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Booten mit Mooren von 10000 PS bemerkt die citgIifdC>e Fachzeitschrift „The Motor Ship and Motor Boat", dass in Anrerika brs jetzt noch keine UuLerseebootnraschKne von niehr als 600 PS erbaut ivorden ist, und dag ^iartne-Depardelneitt Amerikas irtüffe dernnach von einem ganz außerordentlich optimistischen Geiste erfüllt sein. Ta-Z Flugiv-^n in der amerikanischen Marine soll fich gut entunckelt Hs den. Eine Reihe braEarer Flugboote von Curtift und Bnrgeß durften vorhanden fein. Ekivas sehr schwach scheint es dageUen mit der L e n k l n f t s ch i f f a h r t zu stehen. Das erste lenkbare Luftschiff ist seit Dezember 1916 fertig und erledigt Wohl noch seine sßrodrstrhrten. Es gehört zu den unstarren Systemen und fft 17o Fuß (rund 54 Meter- fang. Der Auftrieb beträgt 7000 Pfund. Der Bevecknvlng nach soll dieser Segler der Lüfte vx einer Strothe bis ai 25—30 Meilen (40—48 Kilometer) zurück- legen und dabei inssümrde fein, diese volle Geschwindigkeit ganze tz'wer stunden dkiZrckchalten. Tie Besatzung soll sieben Mann d?dlen.- Das sieht allerdings nicht sehr gefährlich aus, denn ein Luftschiff, ha5 mir zwei Stmtbcii mit voller Kraft zu fahren vermag' muß bei dem hA!t»?en Stand des Luftfahvwesens als völlig unzaireichend angesehen werden. . . . Das ist als-v der Stand der „Flotte Anierid-aS", wie sie jetzt zusammengesetzt ist; und in absehbarer ^e:t dürfte sich daran nicht viel ändern, denn bis einmal tne -tochtffe des neuen F^tten-BanProgramms verwendungs fähig sein werden, tmiß noch sehr viel Wasser den Mississippi hinunter Hetzen! (Zensiert Berlin.)
* Fiebernde Pflanzen. Je tiefer die moderne PflMizenforschLSig in die Geheimnisse der Nattrr einzudriidgen vcr- mochte. rn deho rcichwem Maße wurden Aehnlichlttten zimscheti trerpchenr unb pflanzlvhlnn Öe6nt anfgedeckt. Eine Znsammen-- lachntg der Beobachtungen von WärmeentmiÄirng bet Pflanzen lätzt ssgar erteroien, daß man bei verschiedenen Rüben, Früchten, rock Drolleii van einem regelrechten, mit Kranklnnt in Verbindung stehenden Fieber m sprachen vermag. Bskmtitt ist, daß die Pflau zeit eigen?W arme erz euren, wie etwa die Körperwärme bei Menschnt Und Tteren. Tie Wärmeenbmcklung der Pstanz.e,t wird in der Darcktsache durch der: OxydationsProzeß bet der Atmung hervoc- gerufen. aAa Intensität dieser Allrontg ist von den Wachstums- Vorgängen in, s fern abhängig, als die Atmrmg umso energischer wird, \t stärker das Wachstum ist. Wenn dann bei den Pflanzen die Ruheperioöe eintritt, hört die Atmung fast völlig auf. Doch behalte.! bes»nderS K.wllen, Zwiebeln, Früchte wie Rüben und shlme trgäkne Damen ihre Wärme sehr lange, was durch die Massigkeit ihrer Korpergestalt bei verhältnismäßig geringer Oberfläche und durch die Eigenart ihrer foulte bedingt ist, die sie vor ein«r stärkeren Wäruieabsabe schützt. Tie Messungen zrcr näheren Erforsckrong dieser Wärmoprobbems haben, wie in der Umschau ansgeführt ivird, zur Entdeckung des „Fiebers" bei Pflanzen geführt. Schon hie ältesten Messungen, die bereits 1806 von Dernibstädt bei Runkelrüben, Kartoffeln rock Mohrrüben vor- enommen wurden, ergaben bei einer Außentemperatur von minus Grad im Innern der Früchte '.roch eine Wärnce von l 1 /* — Vf* ®mb Celchis. Während Aepfel und Birnen hingegen bereits bet Mttrns 2 1 /2 Grad Celsius erfroveir, erstarrten die Früchte mit Wurzel und Knollen erst bei mütns 12—15 Grad. Hieraus wurde ursprünglich geschlossen, daß das Erfrieren durch die eigene Wärmeerzeugung der Wurzeln rock Knollen hintangehalten .oird, in Wirklichkeit aber hat matt es mit Berschiedenheitnt des Wärnte- leitungsVermögens bei den einzelnen Pflanzen und Friichten zu tror. Tie eingangs erwähnte Frebererscherming steht mit der Ab hänmgkeit der Wärtneprcckicktckn von der Intensität der Atmung in Zusanimenhang. Wenn Krtollsn ditrch Stiche oder Schlitte veysundet wurden, erhöhte sich die Temperatur der einzelnen Teile, ss daß pnut tatsächlich von Fieber — hervorgerufen durch Verwundung — sprechm k»m. Kartoffeln z. B. geben nach den Versuchen von Mchards in einer Menge von 300 Granrm im Verlaus einer S-ttucke 4,2—2,0 Milligramm Kohlensäure ab. Waren die Kvr-ofteln ober in vier Stücke geschnkLen, so erhöhte sich) die Ausscheidung von Kohlensäure ür der zweiten Stunde auf 9 Milligramm, in der 2L. Stunde war fbe bis auf 18,8 M.ÄL- gvamm gestiegen, dann sank sie langsam und hielt sich schlieUich nach 6 Tagen wurder auf 1,6 Milli^iamm. .foierntrt stieg und sank auch die Temperatur. Taß dies mit der Verwundung direkt znsammen- hing, ergab such daran-, daß die Temperatur dvcht an der Wünd- stelle üm s),21 -Grad gesttegni ivar, in einer Entfernung von 15 Millimeter von der Wrockstekle um 0,05 Grad, in einer Ent- fermmg von 20 MillMieter hatte sie sich überhaupt nicht vercuckert. Ms Erklärung wird aiigeführt, daß die Pflanze die oenvundete Stelle möglichst schnell wiader zu verschließen trachtet durch eine erhöhte Lebens tätigfeit, die eine vermehrte Atmung rock in weiterer Folge eine gesteigerte Warnt rproduktion hervvrrnft.
*WiehatderWinteraufdieTieregewirkt? Der außerordentlich strenge letzte Winter in Teutschkand ist brgreiflicher- weise auch nicht ganz ohne Einwirkung auf das Leben der Tiere verlaufen. Erfreulich ist di? Feststellung des Prometheus, daß im allgemeinen der Wildbestand in Deutschland trotz der grimmigen Kälte verhältnismäßig wenig Schaden gelitten hat. Im ganzen Flachland wurde jo gut wir gar kein Fallwick gefunden, auch im Höher gelegenen Harz haben Hirsche rock Rehe sich trotz Schnee--
treiben und Frost gut gehalten. Etwas stärker haben hier nur bfe Feldhühner und Fasanen gelitten, besonders aus Fntternmngek. In den höheren Gebieten Bayerns ist natürlich auch manches Stück foaanmld dem Winter zum Opfer gefallen, erfroren fand nian viele Zugvögel, die zurückgeblieben waren, z. B. Feldlerchen, Drosseln nrck Stare. Da die Mäuse nicht wie sonst hervorkamen, verlegten sich die Raubvögel in stärkerem Maße auf die Kleintierjagd, selbst Bussarde suchten gefiederte Beute. Die Wasserjagd war sowohl in Bayern lwe in Norddeutschland crusgez-eichnet, vor allem wegen des vergrößerten Ztrzuaes von Entnr, Gänsen und selbst Schwanen auS dem 'Norden. DaS Jagen ivar dadurch erleichtert, daß, die Schwimm?- Vögel sich an eisfreien Stellen zur Nahrnttgssuche sammeln nrnßchm. Jirteressant ist die vonr Prometheus nütgeteilte Beobachtung, daß in der strengster, Winterzeit auch Schnepfen erlegt wurden, wodurch die Beobachtung xnoiesen ist, daß die Schnepfen in den letzten Wintern bei uns immer häufiger geivorden sind.
* f2>U paradoxe Konservenbüchse. Daß auch m Frankreich auf dam Gebiete des Lebensmitdelverkanfes häufig der Schein trügt, beiveist die Auffindung einer paradoxen Konserven-- büchst, über die der Gaulois berichtet. Mrs der Büchse war eins mit farbigeur Bild geschmücktes Etikett aufgellebt mit der herrlichen Berspvecharng: „Fasanenpastete, gesetzlich geschützt." Darnit kein Irrtum entstehe» möge, zeigte das Bild eine unübersehbare Herde Fasanen. Auf der anderen Seite der Büchse aber klebte ein kleiner bescheidener Zettel mit den Worten: „Diese Ware ist unter Garantie «ns gercruck-ertem Schweruefleisch hergsstellt." Wie der Gaulois hinMfügt, lassen aber die neuesten Berhältniss-e schließen, daß es um die Echtheit dieses Schweinefleisches ungefähr ebenso steht, wie um die Echtheit der Fasanen.
Vücherlisch.
— Bon „T eu tschla nds Erneuer un g", der neuen großen Monatsschrift .(I. F. Lehmanns Verlag, München) ist soeben das zweite Heft ers<hienen. Aus seinem Inhalt, der die grundlegenden Fragen unseres Staats- und Wirtschaftslebens berührt. sei hervorgehoben, daß der bekannte Sozialpolitiker Dr. G. W. Schiele ein Programni für die Erneuerung des preußischer Wahlrechts bringt, eine Mischung von staats er haltenden und fteihetllicken Ge-sichtsyroiktcn, anfgebant auf den natürlichen Pflichten und Rechten eines jeden Staats- und Gemeirckebürgers. Prinz Frstdrich zu Löwen st ein stellt dem dentfcheii dldel neue gewichtige Aufgaben, die er auS der Geschichte begründet, lvobei er höchst interessante Vergleich? zwischen Geldadel und Schwert-- rock Blntadel zieht. Unter dem Namen Dr. Franz bringt ein Finanz- Politiker einen Aussatz über Staats- und Finanzpolitik, in dem er nachweist, daß die jetzige Finanzpolitik des Reiches die einzelnen Bundesstaaten aufs schwerste bedroht. Professor Tr. Jmen- d ö r f f e r - Wien erweist an der foand der Geschichte die Unzulänglichkeit der Deniiollxrtie rock ihre Gefahren für ein Reich. Professor Tr. Jung gibt ein Bild über Parlam-rnttarisMns und Königtum, n dem aktuellen Aussatz „Ter Schritt der Zeill' wantt Professor r. Grimm vor dem Treiben radikaler Umstürzler. Dr. Rieder wacht in seiner Abhandlung „Und Jtalieii?" neue Vorschläge ül>er die Regelung unseres wirtschaftspolitischen Verhältnisses zu Italien nach dem Kriege. Professor Lehmann-Hohenberg bringt „Deutsche Ernenernngsgedanken über den gerechten Lohn . foanS von Wolzogen steuert Gedanken über DärtkcheS Christentum ünd die Erneuerung her Religiosität bei, während Richard Schaukal in seiner feinsinnigen Art das Deutsch? Wesen erläutert. Den Beschluß bilden Ausführungen des Schriftleiters Dr. E. Kühn über das Bild der politischen Lage und der sie bestimmenden Kräfte.
— Panzerautomobile gegen die Walachen. Von Wilhelm Siemer, Lt. d. R. Verlag August Scherl G. m. b. H., Berlin. Preis 1 Mark.
— AlsKampffliegeram Snezkanal. Von Leutitant foaM Henkellmra. Mft 16 Abbildungen. Verlag August Scherl, G. m. b. H., Berlin. Geh. 1 Mark, ged. 2 Mark.
Steigerungssch-rzr.
Für » und b sind passende Wörter zu setzen, von denen b dem Klange nach die Steigerungsform von & darstellt, wie a Mai, b Mater.
1. Daß der Ulan der a nicht erlag, war ein b.
2. Komme ich a, schrieb der Kriegsgefangene, trete ich als dein b auf.
8. In Paris wird kein Theater jetzt a, b zu spielen.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Aussösung des Silbenrätsels in voriger Nummer:
1. Dardanellen 6. Litanei 11. Laterne
2. Emden 7. Dahlie 13. Leopold
3. Regula 8. Ader 13. Euphrat
4. Samum 9. Tarif 14. Iltis
5. Oase 10. Araber lö. Narretei
»Der Soldat allein ist der frei« Mannl^
Gchristlettung: Fr. R. Zenz. — Zwillingsrnnddruck und Verlag der Briihl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen.


