Ausgabe 
5.5.1917
 
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Nathan schon empfinden, das; er ohne Schw-einesleisch ein Christen kiud erzogen"", und erk!ä,te statt dessen:da,; er o:-ne Ehr:stetig s fteisch ein Lckn stnckmd erzogen". Wenig Kotter mag Goethe dw Erklärung gefunden laben, mit der sein Götz in Berlin ang. nindigt nmrde. Sic lautete nämlich:Heute wird die von ferner »omg- licken Majestät von Preußen allorgncSngst privilegierte Hoffilotv Gcsellsck>aft teutsckwr Schauspieler mifsübcen: Götz von Berikchmgeii mit der eisernen Land. Ein ganz neues Schau,prel tu hm .

welches nach seiner ganz besonderen nnd letzt ganz unaewott.tt'.clwn Einrichtung von einem gelehrten und scharsfinnrgen Vermyer »nt Fl eis; verfertigt worden Es soll, wie Ruin sagt, "ach ^HMpeare schem Geschmack abgefaßi sein. Auch bat man, um ,ich dern geey-^ retten Publikum gefällig zu machen, alle erforderlichen Kvttcn au, die nötigen Dekorationen nnd neue Kleider gewandt, die rn den damaligen Zeiten üblich waren. In diesen;. Stuck komm: aue:n Ballett von Zigeunern vor." Komisch muten uns auch by; schm Zensurstreiche an, die allerdings den Dichtern, die sich t^ren beugen mußten, Ivenig Freude bereitet haben mögen. Befondei^ schwer hatte bekanntlich Schiller unter der Zensur M leiden, ,o mußten bei der Erstaufführung seinerRäuber" am Iw. Januar 1781 am Maimheiuier Hof- und Rationaltheater -schwarz und der Pastor Moser geopfert werden, während man best Pater tu eine Mvgistratsperson umwandelte. Die Wiener Zensur gestattete die MNührung desTon Carlos" nur, wwnn dre Lrebe des SohM zur Königin gestrichen und an Stelle des Beichtvaters ern Pagenyos- meistec gesetzt iverde. Die Zensurkomik hat den Hcmswurst rmmer zu schlagen geivnßt nnd wird ivohl auch in Zukunft den Richtern noch manches zu scharfen machen. _ . ^ . . .

Humor in der Schweizer Armee, wag trotz dev Ernstes der Zeit die schon so lange mobilisierte Schweizer Armee ihren Humor nicht eingebüßt hat, bciveist die lolgende kleine Aner- dotc. die ein Berner Blatt wiedergibt. In Appenzell war cm Bataillon mobilisiert ,morden, um den Sichernngsdtenst an der Grenze ansznübrn. Als das Korps erst wenige Tage lang an fernem Bestimmungsort ben rorgeschriebenen Dienst tat, tra: ein Soldat m>r den Hchiptn'ann mit der Bitte:Herr Hanptmcnm, ich oitte Sie. mich onf einige Tage nach Hanse zu beurlauben, da ich er- ürtren babe, daß meine Frau plötzlich schwer erkrankt ist." Da dem Öüuttnmun die Wahrheitsliebe des Bittstellers ettoas fragwürdig vorkom erklärte er. dem Gesuch nicht stattgeben zu können, Iveil der Zustand der Mobilisation es ilicht dulde. Vierzehn wage später suchte derselbe Soldat wieder den Hauptmann auf und UM te ihn mit Tränen in den Augen an, ihn doch jetzt endlich nach Hanse zu entlassen, damit er seine Frau, die sich in den letzten -lügen befinde, noch einmal umarmen könne. Ta beschloß der Hauvtmann, der Wahrheit auf die Spur zu kommen und sagte:

. Sie lügen, mein Bester. Ich habe nämlich gestern nach Ihrer Wohnung telegraphiert nnd soeben die Antwort erhalten, day Ihre Frau sich strahlender Gesundheit erfreut/" Kaum hatte der Soldat diese Worte vernommen, als er das Gesicht t»erzerrte, um

.jf.i. _Ivr /vmn Y?nfv' K; v »l Sviirhr-;

Numpmnnui, wir uerfttijeu llllv uruc «itiui u. M . V»».

des Lngens. Jetzt kann ich Ihnen ja ruhig das Geheimnis m; vertrauen td? bin in meinem ganzen Leben niemals verheiratet

Dckoesen."

VüHerttsch.

Eduard Engel, Sprich Deutsch! Ein Buch der Entwelschung. - - Leipzig, Hesse L Becker Verlag. Preis 1.50 MarL In die lebhafte, durch den Weltkrieg un,s Deutsche daheim ges steigerte Bewegung deutscher Sprachlehre greift einer der bekann­testen und erfolgreichsten Vorkämpfer reiner Sprache machtvoll ein: Eduard Gnftei, der V ciaswr der Dcuischen Stilkumt. Wem es ,virklich Ernst ist mir der Säuberung unserer edlen Muttersprache von dem unerträglich gewordenen bergehohen Wust der Auslands- Lsferei, der lese, beherzige und verbreite dieses Buch! Hierin loird« nickt nrit raghrnemZwar-Aoer". mitIch möchte gern, atec es geht nicht"", mit all den aögeorosck-enen Halbheiten des Ringens 1[m Deutsch-mi^s hohes Besitztum reiner Muttersprache gekämpft, sondern endlick eWnal wird die Wahrheit ausgesprochen. Engel rügt aber nicht blost, nein, er weist auch, selbst ein Merfter r-emo$ deutscher Sprache, «den Weg. auf dem nstr aus der Wd,checer heransgelangen können. Dieses Buch ist eine dent,che Tat und sie mnß, sie wird segensreiche Folgen haben. Auch unsere Staatsbe­hörden können nicht daran vorübergehen'. von den deutschen Schulen versteht es sich von selbst.

Reinhard Johannes Sorge: Metanoeite,

3 Mysterien. 1915. Guntwar. Die Schule eines Propheten. 1911 Beide im Verlag der Köselschen Buchhandlung, Kempten- München Von R. I. Sorge ist an dieser Stelle schon gesprochen worden. Die drei Mysterien in Metanoeite bczlehen sich am die Empfängnis Mariae, Geburt Christi und Darstellung tm Tempel. In erhabener dichterischer Sprache, getragen von unbegrenztem religiösem Empfinden, wickelt sich die Handlung ab. Wir suchen nach Analogien rmd finden keine. Vollkommen neu und eigenartig ist das Leben der l-eiligen Personen aickgesant: unter W'Mcmung

aller überflüssigen Details treten nur die Hauptpersonen auf und ifre Hmtergiund, der Rui-e nnd Frieden atmen svll. tst ent^ roeder a»f'Gold oder Silber gestimmt und dementsprechend MMM sich alle Handlungen entlveder bei aufgehender Sonne oder filb-e^ i'-tter Sternennach^ ab. Trotz des bohen dichterischen Schwunges ist die Sprache 'klar nnd verständlich, ebenso die .Handlung, und wenn einmal -eine Zeit kommen sollte, wo wieder Poesie und Pracht in unsere Kirchen ein zielst, ivird vielleicht zur 'Weiynachtszen Sarges Metanoeite vior unseren Mären gespielt iverden. -- IN Gun twar besitzen wir ein Stück des philosophischen Bekennt­nisse^ des Dichter-. Bon diesem Drama gilt, wie von dem Bettler"" daß viel Schönes und Geklärtes neben viel Verivor- renem steht. Meisterhaft sind die Prosaszenen, aber schier unver­ständlich ist die Poesie der Zwischenspiele. Oft rechen tust Wort­folgen aneinander, die zwar in Reimen endigen rn Die wdoch sckuverlich ein klarer Sinn gebracht werden kann Der Hang zum Mr.üi'ckcn überwuchert die Klarheit. Es wäre verfehlt, von Tiefe au reden.' wo Unklarheit herrscht. Der An klang an Goethes Faust überall uunerkennbar, sogar im technischen Ambau. Wer gerade die viel"! BeNporrenheiten und Unklarheiten lassen aynen, wav aus diesem leider zu früh Dahingegangenen hätte Zverden können, wenn ihm Zeit genug vergönnt geweien Ware, sich, noeraU zur Klarheit durchznrinaen. Es kann eben doch nur cm imrtticher Dichter in solchem Schwung und solcher Phantasie arbeiten.

D ie I ä g e r v o r! Bon Oberleutnant Alexander v. Bulow. Feldpostausgabe 1 Mark. F. A. Brockhaus Verlag. Leipzig.

-DeutscherWille l Kunstwart!. Zweites Aprich st 1917. i'Kriegsausgabe znm ermäßigten PrerS von 3,t>0 Mk. wertt!mhrlich Verlag von Georg D. W. Eallwey München.) Das Heft enthält folgende Beiträge: Emil Fuchs,Nicht bitter tverden' ^lfgang SchumannThsaterkultur"". ^lanntschekPartei. Stande rmd Kulturpolitik". Otto CorbachKrrcg und Anstiuiwerung - Fr Lembke ..Wvhlfahrtsarbeiten am Landvolk . Earl putsch ,,-r«as jungen Dichtern geraten werden sollte" usw.

Gietzener Haus^auen-Berein.

Kschanwkisungen.

Topinambur. Erda r t i i chv ck-n. Dir geschälten Krwl- len werden wie Tchwarz-vurzeln in mit- Mehl verquirlteck Äasser c^eat danüi sie nicht anlamcn. Die A^btm »st. «o ^w si e in wenig Salznmssir weichgekocht sind, gleich der deroütoaxir (®nw6 sauer.) Sehr flut sind die inwifct m>»6« Asck-e gebraten, auch kann man Salat davon bewerten wie ttar-

toffelsalat. - L r~ < ^

Graupengemüse. Die Graupen tverden mit Salz und Wasser, dem sehr reichlich istngewiegtes Grün von Sellerie, Lanck etwas geriebener Zwiebel zugefügt werden, gekocht. Hm man etwas Wurst, so schneidest man diese m kleine Würsel nnd mischt sie unter das Gemüse.

Salatgemüse. Der Salat wird nnt -salzwaster gar­gekocht. sodann läßt man,ihii ans einem ^;eb «btwvfen Nach- den; inan den Salat rum semg-stviogt, wird er mit Pfeffer, ^alz, etivas^ geriebener Zwiebel, Bouillonwürsel. nach Geichmack zu- bereitet.' Um den Salat sämig zu mache;;, kann man etwas Mehl mit zerlassenem Fett daranrühren.

Nudeltascherl. Ein Ei, Mc-trl und Wa,wr SU entern Nudelteig geknetet, der aus einem Brett dnmr ausgeroltt wird- Statt Nudelstreifen schneidet man «errcki« stucke aus dem Teig, mtt gelxrcktem Fleisch oder Fstschresten Musch n. .^müse oder die nwn mit gehacktenr Fleisch oder Fl,chr^,, Muschln GewA« oder mit Mns, Marmelade oder gekochtem Obst füllt. Der^ng wird Wasser oder Bri'chwnrfelsnppe gekocht.

Sübenrätfel.

Aus den Silben: , ,

a a a. der, da, dah. dar, der, den, e, em, cn, gu, il, la. la, le. len, li', li, mmn, nar, ne, net, nel, o, o, phrat, polb, ra, re, re, ns, sa, se,

si,'»d'?b ' t« j« bilben, bereu Slnfanaä- n»d E»dbchswben, letztere von unten nach oben gelesen, einen Satz aus L-chillers. Wallenitems Lager ergeben.

Die Wörter bedeuten: ^ ..

1 Meerenge. 2. berühmtes Schiff, 3. Heilige. 4. Wustentvmd, ü. Frucht­bare Stelle in der Wüste. 6. Feierlicher Sprechgesang, , * -blume, 8. Mulgckäß, 9. Verzeichnis, 10. Bolksnamm. 11. Beleuchtungskörper. !2. Vlannkicker Vorname, 13. Fluß in Asten, 14. Kleine- Raubtier,

15. Narrenstreich. . ,^ ,

(Auflösung m nächster Nummer.)

Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummer r f

0 D MAI MOND EBENE

Schristleituna: Fr. R. Zenz. ZwilUngSrnnddruck und Verlas der

Brnbl'fchen

ttniversttäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gieße«.