Ausgabe 
16.6.1917
 
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Schitvert der ^Ijomoiteit mit entern Wort den verwickelten Knoten, der aus Dummheit ümd Gemeinheit entsta irden ist, und kündigteWir eit; Kehre zu m Lehen, zur Erde zurück! Bleibe dort bis mrs Ende der Welt Minister der verscknedetten Pharaonen bet den verschiedenen Völkern und nün'de dich durch Befehle, Schl an Heu eit Und Widerrufe. . . . Am Ende aller Tuge lvird man leichter dnrchsckMten, ob dtt den TM eines Esels oder eines Betrügers für dich in Anspruch itebmmt darfst. Dann iverde ich wissen, wel­chem dieser beiden Schatten ich dich ztun enügett Besitz mis- zuliestrn habe."

Mit diesen Worben schob Osiris Psnnabndes^der himmlischett Treppe zu nnd versetzte ittn noch einen kräftigen Stost mit seinem' göttlichen Fuß, damit er schneller zur Erde zurückkelne.

Tiefe l^tÄle herrschte wieder in den lstmmli scheu Gefilden, aber dafür breitete Aegypten dein auferstandenen StaatsveNvalter laute Huldigungett, und an deit Pforten des Paradieses waren die vielstimmigen Rust zu hören:PfnuabudeK, o Pfimabudes!"

Die Weisheit konnte sich eines spöttischen Läckwlns nicht er­wehren.

(Detttsch von Rdarie Beßmerttty.

vermischtes.

* DieO rts % eit". Zuerst gab es mir die mitteleuropäische und die westeuropäische Zeit, dann fügte der Krieg die sogenauuw Somitterzeit hinzu, nnd jetzt 'hat der Eigensinn der Bürgerschaft des sranzösisckien Städtchens Chevilly die Reil-e der Zeitbestimmungen noch um eilte besondereOrtszeit" verntehrt. Als nämlich in Che­villy laut Ministerialerlaß die Sommerzeit eingeführt werden sollte, kaut es zu erneut heftigen Streit zwischen der Gemeindeverwaltung! lutb den über die Neuerung aufgebrachten Bürgern. Endlich kam eine Eitrig ung zustande, die. des tveiscn Salonto würdig gewesen tväre, niml führte nämlich die Ortszeit von Chevilly ein, nach lvelcker die Uhrett in der Gemeinde nicht um eine Stunde, sondern' im Gegensatz zum übrigen Frankreichs nur um 30 Minuten vorgerückt wurden. Die französische Regierung hofft aber, daß es bei dieser einenOrtszeit" bleibett ivird, da sonst, nach der Zahl der französischen Gemeinden, überhaupt jede richtige Zeitbestim- imntg unmöglich werden ltnitbc.

* W o ha t das H n u g e r - u n b das Durstgefü ü l seinen Sitz? Die nächstlieltettde Antwort auf diese Frage: im Magen, ist falsch. Neuere Forschungen, über die derPrometheus" berichtet, haben vielmehr festgestellt, daß, die oberen Teile der Speiseröhre es sind, in denen der Sitz des Hunger und Durst- gesübles zu suchen ist. Versuche haben nämlich gezeigt, daß die Einspritzung von Kokarnlösung in Rachen und Speiseröhre eines hungrigen Menschen das Hunger- und Durstgefühl zunt Schnürt den bringen: dieser konnte daraushiu 5 Ta.n und 6 Nächte lang durch nichts dazu gebracht werden, irgendwelche Nahrung uird Flüssig­keit zu sich zu nehmen, woraus matt schloß, daß das Kokain den Hunger und den Durst vollständig ertötet hatte. Diese Beobachtung erklärt auch die allbekannte Wirkung des Kartells von Blättern der Kokapslanze, die viele Reisettde bei Naturvölkern kentten gelernt; habett: der Kokaingehalt wirkt ans Rachen »md Speiseröhre so, l^äubeird, Haß Hmiger nnd Dnrstgefühle erstickt werden. Tie gleiche Wirkung tuie beut Kokain kommt auch dem Nitkotin zu. Es ist eine alte Erfahrung, daß mau sich durch Rauchen das Hungergefühl auf längere Zeit vertreiben kann. Soldaten auf dem Marsche oder in der Stellung, deren Verpsleguug auf sich warten läßt, halten,-daher leichter ohne Nahrung aus, wenn sie rauchen.

Entlausung v o tt K leid u tl g s st ü ck e n d tt t ch Ameisen. WieStresfleurs Militärblatt" mitteilt, lrerden ver­lauste Montur- und Wäschestücke, Strümpfe, Fußlappen usw. aut schttellften und billigsten dadurch etttlauft, daß man die Stücke auf einen Ameisenhaufen legt. Die Wirkung ist einfach oerblnsstird: die fleißigen Amesten besorgen die Eittlausnug viel rascher und ein wandfreier, als das mit andern Mittel möglich ist. Die von den. Schmarotzern befreiten Wäscl/estücke werden dann einfach mit kaltem Wasser uttb Seife gelvaschen. Trotzdem haftet ihnen dann immer noch genügend von der durch die Ameisen zurückgebliebenen scharfett Säure an, um eine Wiederverlatistmg für längere Zeit zu ver­hindern.

* Sarah Bernhardt, die Göttin des .Hasses. Sarah Bertrhardt, die in New Bork wieder einmal fast totgesagt war, soll jetzt vollkommett genesen feilt und gleich die ersten Stunden der Gesundheit zu einem politischst Haßbekcttntnts verwandt haben. Dem ersten amerikanischen Berichterstatter, der sie um eine Unter* redung bat, erklärteste nämlich mitdramatischer" Stimme:Ich möchte jeden dieser Männer, die sich Franzoselt nennen und trotzdem nach Stockholm gehen wollen, persönlich Niederschlagen. Frankreich muß kämpstn, solattge überhaupt noch ein Mann auf den Beinen steht. Wir Frauen aber müssen unseren Kindern und Kindeskindertt ewigen .Haß gegen die Barbaren einimpfen."L'Oeuvre" bemerkt hierzu ironisch, daß diese Erklärung Sarah Bernhardts sicherlich die Haltung der französischen Negierung bestimmen und ganz Deutschland erzittern lassen tverdeit.

bücherlisch.

Hochland, Monatsschrift für alle Gebiete des MssenS, der Literatur und Kunst. Herausgegeben von Professor Karl M u t h. Jos. Kofel sche Buchhandlung, Kempten, und München. Vierteljähr­lich 4,50 Mk. Inhalt des Jutti-Heftes: Nationalismus. Von Hjecknatm Bahn.> Der Mostbub. ErMlung von Peter Dörfler.' Das erste Jahrhundert deutscher Jesuitetrgesckstchte. Von Dr. Lu- zian Pfleger. Die jüngste Frauensrage. Bon Elisabeth Grtauch Mhne. Elisabeth Gnauck-Kühne. Von Professor Dr. Ernst Witte. Kleine Bausteine: Die Frühehe. Von Medizinalrat Tr. Joseph Graßl. Kritik: Vom sozialpolitisclpen zum weltgeschichtlichen Den­ken. Von Firmin Coar. Nene Romane. Bon Franz Hertvig. Rundschau: Kriegsbetrachtung. Charles Päguy. Das Deutschtum im Ausland. Berliner Theater. Ein Münsterländer .Künstler. Neues vom Büchermarkt. Unsere Knnstbeilage.

, Note T inte weg! Sktzzen und kleine Berichte aus den« Kriegs- und Friedensleben der Schule von Johannes Gebhardt- Mit 23 Bildern und 1 Karte. VIII, 160 Seite:!. Verlag der Dürr- schen Bucblnndltutg in Leipzig. Preis 1 Mk.

Frauenbewegung u n d .christliche Liebes- tätigkeit. Bon Luise Döring. 177 Seiten. Geheftet 3,60, gebunden 4,20 Mk. Verlag von Quelle & Meyer tu Leipzig. 1917.

Das deutsche Volkslied. Hilfsbüchlein für dm deutschen Unterricht. Von Dr. O. B öckeil. 103 Seiten. Geheftet 80 Pf.. (Den tschku übliche Bücherei) Verlag von QuelleLMeyer in Leipzig. 1917.

Ät i r? oder M ich? Leitfaden zum.Gebrauch der Für­wörter. Ein Lehr- und Uebun-gSbuch für den Selbstunterricht. Ge­meinfaßlich bearbeitet von R. Ernst. - Verlag: L. Schwarz 6c Cvtnip., Berlin W. 14, Dresdäter Stt. 60. Preis 1,25 Mk.

,,,D c r Völkerkrieg. Eine reich iltttstrierte Chronik der Eveigitisse seit dem 1. Jnlt 1914. Hernusgegeben von Dr C. H. Baer, Verlag von Julius Hoffmanu, Stuttgart. Heft 127/128, Preis je 40 Pf.

Gieße,rcr Hausfranen-Bereiu.

Kochanweisungen.

Gemahlene Graupensuppe: (4 Personen. 1 flac-M Eßlöffel gemahlene Grattpen toerden mit l l / 2 Liter kaltem Wasser angerührt (aut bestett V-> Stunde stehen gelassen^ 1» Stunde ge­kocht und igesalzen. Vorher etttgeu>eichstes Dörrobst mi«gekocht- schmeckt sehr gut. Zu süßer Graupensuppe ninriut mm« 2 flache Eßlöffel Zucker, 1 Stück Zitroneltsck>ite oder Zimt und eine Prise Salz.

Einfacher Kirschpudding: 500 Granun Brot, alt- gebackenes, schneidet Man in große Würfel. 7-50 Grantln .Kirschen entsteint man und schichtet diese beiden Zutaten abtvecbselnd ttt eine gut vorgerichtete Puddingsform, ivobei man die Kirschen mit Zucker bestreut. 1 / 2 3 / 4 Liber Magermilch verquirlt ntan mit einem ganzen Ei, 30 Gramint stitteut Zucker, ettvas Salz nnd ab geriebener Zitronenschale, gießt dies langsam über die eingeschich- teten Zutaten und läßt sie mindestens 2 Stunden damit durch­ziehen. Man kocht daraus den Pudding 1' Stunde, stürzt ihn und gibt eine ivarine Vcntillettntke (ans Bättilketunkenpulver) daztr.

H a f e r s l o ck e n k l ö ß e (mtsgestochen): J /* Pstutd Hastr- flockcn, 1 Liter Wasser. 40 Gramm Fett, 1 Ei, 1 kleme Zwiebel, 1 Prise Salz. Haferflorken mit kaltem Wasser zu setzen nnd zu steifem Brei kochen, die st in geschnittenen Zwiebeln in Fett rösten, nebst Salz und Ei dazu, und etwas ausquelteit lassen Dattn mit einem nassen Löffel ansgestochen. Saure oder Zwirbeltunke dazu.

*

Eilt ausgezetchnebes E rf rischu.it gs ge t r ä n k wird >vie folgt bereitet: 1012 Holünderblüten, 7 Liter Wasser, 1 Zi- ttonc in Scheiben geschnitten, V« Liter Essig, 2 Pfund Zucker stellt man, am besten in einem Glas, einen Tag an die Sonne, siebt die Flüssigkeit durch ein Tuch und füllt sie in Flaschen^ Man kann Bier- oder Spiritttsflaschen nehmen. Andere Flaschen müssen sehr gut vertonkt loerden. Das Getränk ist gettießbar, wenn es zu perlen anfängt.

Magischer Sahienquadrat.

Die Zahlen von 4 bis 28 sind in die Felder des Quadrats derart einzutragen, daß jede senkrechte, jede ,vagerechte jede der beiden Querreihen von Ecke zti Ecke, sowie die 5 mittelsten Felder jedeSmal die Summe von 80 ergeben.

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung der Gleichklangscherzc in voriger Nummer:

1. GaS, Gati, gab; 2. Hans, Hans, Hals ; 3. wegen, Wogen, »vagen; 4. Hirt, Hirn; 5. Gang, Gaus.

Schri'tlettung: Ir. R. Zenz. Zwillingsrunddruck ultd Verlag der Brühl'schen UntversitätS-Buch- und Stetudruckerei. R. Lange, Gießen^