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aus den: belgischen Merks zju sehen, mit denen ich Sie vor mehreren Wochen beauftragte."

Wie ein Taschenspieler fuhr Kiirow in die Rocktasche, holte ein starkes Briefkilvert daraus' hervor und entnahm ihnr einige beschriebene Bogen, die er auf den Tisch legte.

Hier sind sie," sprach er mit vollendeter Artigkeit. JS'd} sollte sie bis zum Mnfzehnten abliesern. Heute haben Mir bett Mnfzehnten."

Wecker nahm mit urrdurchdringlicher Miene die Blät- ter auf, lvars einen Blick auf sie-, wandte sich dann mit geschäftlichen Magen an den eben eintretenden Kollegen Mrows und verließ gleich darauf mit seinem gewohnten, gemessenen Schritt das Zimmer.

Kaum war er fort, so warf sich Kiirow aus seinen Stuhl, begann mit allen zehn Fingern auf der Tischplatte zu trommeln und pfiff dabei leise durch die Zähne.

Na?" fragte sein Kollege.Hat's wieder eimnal einen Strauß zwischen Ihnen gegeben? Aussehen tun Sie wie ein petroleumgetränktes Pulverfaß."

Kiirow schüttelte das nrächtige Haupt. Der ver­unglückte Vergleich seines Genossen hatte ihm eineir Teil seiner guten Laune wiedergegeben, und er vermochte leid­lich natürlich ztzr lächeln.

Wissen Sie, was mich wundert?" erlviderte er ge­mütlich.Daß der Alte mich nicht längst hinausgeseHt hat! Denn er kann mich nicht ausstehen, ebenso wie ich ihn. Still, junger Dachs! Sie wollen mir sagen, daß mich Herr Alwin Wecker braucht! Urrd daß ebenso ich ihn brauche. Sehr richtig! Aber kein Mensch ist un­ersetzlich, und nicht einmal Halbgötter sind das! Neben­bei bemerkt, glaube ich oaß sich unser Herr Chef nicht mir wie ein Halbgott, sondern wie ein ganzer vorkommt. r Und nun, was ist die logische Moral von meinen Worten?

Daß kommen wird einst der Tag, wo ich dem Ekel den Stuhl vor die Tür setzen werde. Basta!"

Er stemmte die Ellenbogen auf den Tisch vergrub die Hände in seinem kurzgeschnittenen, aber dennoch beinahe undurchdringlichen Haar und versank in ein Nachdenken, ans dem ihn nichts, aber auch absolut g«r nichts anfzw- stpren vermochte.

(Fortsetzung folgt.)

Am Scherenfernrohr nnd in Herstellung während der Erstürmung der Kefte vmix.*)

Von Leutnant Bock-, Fuß-Artl.-Batl.

Ruhmvolle Tage, Tage des Schreckens, Tage der reinsten Siegesfreude lvaren uuserer Division befchiedeu.

In kleineren heftigen Kämpfen hatten die Regimenter ihre Brauchbarkeit erwiesen und jene Kriegs tüchtig keit sich erworben, von deren Größe die glorreichen Tage der Chaiwpagne-Herbstschlacht Saugen. ^

Welch Bedeutung der übermächtige Angriff der Franzosen am 25. September hatte, daß er eine Wardung des ganzen Kriegs­glückes herbeiführen sollte, weiß alle WAt, welch furchtbaren Mittel, welch todbringender Miswand unserer Division entg eg cm ge warfen wurden, weiß teurer. keiner kann das Heldentum würdigen^ das deutscher Mut erzeugte, der nicht selbst die schweren Tage ntitgw fühlt und stniterlebt hat. Wiorte sind machtlos, jene Eindrücke! wiederzugeben. Das glänzende Bestehen dieser gewaltigen Feuer-« taufe verlieh der Division den Ruhm!, eingedenk dessen die Heeres-, leitung sie an dein schwierigsten Frontabschritt, dem heiß um­strittenen Fort Vaux einsetzte.

Schon viel haben die Zeitcmgen tjtfrn' Bauxberg und seiner Feste gesprochen, wieviel teures Blut Um biefcit mächtigen Erd- wloß geflossen, wie er schon in mrsern Hästrden gÄv>esen, aber im Machtvollen Gegenan griff der Manzosen wieder entrissen wurde.

Welch Bedeutung das Fort für den Feind hatte, und daß er bereit war, diesen wichtigen Stützpunkt mit allen Mitteln zu halten, zeigt jener Gegenangriff zeigt vor allem die Datsach, daß auf dem Bauxberg die meiste feindliche Infanterie mrd vor; allen« Arttllerie der verschiedensten Kaliber konzentriert w-aren.

Während feindabwärts von den Berghängeir eine fruchtbare Ebene sich ausbreitet, in jugendlick?es Grün gekleidet, deren Flora von seltener Fruchtbarkeit und Ueppigkeit erzählt, stiert mit kahlem Blick der mächtige Erdhaufen des Vauxberges dem Beobacl-tep entgegen. Grünende Natur ist auf ihm erstorben, hier spricht der Krieg mit seinem alles zerstörenden Giftbruch das Wort. Erdnwlk an Erdivall, Grube an Grrrbe, nichs als Zerstörung. Rauchsäule an Rauchsäule türmt fick) aus, die Erde, zu Klumpen geballte rast durch die Lust und fällt klatschnd nieder, Staubwölkchen, von Grauotsplitterrr alrfgepeitscht, erhellen fick) vom Bodeir und vev-,

*) Aus der Feldgrauen Kriegsz-eitung.

weherr träge m Winde. Oft ist die ganze Feste in Rauch und Eisen gehüllt, ein surchtl>arer Ort des Verderbens. Und da, man kamr es fast nich glauben, wo der kleine Grashalm! keine Lebens­bedingung 'findet, r t dieser Holle liegt unsere Infanterie und hält aus, arbeitet und ivacht, um den Feind gebührend zu empfam- gen. Hinter ihr steht die treue Schönster Artillerie, anch kampf­bereit. Kanorren und Haubitzen, Mörser und Schiffs geschütze sttek- ken drohend ihre schweren Hälse über die Deckmig dem Feinde! entgegen, gierig durch den geringelten Schlund ihre furchtbäro Rache zu fi'ihren.

Meist vergeblich sucht der Fenrd nrit weittragenden Geschützen die Batterien yn veruickNen. Mio abch?^ das Feuer in der Batterie liegt oder ein Schuß Kartuschen in gluttoter Flamme ausleuckiten läßt, sind em-sige Härrde zur Stelle, kracht es um die Geschütze, tritt keine Pause in der Fcnertätigkeit ein, nein, es verstärkt sich die Tatkraft unserer Kanoniere, damtt nicht der Feind seinen Er­folg am Stillschweigen der Geschütze benrerke. Solche Beispiele der selbstlosen Tapferkeit gaben unsere Kanoniere. Bielen hat ihr Mut und die treue Pflichterfüllung das Leben gekostet, gar mancher schied unter Tränen verwundet von den lieben Kameraden, mit beuen er Freud und Leid durchlebt. Und in solchen Momenten flammte es im Herzen der Zuriickbleibenden auf, den Schitour der Rache zu er­füllen.

Kolonne an Kolonne rückte an, auf beschossenen Anfahrtswegen, die Trümmer und Leichen der Pferde, die am Straßenrand liegen, zeugen von ihrem Heldentum.

Alles lvar erfüllt vom heiligsten Pflichtgedanken. So kam der

Morgen deS.Verschiedene neue Aufgaben hatten die Batterien

tags zuvor erhalten und sich aufs genaueste eingeschossen. Aus unserer Beobachtung saß der Beobachter am Scherenfernrohr und spähte in die dunkle Nacht hinaus, wo er das Schießen feindlicher Geschütze erfassen könnte oder ob die Infanterie ein inhaltschweres Leuchtsigrral hrlfebittend ihrer mächttgen Schwester gäbe, die berett tend, ans tausend Schlünden Beiderben zu speien. Morgens, noch m tiefen Dunkel, erscheint der Batterieführer auf der Beobachtungs-- telle. Neuen Feuerbefehlen, eigenartig zusammengestellt, soll so-- ort nachgekommen werden. Der Sachkundige weiß sofort, worinn es ich Hanselt, heute soll Vanx endlich unser werden.

und als hätten die Geschütze eine Seele, freudesprühend brachen sie feuersprühcnd in die Nacht, dem Feinjde das furchtbare Eisen ourch die Lüfte errtgegenjubelnd. Gleich Maschinengewehrgeknattev rast die Feldarttllerie, Rollsalve folgt auf Rollsalve, die Haubitzen brüllen, während von hintenher die Mörser ihr bedächtiges, aber ver­nichtendes Lied singen. Das Donnern erhebt den Artilleristen, sieht er doch in Gedanken den Feind versagen, die eigene Infanterie inj vollem Mut erglühen ob solch mächttger Beihilfe. Der Feind kommt nicht zur Besinnung. Das Feuer, das unsere Stellung sonst mit unheilvollem Glücke des Feindes bettoffen, setzt aus. Der entschei­dende Zeitpunkt kommlt näher, alles rast mrd tost mit Ausbietung aller Kraft.

4 Uhr morgens. Die Infanterie,geht vor. Auf den« Bauxberge rattern Gewehre und Maschinengewehre. Soll es glücken? Schon dämmert es im Öftere. Doch die Sonne bleibt hiitter den Wolken versteckt, als zauberte sie, in diesem Schlachten und Bluten ihr morgenschönes Antlitz zu entschleiern. Das Artilleriefeuer wird von 100 zu 100 Meter weiterverlegt. Man sieht im Geiste die brave Infanterie stürmen, immer vorwärts, vorwärts, ein mächtiger Trieb verleiht ihr Flügel, immer schneller, zu schnell, Leüchtraketen ver- langeir dringend Vorverlegen des Feuers, Jetzt weiß jeder, es ge­lingt. Prächttg arlwiten die Waffeir zusammen. 4 Uhr 20 Minuten liegt urrser Feuer merit hinter dem Fort, an diesem Punkte soll es bleiben. Das Donnern und Rollen der Geschütze legt sich. Alles erwartet sehrrsüchtig den erwachenden Tag.

Endlich ist er da. Das Land liegt klar vor mtt: Fort Vaux ist unser. Da, wo noch vor Stunden eine verratende Bewegung sicheres Verderben bedeutete, laufen deutsche Soldaten in Schärens wie Ameisen unrher. Manch einer liegt unbelveglich. Mancher^wird auf der Bahre gettagen, reicht verzweifelnd, nein, Sieg und Sonne senden ihre Hoffnungsstrahlen in die Herzen der Armen. Ml es flutet hin und her. Grüßend ziehen die Infanteristen an den danrpsenden Geschützen vorbÄ, rufen einander zu, Infanterie und Arttllerie, beide Bezwinger des Forts.

Furchtbar soll es beim Feirtde aussehen, erzählen ske. Meterhoch sollen unsere Granaten die Feinde zu Bergen gehäuft haben. Solche Worte verirehrnen die Krieger im schwarzen Kragen gern. Irr­fan terie und Artillerie haben ihr .Höchstes gegeben, waren bereit, sich selbst zu geben.i So ist denen, die das Schicksal huldvoll umwachte, ein neu Verdi errtes Leben erwacht. Drs War ein Kampf um Baux! Nochmals schweifen die Blicke hinüber zur Feste, urrd man denkt der schaurigen Nacht. Da bricht durch die Wolkenwaird ein Sorrncnsttahl, trifft grell das Fort: Die Sonne deutet auf die ruhmvolle Stätte, die die 50. Infanterie Division bezwang.

Ein lieblich Speis'."

Die warnrerr Sonnentage, die uns in diesem Jahre der Monat Mai ganz im Gegensatz zu seinem unsrenndticheir und kühlen Vor­gänger, dein Älpril, in lnafyiijaft Verschwenderisck-er Fülle bescherte, habm in gr oßen Meieren die Pseiferr, Starrgen, Sprossen oder, wie üran ite srnrü noch irr deutschen Lairden nerrrrerr mag unseres