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WUrers sein sollen? Es ftflxte ja nichts dieses automatische Uhrwerk ves Lebens der drei m ihrer Z'irrückgezogenheit.
Auch der Krieg nicht? Der Krieg? Ja, doch, als die Brandung veo ürregeswre ei^e Sturiuslut über alle Gassen des Lebens herein- orach, da hätte es — beinahe — eine Störung in diesen! Uhrwerk aegeoeu. Beinahe! Und das war, als der Krieg, der bei fdnenij Schreiten mir cf} ^anze Reiche nicht das Haus der abgelegensten!
vergaß., tmc em gewappneter Ritter Urplötzlich inmitten ver alten Weinstube klirrte urrd >eine .eisengepanzerte Faust ver- tranlrch, doch mit hartem Griff, auf iJ-tzan, des Oberkellners. SUMtern legte. Jean aber, kaum daß er zum Nachdenken kam, )ay sm- — wre der Schnretterling aus einer Puppe, oder war es ^ne ,Puppe aus dem Schmetterling? — in einem feldgrauest Krieger verwandelt, den man nicht niehr Jean, den Ober, sonderst Musketier Johann Müller nannte.
-, .^in Abend, als Jean-Johann dem Gewappneten Gefolgschaft leistete Und d-e Gassen von schweren Marschtritten dröhnten und von Soldatenliedern widerhallten, daß das alte Vlies in seinen, Grundfesten erbebte und das Lüsteriveilxheu in verzücktem'Schweigen erzitterte, an dem Abend saßen drei alte Männer schweb- gend vor ihren Meten und ihrent Wein, lauschten auf die Gasse und spiellen nicht.
. Knlählich wurde es stiller als zuvor. Im Goldnen Vlies
wieder das Gas auf leine alte Weise, klang das Hüsteln des Doktors mildem Aufschlagen der Kartenblätter um Die Wette, Uno auf dein Tische standen die Schoppet, die eine weibliche Hand dorthin gestellt hatte. Ganz wie sonst war es. Und doch, es war nicht wie, sonst. Warrnn zitterte des Doktors Hand, wenn er die Katten mischte, warum saß, der Sekretär oft so gedanken- versnuten da, was hatte der pensionierte Oberlehrer zu murmeln und den Kopf zu schütteln? Waren sie nicht alte Leute, die nichts mehr wm Deben wollten, d w ihn! auswichen, die abseits gegangen waren? Was galt ihnen der Krieg ? Was konnten sie im' Krieg gelten?! -vielleicht, daß der Sturm bald vorübergebraust sein würde, dieser Orkan, vor dem sie, die Wteltfremden, sich erschreckt verkrochen.! m den sie sich nagt mitreißen lassen wollten.
«oldE ^ JDie störrische schüoeigend ihren Skat im
Aber dieser Sturm brauste nicht vorüber. Wie eine Windstille stand er überm Land .und fällte doch Wälder, verheerte Leben Und Kulturen unheimlich wahllos und nnsichtbar.
Und eines Abends war ein Platz leer am Tische unterm Lüsterne tbüMi: der Doktor fehlte. Ter Krieg hatte den alten Mediziner witgerlssen. Unversehens wie eine Melle hatte es ihn gepackt Er war gegangen mitzuhelfen, >vo er helfen konnte als Arzt und
Und hatte sogar vergessen, fick) — im Goldnen Vlies entschuldigen zu lassen.
orr Zweigend wie damals bei der Mobilmachung saßen an diesem Abend der Sekretär und der Oberlehrer sich gegenüber; vor ibnen lagen unangetastet die Karten.
Endlich begann der pensionierte Oberlehrer stockend und mit heißerer, verlegener Stimme: „Man hat mir den Antrag gestellt rr Wir wieder einen Lehrposten zu übernehmen — weil es an lüugereu Kräften gebricht. Was uwinen Sie — hm — ob ich
meinem Alter-? i v
Seltsam," hüstelte der Stadtsekretär, „seltsam. Auch mir w'urde von der iStadtverwaltuna nahegelegt — was soll man ttin? Mm: kann doch, wohl nicht anders, als annehmen, wie? vtun \a auch der Doktor uns verlassen hat," fügte er, sich rmispcrnd, hinzu, „ist es mit dem Skat doch Essig, meine ich."
„Essig!" neckte der alte Oberlehrer.
Sie ließen die Karten unberührt und hingen ihren eignen Gedanken nach. Die wauderten die gleiche Bahn, aus der alten Weinstube hinaiis in das Leben, das mm auch cm ihre Türe gepocht und gern fern hatte: , Kouttnt, ihr Mten, helft!
Und als die alte Standuhr zehn schlug, erhoben sie sich wie immer. Und obwohl der Doktor fehlte, lvar ihnen doch, als ob einet zwischen il-nen ging, ein Unbekannter. War es der Gewappnete von damals, der sie hinausgeleitete?
Don da m war des Abends in der alten Weinstube kein Lulst mehr zu sehen, und der Platz unterm Lüste rtveibch.ru blieb sortan leer.
vermischtes.
* Z u r Geschichte des B ü ch e r w ir r nr s. Ter Na me Bnchertmrrnl bezcickMet ztvei Arten von Geschöpfen, die in ilwer Mm WMti Der Bücher zu gleicher Zeit Le'gröbt- ulber- einstimnumg und den größten Gegensatz erkennen lassen. Soweit besagtem Wort nmnlich einen Bücherliebhaber bezeichnet,
$' int bve f llß Siebc ium ^ch dasselbe vor
llen Gefahren SU schlitzen trachten. Der eigentliche Bücheriv'urm
rvird durch seine Liebhaberei zum Up fe n ^ 3ctftörer - Ti-seS imrdeL
dner MirrHir-rn ^ U s llCt ' ^ ducher abgesehen hat, tritt, wie einer lehrreichen Plaudere! von ^ntz Hansen iin uäcknsteu <orft
^.,ber,der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart Nüwnden Zeitschrift „ttebei Lcrud und Meer" zu entnehnien ist in tvT:
mtf K <lMcm kommt ein Bohrkäfer 'in Betracht, das Unobrum. das W Rückilerschrän'ke auf un^ckreuliche
Weise durch ein leises, dunrpfes Ticke-.r belebt, weshalb man im ^olksmund dre Ailsdrücke „Totenuhr" oder „Totenküfer" gesägt hat Ter Käfer schlagt nämlich mit seinem Halsschilo gegen das Holz und bohrt pch langsam vorwärts, indem er seinem Er-, Een sein«!, dem Sagemehl ähnlichen Staub voraus» ? Jvsetten lind in der Mehrzahl schwarz, werden bis 4 Millimeter lang mid vermögen sich insolge ihrer ganz außerordentlichen Gefräßigkeit m kurzer Zeit durch große Massen Papier dlirchzubohren. Um sich gegen diese Anobien und ihre besonders ge- fahrlrcheu -arven, die „Bohrwürmer", zu schützen, hat man vor allem earaus zu achten, daß das Holz der Bücherregale oder Bucher.chranre aua> nicht die geringsten Bohrlöcher austveist. Das wdellvse Holz kann man gegen diesen Bücherfeind immun machen, mdcm man es' mit Kreosot tränkt. Einer mrderen Gattung der Papierwirrin er gehört der Käfer „Petinus" an, der zwar kleiner als dav Anvbimn istz ui seiner VernickMngssähigkeit aber nicht hinter demselben zurücksteht. Während das Änobium in ÖÄ und Paprer gewundene Gänge frißt, begnügt sick) der Mer Pettnus mit dem geradesteii Weg, so daß das Papier wie durch eure scharfe diadel dirrchsbohrt erscheint. Noch kleiner als bie babm gmannteu Arten ist die Büchrrlaus, die das Papier nicht nur in Kanälen chrrchiwühlt, sondern gleichzeitig ganze Pavier- stücke einfach wegfrißt. Ter Kampf gegerr sie i)t besonders schwierig S lT L^ t e,1 ? n bedrent man sich starkriechender Stoffe wie Kanipfer!
und Nettcucöl.^ Aildere Bücherseinde lverden durch den öwr Herstellung der Bucbeinbäude benützten Kleister angelockt, und I% r bns ,,Silberfischchen". Doch im Reiche ^ ^lbst grbt es Gegenmaßnahmen in Gestalt von Feinden
der Bucherwurnrer, welch letztere z. B. dem Bücherskorpion imi> emlgen Spinuenarten als Nahrung dienen. Sett ivann die Ge- schacküe, des Bücherwurms datiert, läßt sich nicht mit völliger Genauigkeit bestimmen, doch kann män nach der Meinimg Fritz Hansels annehmen, daß die Familie der Bücherwürmer bereits ^f r ^ AegVPder ins Feld zog. Die ^^"elalterlchlen Mönche, die za dre ersten Hersteller und Hüter voii Buck;ern ivareii, brauchten sich nicht um den Bücherwurm zu rnmmern, da es damals noch kein Papier gab, das Pergament aber Jnsekteir nicht angetastet wird. Später, als dre Bil.chdrnckerku.nst das sorgfältige Äusbewahren von Maiiirskripten uberflu.ftg ersck^nm li^ .vdrrdm die Büchn. oft nachlässig anfge- Hoven, so daß die Buck}erivürrner 'eine iiniuer größere TätiEt eiitfalten konnten. Fast in jeder europäisck>en Sprache lviirde der Bucherwurw auch Irterarisch bÄämpft. Klassische Scholaren macksten Panlell verfaßte eine Ode ans den Bücherlvurin, ißw • ? Petit Widmete der Familie der Bücherwürnier nn Jahre r» 3 lateinisches Gedicht, in welcheni er den Bücherfeind
Äs ,/bestta audcw' b^erchnete. Da im 18. Jahrharndert besonders viel über die Tätigkeit der Bücherrvürmer gellagt wurde, die durch die damals üblichen Holzbrick-deckel leichten Zugang zu deur Papier fandm veraustaltete üu Jahre 1774 die Universität Gottrugen ern Pveisausschreiben für die beste Arbeit über die Be- H» ber Bücheüoüriner Zur Ergänzung dieses kleinen ge- sckEickzen Wrrsses beinerkt Hansen schließlich rrvch, daß die eßste brldlrche TarstÄlrmg ernes Bücherwurmes inr Jahre 1665 in Kuoon erschneii, rnch züvar in der „Miorographia" von R. Hohke Merrwurdrgerwelse ist dre Wisseirschaft hinsichtlich der Büchel Würmer auch heute noch, verhälttiisnräßig gering, ein Mangel, dein ^ aller Bücherfreunde durch systenratische Forschung
abgeholfen Werden sollte. 1 *
^ ^ d.u ch t i n d e r Gro ß sta d t. Manches, was unter ^ der Kriegsverhaltmpe zur Noteinrichtung ivurde,
eigiiet sw- uachchen geuwnnenen Erfahrungen auch für den Frieden So werden dre Ernähvirngsschwierigkeiteu zu guter Letzt Bereicherungen und Verbesserningen der Ernährung herbeigesührt haben, ganz besonders auf deru Gebiete der Kindernahrung Ju einer Besprechung der Bra-u-ckOarkeit der Ziegennnlch für Äüder- ernahruug, die der Geheime Medichralrat Prof 2ld. Czerny in der- Landwirtschallllchw Presse veröffentlicht, tvird die rnn- Wbnde und regelrechte Einführung der Ziegenzucht in den Groß- ^7«ache-i Gründen anfs wärmste empfohlen. Da r 6 lang an der Breslauer Universitätsklinik an Sülle von Kuhnmlch fast ausschließlich Ziegemuitch zur Ernährning ^ sind seine Ausführungen keineswegs rein
I-k^/^N^chelrt, ^orn.erii beruhen vielmehr auf dauernder prek- . ^l-rmrg. Sowohl ivirtschastlich wie voin niedizinischen das Halterr von „Großstadtziegeir" außerordent- e^ortelle. jl<i die Ziegen wenig Platz brauchen und
s vorhälttnsmäßig sehr bescheiden sind, ist der
Vo teil der Sparsamkett leicht zu ersehn. Am besten verlvendet btc einheimischen Milchziegen, während die rdcrjuche nttt den von inaucher Seite hochgepriescuen Saauenziegen wenig guusttg verliefen. Sie sind viel anspruchsvoller und er ^ lt ‘ ^wöhuliäieu Ziegen, liefern dabei keines- weg<, mehr Milch. Die Ziegenmilch selbst soll kurz abgekoeht ge
.... r u c.!^ uua > W l unnneren Erlrankungen der Tiere unangenehm fühlbar iverden könnte. Besonders wichtig für den
Slrt™ Ziegen äußerst sauber zu
halten, da aut drese Weite der Milch der- oft beanstandete Geruch


