Ausgabe 
25.6.1917
 
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ihr Zerstörungswerk. intb nach der testen H-Luttma, um die Wei'de vom Mai ftufejtf Juni, Traben sie es gcltröMirf) beendet. Wrn^sMm- tntr als die Gowaftcrraupen, die nur Laübhölzer ansauen. der Nonne. Die Dichterin Selma Äwerlöf hat einmal in drchte- rischer Form geschildert, u»as ei,re Nouueuplagc bedcrrtet; voll- koncnien im Einklang mit der: natuNvissenschastlichen Tatlachen er- -alÄt sie den llirtergang eines großen scmvedilckM Walves Kolmärden durch No^ieufraß, sie erzalKt, Wie eines Tages die Raupen koMnren und ihr 3üerk beginnen, wre Blatter nnu Zwgigs labsterben und der. verödete Wald stirbt, wal-rend me Nonnen ran Pen schließlich an einer Krankheit zu Grunde gehen. Ein Feind der Obstbäunre im besonderen ist die Icaitpe des ^rost- spanners; die Kt)eiu ländischen Kirschenzüchter vor allem kennen sie genau: berichtet die Ehrouik auch von ganzen Fragen von #il)' ren, in denen Dank k<r Tätigkeit dieser gelbgrünen Raupen nicht eine einzige Kirsche reiste. Nicht minder schliiMner sind die RauMr Ves Eichenloicklers, die Zünsler und die Rotschwanzvaupen, die alle ganze Laub Holz er kahlfressen können und es in Gegenden, die )ie hcimgefucht haben, aud> mehrfach getan haben. Aber inögeii Staupen einen Laubbaum im Borsommer auch vollständig >ahl gefres'eni haben, sein Leben ist dadurch in der Regel uirf>t bedroht, da di« Laubbölzer zurzeit des JolMUiistriebes beginnen, den schabeir wieder gut zu machen, iudein sie sich von neuen, belauben. Biel schlimmer steht es nur die Edelhölzer, sie tragen nicht Blatter, die nur sür ein Jahr bestilmnt sind, sondern ihre Nadeln ItrS> für ürehrere Jahre berechnet, und n?enn sie abgefressen sind, ist das gewöhnlich gleichbedeutend nnt dem Todesurteile für den Nadel- figunt. Die Raupen, die sich vorzugsweise oder ausschließlich an Nadelhölzer machen, sind ziemlich zahlreich: die Nonne, die Kiefern- spümer und -spamrer sowie die Kieferneiile sind nwhl dre gefahr- nchslen Waldverdcrin'r darunter. Seit mehreren. Jalwhnnderrew sind Fälle bekannt, tvo ganze Waldungen ihrem Fraß zum Opfer gefallen sind. Airs der Mitte des 15. Jalülnmdcrts sind Bericlckc, Mcjnn mich etwas unklare, über den Kohlfraß der Mdelivälder dilrch Rwipeu überliefert. Gewaltige Dettvüsttrngm rirlstete der Kiefernspnriver 1788 in der Mark an, und ans den, Jahrzehnt 1862 1872 sind ausgedehnte Waldverwüsttmgeu durch diese Rau­pen bekannt: Brandenburg» Poininern, Posen und Sachsen wur­den besonders schlimm betroffen. Als Fall, von ausgedehnter Waldvernichtnng aus neuerer Zeit sei schließlich noch die fast völlige Zerstör,nig des Nürnberger Reick)sn>aldes durch die Rau­pen vee .Kiefernspanners in der ersten Hälfte der 90ev Jahre an gefüllt Die llöatnr selbst kommt in vielen Fallen der Bekarnp- fting der Raupen durch den Menschen zu Hilfe: manche der Raufen -haben in der Lcbeivelt ihre Erl,feinde. So ioerden die Nonnen raupen \ ganz wie Selma Lagerlöf schildert fcvnrtfj eine Seuche, die Wipfelsnchtt dahin ge ras st, die ans. ein Klein­lebewesen zu rückz-u sichren ist, das nach I. Volles Nntersuckmngeu mit dem Erreger der (Nckbsucht der Serdenvrnpe übereinstiniint. Man bat dal-er daran gedackst, die Protvzoenkrankheit künstlich unter die NvnnenranpvM zu bringen nnd die also ähirlich zu bc- kämpfen wie die Mänseplage mit dem Löfflerschen Bazillus. Der eigentlirb' Erbfeind der Normen raupe ist eine Fliege, eine Ta- schina -Art, die ihre Eier in Nonnenraupen legt und so unter den Raupen aufzuräumen vermag, wie Sck)lupstvespeu unter anderen Raupen atten oder anderen Insekten.

Zeitgemäße pilzgerich!e.

Nichi mir zu Gemüse eignen sich die verschiedenen Pilze, sie find namentlich für Suppen, in Verbindung mit etwas Niehl- Produkten, wie wir der praktischen FranenzeilungDies Blatt gehört der Hans stau" entnehmen, sehr empfehlenswert, weil no'hrh.isk, lvährend ihre Zubereitung als Salat eine sehr erfrischend« Abtmcl! selling bietet, da die Pilze uns gerade in rwr chüßesten Jahreszeit zmvachsen. In den Fällen, wo gettx'cknetc Pilze ver­wenden nwrden, müssen diese erst völlig auftveichen. Sehr gut ist eine

Suppe von frischen Pilzen.. Man kann hierzu Ein- zclsorten oder auch gemischte Pilze nehmen. Eine gute Hand voll Pilze reicht für -1 bis 6 Teller Suppe. Saulwr gereinigt, werden sie fein gewiegt und dann mit Wasser bedeckt, aber olme Salz, ungefähr eine halbe Stunde langsam gekocht. Tann stillt man so viel kochendes Löasser nach, wie man Snpix- 1)nben will. fügt tu etwas Fett abgebranntes Mehl, Salz und eine Prise Pfeffer (Ersahi bei. läßt sie ordentlich durchkochen und gibt »um Schluß noch fein gehame Petersilie dazu.

Koteletts vom Pilzen. Alle Pilze eignen sich hierzu. Sauber geputzt, werden sie erst nnt kochendem Wnsfer übergossen/ dann abgesiebt und recht fein gehackt. Rstrr geriebenen oder ein- geioeichtem und lvieder ansgedrücktem Brot, einer fein geriebenenj Zwrebcst. Sck» und Pfeffer und 12 Eiern werden sie gut vev- miengt. Ans dieser bündigen Masse formt inan dann Koteletts, die nicht -n stark sein dürfen, wälzt sie in Riehl leicht um und brät sie schnell in irgendeinem vorlmudenen Fett. Sie schmecken vorzüglich zu grünem Salat. _

Pilzvmelekle. Eine Handvoll Stelnpilze oder Eham- pignolis lverden fein gel-ackt oder in blattdürme Scherlxhen gcschnib- t«n, mit ein wenig Fett und einer fein zerschuiNenen Zwiebel schnell überdlünstet, so daß die Zimwein rwch hell bleiben. Jn-'msärn macht inan einen Terg aus drei Löffel Grieß, mit drei Löffel Was> er auSgequollen, so daß er sich vom Topf,löst, läßt ihn ausrühien und verrührt ihn innig mit 12 ganzen Eiern: ist die Masse dann noch m büf, so gibt man etivas kaltes Wasser dazu. Man würzt nun nnt sal» und abgeriebener Zitronenschale: der Teig muß dickflüssig sein. In lÄner flachen Pfanne unrd ern reichlicher Löffel ooil Fett erhitzt, der Deig langsam hineingegeiben und mit einem passenden^ Deckel »ugedeckt. Das Omelett soll nur unten bräunen. Ist eS geschehen., dann bringt ;nan aus die etne Halste die Pilze und schickjgt die aur bete Hälfte darüber, läßt die so entstandene Halbmonofonn auf eme Schüssel gleiten und trägt sie biatt» auf.

Sal a t von Pilzien. lieber sehr mildern Feuer läßt man die in Scheiben geschnittenen Pilze im eigenen Saft dämpfcn. duis gehackter Zwiebel, etwas mildem Essig, einer Prise Zucker mrd Sal» macht man. eine Sauce, in die man die Pilze gibt und sem ge^ schinrttenen Schnittlauch, auch Petersilie darüber streut.

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Wie können mir Ei^-r aufbelvahren?

Die bekan.itcn Kvnservierungshrittiel sür Eier, Wasserglnä und Gcrrantol, sind nun auch knapp geworden, so daß die findige Haus­frau wieder selbst Mittel und W^rge suchen rnuß, um über den Vtangel hinweaz-irkomnien. Wie die praktisck^e Fra neu -Zeit sch ri st: DiLs. Blatt gryStti der Hausfrau" mittellt, ist es manch« Haus­frau gelungen, auf einfachste Art die Eier recht lange frifch »u ev- l-alüen. Die Re-epte dazu geben wir nachstehend:

1. Wenn dye Eier frisch sind dies ist die Grundbedingung für

ersolgreick>es Aufbewahren, genügt es, sie zu säubern (eL darf keine Spur von Feuchttgkejit in der Schale lxisten!) und mit Fett eulHureiben. Man erschrecke nicht bei dem WortFettt5 als forder­en wir hier »nr Vergeudung dieses köstlichsten Dtahrnngsmittels auf! Droö Ein reiben beansprucht nämlich so wenig davon, daß ein Tee- tdffel voll wohl für 100 Eier ansreickst. sehr gilt läßt sich das Bntteipopier hier ansnützen oder eine Schocrrte, so daß es meist gar wicht nötig fein wird, Speisefett zu benutzen. Durch das Ein­setten »verden die Poren der sckiiale geschlossen und die Bakteneizj fern gehalten. Man muß die Eier nun kühl aufbewahren (am besten in Papier cingewrckelt) und ,rach längerem Zwrsä>enrauin das Ein- oeiben vielleicht nochrnals vornehnien, da die Soinmertemperatuu wohl auf die Fettschicht einwkrken könnte. ^

2. Als mnteres Mittel ionrde auch übermangansaures Kali ge­nannt von dem man eine rosa Lösung macht und die Eier darin! 12 Stunden liegen läßt. Dann nimmt man sie heraus, ttocknet fte und hebt sic ain kühlen Ort, in Papier gewickelt, auf. Die Halt- Ijiarlfeit der auf diese Art konservierten Eier soll recht danerlrast sein, doch empsiehlt öS sich, bei allen noch wenig erprobten Mitteln nicht mit allzu langer Dauer zu rechnen und hin und wieder nachzusehen, ob dA Eier noch gut sind.

3. Frische Eier halten sich sehr lange, wenn man sie, in Papier

aewickelti in einem kühlen, sauberen Raum anstecht stellt und sie alle 814 Tage wendet.

4. Als letztes uns immer noch zu Gebote stehendes Mittel nen- kren wir Kalkwasser, das man sich in Drogerien l-erstellen lassem kann. Will nmu es selbst bereiten, so nehme nran ans einen Deil Kalk zehn Teile Wässer (nach Gewicht berechnet). Hierbei ist aber zu beachten, daß der Kalk, der lang« an der Lust gelegen bat, istcht mehr brauchbar rin EierkonserVierung ist. Man tut daher besser, ungelöschten Kalk zu verlvenden, was aber nicht ungefährlich ist. Ungelöschter Kalk, der mit Wasser in Berührung kommt, bvenitt": man muß daher beim Mengen des Kalkes mit dem Wasser äußerst vorsichtig sein. Kiilkeier halten sich lange.

Schonung der Gummiringe beim Oeffnen von Einmachr-

glnsern.

Die Gummiringe, die zum Verschluß der Einmachegläser dienen, sind jetzt in der Knegszeit teuer, schwer erhältlich und oft mindev- wertig, darum empfiehlt die Wock-enschristDies Blatt gehört der Hausfrau", bei ihrer Entfernung von den Gläsern die möglichste Sor^stalt walten zu lassen. Votteilhast ist es, die Gläser vor dem Oeffnen umgekehrt in heißes Wasser zu tauchen. Sicherheitshalber muß man den Deckel mit einer Kelle dabei festhalten. Dann lockere nian vorsichtig ein wenig nnt dem Messer, ehe man sie ab-zieht.

Sonderbar.

Tritt's mit Milt an uns heran.

Wird besiegt der stärkste Mann.

Aber kommt'- mit einem Ton,

Nerint es meinen Schiviegersohn.

Zi.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Weltkrieg.

Gchriitteltllng: Fr. R. Zeriz. Zwillinasrunddruck und Verlag der Brühl'schen Unioersttäts-Buch- und Steind'-uckerei. R. Lauge, Gießen.