Ausgabe 
30.7.1917
 
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Mute rch's doch! Dieser Habenichts, dieser Mensch ohne Geld uich Namen und Familie! Nein, mein Kind da ist jbfer alirdere eine sehr viel ansehnlichere Partie. Du kennst ihn er ist in Berlin sein Name ist Riethling."

Riethling! Mein Gott, er war hier? Und er weiß es, daß ich ihn nicht leiden kann! Welche Ehrlosig­keit, sich hinter dich zu verstecken!"

Nein, nein, nein!" schrie Stockton, jetzt wieder in Auf­ruhr geratend.Es war ehrlich von ihm und anständig! Und noch inehr er verlangt nicht einmal gleich die Heirat! Er will sich nur mit dir verloben!"

©ine Verlobung ohne nachfolgende Heirat wird er wohl schwerlich wünschen," sagte Ruth ganz kalt und bitter. Und dieser Heinz Riethlnm hat dich also geködert mit Versprechungen von Geld? Und du hast ihm geglaubt?"'

Du unvernünftiges, eigensinniges Geschöpf!" don­nerte der Alte.Sobald du Ja gesagt hast, trifft er hier ein. Und nicht eher soll er dir den Berlobunaskuß geben, dfö bis er mir sein Wort eingelhst Hai. Mein Kind, geh in dich! Vieh ein, um was es sich handelt? Ja ich will dir alles lagen, alles, was dir deinOpfer" um dieses überflüssige Wort hier zu aebranchen leichter machen soll: Sobald ich meme Erfindung ausgeführt habe das kann höchstens ein paar Wochen dauern nur ein paar Wochen, Ruth ^mn nehme ich hundertmal, tausendmal so viel ein, wie Riethlmg mir vorschießen will! Und dann bekommt er so- wrt seinen Vorschuß zurück, und du du bist ja dann mrmer noch nicht verheiratet kannst noch immer zu­rücktreten, meme ich. .

. . "W'l" rief Ruth empört.Pfui, was für ein be- trügerischer Plan!"

Und völlig außer sich, riß sie ihren Mantel, ihre Mütze M srch und stürzte hinaus, um nur svrtzukommen aus dieser Luft von Irrsinn und Unehrlichkeit.

»cc blaustem aber noch nicht die Korridortür ge-

öffnet, als sie «tuen durnp feir Fall hörte. Zurückeilend, fand ß? $$*?*!! % Dielen hingestreckt, mb aus seinem Munde rieselte ein dünner Mutstrahl hervor.

22. Kapitel.

MMiSka Sxbius, durch einem Boten Herbeigebolt, saß «eben Ruth au dem Krankenbett und blickte mit ruhigem Ernst auf den alten Mann, der nur schwach atmete. Er war vorhin mehrmals zur Besinnung aekommen, doch immer mrr auf wenlge Minuten. Gleichwohl hatte er diese Licht­blicke benutzt, um Ruth weiterzuquälen. ' . ^

©ane mir, was ich tun soll!- hatte Ruth in ihrer Her.

Und Stockton schlug gerade in diesem Moment die rief ihr heiser zu:

Arrgen Mf und

Willst du zur Äatennör5erin toerden? Sage Ja telegraphiere an Riethling und ich werde wieder gesmrd werden."

FEziska gemurmelt. Aber auch nicht dein drohenden Ernst der Stunde m ^ntte sie ihren eigenen Arzt kommen Lasseir, der nach emgehender Uutersnchung achfelznckcird ver-

in lchchstern Stadium. Der

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.Diesen Bescheid hatte Ruth selbst mit anaehört und seitdem saß sre hier in wachsender Herzenspein, ohne zu einem Entschluß kommen zu können. ^ m

früh schlief der Kranke ein. xnd Ruth ft>lgte Franziska in das Neberrzimmer. y

^ Telegramm au Frau Ulrich gesäi,dt/< ^ verstört und mit übergroßen Augen umher- sie doch herkäme! Sie ivird mir das Mch^- ^ben^s^^Ä^^^ x6) FöT 2 t doch nicht meinen Vater L^ erntmni nicht verraten." u U Ruth? Dann hättest du schon äü fiv 11 schreiben müssen. Der arme Kürow! Er ist vielleM schon ganz überzeugt, daß du ihn vergessen hast." Sag das nicht, o sag das nicht!" schluchzte Ruth auf Kundin um den &

,eyT/ )o lehr. Ich will kür memen Vater arbeiten, bis ich

alt und grau bin, damit er die ersehiiteri Mittel bekommt i aber ich kann doch Riethling nicht nehnren!"

Riethling muß das selbst von dir hören," entschied Franziska,dann muß er selbstverständlich zurücktreren. Uebrigeiis aber habe ich an iyn telegraphiert."

"Was? An Riethling? Franzisk'ä, das hast du getan?" Es blieb mir keine Wahl, meine Liebe. Während du Mit dem Arzt hiiiausgiiigst, hatte dein Vater bereits selbst eure Depesche an ihn aufgesetzt, und bestand darauf, daß sie r^fv'vi abgeschickt werden sollte. Ich habe mir jedoch ertaubt, den Wortlaut zu ändern."

Ganz erschöpft sank Ruth auf einen Stuhl.

/ fuhr Franziska fort,hatte geschrieben: räuty ist hier, kommen Sie sofort, es ivird alles gut erledigt werden." Daraus habe ich gemackft:Ztuth ist hier, kommen Sre wfort, es kann nur durch Ruth selbst erledigt werden"."

Gott ser Dank!" murmelte Ruth.Ich hoffe aber', er kommt nrcht eher an, als Frau Ulrich. Was sie bestimmt,

wftl rch tun. Auch weiin sie sagt, daß ich Riethling daß rch Rrethlrng-"

Sre konnte nicht weitersprechen. Ein heftiger Träneu- stroiii erstickte rhre Worte, und Franziska nahm sie in die Arme und tröstete sie, so gut sie konnte. Endlich ging sie zuruck an das Krankenbett, wo der alte Mairn im Halb­schlummer hindämmerte.

Wie langsam schlichen die' Stmrden dahin! Mer doch wurde es Dag, wurde Vormittag, Und endlich hörte man Raderrollen, und eine Droschke hielt vor der Diir.

Frau Ulrich war angekommen.

. Sie ging nicht so aufrecht wie sonst und fam leise herein m du Wohnung, wo -ihr Bruder zwischen Dod und Leben lag. rv ^Ä^/blbst! öffnete ihr die Tür und fiel ihr um den Hals jpj sei Dank!" flüsterte sie.Jetzt sind Sie da jetzt habe rch kerne Angst mehr."

Besinnung?"^ ^ ihm?" fragte Frau Ulrich.Ist er bei

Ja, et war eben wach, schlief dann wieder einmal ern und scheint etwas besser bei Kräfteir zu sein. Wollen Sre rhn seheir ? Vrellercht wenn er wieder wach ift?"

r^ruu iUrrch legte Hut und Mantel ab und ging in die man am sichersten war, daß kein Don bis in oas Krankenzimmer dringeir konnte.

Ruth mußte erzählen.

< . «ffangliche.Erreg,mg, in der ihre Beschützerin sich nmg* ' toa!nibefte ,u ^ ^ dreiem Bericht bald in Enis»

So also war ihr Herr Bruder!

Verschachern woNte er sein Kind; unb nicht mir das,

MmiA .beit SÖSiM betölpeln, der sich auf den

häßlrcheir Handel erngelassen hatte!

Pf 1 Name des Msamen Fjreiersi nicht gefallen, aber eben ,etzt sprach ihn Ruth aus.

kuhr Frau Ulrich «npor.Ist «s die Moa- lichkeit! Heinz Riethling, der schöne Röserendar?^^

"Za Sie wissen, der .nnr die Blumen schickte."

? u r Ulrtd> jagte gar nichts mehr. Aber der unaehenre Schwindel, der hier hinter der Werbung steckte, Ivard ihr ff "ar. Sie entsann sich sehr genau, daß Riethling Zeuge chres Testaments gewesen, und daß er also aani aenau U^ßte, welches Vermögen Ruth zu erwarten hatte?

atnie?e besait auß °^ ^ '® iöeit kut ^sagt, und Ruth ^Üte sic zaghaft)es wird!idoch nichtnötiq

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"f 0 nicht daran sterben," sagte sie.Es soll ihm anders geholfen werden. Meine kleine Ruth, ich wollte es

di> £tf l hr- th ? hC i schöneren Gelegenheit sagen, aber druilgt, und dre Umstände sind wieder einmal stärker als wir. So sollst du es denn erfahren, was ich bisher '< E.hElt rnne denn Franziska kam eilig in die Mche:

sieht"so^sontwrbar ans"'" " ^ ^ «at«

lang^m^ mhte in§ Zimmer, Frau lllrich folgte ihr

f. .. ^UAust Stocktou hatte sich aNfgerichtet und saß ganz sterf m seruen Krsseu. Seine Angen ivaren weit aeöfsuet und sem Gesnyt hatte veränderte, lauggezogene Züge.