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Laub und Rekstg zu Mterzwecken.
Von verschiedenen Seiten ist angeregt morden, Laub und Reisig in größerem Dtaße, als dies bishei geschehen ist, zu Fütterungszwecken henrirzuziehen. Bei der strotzen Futterknapphell, urrter der das Nutzvieh zu Leiden hat, ist icder Versuch, dieser Not abzn'helsen, "beachtenstvert: die Anregungen sind im Kriegs-
erncchrungsamt einer genauen Prüfung unterzogen worden. Es hat sich gezeigt, daß bei dem Mangel an Arbeitskräften und bei den bestehenden Beförderungsschwierigkeiten eine zentralisierte Verarbeitung dieser Stoffe zu Futtermitteln zur Zeit nicht durchführbar ist: dagegen erscheint es sehr Wohl erwägenswert, iiberall da, wo Laub und Reisig mit den vochandercen Arbeitskräften, gegebenen falls unter Heranziehung der Schuljugend, gesammelt und in nal)e gelegenen Trocknungsanstalten ^zu einem dauer- l>aften Futter verarbeitet werden können, alsbald die hierzu erforderlichen Anordnungen zu treffen. Es dürfte alle ^Veranlassung bestellen, erneut auf die Bedeutung dieser Futterstoffe hin znw eisen! und die Gewinnung derselben je nach Lage der Verhältnisse! tunlichst zu fördern.
Im Anschluß hieran sei nachstehend ein Verfahren zur Laub- Heu- und Reisigfuttcrgewinnung angegeben.
Die abgeschnittenen kleinen Reiser diesjähriger und vorjähriger Triebe, die höchstens % Zentimeter stark sein dürfen, iverden 1—2 Tage auseinandergebreitet, damit die frischen Triebe und das Blattloerk ettvas trocken und welk werden. Sodann bindet man sie ähnlich wie Getreidegarben oder wie den ersten Schnitt der Luzerne in kleine 30 bis höchstens 40 Zentimeter starke Bündel zusammen, und zwar so, daß das Blattwerk nach der gleichen Seite gerichtet ist. Zum Binden, das locker erfolgen muß. können Buchen, Birken- oder Weiden ritten benutzt werden. Die Reisigbündel sind wie Getreidestiegen zu 6—8 aufrecht gegen^ einander oder' anlehnend um Baumstämme zu stellen. Damit die Trocknung nicht zu grell ist soll sie nicht in der prallen Soune, sondern möglichst im Halbschatten erfolgen. Andernfalls vertiert Vas Reisig an würzigem Geruckt, die Blätter fallen leicht ab, und die Tiere foessen cs dann nicht so gern. Je nach dem Wetter müssen zivecks gleichmäßiger Trocknung die Bündel umgestellt werden. Sind sie zur Genüge ausgetrocknet, chas bei günstigem Wetter in etwa 6—8 Tagen geschehen sein kann, so bringt man das Reisigfutter am besten auf trockene, luftige Hans- oder Scheu nenbäden unter Dach, wo es nachtrocknen kann. Wie Wtesen- und Kleckhen nach dem Eincrnten nachschtvitzt, so ist dies auch bei Futter reisig und Laubheu der Fall. Die Reisigbündel dürfen daher beim 'Einernteu otn Aufbeivahrmrgsorl nicht zu dicht und fest auseinandcrgepackt. sondern müssen möglichst locker und luftig gelagert toerden, damit eine Erwärmung sowie ein Stockigwerden und eine Schimm-elblldung vermieden wird.
Für den Futterwert ist es am geeignetsten, wenn das Laub demnächst, also im Mai oder Juni, geschnitten wird, es ist zu dieser Zeit nährstoffreicher als im Juli und im August. Auch die Tageszeit des Schnittes ist nicht ohne Belang, so sind die am Abend geschnittenen Blätter und jungen Triebe gehaltvoller als die am Margen geschnittenen.
In den Blättern der Bäume urrd Sträucher wird mit Hilfe des Sonnenlichtes >Stärke gebildet, diese sind also in den Abendstunden am stärkereichsten. Während der Mchtzeit wird die Stärke in den Blättern in Zucker umgewandelt und im Saftstrome dem Stamme Und den Wurzeln zugeführt, daher sind in den Morgenstunden die Blätter am nährsboffärmsteu.
Für die Lanbheu- und R-eisigfttttergewinnnng sind demnach die zu boachteilden .Hauptgesichtspunkte: Rechtzeittger Schnitt, vorsichtiges Trocknen im Freien und sorgfältige, trockene, luftige! Lagerung unter Dach.
VSchertisch.
»— Adam Müller-Guttenbrunn: Joseph der Deutsche. Ein Staatsroman. Einband von F. Felger, Berlin. Geheftet Mk 4.50, gebunden Mk. 6.—. Verlag von L. Staatsmann in Leipzig. — Die geschichtliche Romanreitze, die mit dom „Großer Schwabenzutz" begann, in „Barmherziger Kaiser!" fottgesetzti Wurd?, komnrt mit „Joseph der Deutsche" zu einem vorläusigew Abschluß. Die Besiedelung des südlichen Ungarn mit Derttschon Mts dem Reich hat ihren Höhepunkt überschritten, kein künftiger Herrscher tut mehr, was die vormrsgegangenen getan haberi, in Joseph yi J>felt das Werk, das der Dichter in bunten, Volks tüm'- Uchen Bildern uns vor Äugen geführt hat. dlchtzigtansend deutsche Baueni. siedeln inr Banat, auch evangelische, die Joseph ries. Jetzt kommt das Einleben in das kaiserliche Land und die Einpassung der neuen Provinz in den ungarischen Staat. So beginnt dceser belvegte, tatenreiche neue Roman. Aber er wird auch zum Lebensroman des Kaisers Joseph, dessen ganzes Werk der Staats- veform, der Merrsckienbeglückllng und Geisterbefreiung galt. Das Banat tritt allmählich zurück in sein Verhältnis zum Reich, es handelt sich jetzt um ganz Ungarn, es handelt sich um Oesterreich und seine fernen niederländiscl-en Provinzen. Was heute Kriegsschauplatz ist in West und Südost, das ist es zuletzt auch in diesem Buche, Joseph ringt mit der belgischen Frage, und er ringt nur die Wala
chei Und Serben. Würde in „Barmherziger Kaiser!" der Werdend geschildert, steht hier der serttae, gereifte Datenmmsch vor uüs. Seme ganze Umweltt das theoesllrnisch-josephillische Oesterreich mit Wren als Nttttcklpunkt tvird lebendig vor dem Leser und der Dickster kleDet seinen spröden Stoff vvn der ersten Zeile cm rn die leuchtenden Fcrrbetl deS Romans.
— Wenn alle Brünnlein fließen . . Deutsche
Liebeslieder. Uns gewählt ans den deutschen Volksliedern von HanS Heinrich Ghrler. In künstlerischem Einband Mk. 2 60. Verlag von Strecker L Schröder in Stuttgart. Diese Volkslieder- sammlung weiß mit glücklicher Hand <ruS dem' unerschöpflich reichen Schatz der dentscheu Volksdichtung das Zarteste und Lyrischste, über 100 deutsche Volkslieder, auszuwählen. Ehrler gibt neben Llllbekanntem ganz Unbekanntes, neben Liedern bekannter Dichter wie Hauff und Mörike ochste Kinder des Volkes, neben wirklichen Liedern kurze Sprüche, neben Neuhochdeutschem mittelhochdeutsches Gut, ein bunt und farbenprächtig Gemisch, mirchiveht von dem süßen Hauch treuer Zicneigmrg, verhaltener Glut und auch heißen Schmerzes, ein Querschnitt durch unsere Dichtung von seltenem Reiz.
— Dr. Stichel: Die Zukunft in Marokko. Mit Geleitwort von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr.. Fiwrz Stuhlmann. Nebst eurer Karte 1 :2 000 000. (Verlag von Dietrich Reimer, Berlin SW. 48.)
— Oe sterreich-Ungarns N e ubau unter Kaiser Franz Jvseph I. von August Fournier, Professor der Geschichte an der Universität Men. H,Männer und Völker", 1 Mk., Verlag von Ullstem L Co., Berlin.)
Gietzener Hausfrauen-Berein. Kochanweisungen.
Spinat-Plinsen: Man quellt entweder für foefe Plinsen eitlen Dell Grütze oder Hafers!ocken mit etwas Salz in Wasser besonders und läßt diese erkalten. Der Spinat, wenn man nicht einen Rest nehmen will, der so allein nicht mehr ausreichetrd ist, tvird verlesen, gewaschen, in siedendem Wasser abgewellt uird mit bet Grütze vermischt. Wenn möglich, .nimmt man etwas geriebenes Weißbrot, ein Ei oder einen Löffel Milch dazu, nach Geschmack ettvas geriebene Zwiebel rn Fett geschmort. Bon diesem Teich bäckt man handgroße Plinsen.
Grüne Klöße: Man reibt kalte gekochte Kartoffeln, mischt sie mit zerlassenen Fett, Salz, Muskat, gehackter Petersilie, Schnittlauch und Mäjoran, man kann auch feingehakten Spinat oder Sauerampfer nehmen, fügt ein Ei und etwas Grieß dazu: von diesem Teig formt man Klöße und kocht sie in Salzwasser.
Stach« lbeevspeise mit Grieß: Geputzte, gewaschene Stachelbeeren werden mit reichlichem Wasser und einer Messerspitze Natron gargekocht und durch ein Sieb gerührt. Den Saft mit Grieß dick kochen lassen und zum Kaltwerden in die Schüssel getan.
Fischsülze: Man kamt diese Sülze von jedem Fisch bereiten, auch voll grünen oder gewässerten Heringe«. Die Fische! oder Fischreste, werden entgrätet und in Stinke zerlegt.. Wasser mit Salz, Gewürz und Zwiebeln kochen lassen, die Fischstücke hinein- gelegt, damit sie etwas durchziehen. Man legt |te alsdann vorsichtig mit dem Schaumlöffel in eine ttefe Schüssel, Gurken und Zitronenscheiben darauf. Das eingekochte Fisch Wasser, mll einiges Blatt Gelattne und etwas Essig vermischt, wickd dariiber gegossen..
Kriegsmnsik.
Vom Tiger das Haupt, eine alte Stadt,
Dann ivaS in sich die Heimat hat,
Ein Zahlwort und ein Fürwort auch,—
So wird das schreckliche Ganze.
— ES ist nach jetzigen Krieges Brauch —
Musik zuin Waffentanze.
- Zi.
(Auflösung in nächster Nummer.)
- V>
dljuflösung der Skataufgabe m voriger Nu innrer^ Kartenverteilung:
^ V. adäL. *10, K, D; bA; c 10, v. 8.
M. cB, aA, 9, 8, 7; cA, K, 9; d 8, 7.
H. b 10, K, D, 9, 8 ; d A, 10, K, D, 9.
Skat: b 7, c 7.
Spiel:
1. VaB, a7, b 8. — 2. V d B, a 8, b 9. —
3. V b B, a 9, d 9. - 4. VaD, aA, d A ( — 2b)
5. M d 7, d K, a 10. — 6. V b A, c B, b 10 ( — 23)
7. M d 8, d D, a K. — 8. V c 8, cK, d 10 (-14)
9. McA, bK, cD ( — 18) Den letzten Stich «lacht der Spieler; die Gegner haben aber bereits 80. Es hätte dem Spieler nichts genützt, wenn er in den ersten Stichen statt Trumpf etwa Farbe gespielt hätte. Er ulüßte die 610 ab werfen oder sich herauS- schueiden lassen.
Schristlettung: Fr. R. Zen». — ZwillmaSrunddruck und Verlag der Brühl'schen UnioersttätS-Buch- und Steindrucke re i. R. Lange, Gießen.


