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Pechmarie und Hans im Glück.

Tie Geschichte einer Jugendfteundschast von C.v. Dornau. Nachdruck und Uebersetzrmgsrecht in fremde Sprachen Vorbehalten.

(Fortsetzung.)

.. ^ klopfte drailßen. Sie girig an dem schveigend Zu- rumveicheuden vorüber, öffnete und trat zu dem draußen wartenden Mädchen in den Flur hinaus.

Hans stand jetzt, ohne sich zu rühren, mitten im Ziin­nrer. Gr sah so blaß aus wie vorhin die Jugendfrenndiu. der Bevgangenh-it, mit der er ktarb-Qnußt seit Fahr und Tag für immer abgeschlossen, war ihm ein Erinnerungsbild aufgezuckt, jäh wie eine blitzähnliche Erleuchtung.

Laß. Ich heirate nie", "hatte Marie gesagt. Kühl und überlegen, und doch hatte ihre dunkle Stimme seltsam gelebt. Und im selben Augenzucken war eine andere, eine Helle, grelle, unbarmherzig deutliche Stimnre in. seiner Seele wieder ausgelebt, eine längst verstummte, lang überwundene h- kichernd sprach sie:

Marie wird nie einen anderen heiraten, nie! Marie liebt dich"

Er fuhr empor. Er sah sich verstört um. Er tvar allein.. Arick) .die Stimme war nicht mehr da. Mit voller Kraft drängte er die Fllll häßlicher Erinnerungen zurück, die rvie ein Rudel bösartiger Wölfe über seine Seele her fallen woll­ten. das Furchtbare, was die nächsten Wochen ge­bracht, hatten die Worte, die damals gesprochen wurden, in seinem Gedächtnis erstickt. Zunt erstennral locwen sie ihm eben zurückgekehrt! Und Hans Jmhoff packte und schüttelte ftormg, wie vorhin den Arm der armen Marie, und schleim berte sie von sich, denn der große Ekel, der ihn damals überfallen hatte, durste nicht wieder in ihm auf steigen.

Sie war ja tot, die das damals gesagt hatte.-

Hans Int hon tat genau dasselbe, was Marie gestern abend aus demselben Fleck getan als er zum ersten Male' in ihrem Leben dankbar dein Weilre in ihr gehuldigt hatte:

Ach, Unsinn! Es ist ja lächerlich!" sagte er ganz laut. Urrd schickte sich au, davonrugeheu.

Da stand sie schon wieder vor ihm.

Mcht mehr bleich, sondern mit flackerirdem Rot der Auf­regung auf den Wangen, mit entschlosseneil Blicken:

Es ist ein Telegramm gekommett," sagte sie hastig. Bon Phipp Kockvs Neffen. Er sellst scheint verreist. Ich Muß gleich zu Mille fahren."

Es ist etuurs mit dem Kinde! Das Kind ist krank!" schrie Hans auf.

Nein, das Kind ist gesund. Hier, lies. Der junge Müller ernKihnt dws extra. Mlle ist krank ich sagte dir bocd schon, daß ich zu Mille fahren will. Lrienu ich mich sehr beeile, komme ich mit denl nächsten Zuge mit."

Sie wandte sich scholl wieder von ihm, den Kopf voll hundert wichtiger Dinge, die überlegt, geordnet werden wollten. Hans saute ungestüm nach ihrer Hand.

Drr willst dich schon wieder aufopfern, Marie!" sagte er sehr bewegt.Hier steht nicht, was d-er Alten fehlt, e3 kann etwas Ansteckendes sein! Ninrm dich in acht lasse mich mit dir fahren!"

Da sah er, rvie ihr das Blut jäh zu Kopfe stieg, urö rot selben Augenblick errötete er selbst so tief wie sie

Red' keinen Unsinn," stieß Marie kurz hervor. ^Das soll ich da wohl mit dir? Du stündest mir bloß im Wege O, Meta, da sind Sie ja endlich zurück! Sie haben sich ir genonrmen Kommen Sie 'mal sofort mit mir. Ich aus einige Zeit verreisen der kleinen Emma muß ich auch noch Bescheid sagen und dem Küchemnädcheu"

^on ihrem dleitenden Troß utnschtvärntt, lief sie eiligst davon. Hans stand unbeachtet im Korridor und kam sich überflüssig vor. Und schämte sich innerlich mächtig, ihr eine solche Taktlosigkeit, wie eine genreinstrme Reise, einen ge- meinsmnen Ansenthall in feinem Hause zugemutet zu haben ~ solange sie bei seinem Kinde und dessen Hüterin war. mußte er hier bleiben. Das war doch klar wie Lwnnenllcht!.

Ulid er hatte sich wie ein Botokude berwmmen-

Fräulein Meta kehrte sehr bald irr den Korridor zurück, wo sie den inter-essarrten Freund Marie Krunrpas wußte, und spielte die Liebenswürdige. Mit einem gewissen Er­suche denn Hans war ft>oh, atls ungemütlict)en Betrach­tungen gerissen zu werden. Er würde voll der gewandtem: Dame in den Salon genötigt, dessen Tür offen blieb, und wartete dort mit unterdrückter Urlgedilld ans Maries Wieder- erscheinet. Fräulein Meta leistete ihrn Gesellschaft. Er ließ ihre sanft plätscherrtoc Ullterhaltung über sich ergehen und blickte ihr mit so vertieftem Ausdruck ins Gesicht, als ob er wirklich hörte, was sie ihm vorplauderte.

So faild Marie die beiden, als sie umgekleidet herein^ kam, in behaglichem Nahe beieinandersitzen. Man schien sie selber trüber vergessen zu haben! Ihr Gesicht ver- dutikelte sich. Aber sie hatte Selbstbeherrschung gelernt.

Die Droschke wird hoffentlich bald da sein," bemerkte sie kühl. Die beiden standcll verlegen da. Fräulein Meta, rveil^ sie vergessen hatte, eins der Mädchen nach einer Droschke wegzuschicken. Hcnts aus eitlem ihm selbst unklaren GrlNlde Frälllein Meta lies mit ungewohnter Hast hinaus um einmalnach der Droschke aus zu sehen"; irr Wrrllichkeit inn erst eine holen zu lassen. Hans und Marie standen sich sftrmm gegenüber. Tat in tatj Hans rasch eilt paar Sck-ritte auf sie zu: sie sah wieder so blaß, so abgespannt aus

Du mutest dir zu viel zu und ich bin schuld daraus sagte^er ehrlich l*etrübt.

Sie machte eine uugedilldig abwehrende Bewegung. Unsitln? Du kannst doch wahrhaftig nichts dafür, daß mtte krank ist!"

Vfiier dafür, daß du sie nicht hier bei dir hast. Marie!

Ich bin ein scl-amloser Egoist gewesen -ich Hab' die

ganze Zeit über nur an mich selbst gedacht. mtr daran, daß ich nur mein eigenes Leben wieder einrenken wollte. Und Hab' andere dabei in der garstigsten Weise ausgenntzt-