch ein Wiedersehen war das! Als die Kinder ihre Aermchen um mich schlangen, meine Frau mich herzte und küßte — da zog ein Gefühl von Seligkeit in «nein Herz ein. wie ich es in solcher Stärke smb Schöne vorher noch nie gekannt hatte. O, Leben, Leben, wie so Ularm, so wonnig, so berauschend bist du, wie so gänz anders als der Tod . . .
Ter Tod!
Ein Schauer kriecht mir über das Herz. Ich denke jener Nacht im Walde. jener stillen mrd doch, so furchtbaren Gestalt, die aus dem stürmischen Sieden meines Blutes in Fieberglltt geboren ivar — wie kam «nt der Mensch zu solchen Gesichten?
Ich, grüble und grüble, bis mir mein Weib mit weicher Hand über die Stirn fährt:
„Was hast du, Mann?"
Und ich ziehe sie statt jeder Antwort an mich und küsse ihre feuchtschimlnernden Augen ...
Ter Urlaub geht zu Ende. Ich, bin völlig wieder hergestellt, Lrernwrgeii muß ick) wieder ins Feld. Bor der Stunde bangt mir; sich das erstemal losreißen, ist schwer; aber sich ein ztveites Mal, nachdem man soeben den« Leben Wied er geschenkt, losreißen von allem, was uns lieb, das erschüttert auch des stärksten Mannes Kräfte Aber es wird Überstunden, muß Überstunden werden. —
Nun stehen wir am Bahnhof.
„Gott erhalte dich uns!" spricht meine Frau.
Ein leiser Schauer übecläust mich.
„Hoffen Unr es!" entgegne ich.
Ein letzter Händedruck, ein letztes Zunicken der Kinder — der Zug setzt sich in Bewegung. Ich sehe mit winkendem Duch den Zurückgebliebenen nach, solange das Auge «roch irgend etwas von ihnen erraffen kann . . .
„Werde ich euch Wiedersehen?" fragt mein Herz.
Und aus der Tiefe, als ob sie aus dem Rollen der Räder herauftäme, klingt eine Stimme:
„Tor! Wie sannst du zweifeln! Ter Tod hält sein Wort, halte du das deine!"
Ich erhielt den verhängnisvollen Befehl.
Warum gerade ich,? Ich, der schlichte Reserveleutnant, der sich sonst im Frieden daheim als Ingenieur sem nicht leichtes Brot verdient? Ich, der ich am harten Soldatenhandwerk keine Freude empfinde?" ^ _
Was helfen Fragen — Befehl ist Befehl! Ter Kommandeur des Pionierbataillons, Major Schirmer, rief mich an, als imr, während die Sch,lacht vor uns krachte und donnerte, m eurer Bereitsckastsstellnnq standen. Soeben war'der Adfutant irgelid- emes höheren Stabes bei ihm getvesen uird nach, erstatteter Meldung in gestrecktem Galopp wieder davongejagt. ^ .
„Herr Leutnant Rothe!" ruft die scharfe Ltimme des. Maxors.
„Zu Befehl, Herr Major!"
(Schluß folgt.)
vüchertisch.
- Türerschule, Zeitschrift des Bundes Dürerschule E. B., Herausgeber G. H. Neuendorfs, Verlag H. May Nachf., Lauterbach -Hessen), jächrl. 4 Hefte -zu V- M. Jahrgang 1916—17,
84 S., gab. 3 M. — Zu beu bisherigen VerösseMrchungen des Bundes TÜrerschUle (Die Wcher .der .Dürerschule, Verlag B. G. Teubu-er, Leipzig) ist dies neue Unternehlnen aetrehen, daS in vorläuftg etwa dreinmnatiger Folge Über Ziele luub Arbeiten der Dürerfchule Hochwaldhansen (Oberhessen) berichtet. Ist dadurch eine ganz bestimmte, der (Gesinnung dieser Reformfchule gemäße geistige Haltung des Blattes gegeben, lote sie vorzugs- ireise in den Leitaussätzen des Herausgebers (z. B. lieber nationalle Bildung, Kulturpolitik und Freie..Lchjnle) ausgeprägt wird, so steckt es sich doch seine Grenzen Weiter, insofern es der Theorie und Praxis verwandter pädagogischer und allgem^n-kulturellen Bestrebungen nähertritt mrd ans diese Weise an pm Konzentration tulturschöpferifcher Kräfte mitzuarbeiten versucht. Demnach L>mmen z. B. in dem vorliegen den Bande Führer der Freidöutschm Jugend, der Siedelunggememden, der Deutsch,en Gesellschaft für häusliche Erziehung zu Wort; bekannte Pädagogien mrd Hochschullehrer haben inhaltreiche Aufsätze beigesterrert, M üller^L per-München rlber die , Soziologie in der i Schule, Pwos. Frarrkfurt, über
W. Mertons LebenÄverk, LaUva Frost-Bonn über die Erziehung erwach euer Kinder. Alle diese Ubhandttrngen, die Abteilung „zur neuen deutschen Krckturbewegung" und die Brrchbespreckfungeu seien der Aufmerksamkeit von Lehrern und Eltern empfohlen; sie sind wohl geeignet, denen eine willkommene Handreichung zu sein, die den Fragen einer zeitgeinäßen Bildung und Erziehung die Bedeutung beilegen, die sie gerade heute im Interesse der Zukunft unseres Volkes verdienen.
— Tie Ost Preußen-.Mmmer der Leipziger „Illustrierten Zeitung" (Verlag I. I. Weber) gibt ein geschlossenes Bild der durch den Krieg am nreisten heimgesuchten Ostmark unseres Reich.es. Auf der UmMagseite bringt Rudi Hammer eine Vevkörperung des Erntesegens, der weiter tvirkungs- voll .dargestellt wird in der Pion Frau Gertrud Pfeiffer gezeichneten Umrandung zu der vom Oberpräsidenten von Berg geschriebenen Einführung. Mit Ostpvenstens geologischer Borzett befaßt sich Professor Tr. Andres, der Direktor des Geologisch- Paläontologischen Instituts und der Bernstiemsammlung der Universität. während über die Frühgeschichte Professor Peistr und über Preußens Geschichte Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Krauske berichten. Professor Tr. Hesse, Direktor des Jirstituts für Ostdeutsche Wirtschaft, schreibt über die Grundzüge des Wirtschaftslebr.ns in Ostpreußen, Tr. Heß vop Wichdorff würdigt die Landschaften Ostpreußens in ihrer durch die Eiszeiten bedingten Eigenart und Professor Tr. Lullies macht auf dre eigenartigetr Schönheiten der ostpreußisck^en Landschaften aufmerksam. -Professor Dr. Brack- mamr behandelt die Zerstörungen: Ostpreußens und Regierungsund Baurat Lange, Leiter des Hauptbailbevatungsanites in Königs-, berg i. Pr., gibt Grmrdsätze für den Wiederaufbau unter besondereu Berücksichtigung der ästhetischen Seite. Tie Landwirtschaft in ^Ostpreußen sindet eingehende Behandlung durch Geh. Regievungsrat Professor Tr. Hausen, Ostpreußische Kunst wird durch Professor Dr. Detlefsen vertreten. Professor Dr. Gigalski erinnert an Copernikus' Tätigkeit in Allenstein als Verwaltungsbecunter und Geheim rat Professor Tr. Bezzenberger schildert in anschaulicher Weise die ostpreußischen Volkstrachten. lieber den „Bernsdernwald" plaudert Dr. Ludwig Goldstein und Graf Dohna-Schlobitten spricht als Waidmann über die ostpreußische Jagd. Eine Fülle eindrucksvoller Bilder, zum großen Teil nod) Originalen, vervollständigen den künstlerischen Eindruck der Kummer. Es seien nur die Namen Heinrich Wolfs, E. Müller-Bernburg, Lndtvig- Tettnrann, Otto Heichert und K. Storch geuanrtt, die als Mitarbeiter hevangezogm wurden. Ter Preis der Rümmer beträgt 2 Mark.
Akrostichon.
a. b.
1. altes Gewicht — Land in Asien.
2. Körperteil — mineralischer Stoff.
3. »turnen — Kirchenfest.
4. Naturereignis — Befestigung-mittel
5. Getränk — Schmuck.
6. Abschiedswort — alte Gedichtform.
Von den Wörtern unter »ist durch Umwandlung des Anfangsbuchstabens die Wortreihe unter b zu biden. Die Anfangsbuchstaben der Wörter unter d benennen einen im jetzigen Krieg vielgenannnte
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auslösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nummer.:
5-da, Amme, Tier, Zelt, Sitz.
Sommerzeit.
Schrisllertung: Fr. R. Zerrz. — Zwittingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen UnioersttätS-Buch- und Stetndruckerei. R. Lange, Gießen.


