Ausgabe 
4.6.1917
 
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gänzlich eittgoffen wird. Auch das Mekkm darf nicht willkürlich geschel-en, die Ziegen dürfen weder ungenügend noch rücksichtslos gemolken i verdau. Im letzteren Falle könnte es sonst zu Blutoei- mischinrgen znr Milch kommen. Auch im Frieden ist die Grochtadt - ziege sehr ivertvoll, da zttihe im Stadtgebiet selbst nicht gebalten' werden können, ganz irisch gemolkene Milch also nicht geliefert werden kann und zudem in der warmen Jahreszeit beim Transport die Kuhmilch leicht Schaden nehmen kann. Von den in der Stadt gezogenen Ziegen kann marr aber ohne weiteres frische Milch be ziehen, wobei es von besonderen!. Vorteil ist, daß die Ziegen zu jdd?r beliebigen Zeit gemolken ivevden können, weshalb fte !cit jeher mit Vorliebe in l-eißen Ländern für die Säuglingsernährung gel-alten wurden. Schließlich erwähnt Prof. Czeriry noch, daß die Ziegenmilch ausnahmslos sehr fettreich ist, weshalb bei den jüng- ften Kindern Verdünnung oder Zusätze von Mehl und Zucker sich empfehlen.

* Singende Flammen. Zu den merkwürdigsten und zu­gleich hübschesten Erscheinimgen, die die Physiker untersuchen, g- hören die singenden Flammen. Bringt man in einer Röhre eine Flamme an, so ertönt bei gewissen Abstands Verhältnissen ein lauter singender Ton. Beachtenswerte Untersuchungen und Be- reck'nnngen dieser Ersck^eimrngen hat ium jüngst, wie Diplom- Ingenieur Dntor imPrometheus" mitteilt, I. Würschmidt ange­führt. Bringt man beispielsn-eise eine Flamme in einer 30 Zenti­meter langen Röhre derartig an, daß die Flamme vom unteren Rande 4 Zentimeter entfernt ist, so w-ird drrrch manche Töne die Flamme nur zum Zittern gebracht, ohne zu singen: bei einer Ent­fernung von sieben Zentimetern dagegen bedarf es keiner Anregung, sondern die Flamme singt von selbst. Zwischen diesen beiden Stellungen gibt es noch eine dritte, bei der die Flamme zunächst ruhig brennt, aber durch gewisse Töne oder (wräusche zum Singen ange egt Werden fann. Rach älteren Asnschauungen soll du Eigenton der Flamme dem Tone einer mit cwr Röhre gleichlangen Pfeife entsprechen. .Beeinflußt wird die Höhe des Tones durch Veränderung der Flammengröße, sowie der Flammenstellnng in der Röhre, und zwar sind diese Töne nicht harmonisch znm Grundton oder seinen Obertönen. Es können sogar mehrere Töne gleichzeitig auftreten, die auf verschiedene gleichzeitige Schnnngungsbeivegung«! der Flamme zurückgeführt werden sölten. Unter Grundton versteht Würschmidt dabei den tiefsten Ton, der bei brennender Flamme dnrck Hinwegblasen über eine Röhre hervorgerufen wird, unter Eigenton dagegen den Ton einer Röhre bei Zimmertemperatur, ohne daß eine Flamme in ihr brennt. Versuche ergaben, daß durch eine offene, in der Röhre brennende Flamme eine Tonerhöhung stattfindet, während die ältere Ansck-mumg den Grimdton für übereinstimmend mit dem Eigentvn der Röhre hielt und nur eine Tonerhöhung ivegen der Erwarmung der Luftsäule für möglich hielt. Tie Temperatur der Flamme ist nicht von Einfluß. Mit abnehmender Flammenhöhe nimmt die Tonhöhe erst langsam, dann rascher ab, und bei der Flammenhöhe Null erreicht sie den Eigen­ton der Röhre. Am höchsten ist der Ton, wenn sich die Flamnie am Ende der Röhre befindet. Für sehr große Flammenhöhen nähern sich die Tonhöhen einem Grenzwerte, und zwar kann die Er­höhung des Tones im Grenzsalle zwischen eine Quinte und nahezu effrer Oktave liegen. Für das Ansprechen sind größere Flammen Mlgünstiff, ebenso eine große Entfernung der Flanune vom Röhren­ende. Tie aus diese Weise entstehenden Töne liegen etwas höher als die nahezu am unteren Röhrenende erzeugten Grundtöne. Tie erregenden Töne brauchen nicht genau mit ihnen überernznstimmeu; es genügt, wenn das anregende Geräusch einem dem Gnmdtone benachbarten Ton von der nötigen Kraft enthält, ja der erregende Ton kann bis zu einer Oktave und mehr vom Grundtone abweichen Und braucht zu ihm uicht in einem harmonischen Verhältnisse zu stehen. Tie durch die Schwingungen des erregenden Tones der Röhre zngeführte Kraft wirkt irur auslösend. Es braucht sich nicht um etwas Periodisches zu k-andeln, denn sonst könnte Huuvegblascn Über die Rühre oder deren Erschütterung nicht auch das Singen der Flamme auslösen.

* Der Hol-schuh. Ms eine Folge der starken Verteuerung der Leder schuhwaren und des Mangels an Leder macht sich jetzt in verschiedenen Gegenden Deutschlands eine Ausbreitung ves Dol-schuhes bemerkbar. Namentlich in der landwirtschaftlichen! Bevölkerung hat er in der letzten Zeit bei j^ung und alt viele Freunde gefunden. In Frankreich und auch m Holland werden bei der bäuerlichen Bevölkerung überall Holzschuhe getragen, und» selbst noch in kleineren Städten kaihr man dort ihr Klappern ständig hören. Die französischen Holzschuhmacher haben es auch verstanden, diesen Schuhen das Plumpe zu nehmen und sie fer­tigen aus Holz Fußbekleidungen an, die eine gewisse Zierlichkeit zeigen Namentlich die französischen Frauen und Mädchen tragen: oft recht hübsch berausgeputzte Holzschuhe. Die Landstriche, in denen bei uns bisher diese Fußbekleidungen von der ländlichen Bevölke­rung allgemein getragen wurden, waren Westfalen und die an­grenzenden Dezirke. Ter Dichter Friedrich Wilhelm! Weber singt daher in seinem EposDreizehnlinden":

Pater Bernhard ivar der sechste.

Stammend aus den Beuktrerföhren,

Wo die Menschen Holzschuh tragen

Und von schavarzem Brot sich nähren.

Der holzschuh wird aus Fächteu-, Erlen-, Birken-, Weidest-- Pappe!- oder Buchenholz angefertigt. Vom gesundsten licheitz Standpunkt aus betrachtet, ist er viel besser als der Leherschuh. Sein Tragen führt nicht zu Verkrümmungen der Zehen, znr Ent- stehuug von Hühneraugen und zu Einschnürungen des Fußes. Das beste an ihm ist aber, daß er den Fuß viel wärmer hält als der äZederschuh, und deshalb ist er besonders für Landleute, die oft bei kalter und regnerischer Witterung draußen im Freien sein müssen,' sehr zweckmäßig. Das dürste auch dort bald erkannt wer­den, wo der Holzschuh bisher noch nicht verbreitet war, und vor­aussichtlich wird er fernerhin auch in anderen Gegenden als itt Westfalen anzutreffen sein.

Viichertisch.

Neuerscheinungen der Universal-Biblio- thek in neuer Ausstattmig. Nr. 59115912. Rosi Zurflüh. Eine Geschichte aus den Alpen. Bon Johannes Scherr. Mit einer Einleitimg von Tr. Max Mendheim. (211 S.) Geh. 50 Psg., >geb. 90 Psg. Nr. 5913. Dr. Mjartin Luthers Lieder und Fabeln. Mit Einleitttng und Erläuterungen hevausgeg. von Georg Buch,w>ald. Mit einem Bildnis Litthers. (107 s.) Geh. 25 Psg., geb. 60 Psg. Inhalt: 1. Litthers geistliche Lieder. 2. Andere deutsche GÄrichte. 3. Merlei kurze Sprüche. 1 4. Luthers Fabeln. Nr. 5914. Kriegsnovellen. 8. Band. Mil Beiträgen von H. Bethge, M. Friedland, O. Kilian, K. Küä>ler, K. Lieblich, K. D. Zwerger. (96 S.) Geh. 25 Ptz. Inhalt: Heimkehr. Von K. Küchler. Drei Kameraden. Von v. Bethge. Wird gemacht. Von O. Kilian. Autonom ko. Von K. D. Zwerger. Wiedersehen. Von K. Lieblich. Maische Schlau- mes Kriegstagebuch. Von M. Friedland. Nr. 5915. Kriegs- kalender 19 16. Teck I vom 1. Jamrar bis 31. Mai 1916 Eine übersichtliche Zusanuuenstellung der gleichzeitigen Ereigmsse auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen. Bearbeitet von General­leutnant z. D. Vöetzler. (82 S.) Geh. 25 Psg. Nr. 5916 Ge­schichten aus Flandern. Bon Cyriel Bnysse. Berechtigte Uebertragimg von Georg Gärtner. (87 S.) Geh. 25 Psg. Inhalt: Herr J-ocguier Und sein Lieb . Der letzte Bettler . Bon Zukunft und Bergairgenhett. Hadji-Baba. Tie Wette. Tchsvester Marie. Das Pferd. Erzengel Gabriel auf Erden. Nr 5917. Kriegskameraden und andere Erzählun­gen. Von Eva Gräfin von Btaudissin. (96 S.) Geh. 25 Psg. Inhalt: Kriegskameraden. In der Höhe. Sckwulmeester. Ter Fall von Lemberg. Mtttlerchen. Die Rache des Feinde-.

Ter alte Hauptmann. Soldatentee. Heimkehr. Zwei

Fremrde. Tas kleinere Uebel. Nr 5918. Oratorien* Texte. 1 Band: Joh. Seb. Bach, Ntchthäns-Passion rmd

H-Moll -Messe. Heraus gegeben von Georg Richard Kruse. (39 S.) Geh. 25 Psg. Nr. 59195920. Gaudeamus! Von Viktor v. Scheffel. Mit einer Eiitteitung l-evausgeg. von Dr. Edm. V. Sallwürk. Mt einem Porträt Scheffels. (155 S.) Geh. 50 Pfg., geb. 90 Psg. Inhalt: Einleitung. Widmung sltaturlvissen- schafklich. Kulturgeschichllich. Tie Lieder vom Nodenstein.

Heidelbergisch. Neueres . Aus dem Weiteren.

Der Türmer (Kricgsausgaüe). .Herausgeber: I. E. Frhr. v. Grotthuß. Vierteljährlich (6 Hefte) 5 Mk., Einzelheft 90 Pf. Probeheft portofrei. (Stuttgart, Greiner & Pfeiffer.) Aus dem Inhalt des ersten Juniheftes: Des deutschen Volkes Vater­unser 1917. Von Rudolf Brandt. Noch mehr U-Boote! Von I. E. Freiherrn von Grotthuß. Der Verrat von Laon am 9. September 1870. Von Kurt Arnold Findeisen.Einigkeit und Recht und Freiheit." Von Prof. Dr. Ed. Hryck. Blücher. Von I. E. Freiherrn von Grotthuß. Englands Oberdiktator, Von Paul Dehn. Die Darstellung des sittlick-en Kampfes tu der altdeutsä-en Kunst. Von Mela Escherich. Heinrich MannsMa­dame Legros". Von Karl Storck. Türmers Tagebuch: Der Krieg. ?luf der Warte. Kimstbeilagen. Notenbeilage.

Bilderrätsel.

*

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(Auslösung in nächster Nummer.)

Auslösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nummer: Dursl, Achse, Wiege, Zu i, Unttriedung, Ente.

Gchristleitung: Fr. R. Zenz. ZwillingSrunddruck und Verlag der Arühl'lchen UntversttätS-Buch- und Stctndruckerei. R. Lange, Gießen.