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R*er hin oäicfj Bkutnen ge winde in das Wasser selbst! geworfen. An
fc ^rte im Unterelsaß geht der Brunnenpfingstfeier eine enretnigung voran, die in den Händen der „Pfingstknechte" liegt, während es im Rheinland Sache der Mädchen ist, den Brunnen ansznsthöpsen und zu reinigen, während die Burschen Bäunrchen und Kränze ringsherum verteilen. Tie Mädchen gehen dann von Haus zu Haus und fordern mit einem Gesänge eine Entschädigung, aus Giern bestehend, für ihre Arbeit: „Bonne, Bonne ist gesächi! / Gätt os Eier, dat ös rächt."
woher stammt der „Pfingstochse"?
Trotzdem die Volkstümlichkeit des Pftngstiochsen diese Bezeichnung sogar in zahlreiche landläuftge Redensarten hat über- aehen lassen, wüßten wohl die toenigsten Le?tte zu sagen, woher 5er Pfingstochse eigentlich stamn-t. Tie Verbirchnng des Ochsen mit Pfingstbränchen ist leicht erklärlich, da ja überhaupt das Vieh beim Pfingstfest eine große Rolle spielt. Die Pftngstzeit bedeutet essren besonderen Abschnitt im Leben der Hirten, denn zu Pfingsten wird das Vieh wieder auf die Weide hinausgetrieben, weswegen moii es mit verschiedenartigem Schmuck bedenkt. So verden den am Psingstmorgen auf die Weide getriebenen Kühen und Pferden Maienbüsche, sog. „Tauschteifen" an den Schiveif gebunden, die Hämmel erhalten Blumenschmuck ustv. Häuftg wird mit den geschmückten Tieren ein Festzug veranstaltet, und die Hirten vergnügen sich an Rinderwettkämpfen. Daß rmter allen Herdentieren der Ochse zu Pfingsten am meisten geehrt wird, ist allgemein bekannt, im Mecklenburgischen und Braunschweigischen beispielsweise wird der fetteste Ochse des Dorfes bereits einige Tage vor Festbeginn mit vergoldeten Hörnern, Blumenkränzen und Bändern durch die Straßen geführt. Tie interessanteste Erklärung für diese besondere Auszeichnung des Ochsen lieferten die Folkoristen W. Schwarz und A. Kuhn. Nach ihnen geht die Bedeutung des Pfingstochsen auf die germanischen Opfer in Heidnischer Zeit zurück. Bekanntlich war Wotan nicht nur der Gott der Ernte, sondern auch, der Gott des Ackerbaues und der Viehzucht, tveswegen ihm hauptsächlich Rinderopfer dargebracht wurden. Temnach war der Ochse bei den alten Germanen ein dem Wotan geheiligtes Tier, und. die ihm damals dargebrachte Verehrung hat sich bis aus die heutige Zeit in den Pfingstbränchen erhalten. Verfolgt mau diese Betrachtung lveiter, so kommt man schließlich auch zu einer wahrscheinlich««? Erklärung des bekannten Wortes: „aufgedonnert wie ein Pfingstochse". Allmählich wurde auch manch ironischer Scherz mit dein Austreiben der Ochsen getrieben, eS wurden nämlich die allgemeinen Wettaustreiben des Viehs am Pfingstsonntag eingesührt, und der Hirte, der dabei als letzter ausgestauden war, mußte sich den Spott seiner Kameraden gefallen lassen. Man nannte ihn höhnisch einen Pfingstlümmel oder Psiugstsnchs oder auch Psingstesel, und schließlich bürgerte sich besonders die Bezeichnung Pfingstochse ein. So hatte das Wort Kreits einen gewissen höhnischen Beigeschmack erhalten, und der brauch, die Ochse?? zu Pfingsten mit buntem Schmuck zu behängen, führte dann zu der obenerwähnten Redensart.
Der Flieder blüht.
Unter allen Frühlingsstrauch:nt und -bäumen erfreut sich keiner bei unseren Dichtern einer so großen Beliebtheit, wie bei herrlich duftende Flieder. Das kommt nicht etwa daher, daß sich das Wort „Flieder" so hübsch auf „Lieder" reimt: dieser Blüten-- sträuch stellt fürwahr tatsächlich eine der entzückendsten und prächtigsten Zierden unseres Frühlings dar. Viktor Blüthgcn singt in einem seiner bekanntesten Lieder vom Frühling und vom Flieder: „Wer hat das erste Lied erdacht.
Das in die Lüfte scholl?
Ter Frühling fand's in lauer Nacht,
Das Herz von Wonne voll.
Er fang es früh im Fliederbaum Und schlug den Takt dazu:
O Maienzeit, o Liebestraum,
Was ist so süß wie du?"
Wenn sich das lvirklich so verhalten, habeil sollte, daß der Frühling das allererste Lied inr Fliederbau in gesungen hat, so kam: dies leider nicht in Deutschland oder im übrigen Europa geschehen sein. De?m der hier gemeinte Flieder, die „Syringa valgaris", die u/ir zur UrcterfaeidlMg von der „Sambuelis nigra", dem Dolde?? fl ieder, Fliederteeflieder oder Hollmder, auch türkischen Flieder nerrnen, hat erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts sci??en Einzug iiB Deutschland gehalten. Vorher kannte man ihn auch im übriges Europa nicht. In unserenr Vaterlande aber tvaren schon lange vorher viele schölle Lieder zum Lobe des Frühlings erklungen, wie dies besonders die herrlichen Frühlrugsliedcc Walthers von der Vogelweide !mrd vieler anderer; Dichter vor ihm dartnn. Die Syringa vulgaris, die heute überall selbst in den entlegensten Bauern- gärten anzutresfen ist, wurde zuerst im Jahre 1554 unter d.nn stiamen Lilac von denr Leibarzt der Kaiser Karl V. und Ferdinand I. Peter /Andreas Mattioli, h^ckp-ieben und abgebildet. Mattiolj selbst aber hatte sie damals noch nicht lebcitb gesehen, da der Strauch rrft ürrz vorher durch bcu kaiserlichem Gefa?cdte?» bet der hohen
Pforte Augier de Busbeoq ans Konstäntinovcl nach Men geschickt wordeit war. In Afrika, wo er sehr häusig vorkam, wurde er Dertnga genmmt; Ltnnd gab diesem Namen durch die Abänderung in Syringa einen klassischen Anstrich, obwohl der Flieder iw Alter-, tum und Mittelalter in Europa gänzlich unbekannt war. Erst die Türken, die seit jeher vortreffliche Bluwenkennec und proste Blu-, menfreulide gewesen sind, haben bald nach ihrer Festsetzung in Europa, die ihnen-durch die Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453 ermöglicht wurde, diesen herrlichen Zierstrauch aus seiner persischen Heinrat nach unserem Gchste-il gebracht. 'Sein persischer Name ha? sich bis z?m? heutigen Tage als lilac im Englischen, Italienischen und Spanischen erhalten, die Franzosen haben ihn in lilas rnngewandclt; bei uns erinnert noch die Farbenbezeich, nnng „lila", die also „fliederfarben" bedeutet, an diesen Namen. In Deutschland führte urspri'chglich der Doldenflieder die beiden Bezeichnungen Holunder und Flieder, dann nannte man die Syringa den türkischen oder spanischen Flieder, und schließlich ging der Name Flieder fast ausschließlich auf den schönen Nsuankömm-, ling Über. Ist der Bezeichn?mg Fliedertee, für box man, wie bekannt, ausschließlich sie Blüten der Sambucus nigra verweirdet, hat sich aber eine Erinnerung an die frühere Benennung bis MM heutigenj Tage erhalten. Außerdem gibt es noch Gegenden in unserem Vaterlande, in denen Umgekehrt die Syringa vulgaris Holunder und die Sambucus nigra Flieder genannt wird. Auch der botanische Name des ausländischen Flieders ist in verschiedenen deutschen Mundarten m dessen Benennung verlvandt worden; aber man findet nirgends die richtige Form dieser Bezeichnung, sondern gar merkwürdige Entstellungen davon vor, wie Sirene (in Holstern), Zerenchen (in Thüringen), Zitrene (im Hannoverschen) und Zirinka im Alemannischen). Der treffliche alemannische Dichter Johann Peter Hebel rät der „Jümpfern" ^Jungfrau) an: „Flicht di Ar) Zirinka ckLhrairzj ins Hoor!" Ist verschiedenen Gegenden am Rhein wird die Blüte des türkischen Flieders „Nägelchen" oder ,,Näglein" genannt.. Die einzelnen Blüten gleichen fa ebenso mte die Gewürznelkeri kleirren Nägeln. Auch die Nelke, die Gartennelke, verdankt ihr«, Namen dem Vergleich mit einem kleinen Nagel. Aus dem niedere deutschen Worte negetken (kleine Nägel) entstand neilken, nelkm- und dies führte zur Bildling des besonderen Wortes „Nclk^.
vermischtes.
Wie erhöht man den Stärkegehalt der Frühgemüse?
Ter Hauptnährwert der Blatt- und Frühgemüfe, wie Wirsing, Spinat, Kohl und Salat, ist in ihrem Gehalt an Salzen, besonders in ihrem Stärkegehalt zu erblicken. Ta nun einerseits die Stärke in Miserer Ernährung eine erbebliche Rolle spielt, andererseits! unsere Kost bis zum Frütckartosfelmarkt sich als verhältnismäßig stärkearm darbietet, erscheint eS von besonderer Bedeutung, eine Möglichkeit zur Erhöhung des Stärkegehaltes der Frühgemüse zu finden. Ein solches Mittel gibt es auch wirklich, und eS ist, wie sein
schrstlichen lvsesde von
die Gemüse statt am frühen Marge?? erst am stiachanittag geschnitten werden. Um dies zu begreifen, mich man die Stärket» tldung in den Gemüsen verstehen. Sie erfolgt in den grünen Blättern unter dem Einfluß des Sonnenlichtes, entsteht ans Kohlensäure und Wasser, der ganze Vorgang wird Assimilation genannt. Tie im Lause eines Tages gebildete Stärke wandert mit Einbruch der Dunkelheck und wahrend der diacht in den Stcnqel und die Mirzel. So erfliiit es sich, daß die Blätter der grünen Pflanzen am frühen Morgen fast ganz ftärkesrei sind. Nim fängt unter der Wirkung der Sonncnenergie der Prozeß der Assimilation von neuem an, es bildet sich) nsteder Stärke in den Blättern, der höchste Stärkegehalt ist am Nachmittag erreicht, und darum sollen jetzt oder zu Beginn des Abends die Blattgemüse geschnitten werden. Von hervorragender Bedeutung ist dies natürlich bei jenen Pflanzen, wo mit die jungen Triebe obgeschnitten werd.m. D r Untersäued im Stärkegehalt bei 'assii??iliere??de?? Blattern am Truhen Morgen
Blättern b!c Stärke n>chrend der Nächst ktineswegs durch» Veratmung abgegeberr wird, so daß man das abends geschnittene Gemüse ohne jeden stärke Verlust 12 imd selbst 24 Stunden auf» heben kann.
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Da der
Fingerzeige für den K r i e g s g e m ü s e g a r t e n., Gemüsegarten z» einer Kriegsnotwendigkeit auch für jene Kreise geworden ist. die sich früher wohl kaum mit gärtnerischen, Fragen beschäftigt haben, ist in der jetzigeir Frühlingszeit jeder noch so kleine Rat mit Dank zu begrüß«?. Eine Anzahl von. Fingerzeigen für den Kriegsgcmüsegarten, die Gustav Müller im nächsten Heit der bei der Deutsche?? Berlagsunstalt in StuttgaN ersche?ne??dcn Zeitschrift „lieber Land linb Meer" verö'kntUchc, läßt erkenne??, daß die Geinüsezucht von dem Laien viel Sorg'alr imb m?ch ein gewisses systematisches Wissen fordert. Die- gilt heute ?m? so mehr, als ja die Vorbedingungen tvr heimische?» Ge- -nüsezucht wesenlluh schvieriger »vnrd«?, Wir waren ftuher in


