Ausgabe 
7.5.1917
 
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Keit ihren duftigen Flor entfalteter, die zarten., braunen Frucht- dwspen zu sehen, in denen sich trotz Sttirnr und Kälte das lichte Mütenwundcr vorbereitete. Der vielbesungene, so gern gesuchte rheuuseye Frühling hatte sich dieNebelkappe aufgestülpt und zeigte gar verne besondere Eile, seinen übrigen deutschen. Vettern z-uvor- ruwmnven.

- Vöerrds, daß in der.hohen Kiefer vorn: Haus

ern Amselmännchen sein Herz entdeckte und ein sehnsüchtiges Liebes- ncÄ anftirnmte. Und ber Buchfink, der's im Fl«derbusch hörte, wollte nicht znrikckstehn. Wie ern bunter>erbäll pluberte er sich Ä^^kes.jernen Schatz:Bin ich nicht ein schöner Bräutigam?" Dre Kvhlnrersc aber, die rvähreud der kalten Tage vergeblich die ge- wv.mte Speckschivarte am Kückz-enfenster gesucht hatte, war nüchterner

f ksmnt. Sre dachte, wie nötig es sei, daß das neue Jahr toiedev orn und Kartoffeln und Speckseiten brächte, und mahnte deshalb den Danen unermüdlich:Wetz die Schar, wetz die Schar!"

Als die Menschen die Vogellieder vernahmen, sagten sie:Nun knro's endlich dennoch Frühling. Die kleinen Sänger draußen müssen'§ wissen."

Ein Weilchen freilich dauerte eS noch, bis er wirLich kam. Aber eines Tages war er plötzlich da und ließ sein blaues Hkmme^- auge über dem Stromtal leuchten und iveckte in allen Winkeln und C'ckeir das schlummernde Lelum auf. Ganz verwundert hoben die Primeln, MaßliebclMi und Blausterne, die Veilchen, Krokusse und Narzissen ihr'e Köpfe aus dem braunen Erdbett auf; zartgrüne Blattcherr zeigten sich an den Stachel- und Johauuisüeersträu cheri? und ove Knospen am Kastanienbaum nmroen dick und prall und klebrig vom Lel>enssaft, bis auch sie eines Tags die Hülle sprengten und zlvischen wolligen Blättern kleine Blütenkerzchen dein Licht ent­gegenstreckten.

ging's Schlag auf Schlag. Jeder Morgen brachte ein neries Wunder, und es war, als wollte der rheinische Frühlrng in dre>em Jahre seinen so lang zurückgehaltenen Segen auf einmal ansschrttten.

Noch stehen wir am Anfang der schönsten Jahreszeit, die ja jo spat ein,etzte, aber es ist eine Pracht und Herrlichkeit allWersll, wo rheinischer Odem weht und rheinische Sonne lacht.

^in Rlieingau sprvßt's und blicht's in allen Talern und auf alten Hohen. Die weipir Buchenwälder, die den sonnigen Landstrich säumen, haben ihr lichtgrünes Kleid angelegt, und wie znm Fest ge.chmuckt empfangen sie die lust- und lichthungrigen Gäste von nah und fern. Ernster uird strenger als der Helle Tannuswald blickt dniben der Lennebergforst in den Frühlingstag hinaus. Seine dunklen Wipfel scheinen rachts *u wissen von all den. Glanz, der dem jungen Jahre eigen ist. Fast mürrisch reihen sie sch aneinander mw halten Wache über denl sanften Hügelland, als wollten sie jedem linden Hauch den, Eintritt wehren. Aber wer näher hinzu- t?ntt, der steht, daß die alten, kirorrigen Lenncbergkiefern ganz suw, als sie scheinen nlögen, daß sie Träger und Hüter des Fruhlmgs sind ww wenige sonst. Sie blicken rau so drohend drein, um di« fernzuhalten, die den Wtald als Tummelplatz ihrer Aus- gelassen heit betrachten, deiien die Natur nur dazu dient, den passen-. den Nahmen für ihre Zupfgeigeiimaskerade abzugeben. Diese Men­schensorte lockt der Leiineberg nicht ara Mer die andern, die die Sprache der Nattir verstehen, denen eine Landschaft ihrer Eigenart, ihres ganz be,onderen Charakters »wegen lieber ist als die Häufung stmzer Prunk- und Parade,tücke, sie alle ruft er heichei und entläßt kernen nnbelohnt.

. .Nie aber zeigt sich der Lennebergforst so gebefreudig wie jetzt jungen Frilhling, wenn an beu KiefernHonen die jungen, schlau- keil Tnebe auf,chu'ßen und den ganzen Umkreis mit starken!, heil- kralttgem Dust erfüllen.

Der deutsche Kiefernwald ist ja längst von der ältlichen Wissen- sa-astentdeckt .worden und wird immer mehr als Heilfaktor ge­wertet. Und so ist s kein Wunder, daß auch der lange Zeit loeniq beackitete WÄd vor den Torm von Mainz jetzt vielfach Kranken Und NetMivgleszenten zum Erholungsaufenthalt aneinpstrhlen joird Das ift's aber gewiß racht allein, waS ihn uns in diesen Tagen so lieb niacht. Der Lenn^erg besitzt vielniehr $iki besondere Eigen- leasten, dre neben der Schönheit und Heilkraft seines Kiescrnbe- stairds euie hohe Anziehung auf alle Naturfreunde ausüben, das ist dre Eigencut ,eines GeläicheS rach seiner Flora. Die tertiäre For- matlon des sogenannten Mainzer Beckens bildet hier eine außer- orumtlich reizvolle Folge flacher Hügelwellen und Talmulden, bie '^ubig iucfijdn und immer neue floiistische Bilder zeigen. Denn rarter dem schützenden Kieferndach breitet sich ein zwäter Wäld anS' ^ Formen überaus vielgestaltiger Unterholzbestand, der gerade um diese Zeit fernen vollen Michtnm erschließt. Der wilde Schnee- U. E stmem lickstmcünen Blattwerk und seinen lenchtendweißest Blutendolden, die sich nun bald entfalten werden, hat hier die an getreten. Jhin aber gesellen sich andere Schmuck- f Ai^ sonst nur selten autreffeir, eigenartige, fast auA' fe ^ Äepvc Lschräirkte Kiäuter und Blumen, die jeden MamVer Ln helles Entzücken versetzen, aber auch das Herz des Lauir durch iyr^Schör^t erfreuen. Jejst blüht überall im Lenne- borg die b-lane Kuck>enfchelle, und allein ftr zuliebe ändern täglich hunderte von Mentck-eiikinderii hinaus, um sich ein Stück rheiii- hessischen Frühlings imt nach Hause zu nvhvuru. Leider ßleitt's einem kleinen, bescheidenen St räu scheu dieser selt­sam-schönen Bunne. Ganze Bündel der zarten FrLhIingskinder wer­

den achtlos ab.,erissen und schon droht die Gefahr, daß die Küchen­schelle, die einst üücr weite Strecken des WaldBodens einen blaue» Teppich legte, immer mehr verschwindet und schlieUrch ausskiE, wenn nicht dem rücksichtslosen Tun der Vielzu vielen energisch Ein­halt Eroten wird.

Wer den Lenneberg im Frühlingsschmuck richtig genießen darf sich allerdings nicht an die breiten, viel begossenen Wege hockten, der' muß, ziellos hineintauchen in bas grüne Mver, das zur Linken -und zur Rechte winkt, wich, über die niedern Hügel wandern und in den blinmienbnnten Wellerrtälern rasten und den köstlichen Duft einatmen, der den frisch erschlossenen Kiefernkerz«! «tguillt^

Hier in der tvsnig betretenen.Wirrnis des Unterholzes kann er sich denno-ch wieder leicht zu rechts d.'^den, denn der L«mebe^v-ereL» hat dafür ^Sorge ^getvagen, daß alle Pfade wxb Schneiserr, die kreuz, und quer den Forst durchziehen, gut nrarkiert sind, ohne daß die Bezeichnungen aufdringlich und entstellend wirken. Für die Be­wohner der re chten Rhein feite ist zudein neuerlich eine «rnz vow Ätgliche Verbindung niit dem Lenneberg g^chsffen. f«Ü>em dte KosthemlGonsenheimer Lime vorn Kssteler Dahnhsf «ms käs uw- Mittelbar an sein grünes Reich heranführt.

.. ist>enfalls gewiß, daß der Lennckbcrg seVst von denen, me chm eine besondere Liebe err^egelibrbigen sollten, weil er Hermatwald ist, noch viel zn wenig gewi'udigt wird, daß sein- £& sondere Schönheit iwch lange nicht bekannt genug ist. Um so erirür- lick-er erscheint es, daß er allniäl)lich mchc urch mehr Gnade vor den Augen der rechtsrhemisckMi Nachbarschaft findet, die ihn zu järer Jahreszeit gerne besucht, schon allein des'-vegen, tv-ü er auch lEi ungünsttgem Wetter infolge der Beschaffenheit deS Erdreichs die Möglichtcit zu längeren Spaziergängeil seuoährt, well er einzigschöne .-cusbliüe in die reizvollste Gegend deS RheiickaufS bietet uno den Wanderer freundlich hiraLerftchrt in das gesegnete rhenchesstsche Obstparadies, das nun bald wiever.in voller Blüte ste

steht,

ver»mr?eht-s.

^ W m e r i k a s F l o tte. Uns wird geschrieben: Bei der Fratze nach dem jetzigen wriklülMi Kampftverte der anrerikanischeu FlatN muß festychalten werden, daß von den rnsgesantt jetzt vorhandLn« dreißig Linienschiffen iwch heutigen Begriffen nur vierzehn daul ihrer SckMelligkeit, Artillerie und Panzer als Grotz- k a m p f s ch i f f e anzusprechen sind. Darunter sind die sechs neuesten Mit zehrl, bezw. zwölf 35,6 Zenlimeter-Äeschützen mit rund 16 Meter langen Rohren bestückt. AttgeLlich soll es den anuri- panischen GesckKtzfabriken geluny«! sein, ein«r dös«n Miystrnd, der sonst den dortigen sck)weroi Geschützen von gwßer Länge an- haftet, das Turchbiegen der Rohre, auf ein Mindestmaß zurückzrl- führen. In Uneivr-it dies auch bei den noch, länqererl (17 Meter 80) Rohren des gleichen Kalibers zutrifft, die auf den noch im Ban befindlichen LchiffenCalifornia" undTennessee" SLufst-eilnna finden sollen, läßt sich nicht sagen, d« hierüber niriW veröffentlich worden ist. Ztvei weitere Neubastten, dieMississippi" und Idaho", sollen nach englischen Quellen im FebrriaL dieses Jahres vom Stzapel gelaufen sein, sie könnten also in absehbarer Zeit voch fertig werden, was den Bestand an GroMmpfsck-iffen dann erst auf sockMhn erl^hen ivürde. Schlachtkreuzer fehlen m der amerikanisckien Flotte einstweilen vollständig, denn bis wann die sechs geplanten Ne der riesen dieser Klasse ein­mal fertig sein iverden, kann heute noch niemand fa*en. Die 13 vorhandenen Panzeickreuzer sind bei ihrer geling«! Gesckwindig-- kert und verhältnismäßig schwachen Artillerie schon heute Äs veraltet anznsel-en. Geschlitzte, genügend schnelle MMerungö- kreuz er besitzt Amerika rau drei. Mle archeren sind völlig »oe^ los. Am besten ist die Flotte der Vereinigten Staaten noch mit TorpedobootSzerstövern versehen. Etiva 70 nach 1900 erbaute schnelle Boote stsl-en hier zur Verfügung. An U tt t e r s e e b o v t e n sind ettva 40 ferttge Boote von sel/r versckieedener Qualität vvr- liauden, darunter ein« zienllch hohe Zahl llntettvasserboote vom sog. Holland-Typ und Boote der reklametückstigen Lake Co. Llber cs sind auch nach englischvi Arl^aben drei ganz große Tauchboot- vorhanden, von rvelchen über den TaE'eurer M. 1. einiges Näl)ere bekaiuit gctvorden ist. Dies Boot hat über Wüsser eine Derdräugima von 1000 Tonnen und unter Wasser eine ß>lck>c von 1v00 Tonnen. Im Rrn sind Ar»eiseNos isoch eine ganz- Anzahl. Vor etwas mehr als einem Jahre ersclnen in deryr«v York ^unes" ein offener Brief an den derzeittgcn Marinesekretä^' Tainels, der diesen! vonoarf, er l-abe irreführende Berichte über den L>tand des Unterseebooticx'sens veröffentlicht. Der Artikel hat damals fd/r viel Aufsehen erregt. Es Mirde unter anderen! darbn nack-gewiesen, daß von den 13 damals zur Verfügung stel>end<m Booten bei einer Hebung nach Verlauf einer einzigen nur

noch fünf dieser Boote b«lvchbar geblieben toar«i. N»ch der Fach- zettung ,^The Mowrbva!i:" soll seit 1915 rach rin Feines, kn Prumtbesitz befindlickrrs Unterseeboot existieren, das so'kvvbl über wie nikter Wasser durch Verbreliramgsinvtoren angetrieben roird.

soll W*me 36t,tKt>*u oiUse r»»ss«r «fah.cn fein

oljne baft bie TOnrot{*«ff imtai r^ttten Hai« Zu d«,

vn cmtrifnmWjcn iktomgen F.zMmgS, vo»