Welches Ergebnis diese Bittschrift frixr F-olgc gehabt hat, ist nicht mehr ftstzufdclleu. — Es ist gegenwärtig wohl angebracht an diele Kitt^KnöLe vor hnnbart Jahixu: zu erinnern, die in eurer dnmidevvttsrten, vvnr Äcrfthr znnUich ab gelegenen Eegand in, Erscheinung trcrtan. Wie mag es avec erst an den großen HLer-, sttaßcn hergegangen sein?
Die Namen der Gefallenen an die Häuser!
Aus dem 1. -lprityest des „Deutschen Willens" (Kuirstwart):
Edmond Rvstand trat einen Vorschlag gem«cht, daß die Nanren der Gesallenetl aus'dkejelrigen Häuser geickMicben würden, in denen sie gelebt haben. Nur der Nanre und ein „Denlt an ihn!" dazu. „Ter Baumeister wird mit Liebe einen Platz für sie suchen. Die armen Hütten werden strahlen, wenn sie den Siam«: solch eines Gefallenen tragen, die Marmorpaläste aber, die keinen zeigen, werden minder stolz sein." Wo der Name anzuvringen sei, das läßt Rostand ganz vom Einzelfall abhängeir: „An die Wand der Schreibstube, rn welcher der Gefalllurc gearbeitet hat, an den Rand des Ackers, dem er gepflügt, an den Eingang des Garteirs, den er zur Blüte gebracht lZrt. Aber an das Haus, das Haus vor allem. Ter Name leuchte ül^er dem Türgiebel rüxw <m? dem Schwell stein, der Name dessen, der fein Leben gab, damit andere fortfahren, lönnen, hier mcs- und ernzutreten. Immer, lvenn man zur Arbeit oder zur Erholung geht, Ivird man seinen Namen lescm. Wenn, aber unser den Helden einer uxir, der irgendwo unter freiem Hirnmel geboren inck» doch gefallen ist, um das Dach der andereir zu sckHyeu, so gehört sein Mnn« an die Vorderseite der prächtigsten Paläste."
In Deutschland genügt man diesem Gedanken ja schon zu großem Teile. Kirchen, .Hoch-, Mittel- und Volksschulen, auch Schreibstuben der Slemter und des Harrdels bringen bereits die Namen ihrer Gefallenen an. Aber, soviel ich weiß, nur ganz selten die L)äuser, von denen doch bei uns genau das gleiche gilt, wie von denen, an ivelche Rvstand denkt. Wir fotlteu seine Anregung deshalb nicht minder willig nachprüfen, weil sie aus Frankreich kommt, wie an der Grnst der Gefallerrcn Feind und Feind die Hand reichen. Aber für eines noch haben unr zu sorgen, drüben wie bei uns: daß ieuc Inschriften nicht mit Haßworten vergiftet werden. Eine Million neuer Saatstätten zur Völker-» Verhetzung wäre das Iffct®, was Unr brauchen könnten. A.
— Kurze Winke für Kaninchenzüchter. Um dem SNangel an Keischnaihrung ab^chetfen, findet die Kaninchenzuclxt immer größere Bcrbrectung. Bir erttuehiUvn aus ,,Dies Blatt a«hört der Hausfrau" nachstehende zioecLienliche kurze Winke, die bei der KaninckZ-mhaltmcg in der Hauptsache zu beachten sind. ÄLan halte im Anfang nur wenige Tiere, da inan diese leichter überwachen und mit Falte« versorgen kann. Weirn Fnttter knapp ist, ttct maii gut daran, kleine Tiere zu wählen, da diese ioenigev fteesscn. Auch 'halte man dmrn imr weibliche Tiere und lasse sie, wenn man Nachnmchr nTÜnfcht, gegen eine kleine. Gebühr bei
r n Besitzer männlicher Tiere decken. Man lasse jedoch Tiere unter ud*n Monaten decken und nicht öfter als drennal im H«chc. (Rn Muttertier soll nicht ncehr als sechs Junge haben; was darüber 'ist, bleibt schwächlich. Man kaust niemals Tiere unter 10 Wochen, da dann erst die gefährlich: Zeit überwunden ist. Der Stall für die Schlachttixre soll möglichst klein sein. Mm: lasse die Tiere sich nie auf napem Lager aufhalten, da sie sonst an Reißen zugrunde gehen. Man reiche nie zu viel Futter auf einmal. da die Ti^e dieser sonst beschmutzen und nicht fressen.
— Der Küchen ga rten auf dem Balkon. Pflanzt und sät rechtzeitig die beliebten Küchenkräuter zum Schmackhafter- machen der inrmier bescheidener tnerbcTÜxat Kriegskost! — so erinnert „Dies Blatt gehört der Hausfrau". Auch den Balkon kann man hierfür als Gemüseland benutzen, sofern nian die Kästen mit guter Gartenerde füllt und di« richtigen Pflanzen toäylt. Da ist zuerst Schnittpetersilie, flach and dl'om ausgesät, die den ganzen Sommer und Hetbst über wohl täglich zur Hand sein kann. Dann Gartenkresse, die man alle vierzehn Tage von neuem aussät. Auch Dill, Kümmel, Bohnenkraut und Wurzelpetersilie gedeihen in Kästen. Verfügt man über große Kästen, so kann man selbst Erbsen und Bohn«: auf dem Balkon ziehen, muß dann aber keine Mistbeeterde, sondern guten Gcnüenboden verwenden. Man sät zum Küchengebrauch jetzt aber auch Schnittsalat, Pflücksalat und Stechsalat, alles Salatsorten, die schnell heranwachsen, nicht viel Raum beanspruchen, »eine Köpfe, sondern nur Blätter bilden, die aber zart und weich sind. Geranzt wird Majoran, Thymian, Salbei, Estragon, Zttronenmeline; alles Würzkr Luter, von denen man nur eine Stzaudc gebraucht und die genug aromatische Triebe hervorbringen, um alltäglich ein Stielchen, denn mehr braucht man nicht abzugeben.
schastsmimsttrrum zur landö bedrohenden Natten und
Vernichtung der die Vvlkseruäyruna Enghaussperlinge folgende Vorschläge: 1. Gründung von Ratten- und Sperttugsklubs. 2. Anstellung von berufsmäßigen Rattenfängern gegen festen Wöchenlohn. 3. Aus- sckweibrlng von Belohnung für andere Personen unter Zugrundelegung von Dutzendsätzen, ioelck)e die nachgenanuten Beträge nicht überschreiten sollten: für 1 Dutzeich Rattenschwänze 1 Schilling, für 12 Köpfe ausgewachsener Sperlinge 3 d., für nicht flügge Sperlinge 2 b. und für 1 Dutzend Sperlingseier 1 d. „BesoiwerS muß darauf geachtet ivcrden, daß keine Betrügereien und Unterschlagungen vmHouvmsn. Vhcc BerttanenÄvittdigen Lauten ist die Anszay- lung der Belohnungen und die Vernichtung der eingelieferten Köpfe, Schwänze und Eier zu übertragen. Letzteres, damit dieselben Trophäen nicht von verschiedenen Leuten nacheinander zur Herauslockung der Belohnung benutzt werden könne::." In dieser einsichtsvollen Weise folgt dann noch eine weitere, lange Reihe von
Anweisungen zur-Verhütung von Gaunereien aller Art
imb nicht, wie man erwarten sollte, zur Vernichtung der Ratten und Spatzen . . . Man sieht, die Engländer kennen sich sehr gut
aus auf dem Gebiete des-„Gelderwerbs". Wie lautet doch
daS alte Sprichwort? „Wer nicht hinter der Türe gestanden hat, sieht nicht dahinter!" . . .
* Die englische Zeitunasnot. Wie schlimm eS um den Papiermangel in England bestellt ist, kann man aus dem folgenden, in der TimeS veröffentlichten Appell an das Publikum ersehen: „Jede Sftodje lverden Hcmderte von Donnen nicht verkaufter Zcituugsexemplare — «also zwecklos vergeudeten Papiers — von den Verkaufsstellen >mit der Bahn an unsere Expedition znrück- gesandt, wodurch Arbeitskräfte und Frachtraum erheblich beirftet werden. Darum ivird von R?ontag ab die TimeS keine unverkauften Exemplare mehr zurücknehmen. Die Verkaufsstelle: dürfen nur so viel Zeiuntgseremplare bestellen,als bei ihnen abonniert wurden. Leute, die ohne Abonnement die Times lesen »vollen, müssen in Zukunft mit einem Aborrnenten einen Lesezirkel bilden. Da die Lage sich rapide zuspitzt. werden übrigens in loeuigen Wochen alle großen Blätter ihre Preise wieder erheblich steigern müssen.
* Die brave Lloyd George-FaMilie. „Ter jüngste Sohn Lloyd Georges," so berichtet der Gaulots. „hatte ber seinem Feldkommando einen Urlaub erbeten, um der Verheiratung seine- Bruders in England beizuwohnen. Wagen der Betzentung der frc\ven- wärtigen Offensive wmrde ihm jedoch der Urlaub verweigert. Die Faniilie Lloyd Georges feierte außerdem die Hochzeit in vorbildlicher Weise, indem nach der reliaiösen Zeremonie nur ein einfaches Kriegs frühstück verabreicht wurde. Alkoholische Getränte waren dabei auch in der kleinsten Menge nicht zu bekommen."
VLcherttsch.
— Krüger, Gustav, v. vr., Professor: DaS Ehrt ft uS- bild unserer Altvordern. Volkschriften zum großenKttear 106/107. Verlag des Evangelischen Bundes, Berlin W. 35. Preis 20 Pfg. — Die verscl/üdenartige, dem deutsche Geist! entsprmrgene Gestaltung deS Chrrftusbildes bei Franken, Angelsachsen und aan» besonders im Heliand als streitbarer und siegreicher Held, der Über alle seine Feinde den Sieg behält, schildert der Verfafler in vorzüglicher Weise.
— Deutscher Will -2 (Kunstwart). Erstes Aprilheft 1917. (Kriegsausgabe zatttt ennäßigten Preis von 3,60 Mart vrecteljähr- lich. Verlag von Georg D. W. Eallwey, Müarchcn.) Das H<üt wrrd! ein geleitet durch eine Bettachtung vyn Avsncttrus Über .Kriegsanleihe und Geistesarbeiter". Ern seltt »vertvolLS? A»rflatz über „Friü)«nserhaltung und Friedensgeswltuna" folgt. Der „Gestaltung der Landschaft" gelH Sctzlltzo-4öl»rnMuia> in einer längeren Ausführung nach „Hur Oper-Frage" bringt Wolfacaig Schumarm einen sthr tief schürfenderr Beitraig, der dj>2 künftige Entwicklung! dieses Musikgebietes krittsch betrachtend lierau'SMk. Jung-Sttl- lings 100. Todestag am 2. April gedenkt Paul Th. Hoffmann in einernl Aufsätze „Vom Heimweh", der den ersten Dorfgeschickxtdichter und Jugendfreund Goethes in seinen» Wirken und künstlerischen Schaffen zeichnet jurid auf das hinweift, toaS Stilling uns noch heut« zu sagen hat. Proben auS seinen Werken folgen.
Vuchftavenratsel.
Zum große»: Rennen »var'L mit d ergangen. Viel Nennungen erwlgten. Doch o weh!
Als kaum das erste Rennen angefangen,
Hieß eS, es sei reell nicht zugeganger:, lind in der Menge kam's zuin Wort mit t
— Zi.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Vee»«rschtes.
* Her englische Ratienkrieg. Nach einer Mitteilung der „ÄimeS" inacht die englische Regierung und das Lanitzvirt-
Auflösung des ErgänzungsrätfelS in voriger Nummer:
DerS, Arsen, Kunde, Jungfer, Ltnd^ Blick, Scherz, Fahne, Kerze, Aug^ Versenkung feindlicher Fabrze»»ge.
Gchristleitung: Fr. R. Zenz.—ZwillingSrunddrnck und Verlag der Brühl'schen NniversttätS-Buch- und Stetndruckeret. R« Lange, Eteben.


